Der letzte verbotene DEFA-Film

Hände hoch oder ich schieße kommt ins Kino

Szene aus Hände hoch oder ich schieße
© defa-spektrum
Szene aus Hände hoch oder ich schieße

Hände hoch oder ich schieße ist der letzte DEFA-Film, der nach jahrzehntelangem Verbot in der DDR letztendlich doch (ur-)aufgeführt wird. Die meisten dieser Filme kamen bereits im Jahre 1990 – nach dem Fall der Mauer – ins Kino. Die Kriminalkomödie war jedoch im Jahre 1966 nicht endgültig fertiggestellt worden. Es existierte neben dem Rohmaterial nur eine vorläufige Fassung, die für Gremien der DEFA und der HV Film hergestellt worden war – die den Film schließlich in den Keller wandern ließen. Nach dem Fall der Mauer verzichteten Regisseur Hans-Joachim Kasprzik und Autor Rudi Strahl auf eine Neubearbeitung des Stoffes – da sie die Komödie “für sehr leichtgewichtig” hielten im Vergleich zu anderen verbotenen DEFA-Filmen.

Vor zwei Jahren jedoch gaben schließlich die DEFA-Stiftung und das Bundesarchiv-Filmarchiv eine Rekonstruktion der Kriminalkomödie in Auftrag. Im Jahre 2009 ist es nun soweit: auch der letzte der verbotenen DEFA-Filme darf seinen lang erwarteten Kinostart erleben – nach über vierzig Jahren.

In Hände hoch oder ich schieße geht es um Holms (Rolf Herricht), einen hochmotivierten Volkspolizist, der an seinem verbrecherlosen idyllischen Dorf namens Wolkenheim verzweifelt, das von allen Städten der DDR die niedrigste Kriminalitätsrate hat.Während er seine Depression von einem Psychiater behandeln lässt, versucht sein guter Freund und Ex-Ganove Pinkas (Zdenek Stepánek) mit anderen Mitteln dem gelangweilten Kriminalinspektor zu helfen. Gemeinsam mit seinen Gaunerfreunden täuscht er einen Raub des wertvollen Denkmals vom Marktplatz vor und verschafft Holms endlich den Fall seines Lebens. Während einer turbulenten Verfolgungsjagd gelingt es Holms nicht nur seinen Trübsinn zu überwinden, er gewinnt zu guter Letzt auch seine heimliche Liebe Lucie (Evelyn Cron) für sich.

Martin Schwarz vom Doppelpunkt hat den Film gesehen und wurde gut unterhalten: “Ein überaus leichter Film, der mitunter ins Alberne abrutscht, mit einem wunderbaren Rolf Herricht in der Hauptrolle. Und die kleinen Spitzen auf die DDR, der leicht ironische Unterton des mit Traumsequenzen, Erzählerstimme und Swingorchestersoundtrack angereicherten Films, die waren nun wahrlich nicht staatsgefährdend. So ist diese sympathische Komödie vor allem ein Beweis für die komplette Humorlosigkeit der DDR-Funktionäre.”

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