Netflix zerstückelt Quentin Tarantinos The Hateful 8 zur Serie: Das ist der Grund

26.04.2019 - 15:35 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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The Hateful 8
© Netflix / Uniersum Film
The Hateful 8
Begeht Netflix jetzt Majestätsbeleidigung? Dort erscheint Quentin Tarantinos Kammerspiel The Hateful 8 in einzelnen Episoden, statt als Film. Wir klären auf, was es damit auf sich hat.

Wenn das nur Quentin Tarantino wüsste: Der 8. Film des Kultregisseurs, passend The Hateful 8 genannt, ist in den USA auf Netflix verfügbar (bei uns noch nicht), doch der Streamingdienst hat das Werk einfach mal zur Serie umgeformt.

Endlich The Hateful 8 als Extended Version, aber nur als Serie

Unter anderem IndieWire  berichtet über dieses Kuriosum, auch auf Twitter monieren einige Netflix-Kunden, dass der Tarantino-Film in vier Episoden aufgeteilt wurde. Demnach dauern diese jeweils etwas über 50 Minuten.

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Doch das Ganze hat einen Grund und auch eine gute Seite: Es handelt sich nämlich nicht um die allseits bekannte Kinofassung des bei uns 2016 erschienenen Kammerspiels.

Stattdessen hat Netflix die längere sogenannte Roadshow-Version veröffentlicht, die gut 20 Minuten mehr Laufzeit umfasst. 187 Minuten beträgt diese als Film, eine stattliche Länge, die für den Streamingdienst in Serienform offenbar besser aufgehoben ist.

The Hateful 8

Die Langversion konnten bislang nur wenige Zuschauer sehen, denn sie wurde vor drei Jahren ausschließlich auf 70mm-Leinwänden aufgeführt. Nur sehr wenige Kinos besitzen heutzutage diese Technik, deshalb sollten sich Fans nun mehr darüber freuen als aufregen.

Denn sie kommen endlich in den Genuss der längeren Edition. Die Episodenform passt ohnehin gut zum Film, da dieser selbst in mehrere, klar getrennte Kapitel aufgeteilt ist. Da die Folgen jeweils eigene Credits haben, soll die Gesamtlaufzeit 210 Minuten betragen.

Trotz mehr Laufzeit: Viel hat der Fan von der The Hateful Eight-Serie nicht

Viel mehr neue Szenen gibt es in der 70mm-Fassung aber nicht, die Laufzeit geht im Film hauptsächlich aus einer Ouvertüre zu Beginn und einer zwölfminütigen Unterbrechung in der Mitte hervor.

Quentin Tarantino baute diese Elemente bewusst als Stilmittel ein und ehrt damit frühere Roadshow-Filme wie Ben Hur oder 2001: Odyssee im Weltraum, die ebenfalls damit auskamen. Wer The Hateful 8 als ganzen Film sehen will, kann das in Übersee weiterhin: Die 168-minütige Kinofassung existiert alternativ als einzelner Film auf Netflix.

Ob Tarantino aber über die Netflix-Aktion informiert ist? Der Schöpfer des Klassikers Pulp Fiction gilt immerhin als knallharter Perfektionist.

The Hateful 8

Wie viel Wert der Cineast auf die korrekte Handhabung seiner Werke legt, beweist ein Print-Artikel in der Berliner Zeitung vom 09.02.2019: Der Filmvorführer Uli Schmidt erzählt darin vom einstigen Besuch von Tarantino. Dieser wies ihn bei den Vorbereitungen zur Aufführung von Inglourious Basterds an, die Lautstärke doch bitte aufs fast unerträgliche Maximum hochzudrehen.

Ein Statement des Künstlers zur Miniserie ist noch nicht bekannt. Auch, ob, wann und in welcher Ausführung The Hateful 8 auf der deutschen Seite von Netflix erscheinen wird, steht ebenso aus.


Was überwiegt bei euch wegen The Hateful 8? Freude über den Extended Cut oder Ärger über die Episodenform?

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