The Hateful 8-Miniserie bei Netflix: Tarantino erklärt Unterschiede zum Film

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The Hateful 8
02.05.2019 - 11:50 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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In einem Interview sprach Quentin Tarantino über die bei Netflix erschienene The Hateful 8-Miniserie und darüber, wie diese sich vom Kinofilm unterscheidet.

Nein, Netflix hat sich den Westernthriller The Hateful 8 von Quentin Tarantino nicht einfach genommen und zurechtgeschnitten. Nachdem der Film kürzlich beim US-Ableger des Streaming-Dienstes in Form einer vierteiligen Miniserie erschien, rieben sich einige Zuschauer verwundert die Augen: Was fällt dem Unternehmen ein, selbst Hand anzulegen am Werk des bekannten Regisseurs?

In einem Interview mit /Film  klärte Quentin Tarantino nun auf, dass Netflix selbst an ihn herangetreten sei und er die Arbeit an der neuen Fassung gemeinsam mit seinem Cutter Fred Raskin rund ein Jahr nach dem Kinostart aufgenommen habe. Zudem sprach er über seine Beweggründe und wie sich die Miniserie vom Film unterscheidet.

Darum entschied sich Quentin Tarantino für eine The Hateful 8-Miniserie

Anfangs erklärte Quentin Tarantino, dass nach der Kinoauswertung von The Hateful 8 zunächst kein Interesse an einer Veröffentlichung der so genannten Roadshow-Fassung bestand. Im Vergleich zur regulären, 168 Minuten langen Version hat diese eine Laufzeit von 187 Minuten und wurde in den teilnehmenden Lichtspielhäusern im 70mm-Format gezeigt, auf dem hierbei auch der Fokus gelegen habe.

Die zusätzlichen Sequenzen, darunter der komplette Prolog und eine Unterbrechung (Intermission), hätten nur im Rahmen einer entsprechenden Kinovorführung Sinn gemacht. Doch dann sei Netflix an ihn und sein Team herangetreten mit der Idee, noch mehr Material von The Hateful 8 für eine Variante in Episodenform zu nutzen:

Also Netflix kam auf uns zu und sagte: 'Hey schau, wenn ihr Interesse haben solltet, wenn es sogar noch mehr Material gibt, [und] ihr Interesse haben solltet es zusammenzupacken auf eine Weise, dass wir es in drei oder vier Episoden zeigen können, je nach verfügbarem Extra-Material, sind wir bereit, es zu machen.'
Quentin Tarantino (an Kamera) am Set von The Hateful 8

Quentin Tarantino bezeichnete das Angebot als "wirklich faszinierend". Zwar habe The Hateful 8 bereits als Film existiert, aber die Möglichkeit, jegliches gedrehtes Material zu verwenden und zusammenzuschneiden, habe ihn überzeigt: "Ich war bereit, es auszuprobieren."

Netflix' The Hateful 8-Miniserie ist einzigartig

In dem Gespräch räumte Quentin Tarantino mit dem Vorurteil auf, dass es sich bei der The Hateful 8-Miniserie lediglich um die Roadshow-Fassung handeln würde. Der Film sei nicht von Grund auf neu geschnitten worden, aber es habe viele Re-Edits gegeben und "er läuft anders" und fühle sich anders an, was dem Regisseur eigenem Bekunden nach ziemlich gefällt. "Und es gab ohnehin [bereits] einen literarischen Aspekt am Film, also hat diese Version definitiv eine 'Kapitel entfalten sich'-Qualität."

Wie viel neues Material genau in der The Hateful 8-Miniserie steckt, wisse er nicht, "aber es sind in etwa um die 25 Minuten, wenn nicht mehr. Und es gibt Sequenzen in dem Film, die ziemlich anders laufen." Im Folgenden beschrieb Quentin Tarantino eine neu geordnete Sequenz aus dem Film, die in der Netflix-Variante beispielsweise aus einer ganz neuen Perspektive erzählt wird.

The Hateful 8

Die Frage rund um Kill Bill und The Wholy Bloody Affair

Ob künftig weitere Werke Quentin Tarantinos in einer ähnlichen Form erscheinen, bleibt abzuwarten. In diesem Zusammenhang wurde der Regisseur nach einer möglichen Zusammenlegung beider Kill Bill-Filme im Rahmen der sogenannten Version Kill Bill: The Whole Bloody Affair gefragt. Tarantino: "Kill Bill ist der eine Film, den ich gemacht habe, in dem sich alles, was ich gedreht habe, in dem Film befindet, denn wir hatten zwei Filme."

Grundsätzlich finde Quentin Tarantino die Idee einer "vollständigeren Fassung" eines Films ("nicht, dass es nur irgendein Geist oder irgendeine seltsame, kleine Version wäre"), wie eben jene von The Hateful 8, aber "irgendwie aufregend."

Neben The Hateful 8 erscheint künftig ein weiterer Film Quentin Tarantinos in veränderter Form. Der Regisseur kündigte kürzlich einen Director's Cut von Django Unchained an. Zunächst startet aber Once Upon a Time in Hollywood am 15.08.2019 in den deutschen Kinos. Wann die neue The Hateful 8-Version auch hierzulande erscheint, ist unklar.

Was sagt ihr zu Quentin Tarantinos Netflix-Miniserie von The Hateful 8?

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