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Niemals war die deutsche Komödie besser als mit den Supernasen

Thomas Gottschalk und Mike Krüger in die Einsteiger
© MCP Sound & Media GmbH/ Lisa Film
Thomas Gottschalk und Mike Krüger in die Einsteiger
14.11.2018 - 09:55 UhrVor 2 Jahren aktualisiert
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Aktuelle deutsche Komödien genießen zu Recht nicht den besten Ruf. Wenn wir jedoch 33 Jahre in der Zeit zurückreisen, stoßen wir auf ein Werk, das im deutschen Kino seinesgleichen sucht.

Wer sich bei deutschen Komödien grundsätzlich mit gerümpfter Nase abwendet, sollte es sich bei den Supernasen-Filmen mit Thomas Gottschalk und Mike Krüger noch einmal überlegen. Aus diesem Grund widme ich mein Herz für Klassiker diese Woche speziell dem letzten Film der Supernasen- Reihe, Die Einsteiger, aus dem Jahr 1985.

Um was geht es bei Die Einsteiger?

Mike (Mike Krüger) hat als Erfinder und Elektronik-Bastler den sogenannten Video-Integrator entwickelt. Mit dessen Hilfe ist es möglich, sich in die Hauptrollen sämtlicher Videofilme aus Mikes Sammlung zu teleportieren und entsprechend in die Filmhandlung einzusteigen. Mike und sein Kumpel Tommy (Thomas Gottschalk), ein erfolgloser Schriftsteller und Tankwart, lassen sich die Gelegenheit natürlich nicht entgehen, die Apparatur gleich selbst zu testen.

Die Einstieger

So steigen sie im Laufe der Handlung in einen Western ein und sollen darin am Galgen baumeln, müssen sich in einem Indiana Jones-Szenario vor Kannibalen und Nazis retten oder werden beinahe von Vampiren gebissen, weil sie sich in einen Film transferieren, der stark an Tanz der Vampire erinnert, von Parallelen zu Robinson Crusoe und Rocky ganz zu schweigen. Darüber hinaus stolpern Mike und Tommy durch Gangster- und Sandalenfilme. Als sowohl ein deutscher als auch ein japanischer Elektronikkonzern und die Polizei auf die Erfindung aufmerksam werden, entspinnt sich zusätzlich eine Verfolgungsjagd zwischen der Realität und den virtuellen Filmwelten.

Der niveauvolle Blödsinn und die Freude am Spiel

Ich weiß, dass Thomas Gottschalk und Mike Krüger nicht die besten Schauspieler sind und die Handlung in ihren Filmen stets einfach gestrickt ist. Dennoch macht es mir gerade bei Die Einsteiger riesigen Spaß, zuzuschauen, wie sie in den abwechslungsreichen Szenarien ihre Sprüche reißen, herrlichen Blödsinn verzapfen und mit ihrer Lust am Spiel und ihrer tollen Chemie die offensichtlichen Unzulänglichkeiten wettmachen. Auch die Gags sind natürlich nicht alle sehr niveauvoll. Ihr müsst euch nur den Trailer zum Film anschauen, da bekommt ihr eine ganz gute Vorstellung von der überwiegenden Gagstruktur des Films:

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Dennoch würde ich hier von niveauvollem Blödsinn sprechen, da bei der Umsetzung der einzelnen Episoden ein hoher Aufwand betrieben wurde, um die Atmosphäre des jeweiligen Filmgenres zu transportieren. Sämtliche Szenen sind detailreich ausgestattet, ebenso überzeugt das Kostümdesign. Darüber hinaus beeindrucken ebenfalls einzelne Szenen, die unter Himmel im Staub von Gran Canaria und Gambia gedreht wurden, um beispielsweise den Look der Indiana Jones-Filme zu erzeugen. Auch die Musik unterstützt gekonnt die einzelnen Episoden. So erklingt im Schloss der Vampir-Szenen ein Cembalo, während in anderen Episoden ein Orchester den Sound eines Westerns oder Abenteuerfilms liefert.

Die Einsteiger

Dabei gefällt mir besonders gut, dass sich die Macher nie so sehr in ihre Sets, deren Ausstattung und dem jeweiligen Genre verlieben, dass der Humor fortan nicht mehr im Zentrum steht. Bei (T)Raumschiff Surprise - Periode 1 beispielsweise, gelang es Michael Herbig nicht, sein vorhandenes Budget für visuelle Effekte in den Dienst gelungener Situationskomik zu stellen. Stattdessen verlor er sich in Raumschiffen und kopierte den vertrauten Star Wars-Look, ohne daraus gute Pointen zu schöpfen.

Ein haarsträubendes Würfelspiel

Doch zurück zu Die Einsteiger. Neben vielen anderen kreativen Einfällen, ist die vielleicht beste Szene im Film das Würfelspiel auf der Ladefläche eines Transporters in der Indiana Jones-Episode. Mike (als Indiana Jones-Verschnitt) und Tommy sind von den Nazis gefangen genommen und werden schwer bewacht abtransportiert. Während der langen Fahrt fragt Mike seine Bewacher: "Langweilig, näh?" Dann schlägt er ein Würfelspiel namens "Einer Raus" vor. Wer die niedrigere Zahl würfelt, soll aus dem fahrenden Transporter springen. Die Nazi-Schergen lassen sich darauf ein und Mike und Tommy würfeln einen nach dem anderen aus den Wagen. Doch dann würfelt einer der Nazis eine Sechs. Wie die Szene ausgeht, schaut ihr euch am besten selbst an:

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Am Ende stelle ich mir als Filmfan natürlich die Frage, in welchen Streifen ich selbst gerne einsteigen würde. Der Soldat James Ryan, Titanic, Terminator, Scream ... eher nicht.

Welche ist eure Lieblingsepisode aus Die Einsteiger?

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