Puss in Book – Netflix experimentiert mit erster interaktiver Serie

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© Puss in Book: Trapped in an Epic Tale
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Netflix ist nicht gezwungen, sich an herkömmliche Ausstrahlungsarten zu halten. Wir können Serien und Filme schauen, wann wir wollen, ohne auf eine bestimmte Uhrzeit zu warten oder auf die nächste Folge eine Woche später. Netflix und andere Streaming-Dienste haben unsere Sehgewohnheiten bereits ziemlich umgekrempelt. Nun experimentiert Netflix mit einem neuen Format, das uns eher aus Videospielen und auch aus Büchern bekannt ist. Puss in Book: Trapped in an Epic Tale ist die erste interaktive Serie auf Netflix und ab heute verfügbar. Im Juli wird es auch eine interaktive Episode von Buddy Thunderstruck geben.

Wie in einem Spielbuch, bei dem Leser die Handlung beeinflussen können, darf der Zuschauer die Geschicke des gestiefelten Katers lenken. Dass sich die ersten Schritte in Richtung Interaktivität an Kinder richten, hat einen einfachen Grund, so Carla Engelbrecht Fisher, Netflix' Director of Innovation:

Kinder reden sowieso schon mit dem Bildschirm. Sie fassen jeden Bildschirm an und glauben, dass alles schon interaktiv ist.

Aus Spiele-Apps und anderen Videospielen sind es Kinder gewohnt, unterschiedliche Entscheidungen treffen zu können. Von da ist es zur interaktiven Serie nicht mehr weit. Sollte sich das Format bei den Kleinen zum Hit entwickeln, wird Netflix auch über Inhalte für Erwachsene nachdenken.

Videospiele wie die von Quantic Dream (Heavy Rain, Beyond: Two Souls) sowie Life Is Strange haben vorgemacht, wie ein interaktiver Film aussehen könnte. Statt Computeranimation könnte man in einer interaktiven Netflix-Serie dann vielleicht bekannte Charaktere wie die Jungs und Mädels von Stranger Things durch ein Abenteuer lotsen. Zumindest die Vorstellung davon ist wirklich spannend.

Bisher funktioniert das Format nur auf iOS-Geräten und einigen Smart TVs – bei Android, Chromecast und Laptops entscheidet Netflix selbst über den nächsten Handlungsstrang. Im Fall von Puss in Books findet sich der Titelheld in einem verzauberten Märchenbuch wieder, das er nur verlassen darf, wenn er alle Abenteuer besteht, die der "Leser" - also ihr - auswählt. Im Laufe der Geschichte könnt ihr mit einem Klick auf das animierte Auswahlmenü bis zu 13 Entscheidungen treffen, die zu zwei verschiedenen Enden führen.

Auch die Länge der Folge hängt von den Entscheidungen ab. Der kürzeste Weg durch die Geschichte dauert 18 Minuten, während die längste Erfahrung 39 Minuten dauern kann. Bei der kommenden Folge von Buddy Thunderstruck gibt es sogar vier verschiedene Enden, allerdings nur acht Entscheidungsmöglichkeiten.

Sollte das Format Anklang finden, werden die Geschichten und Möglichkeiten sicherlich immer komplexer. Bisher haben Entscheidungen keine wirklichen Konsequenzen. Buddy Thunderstruck-Schöpfer Ryan Wiesbrock wünscht sich gegenüber The Verge für die Zukunft mehr Komplexität:

Ich würde gerne etwas entwickeln, was von vornherein interaktiv ist. Man könnte eine komplexere Geschichte mit mehreren Entscheidungsmöglichkeiten erzählen oder einige Mind-Bender-Aspekte erkunden.

Wie fandet ihr Netflix' erstes interaktives Abenteuer? Könnt ihr euch interaktive Serien für Erwachsene vorstellen?

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