Kleine Sensation

Sundance-Drama Tangerine vollständig per iPhone gedreht

26.01.2015 - 15:00 Uhr
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Tangerine
© Duplass Brothers Productions
Tangerine
Eine kleine Sensation erreicht uns vom aktuell stattfindenden Sundance Film Festival: Das Low-Budget-Drama Tangerine von Regisseur Sean Baker soll vollständig mit der Kamera des iPhone 5s gedreht worden sein.

Aktuell findet wieder das Sundance Film Festival in Park City im US-Bundesstaat Utah statt. Im Rahmen dessen feierte am Freitag der Low-Budget-Film Tangerine seine Premiere. Überraschendes wurde im anschließenden Q&A offenbart: Regisseur Sean Baker erzählte dort nämlich, dass sein Film vollständig mit Telefonen, genauer gesagt iPhones, gedreht wurde. So sollen insgesamt drei iPhones des Modells 5s verwendet worden sein.

Diese Verkündung sorgte für hörbar überraschte Reaktionen im anwesenden Publikum. Wie /Film  berichtet, solle dies nicht daran liegen, dass der Spielfilm besonders edel aussehe, man merke ihm seinen digitalen Look schon deutlich an. Dass aber alles mit bloßen Smartphone-Kameras gedreht wurde, überraschte dann doch. Bloße Smartphone-Kameras? Nicht ganz. Baker nutzte einige Tricks, um den Look des Filmes aufzuwerten. So sollen anamorphe Linsen von Moondog Labs  verwendet worden sein, ein Gimmick, das via Kickstarter finanziert und ins Leben gerufen wurde. Darüber hinaus soll statt der Standard-Kamera-App von Apple die Applikation Filmic Pro benutzt worden sein, um dem Film seinen leicht körnigen Look zu verleihen und generell eine größere Kontrolle über das Material zu erlauben. Zu guter Letzt habe das Team um Baker Steady-Cam-artige Vorrichtungen für einige Einstellungen verwendet. Das Filmen mit Smartphones in der Öffentlichkeit soll den Prozess deutlich vereinfacht haben, da das Team nicht ständig Drehgenehmigungen einholen musste.

Mehr: Sundance 2015 - Erster Teaser für Eli Roths Knock Knock mit Keanu Reeves 

Tangerine handelt von der transsexuellen Prostituierten Sin-Dee (Kiki Kitana Rodriguez), die gemeinsam mit ihrer besten Freundin Alexandra (Mya Taylor) in Los Angeles nach ihrem Zuhälter sucht, der ihr das Herz gebrochen hat. Keine der beiden Hauptdarstellerinnen hatte zuvor irgendeine Form von Schauspielerfahrung, Sean Baker lernte sie im Los Angeles LGBT Center kennen, einer Einrichtung für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transsexuelle. Ob und wann der Film außerhalb des Sundance Film Festivals veröffentlicht wird, bleibt abzuwarten.

Was haltet ihr von der Herangehensweise, einen Film mit iPhones zu drehen? Möchtet ihr Tangerine sehen?

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