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Grusel-Geschichten – Teil 1

Universal-Horror – Ein Monster kommt selten allein

07.05.2013 - 08:50 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Gestatten – Wolfsmensch, Dracula & Frankensteins Monster
© Universal Pictures
Gestatten – Wolfsmensch, Dracula & Frankensteins Monster
Wenn Graf Dracula, Frankensteins Monster oder der Wolfsmensch nicht nur persönlich Angst und Schrecken verbreiten, sondern auch deren Söhne, Töchter, Bräute oder andere bizarre Gestalten mitmorden, dann sind wir in der Welt der Universal-Horrorfilme!

Schon zur Stummfilmzeit waren die Universal-Studios im Horror-Genre erfolgreich. So trat Lon Chaney für sie als Der Glöckner von Notre Dame und Das Phantom der Oper in Erscheinung, seinem Spitznamen „Der Mann der 1000 Gesichter“ alle Ehre machend: Für seine Masken war er selbst zuständig und verformte Gesicht und Körper gern bis aufs Äußerste. Autsch! In diesem bei Vollmond um Mitternacht geschriebenen Artikel soll es aber um die Abenteuer der großen drei Tonfilm-Monster Universals gehen: Dracula, Frankensteins Monster sowie dem Wolfsmenschen.

In ihren Filmen wurden malerische Dörfer mit Tiroler-bayerischem Charme, finstere Verliese, nebelverhangene Wälder, verfallene Friedhöfe und zugige Schlösser zu Orten des Schreckens, zumeist detailverliebt im Studio errichtet: Atmosphäre wurde groß geschrieben. Überforderte Bürgermeister, schreckhafte Hausangestellte und abgebrühte Grabräuber gehörten zum Stammpersonal in den Nebenrollen, und auch Verliebte, Verlobte und Ehefrauen waren alleweil zu retten.

Doch bei Universal gaben sich die Verantwortlichen nicht damit zufrieden, eine breit aufgestellte Monstergalerie zu haben, sie boten ihren Unholden auch jede Menge Gelegenheiten, in zahlreichen Fortsetzungen zu wüten. Diese sind zwar – bis auf Frankensteins Braut – allesamt keine großen Klassiker der Filmgeschichte, bieten aber genug schaurig-schöne Atmosphäre, merkwürdige Gestalten und originelle Einfälle, um sie zu einer Empfehlung für Freunde des altmodischen Grusels zu machen. Aber seid gewarnt: Mit allzu viel Logik darf nicht rechnen, wer sich ins Reich der stets wieder auferstehenden Monster begibt!

Dracula – „Ich trinke niemals … Wein.“
1931 flatterte Bela Lugosi als Dracula in die Kinos und wurde prompt zum ersten Horror-Star der Tonfilmzeit. Seine Darstellung des Transsylvaniers als gepflegtem Adeligen mit besten Manieren (wäre da nur nicht diese kleine Sache mit dem Blutsaugen) prägte das klassische Dracula-Bild, stand dabei aber ganz im Gegensatz zur Figur in der Romanvorlage. Dwight Frye spielt einen furchteinflößend übergeschnappten Renfield, Edward Van Sloan ist als Dr. Van Helsing dagegen die Seriosität in Person.

Letzterer wurde in Draculas Tochter abermals als Retter in der Not aktiv: Im nebelverhangenen London bevorzugt eine gewisse Gräfin Zaleska ebenfalls weibliche Opfer und ist überzeugt davon, ein Sprössling Draculas zu sein. Aber ist sie wirklich ein Vampir? Diese Frage zieht sich durch den gesamten, in Schwermut getränkten Film, der sich mit klassischen Gruseleffekten zurückhält und somit ganz ohne Gummifledermäuse an Drähten auskommt.

Dracula persönlich kehrte, dem Titel zum Trotz, in Draculas Sohn zurück. Typisch für seine weiteren Auftritte, wird erst gar nicht versucht, sein erneutes Untot-Sein zu erklären: Er ist halt einfach wieder da! Lon Chaney Jr., Sohn des oben erwähnten Verkleidungskünstlers, gibt einen äußerst entschlossenen, hünenhaften Blutsauger mit durchdringendem Blick, den die Reiselust im sumpfigen Süden der USA sein Unwesen treiben lässt. Hier verfällt die Tochter eines Plantagenbesitzers seinem alteuropäischen Charme und glänzt in einer Bettszene, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.

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