Hetzjagd auf Mads Mikkelsen

Vinterbergs Drama The Hunt begeistert Cannes

Beim Festival in Cannes wurde Die Jagd von Thomas Vinterberg begeistert aufgenommen, wie gulfnews.com berichtet. Der Film spreche dabei das sensible Thema der kindlichen Unschuld an und setze sich stark mit Vorstellungen von wahr und unwahr auseinander. Vinterberg, einer der bedeutendsten dänischen Regisseure und Mitbegründer der Dogma 95-Bewegung, sagte dazu verheißungsvoll gegenüber den Reportern in Cannes, dass es in seiner Heimat Dänemark folgendes Sprichwort gibt: “Kinder und Betrunkene sagen immer die Wahrheit.” Dem geht der Regisseur in seinem Film nach und stellt das Sprichwort dabei in Frage: “Wir behaupten, dass das nicht immer der Fall ist. Manchmal lügen Menschen, das heißt auch Kinder, und wir sagen auch, dass sie manchmal lügen, um die Erwachsenen in ihrem Umfeld zufrieden zu stellen.”

Der von Mads Mikkelsen gespielte Lucas, ein frisch geschiedener Kindergärtner, fängt mit Freundin Nadja (Alexandra Rapaport) gerade einen neuen Lebensabschnitt an und kann sich eigentlich soweit zufrieden schätzen. Sohn Marcus will wieder bei ihm leben und der neue Job mit den aufgeweckten Kindern füllt ihn aus. Doch dann werden ihm plötzlich schlimme Vorwürfe gemacht: Lucas soll der Tochter seines besten Freundes Theo (Thomas Bo Larsen) sein bestes Stück gezeigt haben. Für den unschuldigen Kindergärtner, der von dem kleinen Mädchen selbst beschuldigt wird, beginnt damit sein schlimmster Albtraum. Niemand im Dorf glaubt, dass ein kleines Mädchen in so einer Angelegenheit lügen würde und deshalb wird Lucas nun zur Zielscheibe der aufgebrachten Bürger.

Robbie Collin vom Telegraph teilt die in Cannes herrschende Euphorie und bezeichnet Die Jagd als Thomas Vinterbergs besten Film seit Das Fest. Seiner Meinung nach kann der Film überzeugen, denn “es ist selten, dass uns ein Film gleichzeitig zum Lachen und Weinen bringt und uns vor Wut erzittern lässt. Es ist sogar noch seltener, wenn Filme das aus den richtigen Gründen tun.” Für ihn gehört das Drama zu den besten Filmen des diesjährigen Festivals in Cannes.

Die Jagd steht in einer langen Tradition düsterer Skandinavischer Filme. Vinterberg meint dazu: “Dänemark und Skandinavien im Allgemeinen haben schon immer solch dunkle Geschichten erzählt. Aber das ist nicht das Gesamtbild unseres Landes. Es ist eine düstere Fabel aus unserem Land, das eigentlich wie das Auenland der kleinen, fröhlichen Hobbits ist – die manchmal auch sehr ernst sein können, aber im Allgemeinen dennoch fröhliche Wesen sind.” Mads Mikkelsen fügte außerdem hinzu, dass der Film den Missbrauch an Kindern in unserer Gesellschaft trotz der Unschuld von Lucas aber keineswegs verneinen will: “Wir sind uns darüber bewusst, dass viel zu viele Kinder missbraucht werden. Wir wissen das, wir stellen das in keinem Fall in Frage. Aber für uns stand im Vordergrund, dass wenn du etwas so sehr liebst wie du nur ein Kind lieben kannst, dann kann diese Liebe auch schnell in Angst umschlagen, wenn etwas passiert oder auch nur passieren könnte. Und die Gesellschaft kann uns mit Ängsten manchmal geradezu bombardieren.”

Die Jagd ist als einer von 22 Filmen im Rennen um die Goldene Palme, die am 27. Mai verliehen wird.

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Ab 27. Februar im Kino!Der Unsichtbare