And Now His Watch Is Ended

Wir schauen Game of Thrones - Staffel 3, Folge 4

Joffrey, Meister des Flirts mit Hilfe von Folter-Anekdoten
© HBO
Joffrey, Meister des Flirts mit Hilfe von Folter-Anekdoten

Warum Sklavenhändler in den freien Städten von Essos niemals eine Frau unterschätzen sollten, bringt uns Dany (Emilia Clarke) in einer Lehrstunde knallharter Machtpolitik bei. Doch auch sonst hat And Now His Watch Is Ended, die vierte Episode der dritten Staffel von Game of Thrones, Highlights unterschiedlicher Couleur zu bieten. Fassen wir es so zusammen: Selbst jenseits der Wall passiert in dieser Folge etwas, das sich nicht auf müdes Schlurfen im Schnee beschränkt! Einzig der durch Wälder schlurfende Bran schreit nach etwas Adrenalin, besteht sein Erzählstrang doch nur aus leidlich mysteriösen Traumsequenzen mit Catelyn, auf deren verbalen Zeigefinger zumindest ich gut und gerne verzichten kann. Aber andererseits: DRACHEN!

Was passiert: Jaimes abgetrennte Hand hängt als Erniedrigung an seiner Kutte und als wäre das nicht genug, darf der Kingslayer innerhalb weniger Minuten Dreck fressen und Pferdepisse trinken. Brienne versucht ihren Kompagnon aufzumuntern (You sound like a bloody woman.), aber vergeblich: Jaime stellt mit seiner schlechten Laune sogar Jon Snow in den Schatten, nur hat der Lannister-Sohn ein handfesteres Argument für die Missmutigkeit (pun intended). Jons Ex-Kollegen von der Night’s Watch rasten immer noch in Craster’s Keep. Dass dieser die mit seinen Töchtern gezeugten (!) männlichen Babies an die Anderen opfert, sorgt unter den Crows für ein paar hochgezogene Augenbrauen. Aber erst Crasters angeberisches Herumwedeln mit einem saftigen Stück Fleisch führt zur Revolte, der auch Lord Commander Mormont zum Opfer fällt. Soviel zu den Prioritäten der schwarzgekleideten Recken.

In der vergangenen Folge gab Varys seinen Einstand in Staffel 3 von Game of Thrones. And Now His Watch Is Ended ist nun so Varys-zentrisch wie eine Episode der Serie nur werden kann. Erst erklärt der Eunuch Tyrion, welche Hartnäckigkeit zu einer anständig ausgeführten Racheaktion gehört. Dann präsentiert er ihm jenen Magier in einer Kiste, der ihn einst kastriert hatte. In der Nacherzählung seiner schmerzhaften Kindheit gleitet Varys (Conleth Hill) nicht ins Mitleiderregende ab. Auf Empathie ist der Herr der Spione gar nicht aus. Stattdessen erringt “The Spider” durch seinen lauernden, gefährlichen Unterton gleichermaßen Respekt und Furcht. Wie einige andere Figuren in dieser Episode arbeitet Varys im Hintergrund, weshalb ihn auch die Serie manchmal vergisst. Episode 4 hält ihn glücklicherweise im Blick, verfolgt seine Winkelzüge, die Littlefingers Machtgewinn dazwischen funken sollen. (“He would see this country burn if he could be king of the ashes.”) Deswegen macht Margaery ihrer neuen besten Freundin Sansa schließlich den Mund wässrig mit Gerede über den möglichen zukünftigen Ehemann Loras Tyrell.

Der so subtil eingeführte mysteriöse Kerkerbursche™, dargestellt von Misfits -Star Iwan Rheon, was Nichtkenner des Buches in den letzten Episoden hätte stutzig machen sollen, spielt ein doppeltes Spiel mit dem armen Theon. Erst reitet er mit ihm durch den Wald (wenigstens schlurfen sie nicht). Dann führt er ihn… zurück in den Kerker. Der Kerker-Dude weiß nun Bescheid über Theons Winterfell-Lüge (und dessen zu spät kommendes Eingeständnis eines gewaltigen Fehlers), aber sein sadistisches Grinsen lässt erahnen, dass er viel Spaß daran hatte, den Verzweifelten an der Nase herumzuführen.

[Outtake] Jon schlurft nördlich der Wall durch den Schnee, wird von diversen Wildlings mit Variationen von “You know nothing, …” ermahnt und trauert über sein trauriges Dasein als Trauerkloß. [/Outtake]

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the gaffer Jenny Jecke
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"It's true we had a gentleman's agreement, but unfortunately, I am no gentleman."
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