Drive

Drive (2011), US
Laufzeit 101 Minuten, FSK 18, Thriller, Kriminalfilm, Drama, Actionfilm, Kinostart 26.01.2012

7.5 Kritiker
45 Bewertungen
Skala 0 bis 10
8.0 Community
2766 Bewertungen
377 Kommentare
Drive
Kinostart: 26.01.12
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von Nicolas Winding Refn, mit Ryan Gosling und Carey Mulligan

Drive ist die Kinoadaption des gleichnamigen Crimethriller-Romans von James Sallis. Ryan Gosling spielt in Nicolas Winding Refn’s Film einen Stuntman, der – spezialisiert auf Autostunts – schlicht The Driver genannt wird. Aufgrund seiner überragenden Fähigkeiten hinter dem Steuer wird er gerne als Fluchtwagenfahrer angeheuert. Driver ist ein Vollprofi ohne jegliche zwischenmenschlichen Bindungen. Einzig zu seinem Mechaniker und Auftragbeschaffer Shannon (Bryan Cranston) hegt er so etwas wie freundschaftliche Gefühle. Dieser ist es auch, welcher ihm eine Karriere als Nascar-Profi in Aussicht stellt. Als er sich jedoch in seine neue Nachbarin Irene (Carey Mulligan) verliebt, bekommt die Fassade des einsamen Wolfes Risse. Ihr zuliebe will er ihrem Mann Standard (Oscar Isaac) bei einem Überfall helfen, durch den er sich und seine Familie von Schutzgelderpressern freikaufen will.

Hintergrund & Infos zu Drive
Allein die Produktionsgeschichte von Drive ist eine eigene Story wert und Beleg dafür, dass, was manchmal lange währt, am Ende doch noch gut wird: Nachdem das Buch 2005 erschienen war und durchweg positive Kritiken erhielt, war lange Zeit Universal an einer Umsetzung von Drive interessiert. Zunächst war Hugh Jackman für die Hauptrolle von Drive im Gespräch, doch letztlich setzte sich Ryan Gosling als Wunschkandidat von Produzent Marc Platt durch. In der Tat war er von Gosling so angetan, dass er diesem freie Hand bei der Wahl des Regisseurs für Drive gab. So kam der Däne Refn an Bord, Regisseur der Pusher Trilogie und Bronson. Gosling spielt in Drive an der Seite eines illustren Ensembles bestehend aus u.a. Albert Brooks, Ron Perlman und Christina Hendricks.

Der Beruf des Fluchtwagenfahrers fasziniert Filmemacher und Publikum nicht erst seit Drive. Besondere Bekanntheit im Genre erlangte Walter Hills Klassiker Driver. Aber auch Filme wie The Italian Job – Charlie staubt Millionen ab oder Heat würdigen jene oft unterschätzte Aufgabe.

Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde Nicolas Winding Refn für Drive als Bester Regisseur ausgezeichnet.(EM)

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Cast & Crew


Kritiken (32) — Film: Drive

Moviesteve: Podcast

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8.0Ausgezeichnet

Gestern Abend endlich "Drive" gesehen - UK-Disc importierendem Bekannten sei Dank. Der deutsche Trailer hat dem Film wirklich Unrecht getan. Stimmige Inszenierung, tolle Darsteller, wunderschöner Soundtrack und einfach eine schöne Abwechslung zum Genre-Einheitsbrei. Abzüge gibt's lediglich für den kleinen Spannungshänger im Mittelteil und die vollkommen unnötige explizite Gewaltdarstellung (weniger zu sehen, wäre wahrscheinlich sogar noch eindrucksvoller gewesen). Insgesamt aber absolut sehenswert!

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KultHit.de: KultHit.de

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8.0Ausgezeichnet

Unbestritten, dieser Streifen ist effektvoll: Benzin, Blut und Adrenalin. Dazwischen, kaum fassbar, Zärtlichkeit. [...] Nur zu schnell reiht man den Protagonisten in dieselbe Reihe stoischer Antihelden wie Clint Eastwoods Alter Ego ein. Schleichend, beim Nähertreten, zerfällt er jedoch vor den Augen des Zuschauers in einen vielschichtigen, ambivalenten Charakter. [...] Die tatsächliche Handlung des Films zögert Refn weit über die Exposition hinaus und stellt klar, dass nicht das profane Tun im Mittelpunkt steht, sondern der Mensch und seine Absicht.

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Filmsuechtiger: Filmsucht.org, Movieworlds

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5.0Geht so

Die wunderbaren Bilder sind überaus ästhetisch, die Inszenierung ist stilsicher und der treibende Score verleiht Drive eine von jeglicher Zeit losgelöste und dichte Atmosphäre. Davon abgesehen bietet Refns Werk jedoch nur eine mäßige Geschichte, weshalb Drive gerade in der zweiten Hälfte zum schön anzusehenden, aber platten Actionfilm verkommt und noch vorhersehbarer gerät als zu Beginn. Auch die Charaktere geraten mehr und mehr zu Stereotypen, anstatt im weiteren Verlauf an Nuancen zu gewinnen - die Darsteller können dem wenig entgegensetzen. Somit wird Drive Opfer seiner eigenen Coolness, die zwar nicht aufgesetzt daherkommt, aber eben nur bloßen Geste bleibt, weil unter der makellosen Oberfläche nur gähnende Genrefilmleere herrscht, die sich auf Melville und Peckinpah beruft, aber kein bisschen Eigenständigkeit besitzt.

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Corsovilla: SchönerDenken

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9.5Herausragend

"Es gibt keine guten Haie": Magisches, elegantes, subtiles Kopfkino – das ist “Drive” – für die Üblichen Verdächtigen der beste Film des Winters. Eine zarte Liebesgeschichte und ein brettharter Krimi – etwa so als hätte Sofia Coppola “Goodfellas” gedreht. Regisseur Nicolas Winding Refn (“Walhalla Rising”) hat die Geschichte um den jungen namenlosen Driver (Ryan Gosling) auf das Wesentliche reduziert. Traumhafte, schwebende Stadtnachtlichterbilder, lange Einstellungen und perfekte Dialoge. Man kann nicht sagen, dass sonst viel geredet wird. Wozu auch. Die Üblichen Verdächtigen geben 9,5 von 10 Punkten. Dringende Kinoempfehlung. (Mehr im Podcast)

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CineKie: CineKie.de

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7.0Sehenswert

Atmosphärisches Thrillerdrama mit einem, wie eigentlich immer, grandiosen Ryan Gosling und einem nicht minder tollen Soundtrack. Dass die Spannung aufgrund der ruhigen, ja zeitweise sogar zäh und langatmig wirkenden Inszenierung zuweilen auf der Strecke bleibt, nehme ich dabei gerne in Kauf. Kein Meisterwerk, aber ein interessanter und durchaus sehenswerter Film.

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Ephigenia: Nightmare-Horrormovies.de

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2.0Ärgerlich

Die ganzen 9er oder 10er Wertungen sind genau so unrealistisch wie die imbd Gesamtbewertung und genau so unwirklich die Geschichte des Films an sich. Wer wirklich realistisch und auch ruhig wirkende Action-Thriller mit Autorennen im besonderem europäischen Stil sehen möchte, der sollte sich die komplette Pusher Reihe von Nicolas Winding Refn anschauen und um diesen stilistisch langsam gedrehten Hollywoodkopffick einen großen Bogen machen. Wenn man weis dass hier Produzenten des Wanted, Scott Pilgrim, The Spirit und Legion dahinter stehen und man sich deren Tempo wegdenkt, dann weis man schon in welche stilistische Richtung der Film geht.

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Philipp Ebert

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Wenn du ein Problem mit dem Geschmack der Menschen bei Filmen hast dann tob dich bei Transformers aus.


Ephigenia

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Transformers ist witzig, zumindest der 1.Teil. Die Fortsetzungen waren eine Katastrophe.


Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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7.0Sehenswert

Drive sieht wahnsinnig gut aus. Jedes Bild ist scheinbar konzipiert um als Poster ausgekoppelt zu werden. Jede Szene ist Style, Eleganz und perfektes Spiel von Licht und Schatten. Ryan Gosling der den ganzen Film mit einem Zahnstocher im Mund herumrennt, bzw. fährt wird als fleischgewordene Coolness inszeniert, die im Neonlook der 80er durch diesen modernen Noir-Film juckelt. Wer allerdings mehr als Style und Coolness erwartet, dürfte streckenweise seine Probleme mit dem Film haben, denn diese "The Driver"-Paraphrase fährt trotz des Titels über weite Strecken mit angezogener Handbremse. Nicolas Winding Refn schwelgt in minutenlangen Szenen die Gosling beim stoischen Starren, stoischen Herumfahren zeigen und bedient sich bisweilen derart exzessiver Zeitlupen, dass das Bild schon mal kurz vor der völligen Starre zu stehen scheint. Der ominös brummende Soundtrack suggeriert zwar, das wäre alles sehr wichtig und artsy, verhindert aber nicht völlig, dass es stellenweise…

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Haschbeutel

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Ich habe Isaac aka "Blue" erstmal nicht ernst nehmen können. Scheiss Sucker Punch. Aber sonst sehr treffende Kritik - sehe ich genau so, bekam das nur nicht so kurz gefasst :)


SiameseAlex

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Treffender gehts nicht.


HerrLehmann: Das Manifest

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7.0Sehenswert

[…]Statt über interessante Charaktere, Plot oder Ideen funktioniert DRIVE über Atmosphäre und Stimmungen. Über weite Strecken im Mittelteil dominiert den Film eine fast schon kitschige Romantik. Wenn sich Goslings und Mulligans Figuren zu träumerisch-schönen Bildern und 80s-Retro-Soundtrack einander annähern ruft das - bedenkt man, dass man als Zuschauer nie wirklich eine Beziehung zu den platten Figuren aufbaut - beeindruckend zielsicher Emotionen hervor. Daneben stellt Refn im dritten Akt kurze, plötzliche Ausbrüche expliziter Gewalt, die im Kino selten so spürbar ist wie hier.
[…]
Bei aller Präzision in der Inszenierung ist DRIVE aber eben doch style over substance. So unterhaltsam, so fesselnd der Film unmittelbar wirkt, so intensiv das Erlebnis, am Ende ist er eben doch ein recht schnörkelloser Actionfilm ohne inhaltlichen Mehrwert. Verpassen sollte man den Film deshalb auf keinen Fall, doch der allgemeine Hype erscheint ein wenig überzogen.

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Andreas Busche: fluter Andreas Busche: fluter

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8.5Ausgezeichnet

Drive, Refns erste Arbeit in Hollywood, überführt Manierismus nun auf nahezu perfekte Weise in schönste Genre-Formen.

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Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de

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3.0Schwach

Drive, die angeblich beste Regie von Cannes 2011, ist ein völlig unoriginelles und brutales Action-Filmchen der Art, die Hollywood fast im Wochenrhythmus raushaut.

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maddes89

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Ich glaube er hat den Film nicht gesehen..."brutales Action-Filmchen der Art, die Hollywood fast im Wochenrhythmus raushaut"...so ein Schwachsinn, also entweder schaut der Typ die falschen Hollywoodstreifen oder er hat einfach keine Ahnung.


Snajper

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Vielleicht nen falschen Film geguckt?


S. Staake: Filmszene.de S. Staake: Filmszene.de

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10.0Herausragend

Ein Bildersturm! Ein Cineastentraum! Ein Meisterwerk!

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Flibbo: wieistderfilm.de

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6.0Ganz gut

Zwischen abgefahren und fahrlässig fährt „Drive“ eine eigene Fahrbahn. Der Hollywood-unerfahrene Regisseurs Nicolas Winding Refn („Walhalla Rising“) überfährt einen mit einem Verfahren voller Gefahren. Im Klartext: Der Film schöpft aus Elementen von B-Movies, Film noir und den 80ern, zollt den großen Auto-Actionfilmen wie „Bullitt“ und „Fluchtpunkt San Fransisco“ sowie den wortkargen Leinwandhelden der letzten fünf Jahrzehnte à la Clint Eastwood Tribut, erzählt alternativ in „Reservoir Dogs“-Manier und streift dem Ganzen ein edles Programmkino-Korsett über. Das ist eine hübsche, teilweise homogene Stilübung, die weniger Substanz hat, als es dem Publikum dabei weiß gemacht wird. [...]

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Matthias Leitner: on3 Matthias Leitner: on3

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8.0Ausgezeichnet

Es ist die Stille, das Flirren der Lichter zwischen Zeitlupen, plötzlicher Gewalteruption und beredtem Schweigen, das Drive so faszinierend macht – es ist das unerwartete Knistern im Altbekannten.

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GrammatonCleric: Equilibrium, X-RATED, DAS M...

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7.0Sehenswert

Nach 100 Minuten ist dann auch alles vorbei und man fragt sich schließlich: really!? Das soll der Überfilm gewesen sein, für den Nicolas Winding Refn in Cannes prämiert wurde und der sich auf jeder Jahresbestenliste der US-Kritik befand? In einigen Jahren wird "Drive" wohl so ein Geheimtipp werden, der eigentlich gar keiner ist, den aber jeder Semi-Cineast jedem seiner Freunde empfiehlt, der mal was Cooles abseits des Mainstreams sehen will. Klappe zu, Affe tot.

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alviesinger: bummelkino

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6.5Ganz gut

Wow! Der Einstieg ist atemberaubend, die Bilderflut fasziniert, der Score wummert sich in dein Herz. Das ist zwar nur banale Action aber in ungewohnter Weise minimalistisch und unfassbar ergreifend, spannend. So hätte Anton Corbijn mal „The American“ inszenieren sollen. Es folgen Killerdialoge, eine schwermütige Romanze erblüht. Ganz toll! Und nach einer Stunde wechselt der Däne Nicolas Winding Refn plötzlich den Kurs, die Begeisterung schwindet. Der launische L.A.-Blues verwandelt sich in eine unpassende ultrabrutale Nummer, Winding Refn macht aus seinem blassen Helden einen doofen Racheengel, der irre, in stilisierter Zeitlupe und in fast schon koreanischen Ausmaßen losmetzeln darf, zwischendurch treudoof und scheinbar nachdenklich an und in alten Karren herumlungert und dann wieder für das Gute mordet. Die sowieso schon kaum existente Geschichte schrumpft weiter, der positive Eindruck lässt nach. Die bedrohlich-schönen Momente werden durch die grobschlächtige und sich dahin schleppende Inszenierung der zweiten Hälfte fast gänzlich aus der Erinnerung radiert. Am Ende bleibt ein aufgeblasener Neo-Noir-Thriller mit dicker Style-Schicht, der dank des famosen Soundtracks, einigen wirklich grandiosen Szenen und dem routinierten Spiel der Schauspieler, dann doch nur recht annehmbar geworden ist.

Kritik im Original 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

TheCorey: MovieMaze

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8.5Ausgezeichnet

Gutes Kino ist seltener geworden. Weniger Spektakel als in den 1980er Jahren, dafür mehr Remakes und Reboots von Werken aus genau der Zeit. Nicolas Winding Refns jüngster und in Cannes für seine Regie prämierter Streifen ist dagegen kontemporäres Kinospektakel mit dem Charme der Eighties. Also ein fast perfekter Film.

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Elmar Mertens: ARTiBerlin Elmar Mertens: ARTiBerlin

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8.0Ausgezeichnet

Trotz erbarmungsloser Brutalität birgt diese Buchverfilmung einen unglaublich sanften und sensiblen Kern. [...] Mit einem wahnsinnig fesselnden Soundtrack werden die vielen wortlosen Momente, in denen man einfach nur die Darsteller beim Darstellen sieht, wundervoll untermalt.

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Julio Sacchi: Das Manifest

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8.0Ausgezeichnet

Reichlich overhyped; für einen wirklich herausragenden Film greift Refn allzu oft in die Kitschnudelkiste. In seinen besten Momenten - und derer gibt es nicht wenige - aber eine unglaublich konzentrierte Arbeit, die das Gute und das Schlechte von Michael Manns Kino der frühen 80er evoziert. Refn gelingt wiederholt das Kunststück, das Erwartete nicht zu zeigen, das Unerwartete dafür aber um so drastischer. Die echte Sensation dieses letztlich doch bemerkenswerten Films ist nicht Gosling als Soziopath, sondern der total gegen den Strich besetzte Albert Brooks als Bösewicht.

12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

Julio Sacchi

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Aber Hype ist gerade das, was sich in den Medien abspielt, das große Publikum am Ende aber nicht in dem Maße erreicht. AVATAR ist kein Hype, das war ein Hypererfolg.


Hisayasu S

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Also, wenn man sich an der Begrifflichkeit entlangangelt: Medienhype: "werden meist kurzlebige, in den Massenmedien aufgebauschte oder übertriebene Nachrichten verstanden, die gezielt von Interessenträgern zur Werbung für bestimmte Ideen, Personen oder Produkte lanciert wurden."

Ich finde, und das ist es auch, was mich im Endeffekt stört, dass DRIVE eben nicht aufgebauscht oder übertrieben dargestellt wurde - der Film ist TATSÄCHLICH sehenswert - während bei AVATAR im Endeffekt viel heiße Luft um nur ganz, ganz wenig gemacht wurde, eben ein echter Hype!

Oder, um's auf eine urpersönliche Ebene zu hieven: Ich hab endlich mal genau das bekommen, was mir versprochen wurde und das freut mich sehr! ;)


goodspeed: KultHit.de / O L O s B L O G

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9.0Herausragend

Eine bemerkenswerte Variation von Léon, die von einem beinahe poetischen Minimalismus geprägt ist. Nur Carey Mulligan wird leider zur rehäugigen Statistin degradiert. Regisseur Refn blieb sich in puncto Härtegrad treu und beweist Mut, dem gefassten und ruhigen Grundton des Films solch explizite Darstellungen entgegenzustellen.

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Thomas Volkmann: Programmkino.de Thomas Volkmann: Programmkino.de

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9.0Herausragend

Weil der Film gerade in seinem Fall auf viele Worte verzichtet, kommt seinem Minenspiel und seinen Blicken eine besondere Bedeutung zu. Dass er wie ein moderner Samurai agiert, lässt auch an Alain Delons Rolle in „Der eiskalte Engel“ denken.

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Alle Kritiken (32)


Kommentare (345) — Film: Drive

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knorkefighter

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Bewertung9.0Herausragend

Mir hat Gosslings Spiel gefallen, obwohl ich seinen Charakter nicht durchweg mochte (die Diskrepanz zwischen schüchternem/feinfühligem Kerl und eiskaltem Killer ist für mich einfach ein wenig zu groß, ist aber irgendwie auch interessant...weil man eigentlich sehr wenig über ihn weiß, nicht mal seinen Namen).
Ich mochte den Stil, Musik und Cast, sowie die vielen langsamen Momente... Kann allerdings auch verstehen, warum viele das Tempo kritisieren...mir hats gefallen, ist Geschmackssache! Ich finde der Film ist wie aus einem Guss.

Albert Brooks hätte ich gerne etwas öfter gesehen, Ron Perlman fand ich sehr gut.

Auf jeden Fall ein starker Film, der allerdings auch etwas zu overhyped wurde

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Hauserfritz

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Bewertung6.5Ganz gut

Bis auf die ersten 25 Minuten (zu fade) und die letzten 5 Minuten (unlogisch) ein durchaus sehenswerter Film, der aber ab und zu etwas langatmig daherkommt. Der Film hat übrigens nicht wirklich viel mit Autos zu tun (für mich eher ein Pluspunkt, aber könnte für den einen oder anderen wahrscheinlich entäuschend sein). Soundtrack ist 1a und passend in Szene gesetzt.

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Schandmaul

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Autos machen brumm-brumm.

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Haschbeutel

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Was für eine Lawine an Text. Unfassbar revolutionär! :D


Schandmaul

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Danke. Wollte erst bezüglich des Protagonisten einen Vergleich zu ihm und dem frühen Clint Eastwood schreiben, oder die wundervollen stillen Momente erwähnen... und hab dann alles aufs wesentliche gekürzt. ;)


Svenna

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein Film wie ein Gemälde mit bombastischem Soundtrack, der insgesamt stark an eine Mischung aus allen Grand Theft Auto Teilen erinnert:

Wortkarger Hauptdarsteller ohne Namen? Check!
Eighties-Soundtrack? Check!
Langsame Kamerafahrten und rasante Actionsequenzen? Check!

Ich bin bei der Bewertung nicht ganz sicher, ob ich ihm 8.5 oder 9.0 geben soll... wegen der übertriebenen und unnötigen Gewaltdarstellung ziehe ich einen halben Punkt ab: "nur" 8.5

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Antimanti

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Bewertung5.0Geht so

Guter Film, leider zwischenzeitlich zu langatmig...Die Story schreibt man auf eine DIN A4 Seite. Mir persönlich hat ( Achtung, Wortspiel! ) der Drive in "Drive" gefehlt. Bin dagesessen und wünschte mir einen 1,5fach Geschwindigkeits-Knopf beim anschauen.
Ich meine..bei so einem langsamen Film auch noch Zeitlupensequenzen???
Bin offensichtlich auch einer der Wenigen, der alle anderen Darsteller über den Gosling stellt, weil mir nur "Dastehen mit verschränkten Armen", "Fahrzeuglenken" und "sitzen" von ihm hängengeblieben ist. Alle Anderen hingegen großartig!

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Jean D´Ark

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Antimanti, ich kann deiner kritik vollends zustimmen. Ich habe es mit dem Regisseur nochmal versucht, aber diese Langatmigkeit scheint Ihm ungemein wichtig zu sein. Es handelt sich um den gleichen wie bei Valhalla Rising. Einer Homage an die Stummfilmzeit, die misslang. Ich versuchte mein Glück auch mit Bronson. Die verfilmung des Lebens eines Schwerverbrechers aus England. Nunja. Nicholas Winding REFN, wird sich sicher nicht in der Liste meiner nachzuverfolgenden Regisseure einfinden. Und Ryan....ich hatte zweitweilens gedacht der wäre mit offenen Augen eingeschlafen. Also....1,5x wäre eine super Verbesserung gewesen :D


Jamish

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

So ein cooler Film... aber so ein ENDE!?!
Der Film braucht eigentlich gar kein Ende, weil er durchgehend unterhält und genial gespielt ist, fesselnde und schöne Szenen einfangende Kameraführung hat, dazu Gosling einfach so gut gespielt mal wieder.
Aber das Ende... ich komm damit nich klar.
-- jeder der den Film noch nicht gesehen hat, sollte hier nich weiterlesen--

Das Problem bei dem Ende is nich, dass es kein Happy End ist, das würde auch eigentlich fast gar nich passen. Das Problem ist, dass es für mich nicht logisch, im Sinne von nicht stimmig mit der Story und den Charaktären ist.
Dadurch wird dem Driver nochmal sone Intensivierung seines wilden, ruhigen, kalten einzelgängerischen Charakters draufgepackt, die gar nicht so recht passt. Denn davor zeigt er sich auch ganz anders und will sogar "mit" der Frau + Kind "weg" irgendwohin. Die Gefahr ist doch jetzt komplett beseitigt, niemand kann mehr die Verbindung ziehen. Alle Mitwisser sind tot. Er liebt sie und das Kind, sie sind das Beste, was ihm passiert ist, sie will ihn. Er hat mega viel Kohle.
Selbst wenn er denken würde, dass er ihnen irgendwie nicht gut tut oder was auch immer (was totaler Unfug ist), dann würde er trotzdem so helfend agieren, dass er der Ollen und dem Kind das Geld hinterlässt. Wieso schmeisst er das einfach auf den Boden neben die Leiche?
Wenn jetzt niemand mehr davon weiß, wieso nimmt er es nicht selbst mit?! Das ist wie in sonem Film, wo einer mit nem Messer rumläuft, einen mit ner MG absticht, noch 10 Gegner/Monster killen muss und dann die MG nicht aufhebt und mitnimmt. Das is bloßer Zweck vor Logik, damit daraus ne Story geformt werden kann, die den Vorstellungen des Regisseurs passen.
Es wird hier versucht dem Charakter nochmal sone Dramatik zu verleihen mit der Fahrt mit Nichts ins Nirgendwo, aber das ist einfach Quatsch. Der würde so nicht handeln bzw. dann hätte er vorher niemals so familiär usw. agiert.
Also irgendwie bleiben bei mir noch ganz viele Fragen offen und ich bin irgendwie unzufrieden, obwohl der Film ansonsten echt durchweg geil war.
Normal hätte der Film ne 9 verdient mit gelungenem Ende, aber dafür gibts von mir 1 Abzug und für die Synchronstimme von Gosling, die nicht Tobias Gluckert spricht nochmal 0,5. also 7,5. Aber weil Gosling einfach so hammer spielt, gibts doch nochmal 0,5 drauf.

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La Bardot

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Viel wurde dieser Film von Kollegen und Freunden im Vorfeld gepriesen. Man verwies auf die "europäische Stille", welche "auf die schonungslose Gewalt das Film Noirs" trifft. Einige hoben Soundtrack, Editing und den perfekten Cast hervor. Wiederum jemand befand die nackte Tatsache, dass Christina Hendricks' Po "die sixtinische Kapelle unter den Hinterteilen" sei, als Grund genug, sich diesen Film anzusehen. (Im Film selbst bekam man schließlich das ein oder andere Mal Gelegenheit dazu, ihn zu bewundern).

Noch dazu scheint man irgendwie nicht "en vogue" zu sein, wenn man diesen Film nicht gesehen und - Gott bewahre - nicht kommentiert hat. Dass ich im Kino zwei meiner Klassenkameradinnen traf, welche in der Mittagspause nichts lieber tun, als bei H&M den passenden Gürtel zum Oberteil zu suchen, sollte Beweis genug sein. Vielleicht wollten sie auch nur die Gelegenheit nutzen und in die riesigen, einsamen blauen Augen Goslings zu sehen. Ja, es konnte einem das Herz brechen. Dennoch schienen mein Begleiter und ich interessanter zu sein. Dabei ging es in den ganzen 90 Minuten nie über das kurze Befummeln meiner Kniescheibe hinaus.

Nun denn: Als die rosa / pinken Credits über die Leinwand flimmern und alles gebannt auf die Leinwand sieht, wird man sogleich mit einer wundervollen Actionsszene belohnt. Doch dann nimmt sich der Film viel Zeit, seine Geschichte aufzubauen. Einige - und nun spreche ich eindeutig über jene, die vom Kuchen der Intelligenz nur Krümel abbekamen - schienen es als unglaublich langweilig zu empfinden, wie Einsiedler Gosling die ersten zarten Bänder seiner Liebe knüpft und unterhalten sich deshalb lautstark. Nur um dann auch noch laut "Nun wird es ein Film ganz nach meinem Geschmack" zu rufen, als Gosling dem Anzugträger im Fahrstuhl "in der schonungslosen Gewalt des Film Noirs" das Gesicht zertritt.

Ist es nicht faszinierend, dass man Dummheit bereits aus der Art heraushört, wie ein Mensch lacht? Und überhaupt: Welches intelligente Wesen lacht über Gewalt?

Nun denn: "Drive" ist wunderbares Kino, brutal und sensibel zugleich. Sicherlich nicht perfekt, aber unglaublich sehenswert und unterhaltsam.

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KAIZA

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

coooler film....die musik fand ich am besten...
sie schafft es eine ja fast verträumte stimmung zu schaffen man genießt
es einfach....und dannn BÄÄÄÄM holt einen die kurzen gewaltausbrüche
auf den boden der tatsachen zurück....
der Protagonist dessen name nicht einmal erwähnt wird
ist meist schweigsam und eiskalt(erinnert mich an den guten Kitano)
Gosling verleiht diesen charakter echt charisma....über den restlichen cast lässt sich nicht meckern...alle machn n guten job...

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MasterZ

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Bewertung9.0Herausragend

Uuff, zum Glück bin ich gestern Abend noch in die letzte Vorführung von Drive!
Der Film hat sich wirklich gelohnt im Kino schauen, unter anderem wegen dem Soundsystem von dem ich Zuhause nur träumen kann :D
Nicolas Winding Refn für eine grandiose Regie und (ohne das ich in das Haten der anderen einstimme muss ich sagen) er hätte eine Oscarnominierung (und den Oscar natürlich) vollkommen verdient. Ich habe ausser Walhalla Rising noch keinen Film von Refn gesehen, bis jetzt bleiben mir abr nur gute Erinnnerungen an ihn.
Ryan Gosling spielt übereugend und macht den ruhigen aber intensiven Film noch spezieller.
Die restlichen Schauspieler spielen Gut und machen den Film nur besser.
Vom Tonschnitt war ich begeistert so wie von der Musik, einfach Grandios in den Film eingefädelt.
Nun zur Story. Der Driver (Ryan Gosling) ist ein ruhiger Einzelgänger der nur dann spricht wenn es nötig ist und neben seinem Stundmanjob chauffiert er gelegentlich Fluchtwagen.
Er verliebt sich in seine Nachbarin (Carey Mulligan) deren Mann im Gefängniss sitzt.
Als ihr Mann aus dem Gefängiss kommt geht alles schief....
die Story ist genial und (mann, ist das schwierig) hat das gewisse etwas.
Ich kann nicht viel mehr dau sagen ausser. Schaut euch den Film an....

Sky

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Delonghi

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wow, endlich gesehen! Wirlich schwer, diesen Film zu beschreiben. Sehr ruhig, Gott sei dank nicht so eine "Fast & Furious" - Klamotte, ein Film mit Anspruch und einem wirklich genialen und absolut passendem Soundtrack. Ryan Gosling ist cool, ein Meister der sparsamen Mimik, der in diesem Film auch mal so was von brutal sein darf. Aber auch immer wieder der sanfte Mensch, mit Hang zum Beschützen und Behüten. Schade, dass Carey Mulligan nicht noch etwas mehr Gestaltungsmöglichkeit und mehr Spielraum bekommen hat, aber das nur am Rande. Und nun der Modetrend in 2012: Eine lässige Windjacke, bedruckt mit einem Skorpion auf dem Rücken :-)

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Jack_Torrance

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Bewertung9.5Herausragend

Es ist Samstag, 8:42 Uhr, der 18. Februar. Ich wache auf und dann kommt the same Procedure as every Time: anziehen, Zähne putzen, frühstücken, Internet, Kommentar verfassen, surfen, surfen, surfen. Mein Kopf fängt an zu dröhnen, mein Hals tut weh, ich glaube ich bin erkältet, aber ich lasse mich davon nicht beirren, denn heute steht mein erster Kinobesuch 2012 an. Ich langweile mich zu Tode, schaue Scrubs - eine Folge, die ich schon gesehen habe (faszinierend wie frisch sie auch nach Zweitsichtungen wirkt). Mein Kopf dröhnt, als befänden sich dort Flugzeuge, langweile mich wieder zu Tode, lese "Der Mann, der lacht" von Labertasche Hugo, dann "Das siebte Kreuz" von Antifaschistin, aber doch Diktaturbefürworterin Anna Seghers. Ich bin genervt. Ich hasse den Deutschunterricht. Aber hey ! Jetzt läuft die Sportschau, es ist 18 Uhr: Drittligaspiele, Zweitligaspiele, Marco Reus gewinnt bei der Wahl zum Tor des Monats und das unverdient. Das Tor des Darmstädters war viel schöner.
Heute 23:25 Drive im Cine Star, ich freue mich drauf. Werder Bremen gewinnt mit 3:1 in Hamburg, ich freue mich, endlich mal wieder ein Sieg der Bremer, wurde auch Zeit ! In 3 1/2 Stunden läuft Drive im Cine Star, ich hab Bock, Late Night Cinema, wie geil ! Aber davor gilt: abwarten, Zeit totschlagen, lesen, fernsehen, es läuft nix. Dann die Erlösung, wir fahren, endlich, wurde auch Zeit, ich will mir endlich den Film ansehen. Scheiß auf Plagiat oder Oberflächlichkeit, ich will diesen Film sehen von diesem Refn, diesem Nicolas Winding Refn, dem Mann, der schon Pusher gedreht hat, das rotzfreche Meisterwerk.

Wir fahren auf der Autobahn, ich und meine Mutter, sie will den Film auch sehen. Ich schaue vom Beifahrersitz aus auf die Straße direkt vor mir. Fühle mich an Lost Highway erinnert. Wo bleibt die Musik David Bowies ? Aber nee, im CD-Player läuft nur Amy Winehouse... Egal, wir sind da, haben geparkt, Tickets gekauft, der freundliche Verkäufer wünscht uns viel Spaß. Danke dafür !
Ich sitze im Kinosaal. Wer umgibt mich ? Ein ääähhm...etwas kräftiger Mann, der auf dem Kinosessel liegt und Chips futtert. Ein Pärchen, die eine sieht aus wie 'ne Bibliothekangestellte und der Freund wurde offenbar dort hingezerrt, aber ich will ja nicht mit Vorurteilen um mich werfen. Der Kinosaal ist alles andere als voll, aber davon lasse ich mich nicht beirren.

Das Licht geht aus, es geht los ! Aber zuerst Werbungen, Werbungen für Eis, Russendisko und den zweiten Ghost Rider. Hinter mir ein ständig kicherndes Mädchen, das meine Nerven strapziert, ich würde am liebsten mit ihr das machen, was Ryan Gosling später mit einem Aufzugpassagier macht, ja ich weiß, ich hab 'ne sadistische Ader ! Dann ein Hinweis darauf, dass der Film nicht vervielfältigt werden soll und bla, bla, bla... Zweimal hintereinander höre ich hinter mir: "Gudsuwisse !"

Aber dann geht der Film wirklich los, wurde aber auch Zeit, ich hab ja nicht fürs Trailergucken bezahlt...
Die Musik, Ryan Gosling, Los Angeles, Autofahrt, Banküberfall, Flucht, Spannung, das ist der Beginn von Drive, einem modernen Western und dann dieser Vorspannsong...Wow ! Außergewöhnlich. Ryan Gosling, ich mag den Kerl, Bryan Cranston auch und Carey Mulligan, mann ist sie hübsch hier. Normalerweise braucht man für einen guten Film zwei Dinge, a Girl and a Gun, hier reicht auch ein Hammer. Mein Kopf hört auf zu dröhnen, fantastisch ! Ich lasse mich treiben, von diesen Aufnahmen, von diesen teils kühlen, teils warmen Bildern. Der Film entfaltet eine Sogwirkung, erzählt eine der schönsten Lovestories ever made ! Ich lasse mich treiben...
...einen Job hat er zu erledigen. Er schaut manchmal so, als würde er dich jeden Moment umbringen, dieser Ryan Gosling, wenn er so direkt in die Kamera schauen würde, boah ! Doch dann, was ist das ? Gewalt, ausufernde Gewalt: in Zeitlupe zerschossene Köpfe, aufgespießte Körperteile, zertretene Köpfe. Hört auf, HÖRT AUF !!! Ich geb's zu, ich reagiere etwas sensibel auf Gewaltszenen, aber was soll's ? Nobody's perfect ! Ein Kuss; schön ! Ein zertretener Kopf; weniger schön ! Hinter mir lacht jemand drüber, schön für ihn, weniger schön für mich, oh fuck ! Dann dieses Ende, dieses todtraurige Ende, die Fahrt ins Nichts. Es ist vorbei, der Film ist vorbei, ich habe mich beruhigt... Ich habe davor richtig gezittert: die Dialogsequenzen, die dann in pure Gewalt ausufern, haben eine so dichte Spannung, dass man es kaum aushält... Aber jetzt ist der Film vorbei... Mann, war das spannend; mann, war das schön; mann, war das frech; mann, mann, mann...

Ich sitze wieder im Auto, mit meiner Mutter, sie hielt den Film für spannend, aber oberflächlich, nur zum einmal schauen, aber richtig gut gemacht... Respect, Herr Refn, auch meinerseits ! Ich lasse meine Gedanken treiben, schaue wieder auf die Straße, fühle mich wieder an Lost Highway erinnert. This magic Moment ! I'm Deranged ! Wo bleibt David Bowie ? Aber im Radio läuft nur Jason Derülo; in my Head ! Vielleicht kann ich mich damit abreagieren; Pustekuchen ! I'm Deranged ! Wo bleibt David Bowie, verdammt noch mal ?!? Mein Kopf dröhnt wieder. Ich werde an einen Freund aus Grundschultagen erinnert. Ich höre leider kaum noch was von ihm... Er hat den Spitznamen "Nase", weil er sich beim Fußballspielen die Nase gebrochen hat, mehr hab ich leider nicht von ihm gehört... Ich lasse mich weiter treiben, denke an den Film, mann, hab ich gezittert; abgefahren, dieses Wort passt zum Film wie Arsch auf Eimer...

Ich bin zu Hause, hab vergessen, die Kinokarte als Souvenir mitzunehmen. Fuck, denk ich mir, fuck ! Ich will schlafen, lege mich hin, ich schlafe...
...und wache um ca. 9 Uhr wieder auf. Ich denke wieder an den Film. Tausend Fragen schießen mir durch den Kopf, ich suche nach einer Antwort, kann sie nicht finden, aber dann...NA KLAR ! Der Film ist ein moderner Western...natürlich...ein moderner Western...ich habe mich wieder beruhigt...Stehe auf...Mein Kopf dröhnt wieder...Verdammt !

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alanger

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verdammt
gut!!


Jack_Torrance

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Danke !


bascopeach

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Abgefahren"! :) - Verrückt, aber der Font hat mich total umgehauen und eine Stimmung erzeugt die maßgeblich zu meiner Punktzahl geführt hat!

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bascopeach

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da war Kavinsky (der ein Testarossa Liebhaber ist und in ebensolchem auch einmal verunglückte) einfach mega passend und noch das Sahnehäubchen obendrauf!!

insgesamt auch ein starker Soundtrack!


Hooded Justice

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Endlich wird es gewagt: Das „Autogenre“ schafft seit Langem wieder mehr als Transporter-Action und Mini Cooper-Rennen. Refns – ich verzeihe ihm sein Walhalla-Schund – DRIVE, nahezu melancholisch, aber innervierend schweigsam und actionreich, macht weitaus mehr her als man sich im Traum davon erwartet hätte. Ryan Gosling ist Bombe und gibt (gehandicapt seiner wahnsinnig engen Hosen) nicht nur eine faszinierende Figur ab, er lebt sie. Ein Drive aus Melancholie, Liebe, Action, Thrill. Ungewöhnlich inszeniert und ausgesprochen genial.

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Punsha

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Bis auf die Stelle mit dem "Walhalla-Schund" 100% d'accord. ;)


Hooded Justice

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Der's so blöd, aber dafür Drive umso cooler ;)


littledrummerboy01

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Direkt, brutal und absolut kompromisslos. Wie ein Autounfall. So lässt sich "Drive" wohl am besten zusammenfassen. Der Film tanzt wie sein Hauptcharakter die ganze Zeit auf der feinen Linie zwischen liebevoll und absolut gewalttätig. Vor allem die erste Hälfte ist eher wie ein Drama angelegt, bei dem sich ein Mann und eine Frau und deren Sohn näher kommen, sich eine Art kleine Familie entwickelt. In der zweiten Hälfte wird gezeigt, wie der Mann reagiert, wenn man seine Familie bedroht. Anders als viele wahrscheinlich erwarten werden (ich habe es nach allem was ich gehört hatte so erwartet), ist "Drive" kein klassischer Actionthriller. Es ist eher eine Studie reaktionärer Gewalt und des ambivalenten Hauptcharakters. Die Verfolgungsjagden sind weniger spektakulär, als vielmehr äußerst intelligent. Auch die Gewalt kommt nur punktuell vor, dann aber ungeschönt und mit voller Härte (nichts für schwache Gemüter!). Aber was der Film auf jeden Fall tut, ist von der ersten bis zur letzten Sekunde an den Sitz zu fesseln. Die wahnsinnig intelligente Regie, die starken Schauspieler und vor allem die Musik, die mir unglaublich gut gefallen hat, das alles kreiert so einen Sog, dass man sich dem Film nicht entziehen kann, auch wenn er niemals wirklich hektisch wird und das Tempo immer gleichmäßig ruhig bleibt. Was besonders fesselt ist auch die Tatsache, dass die Dialoge möglichst sparsam sind und die Schauspieler viele Pausen lassen, Stille, die mehr wirkt als jedes Wort. Denn oft braucht es keinerlei Worte, die Bilder sind ausdrucksstark genug.
Also: Wer starke Nerven hat und nicht zimperlich ist, sollte sich unbedingt diesen Film ansehen!

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Oliver0403

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Bewertung5.5Geht so

Wie ich das so sehe, tanze ich mit meinem eigenen Geschmack auch wieder etwas aus der Reihe. Hab vorher über den Film auch einiges Gutes gehört, dementsprechend war auch mein Anspruch. Ryan Gosling hat mir nicht wirklich zugesagt und der Verlauf des Films ist für meinen Geschmack ein bißchen zu ruhig erzählt. Es passiert einfach zuwenig, was richtig gut ist. Ich muss aber auch dazusagen, dass mein Anspruch in Sachen Action im Bereich von Stirb langsam, Lethal Weapon und The Transporter liegt und demzufolge muss auch Spannung, Thrill und ordentlich Tempo auf der Leinwand sein um meinen Ansprüchen gerecht werden zu können. Dieser Film hats nicht getan.

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keinohrhase20

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Bewertung9.5Herausragend

Drive ist nicht wirklich neu- und dennoch lässt er die Konkurrenz alt aussehen. Story Technisch fehlt es zwar etwas an Volumen und sowohl beim Start als auch auf der Zielgerade happert es etwas aber das ist dann auch schon alles was den Film ausbremst. Die Darsteller agieren ihrem Namen und Ruf entsprechend nicht weniger als grossartig wobei gerade Gosling und Mulligan endgültig das Prädikat Superstar verdient haben.

Auch die Musik gibt sich passend zur lässig, präzisen Inszenierung Refns super cool. Die ein oder andere Wendung sorgt für Spannung, etliche Gewalteskalationen machen den Film vorallem für Männer Zusätzlich attraktiv während Frauen bei der Love story vor sich hinschmachten dürfen. Alles in allem ein schlichtweg Brillannt/Rasannter Start ins neue (Film)Jahr.

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suicidefantasy

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein sehr retrospektiver aber zugleich unfassbar moderner Film, sehr amerikanisch, aber irgendwie europäisch inszeniert. Was mich umgeworfen hat war die enorm dichte Atmosphäre und starke Spannung (der Gesamthandlung sowie besonders in manchen gewissen Szenen). Hier sprechen oft Bilder und Musik sehr subtil aus, was die Charaktere im scheinbar permanenten Schweigen verbergen. DIe Stille und Ruhe des Films nimmt einen großen Teil der Laufzeit n Anspruch, nicht gewagt, sondern sehr gekonnt. Durchbrochen wird sie durch extreme Action und Gewalt (letzteres wirkt für meinen Geschmack gegen Ende etwas deplaziert). Uns erwartet eine der besten modernen Verfolgungsjagten seit "Death Proof", mit dezentem und unvergesslichen Einsätzen von Zeitlupe... love it. Musik passt fast auch immer sehr gut und nimmt einen großen Teil der Atmosphäre ein.
Und endlich wurde ich tatsächlich von einem männlichen Schauspieltalent so begeistert (erstmals nicht nur durch das gute Aussehen XD), dass ich einen ebenbürtigen MALE protagonist, zu den ganzen weiblichen Helden, die ich vergöttere, setzen kann. Es gibt also doch berauschendes männliches Schauspiel! Wow.
Ach und zum Schlusss noch: Einfach geiles Auto....

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stalker

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Bewertung5.5Geht so

Nicolas Winding Refn. Wo geht es hin? Mein Freund. Freunde. Schon so viele Jahre, erinnerst du dich? Damals, als alles begann, mit PusherII, mit Mads, in diesem dänischen Jahrzehnt der Filmgeschichte, Du bist Tarantino in echt, hatte ich damals gesagt, erinnerst du dich? Und kurz darauf brachtest du mir die Trilogie, die gesamte Trilogie mit dem besten Bonusmaterial ever und weil die Sehnsucht zu groß, Bleeder, wieder mit Mads und Milo und wieder so verrückt wie wahrhaftig, wenn auch mit Längen, doch die vergab ich dir und dann, ja dann kamst du auf einmal mit Bronson und ich konnte kaum glauben, dass diese Filmgewalttheater von dir. Doch von wem sonst? Wo geht es hin? Das fragte ich mich und träumte von Filmen, die ich niemals sehen werde und sah Valhalla Rising und fühlte mich wie in Trance, wie entrissen dieser Welt und aller Wärme entzogen, wie geschaffen, um allein diesen Film zu sehen. War ich bekifft? Vielleicht hätte ich Valhalla Rising kein zweites Mal sehen dürfen. Was wolltest du mir damit sagen, fragte ich dich und du zucktest nur mit den Schultern. Nicolas. Nicolas. Nicolas. Ich sagte Schwamm drüber und gefallen hat gefallen und jede Achterbahn verliert bei der zweiten Fahrt bereits an Reiz und du bist keine Achterbahn und deswegen legte ich auch so viele Erwartungen an Drive, so viele Erwartungen und war auch bereit, auf eine Geschichte zu verzichten und mich voll und ganz deinem Rausch zu ergeben. Vielleicht hätte ich vorher kiffen sollen. Weil, und du weißt, dass ich weiß, dass du es kannst, dass du das Zeug hast, den vierten Batman oder ein Casablanca-Remake zu drehen, doch Drive, das war wohl nichts. Das sah natürlich ganz toll aus und war technisch durchdacht, doch fühlte ich mich alsbald gelangweilt und ich weiß nicht, ich weiß wirklich nicht, was ich dir raten könnte. Erzähl doch mal wieder was. Scheiß auf die Optiks. Scheiß auf die Stars. Bitte Nico, bitte. Erzähl mir eine Geschichte. Eine richtige Geschichte.

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duffy

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Sehr schön gesagt, Stalker. Wirklich sehr schön.


alanger

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mh, bei mir isses genau andersrum ...aber watt solls.
sagt einer aus der gruppe der anonymen-drive und valhalla abhängigen.


doctorgonzo

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wenn man einen Gutteil eines Tages auf einer Autobahn verbringt, sich über andere Verkehrsteilnehmer ärgert und unendlich froh ist, endlich nicht mehr im Auto sitzen zu müssen, was läge dann näher, als sich zwei Stunden ins Kino zu setzen und einen Film übers Autofahren zu schauen?

Aber manchmal ist das Was nicht so wichtig wie das Wie, das Wann, oder gar das mit wem.

So stand ich also im Foyer eines Kinos in Deutschlands südlichster Großstadt, die zwar so groß gar nicht ist, aber das Kino machte in dem Moment trotzdem den Eindruck der Abflughalle eines internationalen Flughafens, massenweise Menschen.

Glücklicherweise wollten nicht alle in eben diesen Film, den ich dann sehen durfte.

Zwischen Treppenaufgang und einer hübschen Blondine sitzt man ganz bequem, zwar ein wenig auf dem Präsentierteller, aber man sitzt gut.
Einmal mehr überbrücken mäßige Trailer und öde Werbespots die Zeit, bis der Hauptfilm beginnt.

Die Credits erinnern einen mal wieder an das gute alte GTA Vice City. Ein grelles Pink, oder ist es doch noch rosa? Vollkommen egal, es generiert Aufmerksamkeit. Ein Ryan Gosling in cooler Jacke fährt anschließend durch das nächtliche L.A. und flüchtet vor der Bullerei, im Gepäck ein paar Einbrecher.

Tagsüber ein braver Mechaniker und Stuntman, nachts Fluchtwagenfahrer. Klingt wie der Anti Superman der sozialen Brennpunkte.

Aber Gosling macht die zurückhaltende Hauptfigur auf sehr angenehme Weise lebendig. Glaubhaft transformiert er die Persönlichkeit aus James Sallis´ Geschichte auf die Leinwand.
Überhaupt kommt das Figurenuniversum der Originalgeschichte sehr gut Geltung. Egal, ob das wunderbare Trio Cranston, Brooks und Perlman oder die beiden Damen Carey Mulligan und Christina Hendricks, alle überzeugen.
Selbst Oscar Isaac betreibt als größter Pechvogel des Films eine kleine Wiedergutmachung für seine lahme Bösewichtvorstellung im unsäglichen "Sucker Punch".

Regisseur Refn bringt die Vorlage von einer Pulp Fiction-haften Reihenfolge in etwas, das der Großteil des Publikums auch nachvollziehen kann, sogar die beiden Spezialisten neben der Blondine und mir, bei denen mich nicht überrascht hätte, wenn sie Cranstons Auftritt kommentiert hätten mit "Guck mal, das is der Vater aus `Malcolm mittendrin´".

Stille Verständigung: wenn ich giftig in Richtung der beiden sabbelnden Trottel neben uns schaue, bemerke ich, dass meine attraktive Begeleiterin bereits etwas vergleichbares tut.

Dem Filmgenuß tut das indes keinen Abbruch, der Soundtrack trifft zwar nicht meinen Geschmack, aber trotzdem die Stimmung. Die Bildersprache ist gut bis sehr gut und die Mischung aus neo noir und 70er/80er Jahre Low Budget Car Chase Krimi ist gelungen.

Die Anleihen an große Klassiker sind gelungen, wenn auch mitunter subtil, so hat Gosling gar das Barry Newman Grinsen aus "Vanishing Point" recht authentisch drauf. Ob geplant oder nicht, sei mal dahingestellt.

Ganz sicher ungeplant war die Produktion der beiden schwatzenden Dünnbrettbohrer rechts von uns, ich hätte gern etwas nach ihnen geworfen, die Armbewegung wäre ein cooler Vorwand dafür gewesen, anschließend meinen Arm einfach auf der betörenden Dame neben mir abzulegen, ganz gentlemanlike, versteht sich.

Ich habe es nicht getan, es war trotzdem ein toller Abend, auch aufgrund dieses Films.

Ein gelungenes Werk. Funktioniert so, wie er soll. Nicht so denkwürdig wie der Abend, aber wirklich gut und in Sachen Kosten/Nutzen ein echtes Schnäppchen.

Wenn Refn Bücher aus diesem Genre so verfilmt, traue ich ihm auch zu, sich an meinem hochverehrten Larry Block zu vergreifen und etwas draus zu machen.

Bei dieser Erkenntnis angekommen, sah ich, wie die entzückende Dame sich die Stiefel wieder anzog und geleitete sie nach draußen.

Nicht wissend, wie viel Zeit mich dieser Film kosten würde.

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SteveZissou

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Da ich finde dass ein Gefällt-mir-Button manchmal etwas "zu wenig" ist, nutze ich die Kommentarfunktion um dir zu sagen dass mich dein Kommentar zum Film sehr gut unterhalten hat. Liest sich sehr schön diese Mischung aus Kritik und der Geschichte wie du den Film erlebt hast :)


doctorgonzo

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Ich danke Dir. War auch ein tolles Erlebnis.


siXer

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Dieser Film zeigt mal wieder wie wenig Aussagekraft die Oscars haben. Drive gehört in diesem Jahr zu den besten Filmen, das ist für mich gar keine Frage!
Und er hat gerade einmal eine Nominierung- für den besten Tonschnitt... .
Naja seit 2009 weiß man ja sowieso dass es bei den Oscars nicht unbedingt um den Film an sich geht, sondern vielmehr ob der Film einen politischen Hintergrund hat oder einfach mehr Fans bei der Acadamy.
Warscheinlich ist der Film auch zu brutal für mehr Nominierungen.
Schade eigentlich aber das hatten wir letztes Jahr ja auch schon mit Moon.

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