Jackie Brown

Jackie Brown (1997), US Laufzeit 151 Minuten, FSK 16, Exploitation Film, Drama, Thriller, Kinostart 16.04.1998


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Kritiker
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von Quentin Tarantino, mit Pam Grier und Samuel L. Jackson

In Quentin Tarrantinos Heist Krimi soll die Stewardess Jackie Brown für Waffenhändler Samuel L. Jackson Bargeld schmuggeln – doch der einfache Plan ist komplizierter als gedacht.

Die Stewardess Jackie Brown (Pam Grier) bessert ihr schmales Gehalt dadurch auf, daß sie im Auftrag des kleinen Waffenhändlers Ordell Robbie (Samuel L. Jackson) illegal Bargeld in die USA einführt – bis sie eines Tages am Flughafen von Los Angeles von Special Agent Ray Nicolet (Michael Keaton) kontrolliert und festgenommen wird. Die Behörden setzen sie unter Druck: Jackie wird nur dann straffrei ausgehen, wenn sie aktiv mithilft, Ordell auffliegen zu lassen. Mit Hilfe des sympathischen Kautionsvermittlers Max Cherry (Robert Forster), der sich nur zu gut in ihre Lage hineinversetzen kann, heckt Jackie einen gewagten, tollkühnen Plan aus, um die verschiedenen Seiten gegeneinander auszuspielen. Noch vertrackter wird die Situation durch Ordells Komplizen Louis Gara (Robert De Niro) und Melanie Ralston (Bridget Fonda), die ihre eigenen Ziele verfolgen. Indem sie vorgibt, sowohl mit den Gangstern als auch mit den Fahndern zu kooperieren, versucht Jackie Brown, alle Beteiligten übers Ohr zu hauen und nicht weniger als eine halbe Million Dollar in ihre eigene Tasche wandern zu lassen…

Hintergrund & Infos zu Jackie Brown
Jackie Brown ist eine Adaption des Romans Rum Punch von Elmore Leonard. Der Autor selbst nennt den Film die beste Adaption eines seiner Bücher, von denen es mittlerweile immerhin schon einige gibt, darunter Todeszug nach Yuma, Schnappt Shorty und Out of Sight. Letzterer hat mit Ray Nicolet sogar eine Figur, die auch in Jackie Brown vorkommt und in beiden Filmen von Michael Keaton dargestellt wurde. Die Hauptfigur Jackie nannte Quentin Tarantino von Burke in Brown um und machte aus ihr statt einer Weißen eine Afro-Amerikanerin, weil er unbedingt Pam Grier für diese Rolle haben wollte.

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Kommentare (156) — Film: Jackie Brown


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Amazing

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Bewertung7.5Sehenswert

Auch der dritte Tarantino ist überaus sehenswert. Lediglich das etwas zu ruhige Tempo des Films verhindert 8 Punkte.

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expendable87

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Bewertung7.0Sehenswert

ein unverkennbarer, weitschweifiger und dialoglastiger 'tarantino-coup', der viel aufmerksamkeit verlangt!
für mich der schlechteste von quentin, was nicht gleichzeitig heißt das 'jackie brown' es ist...allerdings bevorzuge ich persönlich mehr die neueren, schwer ironischen und stark actionhaltigen 'tarantinos'!

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manuel.luger.3

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Für mich gehört er zu den besseren. War mal mein Liebling. .!


clarkkent

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Pha ,
für mich ist das der beste TARANTINO

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Codebreaker

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

QUENTIN TARANTINO #3 - JACKIE BROWN

Nach dem grandiosen RESERVOIR DOGS den ich jetzt zu meinen Lieblingsfilmen aufgestuft habe und PULP FICTION der als einer DER besten Filme aller Zeiten gilt, kommt nun natürlich JACKIE BROWN, der als einer schlechtesten Tarantinos gilt, wenn nicht sogar der Schlechteste. Kann und will ich jetzt gar nicht bestätigen oder abstreiten, da ich bis zum Zeitpunkt dieses Kommentars DEATH PROOF noch nicht gesehen habe. Was ich aber definitiv sagen kann, ist, dass JACKIE BROWN bei weitem nicht "schlecht" ist, auf gar keinen Fall.

Mit diesen drei beschriebenen Filmen, finde ich, hat es Tarantino geschafft dem "Gangster"-Genre irgendwie drei völlig verschiedene Seiten abzugewinnen. Während RESERVOIR DOGS irgendwie zynisch, sarkastisch, trocken und ernst erscheint, ist PULP FICTION eher Coolness PUR und JACKIE BROWN ist nun... ja was ist JACKIE BROWN eigentlich? Irgendwie ist mir vor allem eines aufgefallen, der Film wirkt durch und durch unterschätzt, denn eigentlich steckt hier so viel großartiges drin. Angefangen bei den Figuren: da gibt es nämlich Ordell Robbie, gespielt von Samuel Jackson. Mir kommt es so vor, als würde dieser Charakter lange nicht so viel Beachtung finden, wie er eigentlich verdient. Einerseits wirkt er unscheinbar, fast schon so, als könne man ihn nicht wirklich ernst nehmen, andereseits wiederum ist er beeindruckend, fast schon furchteinflößend, kalt und konsequent. SPOILER Gerade als er dann am Ende des Filmes tot, mit weit aufgerissenen Augen, da liegt, merkt man erstmal, was für eine Präsenz er eigentlich hatte. Was für ein Monster er war. SPOILER

Aber mal langsam. Irgendwie erscheint JACKIE BROWN als der "normalste" Tarantino. Er beginnt eigentlich recht chronologisch und von der Erzählweise auch nicht unbedingt spektakulär. Eben ein typischer Gangsterfilm. Aber dann offenbart sich, wie cool, abgefahren und interessant er dennoch ist. Jackie Brown selbst ist natürlich ebenso eine besondere Figur, die stets ihr eigenes Ding macht. Sie lässt sich nicht verarschen, sie tut was sie will und sie spielt im Endeffekt auch nur ihr Spiel mit allem und jeden. Wunderbar präsentiert von Pam Grier, die allein durch ihre Erscheinung eine ganz starke Ausstrahlung hat. Dazu kommen dann noch Robert De Niro, der hier so herrlich gelangweilt, müde und total gegen sein eigentliches Rollenbild gesetzt wirkt. Robert Forster der hier einer der sympathischsten Typen ist, der eine Stärke, ein Interesse präsentiert, der einfach nicht fehlen darf. Auch Michael Keaton wirkt hier recht cool. Aufgedreht, ambitioniert und willensstark, auch wenn er sicherlich nicht an die anderen Rollen hier ran kommt. Die Figuren, die die Schauspieler verkörpern sind dabei natürlich auch besonders, eben nicht nur irgendwelche 0815 Figuren ohne Hintergedanken. Ja selbst ein Beaumont Livingston, der eigentlich so unspektakulär und nebensächlich wirkt, scheint dann im Endeffekt ziemlich interessant, einfach dadurch wie seine Rolle hier reingeschrieben ist bzw. welche Bedeutung sie hier hat.

Und dann ist der Film natürlich wieder gespickt mit tollen Dialogen, die Situation die aus verschiedenen Perspektiven gezeigt wird ist cool, einer tollen Kamera, natürlich auch einem unglaublich starken Soundtrack vielen witzigen Stellen. Es ist schon irgendwie schade, dass JACKIE BROWN einen solch schlechten Ruf hat, denn dieser Film ist dennoch verdammt cool, hat tolle Figuren und man erkennt auch, dass er von Tarantino ist. Vielleicht macht es ihn aber auch gerade aus, dass er eben so unterschätzt und unscheinbar wirkt. Punkte wie Ordell, diese ganzen scheinbar uninteressanten und uninspirierten Nebenfiguren, dieser Ton des Filmes, der sich nicht wirklich einordnen lässt, all das macht JACKIE BROWN dennoch zu einem sehr guten Film, der mir nun auch beim zweiten Mal verdammt viel Spaß gemacht hat. Sicher, es ist kein RESERVOIR DOGS und auch kein PULP FICTION, dass die Beiden dann doch besser sind, das steht für mich fest, aber dennoch ist das bei weitem kein schlechter Film. Dennoch kann ich auch irgendwo verstehen, wenn man hierbei eher etwas abgeneigt ist, ich jedoch, bin es nicht.

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Codebreaker

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Vielen Dank erstmal jacker!
Dass der einen emotional nicht so viel abverlangt, kann ich durchaus verstehen. Mal im Vergleich zu RESERVOIR DOGS und PULP FICTION hat der hier mich auch am wenigsten "berührt", hier und da gab es zwar mal Momente die saßen (bei mir), aber ich kann dich da schon verstehen.

Und DEATH PROOF scheint ja, neben JACKIE BROWN, bei vielen eher "unbeliebt" zu sein. Habe schon öfters gehört, dass der nicht so dolle ist. Wie dem auch sei, ich bin gespannt, werde den jetzt bald zum ersten Mal sehen (ist auch der letzte Tarantino, der mir noch fehlt, von seinen bisherigen).


jacker

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Nun hast du schneller geguckt, als ich hier antworte. Ich sehe auch der hat dir gefallen und 8P abgestaubt. Ich sag nur so viel: Hatte er bei mir nachd er ersten Sichtung auch. Jahre später hab ich ihn wieder egschaut und fand ihn so UNFASSBAR öde.. Aber ich lese jetzt eh erstmal all deine QT Kommis, mal sehen was du schreibst! :)


Debora9

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Bewertung7.5Sehenswert

Endlich mal wieder ein genialer Soundtrack :)
Man muss sich teilweise etwas quälen, aber man sollte diesen Film gesehen haben. Sehr gute schauspielerische Leistungen und tolle Dialoge.

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HansNase

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

+++SPOILER+++ (möglicherweise)

"Jackie Brown" ist schon ein sehr schöner Tarantino-Film, der allerdings weniger anbietet, weniger facettenreich ist wie "Pulp Fiction", "Inglourious Basterds" oder "Django Unchained". Vielmehr kommen hier das Zeigen eines raffinierten Coups und das Knistern zwischen Jackie (Pam Grier) und Max (Robert Forster) zum Tragen. Forster zeigt sich dabei als Meister des Minimalismus und als Zuschauer ist man daran, seine Blicke zu Jackie Brown auf versteckte Zuneigung zu untersuchen. Somit wird dieser Film zum vielleicht romantischsten Tarantino-Film. Robert Forsters Gastauftritt in "Breaking Bad", einige Jahre später, wirkte bald wie eine Hommage an seine Rolle in diesem Film. Ebenfalls ambitioniert sind die Leistungen von Pam Grier, aber auch von Michael Keaton. Und Robert De Niro kann auf unvergleichliche Weise einfach auf der Couch sitzen mit einem "Die machen das schon"-Blick. Samuel L. Jackson kommt leider nicht wirklich bedrohlich rüber, was etwas die Spannung nimmt. Das liegt zum einen an seiner Aufmachung, andererseits (je nachdem, mit welcher Sprachfassung man Vorlieb nimmt) an seiner Synchronisation. Thomas "Plankton" Petruo kann zwar auch gefährlich klingen (Gary Oldman in "Léon - Der Profi"), doch Helmut "Paschulke" Krauss ließ Jackson in "Pulp Fiction" wesentlich knackiger erscheinen. Ansonsten macht der Soundtrack viel her. Die Brothers Johnson laufen, während Chris Tucker umgelegt wird. Aber man kennt es ja von Tarantino nicht anders.

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Troublemaker69

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Tarantino lässt es in seinem Jackie Brown deutlich ruhiger angehen, was aber vor allem an der dem zugrunde liegenden Romanvorlage liegt. Bis es letztendlich zum großen Höhepunkt kommt dauert es lange, sehr lange...was dem Film aber in keiner Art und Weise schadet, denn Tarantino weiß die Zeit zu überbrücken.

"Eine halbe Million Dollar wird grundsätzlich immer vermisst."

Dies gelingt ihm vor allem mal wieder durch sein brillantes Drehbuch, in dem es wieder köstlich triviale und trotzdem coole Sprüche wie den dort oben gibt. Der Soundtrack ist auch wieder sehr gut gewählt, was sich allein schon in der Eröffnungsszene von Jackie Brown bemerkbar macht. Tarantino paart in seinem Film nicht wie gewohnt Szene mit Musik, sondern Kameraperspektive mit Musik. So sieht man bereits am Anfang, wie die Kamera Jackie Brown knappe drei Minuten beim Rennen filmt und das ganze wird mit dem Song "Street life" unterlegt.
Es ist Tarantino´s einzige Buchverfilmung und das merkt man auch, der Film ist anders als andere Filme von ihm. Er ist ruhiger, die Musik wird anders eingesetzt und er setzt im Allgemeinen viel mehr auf Pointen.
Zudem merkt man, dass die Grundstory nicht von Tarantino kommt, denn dafür ist der eine andere Punkt zu klischeehaft.
Die Rollen sind natürlich mit Robert De Niro und Samuel L. Jackson hochwertig besetzt und das sieht man dem Film auch an. Die Darsteller holen nochmal das Beste aus ihren sowieso schon gut geschriebenen Rollen.

Im Allgemeinen ist dies ein für Tarantino unüblicher Streifen, der allerdings von Tarantinos üblichen Stil getragen wird.

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Martin Oberndorf

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Hilfe, ich komme mit dem Lesen garnicht mehr mit!

Stimme dir zu, dass der Film komplett anders als die anderen Tarantinos sind. In diesem Fall ist anders aber leider schlechter...


Troublemaker69

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Haha ja, hab die Woche Rodriguez/Tarantino Special ;p Etwas ja...fand ich auch, allerdings nicht gravierend, meiner Meinung nach...Tarantino sollte trotzdem bei seinen eigenen Drehbüchern bleiben


JuanHuevo

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Für Tarantino-Verhältnisse zwar etwas ruhigerer, aber nicht weniger genialer Film. Schauspielerisch ist der Film sowieso top und die Story unterhält die gesamte Lauflänge. Ausgezeichnet.

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Moviegod

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Bewertung7.5Sehenswert

Sicherlich zieht sich der Film etwas, aber so langatmig wie er oft kritisiert wird, ist er auf keinen Fall. Wie bei Tarantino üblich sorgen unterhaltsame Dialoge und geniale Figuren für kurzweilige Unterhaltung. Die Story selbst ist jetzt nicht der absolute Reißer, hat aber genug unterhaltsame wie spannende Szenen, um einen über die gesamte Laufzeit an der Stange zu halten. Ein anderer, aber dennoch guter Tarantino.

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elFranzo

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein überraschend anderer Tarantino-Streifen. Obwohl er teilweise recht langatmig ist, hat mich die Story trotzdem bei der Stange gehalten.

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TommyDeVito

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Bis heute mein Lieblings-Tarantino.
Mit Jackie Brown wollte Tarantino eine Hommage an das Blaxploitation-Kino drehen und hat sich dafür mit Pam Grier (bekannt aus dem Blaxploitation-Kultfilm Foxy Brown) die perfekte Hauptdarstellerin ausgewählt. Sie ist sexy, smart, undurchschaubar und charmant. Daneben zeigen auch Samuel L. Jackson, Chris Tucker, Bridget Fonda, Michael Keaton (Tarantinos Lieblings-Fledermaus), Robert De Niro (in einer ungewöhnlich, ähm, zurückhaltenden Rolle als trotteliger Kleinkrimineller) und vor allem Robert Forster (genial!) starke Leistungen. Der Soul-Soundtrack gefällt mir von allen Tarantino-Soundtracks am besten (und das soll schon was heissen, hat Tarantino doch ein Händchen für perfekt platzierte Popsongs). Alleine die Eröffnungsszene unterlegt mit Bobby Womacks "Across 110th street" hat bereits 5 der 10 Sterne verdient. Die Dialoge (und das liegt wohl daran, dass Tarantino ein Buch von Elmore Leonard adaptiert und für einmal kein Original-Drehbuch geschrieben hat) sind ungewöhnlich natürlich und die Charaktere keine comicartigen Figuren (man denke nur an Kill Bill und Charakternamen wie "The Bride/Black Mamba" oder "Elle Driver/California Mountain Snake"), wie man sie sonst häufig in Tarantino-Filmen zu sehen bekommt. Sogar die zentrale romantische Beziehung zwischen Robert Forster und Pam Grier wird glaubwürdig umgesetzt. Die non-lineare Erzählweise (die Sequenz im Einkaufszentrum aus mehreren Perspektiven, wow!) und der Heist-Plot des Films sind intelligent konstruiert, wissen zu überraschen und Längen gab es für mich keine. Die kritischen Stimmen zu diesem Nachfolgewerk des Meisterwerks Pulp Fiction sind für mich ganz einfach mit einem Wort zu erklären: Erwartungshaltung. Wer Inglourious Basterds oder Pulp Fiction gesehen hat und abgedrehte, kultige Charaktere, coole Dialogue und ausufernde, stilisierte Gewalt sehen will, der wird von Jackie Brown enttäuscht werden. Wer sich aber auf einen "einfühlsamen" Tarantino-Film einlassen kann, wird mit einem intelligenten Heist-Glanzstück und einer umwerfenden Hauptdarstellerin belohnt.

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Ralf Köhler

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Stimmt. Ganz tief im Herzen weiß ich auch, dass das eigentlich mein Lieblings-Tarantino ist...


KlausKiffski

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Bewertung10.0Herausragend

Jackie Brown lohnt sich schon allein für die Ausstrahlung von dem skuril aussehenden Waffenhändler Ordell (genial inszeniert von Samuel L. Jackson). Dazu kommt ein grandioser Soundtrack, sowie die für Tarantino charakteristischen catchy Dialoge. Dass der Film sich dabei etwas Zeit lässt, tut dem Unterhaltungsmaß kein Abbruch.

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jacker

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Bewertung6.0Ganz gut

Tarantino #3 - 1997: JACKIE BROWN

Wir schreiben 1997, drei Jahre sind seit Tarantino's Über(raschungs)hit PULP FICTION vergangen. Der junge Director hat sich eine gute Weile Zeit gelassen einen neuen Film bis zum Dreh zu entwickeln und lässt sich auch IN diesem Film eine gefühlte Ewigkeit Zeit, um seine überschaubare Story zu erzählen.

Im Vergleich ist JACKIE BROWN die begradigte Variante des damaligen Tarantino-Kinos - wieder quatschen Gangster eine ganze Menge vor sich hin, wieder geht es um kleine bis große Gaunereien, wieder greifen von allen Seiten die Finger nach den Dollars, aber nur eine(r) kann sie bekommen. Nur passiert das dieses Mal in chronologischer Reihenfolge und leider weit weniger von Wortwitz und Charme getragen, als in den zwei Werken zuvor.

Aber von vorn: JACKIE BROWN beginnt großartig. Blaxpolitation Ikone Pam Grier betritt einen Flughafen, ein toller Soul-Song läuft, die Kamera fängt sie von der Seite ein und folgt unnachgiebig ihrem Gang durch die Menge - eine Menge die ihr vollständig frontal entgegenströmt (toll, wie Tarantino hier ganz selbstverständlich ausdrückt: Jackie Brown ist eine, die gegen den Strom schwimmt) - und einer langen Fahrt auf einem der Beförderungsbänder des LAX, im Hintergrund ein stetiger Wechsel der Wandfarben - das schafft direkt eine tolle Atmosphäre. Im Parkhaus fangen dann zwei Cops sie ab und machen einen (für sie) unangenehmen Fund in ihrer Handttasche. Der Stein der VErstrickungen gerät ins Rollen.

Dann lernen wir Ordell und Louis kennen - den Waffenhändler und den planlosen ex-Knacki - und direkt offenbart sich (mal wieder) Tarantinos humoristisch-augenzwinkerndes Gespür für Besetzungen. Samuel L. Jackson als Gangster Ordell ist zwar die Definition eines Typecasts (dass er den dreckigen Kriminellen drauf hat, bewieß er ja in PULP FICTION hinreichend), bekommt aber für die Rolle ein geflochtenes Bärtchen, eine wehende, geglättete Haarpracht und reichlich Kangol-Mützen in Plüsch-Optik verpasst - you got's to be funky! DeNiro, der ja zu dem Zeitpunkt bereits auf eine weitreichende Historie als Mobster, Psychopath, Vigilant, etc. zurückblicken konnte, erscheint hier von der ersten Sekunden an völlig neben der Spur - bei Quentin werden nicht nur Tänzer zu Gangstern, sondern auch Gangster zu Idioten. Amüsante Abwechslung zum sonst so kompromisslos-dominanten Rollenbild des Robert DeNiro.

Charaktere soweit cool, doch bis sich aus diesen anfänglichen Begegnungen (die uns auch erstmalig zu Max Cherry, dem Kautions-Cop führen) die ersten handfesten Eckpunkte der kleinen Gaunergeschichte entwickeln, dauert es tatsächlich sehr lange. Nicht dass Tarantino bis dato als straighter Geschichtenerzähler bekannt war, doch hier macht es ein wenig den Anschein als will er, aber schafft nicht so recht. Angereichert ist die langsame Erzählung natürlich wieder mit reichlich Dialog, doch hier kommt ein maßgeblicher Unterschied zum Tragen: Der Reiz des Banalen entfaltet sich nicht wirklich, da viele Gespräche sich fast ausschließlich auf Fluchen und leere Phrasen beschränken. Das soll wieder an die Wirkung und Qualität der legendären Vincent/Jules-Dialoge ran reichen. Tut es aber nicht. Leider, denn so wirkt JACKIE BROWN trotz allem Wohlwollen ein wenig aufgeblasen.

Und: ein wenig gewollt. Immer wieder schimmert durch, dass Tarantino hier mit dem Holzhammer Blaxploitation drehen wollte - seien es die etlichen Anspielungen, wie z.B. Grier als Jackie anstatt Foxy Brown (wobei Foxy ja im Soundtrack auftaucht), Sid Haig im Cast (der ja ebenfalls in FOXY BROWN mitspielte), die viele Funk- und Soul-Musik der 70er, oder einfach der fast schon exhibitionistisch zur Schau gestellte "Nigga what, motherfucker"-Slang der schwarzen Figuren. Fühlt sich nur semi-natürlich an, auch wenn das Gesamtbild relativ organisch bleibt.

Trotz dessen macht JACKIE BROWN Spaß. Die ruhige Stimmung balanciert zwar ab und an gefährlich nah an der Grenze zur Langeweile, doch Guillermo Navarro fotografiert tolle Bilder eines recht heruntergekommenen Los Angeles, die in Verbindung mit dem soulig-groovenden 70s Soundtrack (in dem Q.T. auch mal, ganz sicher hämisch grinsend, einen völlig deplatzierten Johnny Cash Song verbaut) eine runde Sache ergeben. Obwohl der Film inhaltlich trotz aller Geradlinigkeit eigentlich gar nicht so rund ist. Die Story um ein doppeltes Spiel mit Cops und Thugs, sowie der große Showdown sind ganz nüchtern betrachtet weit weniger clever, mitreißend und überraschend, als sich der Quentin das damals vielleicht dachte - streng genommen überhaupt nicht der große Wurf.

Alles in allem ganz amüsant, aber hauptsächlich von der audiovisuellen Form über die Zeit gerettet - (wieder) 154 Minuten hätte JACKIE BROWN wirklich nicht dauern müssen.

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brainchild

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Heißt: bei Tarantino sollten die sterben, oder?


Gabster

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Nur der Typ so weit ich weiß.


timmoe

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Bewertung9.0Herausragend

Jackie Brown ist sicherlich Tarantino's am konventionellsten erzählter Film, da die Story ziemlich geradlinig verläuft. Dafür könnte ich den Protagonisten stundenlang beim Small Talk zuhören. Auch aufgrund der Soundtrack-Wahl ein wahrer Leckerbissen. Vermutlich Tarantino's unterschätztestes Werk.

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kraitschie

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Der beste Tarrentino-Film mit großartigem Soundtrack.

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razzo

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Bewertung9.0Herausragend

Ein Tarantino, wie ein entspannter Soul Song, der aus einem liebgewordenen Radio tönt.

Model: 70er Jahre Style.
Frequenz: ''Quentin's Super Movies of the Nineties''.
Genre: Soul, Trash & Crime.
Tempo: angenehm.
Rhytmus: anziehend.
Melodie: geht sofort ins Ohr.
Länge: 154 Minuten pure Lässigkeit.

Jackie Brown ist ein Evergreen für Ohr und Auge, der auf jedes gute Lieblingsalbum der 90er gehört.

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Carnifex

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Bewertung3.0Schwach

Nach Start des Films kann man ruhig erstmal Joggen gehen und seinen Wochenendeinkauf erledigen, um dann noch rechtzeitig das Ende von all dem Geschwafel zu sehen - verpasst hat man nix.

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mannypenny

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Mit Abstand schwächster Tarrentino....


Val Vega

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Tarantino-Werkschau #3

„Jackie Brown“ ist für mich bisweilen der untypischste Tarantino-Film und auch sein bislang Schwächster. Nichts desto trotz ist es ein toller Film. Pam grier – um mit dieser wunderbaren schokobraunen Amazone zu beginnen ist einfach unschlagbar als Jackie Brown. Sie stemmt den Film mit Leichtigkeit auf ihren Schultern. Robert Forster verkörpert seinen Charakter ebenfalls sehr charmant und beide haben genau das richtige Verhältniss zu einander um eine sympathische Leinwandpartnerschaft zu verkörpern. Beide Charaktere sind alt und weiße genug um cool und abgebrüht zu sein und sich selbst zu beherrschen, wenn die Deals abgezogen werden.

“Half a million dollars will always be missed.”

Zum einen geht es um den Kreislauf des Geldes um den Kapitalismus, zum anderen weiß Tarantino sein L.A. fabelhaft zu inszenieren. Das L.A. der 90er ist eine wunderbare sonnige Stadt. Ich würde dann gerne in Cherry‘s Kanzlei arbeiten und auch so ein locker flockiges Leben führen.

“I was the third brother of five
Doing whatever I had to do to survive
I'm not saying what I did was alright
Trying to break out of the ghetto was a day to day fight”

Die coolsten Chrakter sind für mich jedoch im Film Samuel L. Jacksons Gangsterboss Ordell Robbie, und sein Gefolge rund um den durchgeknallten Louis und die Cracknutte Mel. DeNiro passt perfekt in die Rolle dieses typischen Tarantino- Charakters und Bridget Fonda stellt das genaue Gegenteil von Pam Grier da, ist aber verdammt sexy wenn sie bekifft auf der Couch liegt.

Doch wieso ist jetzt gerade dieser Film für mich der untypischste Tarantino? Zum einen Fehlen gewisse tarantinoische Stilmittel bzw. werden nur noch um einiges subtiler eingesetzt als in den Vorgängern. Die Handlung bleibt eigentlich immer linear bzw. die zeitgleichen Abschnitte werden hintereinander erzählt, das Episodenhafte fällt eher ganz weg.

Die Handlung die Tarantino aus dem Roman adaptiert ist jedoch wirklich perfekt. Alle Charaktere haben immer zwei Möglichkeiten und werden dauerhaft vor die Wahl gestellt welchen Weg sie gehen möchten, doch es geht noch viel mehr um die Konsequenz des Handelns als um die Wahl wie man handelt bzw. das Handeln an sich. Alle Vorgänge im Film sind vollkommen plausibel und so erscheinen die perfekt geschriebenen Charaktere nie irrational.

“The family on the other side of town
Would catch hell without a ghetto around
In every city you find the same thing going down
Harlem is the capital of every ghetto town
Help me sing it”

“Jackie Brown” ist zwar nicht der beste Tarantino allerdings wirklich ein verdammt gutter und sehenswerter Film, den man kennen sollte. Er schafft es wie immer den Zuschauer mit auf eine Reise zu nehmen und ihm skurrile Charaktere vorzustellen, die einem allesamt ans Herz wachsen. Der Soundtrack und die Bilder passen perfekt zusammen und Samuel L. Jackson liefert hier eine seiner absoluten Glanzleistungen ab!

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Val Vega

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Damit hast du recht. Ne 8 ist ja auch ne saustaeke Bewertung.


dannydiaz

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mein favorite tarantino


Kevkev151012

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Bewertung5.5Geht so

Egal, wie ich es drehe und wende; Jackie Brown ist mir nicht lieb.
Die Story interessiert mich Null, die Charaktere finde ich langweilig, sogar die Dialoge sind meiner Meinung nach ungewöhnlich Schwach.
Nicht mal der Soundtrack konnte mich überzeugen...
Aber naja, nicht jeder Film kann ein Meisterwerk sein!

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paul88

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Eindeutig der coolste und relaxteste Film überhaupt!

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vega_vincent

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Yeah! Meine Lieblingsszene (hat zwar viele gute) ist die, wo alle zum Einkaufscenter fahren – jeder mit anderer cooler Musik. Geht voll ab! :-)



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