Community Blog
Fairy Tail - Es macht immer mehr Spaß, wenn wir zusammen sind

Anime-Serien im Kino - Mein Abend mit Drachen und Magiern

Community Autor
folgen
du folgst
entfolgen
One of the key characteristics of the comic book medium is that it is not brought to life by just one voice.

Halbzeit bei den KAZÉ Anime Nights! Nachdem Detektiv Conan mal wieder einen kniffligen Fall lösen konnte, übernehmen diesmal Natsu und seine Freunde von Fairy Tail, die erstmals ein Anime-Abenteuer in Deutschland erleben!

Fairy Tail basiert auf der gleichnamigen Manga-Reihe von Hiro Mashima und zählt mit mehr als 35 Millionen verkauften Bänden zu den erfolgreichsten Manga-Serien aller Zeiten. Die Geschichten aus dieser magischen Welt erfreuen sich auch nach 11 Jahren noch großer Beliebtheit, doch dieses Jahr wird diese Reise ihr Ende finden. Auf den Erfolg des Manga folgten Manga-Spin-Offs, eine Anime-Adaption, mehrere OVAs, diverse Videospiele sowie zwei Kinofilme.


Worum geht es in Fairy Tail?

Verfolgt den Weg, den ihr selbst für richtig haltet!!! Das zeichnet uns Magier von Fairy Tail aus!!!


Die Handlung spielt sich meist im Königreich Fiore ab, in welchem Magie alltäglich ist. Viele Magier schließen sich in sogenannten Gilden zusammen, um Aufträge anzunehmen und so den Menschen zu helfen. Die berüchtigste Gilde in Fiore ist Fairy Tail, der sich ebenfalls die junge Lucy anschließen möchte. Zu Beginn des Abenteuers befindet sie sich auf der Suche nach einem besonders mächtigen Magier, der sich selbst Salamander nennt und zu jener berühmt berüchtigten Gilde gehört. Eben diesen Magier, welcher in Wahrheit Natsu heißt, soll sie schließlich finden und er sowie seine Freunde stellen Lucys Leben gehörig auf den Kopf. Sie schließt sich, wie es ihr großer Wunsch war, Fairy Tail an und erlebt gemeinsam mit ihren neuen Freunden spannende Abenteuer. Dabei müssen sie sich nicht nur gegen andere Gilden behaupten, sondern sich ebenfalls mit Monstern und Drachen herumschlagen.

Über Fairy Tail bin ich vor einigen Jahren eher zufällig gestolpert: Bei einem Bummel durch einen Buchladen lachte mir das Cover des ersten Manga-Bandes entgegen und nachdem ich darin ein bisschen herumgeblättert hatte, beschloss ich, den Band zu kaufen. Besonders die Charaktere, allen voran Natsu und seinen kleinen Katzen-Begleiter Happy, fand ich auf Anhieb sympathisch, weshalb ich mich zusehends in dieser Welt verlor. Die Abenteuer sind spannend, die Action super und auch der Humor sowie die Emotionen kommen bei all dem Krawall nicht zu kurz. Den Anime nahm ich zwischenzeitlich ebenfalls in Augenschein, sowohl auf englisch als auch im japanischen O-Ton; besonders angetan hat es mir hingegen der erste Kinofilm Fairy Tail: The Phoenix Priestess, den ich mir extra aus Großbritannien importiert habe. Ihr merkt also schon, ich bin ein großer Fan von Natsu, Lucy und ihren Freunden von Fairy Tail, weshalb ich mich riesig auf den neuesten Film Fairy Tail Dragon Cry gefreut habe, den ich mir letzten Dienstag gemeinsam mit einem Kumpel im CinemaxX Bremen angesehen habe. Der Saal war extrem gut besucht, einige Fans hatten sich sogar in ihre Cosplay-Kostüme geworfen, und die Stimmung war sehr ausgelassen - die perfekten Voraussetzungen für einen tollen Kinoabend waren also gegeben und als langjähriger Fan war der Film ein super Erlebnis :)


Mein Abend mit Fairy Tail Dragon Cry

Ich bin ein Magier von Fairy Tail!


Vor mehr als 400 Jahren lebten Menschen und Drachen noch in Harmonie, doch dieser fragile Frieden währte nicht nicht lange, denn auf beiden Seiten gab es jene, die wieder zur alten Ordnung zurückkehren wollten. Um diesen Frieden aufrechtzuerhalten, lehrten einige Drachen auserwählten Menschen ihre Magie; diese Magier sollten fortan Dragon Slayer genannt werden. Eines schicksalhaften Tages wurden viele Drachen niedergemetzelt, doch ihre Wut, ihr Leid und ihr Schmerz vergingen nicht mit ihnen, sondern manifestierten sich in einem besonders mächtigen Artefakt: Dem Dragon Cry. Dieses magische Objekt soll angeblich die Macht haben, die ganze Welt auslöschen zu können. Der Dragon Cry wurde von einem Verräter des Reiches Fiore, Zash Caine, gestohlen und in ein benachbartes Königreich überführt; Fairy Tails stärkstes Team rund um Natsu, Lucy, Gray, Erza, Wendy, Happy und Charles wurde damit beauftragt, das Artefakt wieder zurückzubringen, ehe noch ein gewaltiges Unheil geschieht. Dieses Unterfangen soll sich jedoch als komplizierter erweisen als gedacht, denn wie sich herausstellt, ist Zash lediglich der Handlanger einer weitaus größeren Macht.

Die Geschichte des Films ist recht simpel gehalten und wird sehr geradelinig erzählt, weshalb man der Story auch dann folgen kann, wenn man bisher wenig oder womöglich gar nichts mit Fairy Tail zu tun hatte - es gibt ein gefährliches Artefakt, welches unsere Helden wiederbeschaffen müssen; simpel, doch das muss natürlich nicht schlecht sein. Die Handlung an sich ist, meiner Meinung nach, zwar wirklich nicht unbedingt die große Stärke des Films, doch dafür wissen die Charaktere, die Action und vor allem der Humor umso zu überzeugen. Hiro Mashima, der an diesem Film selbst mitarbeitete, wollte ein kurzweiliges Abenteuer voller Action und Spaß schaffen und dies ist ihm auch definitiv gelungen. Verglichen mit dem ersten Film bleiben die großen Emotionen jedoch etwas auf der Strecke; The Phoenix Princess sollte die Fans zu Tränen rühren (was bei mir auch geklappt hat :D) und daran kommt Dragon Cry leider nicht ganz ran.

Macht euch alle für den Kampf bereit!


Wie man es von Kinofilmen zu langlebigen Anime-Serien gewohnt ist, wurde nahezu an allen Schrauben gedreht: Die Charaktere und Umgebungen wurden nochmal etwas feiner gezeichnet, die Animationen sind noch geschmeidiger und der Maßstab der Geschichte ist natürlich noch einmal größer, schließlich steht nichts weniger als das Schicksal der Welt auf dem Spiel. A-1 Pictures haben bei Dragon Cry tatsächlich ganze Arbeit geleistet, denn der Film übertrifft die vom Anime gewohnte Qualität deutlich; speziell die meist recht kurzen, doch dafür sehr intensiven Kämpfe sehen toll aus und glänzen mit spektakulären Kamerafahrten und geschmeidigen Animationen. Besonders gut gefielen mir die Szenerien des Films, welche bei Nacht nochmal deutlich schöner aussehen. Die Jagd nach Dragon Cry führt unsere Helden ins Königreich Stella, in dem es ein besonderes Mineral, Stellanium, gibt. Dieses speichert das Sternenlicht und je mehr es davon in sich aufnimmt, desto heller erstrahlt es. Zudem ist Stella für seinen hervorragenden Blick auf den Sternenhimmel berühmt, den in einer meiner Lieblings-Szenen des Films Natsu und Lucy gemeinsam genießen: Diese Szene bringt die Geschichte an sich kein Stück voran, doch sie zeigt hervorragend, welch enge Bindung sich zwischen den beiden Helden im Laufe der Zeit entwickelt hat und beide zu sehen, wie sie gemeinsam in einer Baumkrone sitzend den klaren Sternenhimmel betrachten, war für mich persönlich ein atemberaubender Moment - sowohl visuell als auch emotional.

Wie schon Detektiv Conan vergangenen Monat, lief auch Fairy Tail im japanischen Originalton mit deutschen Untertiteln im Kino. Die meisten Episoden des Anime hatte ich bisher auf englisch gesehen, weshalb ich mich erstmal wieder an die japanischen Sprecher gewöhnen musste, doch dies ging erstaunlich schnell und der Cast erweckte sämtliche Figuren bis hin in die kleinste Nebenrolle mit viel Liebe und Leidenschaft zum Leben. Der Soundtrack war ebenfalls toll gelungen und meistens ertönten neue, eigens für diesen Film komponierte Stücke aus den Boxen, die hervorragend zur jeweiligen Szene passten. Gefreut habe ich mich außerdem, dass ebenfalls das Main Theme des Anime in den Film integriert und meist dann eingesetzt wurde, wenn Natsu sich ins nächste Gefecht stürzte. Dieses Lied fand ich bereits im Anime schlicht hervorragend, denn es mutet tatsächlich etwas mittelalterlich, folkloristisch an, was perfekt zur Welt von Fairy Tail passt.

Mir ist ganz egal, was ich bin! Ich werde mein Blut, Fleisch und meine Knochen für meine Kameraden opfern!


Die größte Stärke des Films war in meinen Augen nicht seine krachende Action oder sein stimmungsvoller Soundtrack, sondern es war der Humor. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht entsinnen, wann ich im Kino zuletzt soviel gelacht habe wie bei Fairy Tail. Sicherlich liegt dies zu einem nicht gerade kleinen Teil daran, dass ich diese Charaktere seit langer Zeit in mein Herz geschlossen habe, doch die Chemie zwischen den einzelnen Figuren sowie ihre ganz speziellen Eigenheiten wurden mit enorm viel Liebe zum Detail auf die große Leinwand transportiert. Als Beispiel möchte ich hier einfach eine kleine Szene erwähnen, in der Juvia, ebenfalls ein Mitglied von Fairy Tail, die gehörig in Gray verschossen ist, spürt, dass ihr "Liebster" ganz in der Nähe zu sein scheint. Ihre "Gray-Sensoren" schlagen an und sie ist hellauf begeistert, während gleichzeitig ihrem Objekt der Begierde ein eiskalter Schauer über den Rücken läuft. Juvia war generell für den einen oder anderen Lacher gut, was nicht zuletzt an ihrer kleinen Macke liegt, in jeder Frau eine Konkurrentin im Werben um Gray zu sehen. Doch auch die anderen Charaktere bekamen ihren Moment im Rampenlicht zugestanden und durften zeigen, was sie alles drauf haben.

Doch obwohl ich Dragon Cry wirklich toll fand und mit dem Film eine gute Zeit hatte, so gab es dennoch Dinge, die mich am Film störten. Die Geschichte war eher flach und weitestgehend vorhersehbar; dies könnte man noch verschmerzen, wenn die Handlung nicht auch noch mit Logiklöchern übersät gewesen wäre. Es gab tatsächlich mehrere Szenen im Film, bei denen mein Kumpel und ich uns dachten, wie diese teils offensichtlichen Fehler nur drinbleiben konnten. Was mich jedoch am Meisten störte, war der enthaltene Fan-Service, in diesem Falle die Art, wie die weiblichen Figuren dargestellt wurden. Oftmals sehr knapp bekleidet, ein üppiges Dekolletee und dann natürlich noch durch eindeutig zweideutige Kamerawinkel in Szene gesetzt. Gegen etwas Fan-Service dieser Art habe ich eigentlich nichts, zumindest wenn sich diese Darstellung im Rahmen hält, und irgendwie gehört sowas auch zu Fairy Tail dazu; doch in einigen Momenten des Films war es für mich dann doch zuviel des Guten und in manchen Szenen schrammte Dragon Cry nur haarscharf daran vorbei, ins Ecchi-Genre abzudriften. Ein weiterer Grund, den ich hier ebenfalls nicht unerwähnt lassen möchte, und der sicherlich für Fairy Tail-Fans nicht unwichtig sein dürfte, ist, dass es wirklich viele Anspielungen auf die eigentliche Geschichte des Manga/Anime gibt; das Problem hierbei ist, wenn man nicht den Manga bis zu einem gewissen Punkt verfolgt hat, nämlich bis zur Alvarez Empire-Arc (Kapitel 438-545), wird mit diesem Film in Grund und Boden gespoilert, denn nicht wenige Facetten von Dragon Cry spielen auf Ereignisse dieses sowie des vorangegangenen Avatar-Arcs an, die beide noch nicht von der Anime-Serie adaptiert wurden. Wer sich also diesen Film ansehen möchte und nicht ungefähr auf dem aktuellen Stand ist, muss sich bewusst sein, so einige Spoiler zu Gesicht bekommen.

https://www.youtube.com/watch?v=m1BtC_OtJ-U

Nach gut anderthalb Stunden kam der Film schließlich zu einem Ende. Während die ersten Zuschauer bereits den Saal verließen, liefen munter die Credits über die Leinwand, welche von einigen schönen kleinen Bildern begleitet wurden. Wer bis ganz zum Schluss sitzen blieb, der kam noch in den Genuss einer kurze Extra-Szene, die sehr offensichtlich auf eine baldige Rückkehr der TV-Serie verwies, denn es wurden Charaktere gezeigt, die bisher nur im Manga vorkamen. Fairy Tail Dragon Cry war trotz einiger kleiner Schwächen speziell für langjährige Fans, zu denen ich mich klar zähle, ein wundervolles Kino-Erlebnis und ich freue mich schon darauf, wenn ich mich bald wieder in diese magische Welt stürzen kann :)

Wer den Film hingegen verpasst haben sollte, der bekommt nächsten Monat eine neue Chance, denn der Film lief so gut, dass es in einigen Kinos Extra-Vorstellungen geben wird. Ansonsten gehen die KAZÉ Anime Nights im Juli natürlich auch abseits von Fairy Tail weiter, denn am 25. Juli startet der Live-Action-Film I am a Hero in unseren Kinos.

Habt ihr Fairy Tail Dragon Cry gesehen und falls ja, wie fandet ihr den Film?

Community Autor
folgen
du folgst
entfolgen
One of the key characteristics of the comic book medium is that it is not brought to life by just one voice.

Deine Meinung zum Artikel Anime-Serien im Kino - Mein Abend mit Drachen und Magiern