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Das Rezeptionsdiktat in Film-Communities

Mr Vincent Vega (Rajko Burchardt), Veröffentlicht am 15.08.2012, 08:50

Sinnlose Kategorisierungen und festgefahrene Floskeln bestimmen die Filmdiskussion auf weitläufigen Community-Plattformen. Ein Pamphlet über kunstfeindliche Filmrezeption, Unterhaltungsfetische und die Notwendigkeit dieser Kolumne.

Catwoman in The Dark Knight Rises Catwoman in The Dark Knight Rises © Warner Bros. Pictures

In den mittlerweile vielen Jahren virtueller Filmdiskussion, dem gegenseitigen Meinungsaustausch, der Zusammenkunft unterschiedlicher Positionen und Haltungen, beobachte ich eine Reihe immer wiederkehrender, mit verlässlicher Regelmäßigkeit und gebetsmühlenartigem Nachdruck vorgetragener Floskeln, die bestimmen wollen, wie Film zu sein habe und wie er gesehen werden müsse. Es scheint, trotz der naturgemäßen organischen Vielfalt von Ansicht und Denkweise im Community-Wesen, einen letztendlichen Konsens über die Grundlagen der inhaltlichen Diskussion zu geben, sei es in filmorientierten Internetforen, Blogs oder auch Datenbanken. Ein bestimmtes Muster, das irgendwann einmal irgendwie salonfähig geworden sein muss, so es sich ständig wiederholt oder reproduziert, und so es sich wie eine Folie, an unterschiedlichen Stellen und von unterschiedlichen Menschen, bequem über schlicht alles ziehen lässt. Dort, wo populär über Film (als Massenkulturgut) geschrieben und diskutiert wird, wo User und Mitglieder einem Interesse, einem Hobby, einer Leidenschaft nachgehen, versammeln sich die Langbartsätze und Rezeptionsklischees zu einer sich selbst bestätigenden Engsicht. In nur neun Ausgaben dieser Kolumne bildeten die Kommentare unterhalb der Artikel bereits ein anschauliches Potpourri all der immer wiederkehrenden Forderungen, wie Film zu verstehen sei, und den mit ihnen verknüpften Dogmen und Vorgaben, die ein Diktat der filmischen Erfahrung vorzugeben meinen.

Zu den häufigsten Einwürfen einer jeden rhetorischen Auseinandersetzung mit bestimmten Themen zählte auch hier bislang, dass Film in allererste Linie eines leisten solle: unterhalten. Immer wieder ist da die Rede von einer konfusen Funktionalität, die Film zu erbringen habe, und immer wieder scheint der Unterhaltungsanspruch, so unpräzise er dabei auch sein möge, an Bestimmungen geknüpft zu sein, die immer erstmal nur eines zum Ausdruck bringen: Was Film(Rezeption) müsse, und nicht was erlaubt oder vielleicht gar sinnfällig sei. Aus kuriosen Gründen ist dem Zuschauer, der Filme in gute und schlechte Unterhaltung sortiert, deshalb vor allem daran gelegen, ihn vehement vor a) „Überinterpretation“, b) gedanklichem Tiefsinn und c) gestalterischer Komplexität zu schützen, so als sei das Unterhaltungspotenzial durch sie in irgendeiner Weise bedroht. „Meiner Meinung nach sollte eine Kritik über den Unterhaltungswert eines Film berichten und nicht Leute in die Irre führen, was der Clown hier tut.“, kommentierte ein User meine Polemik zu The Dark Knight Rises. Doch wie soll sich ein solcher Wert ermitteln lassen? Wem ist damit geholfen, ob ich (der Clown) oder sonst jemand die Filme von Christopher Nolan für unterhaltsam oder nicht unterhaltsam befindet? Was schon kann eine Filmkritik anderes leisten, als Punkte zusammenzutragen und Beobachtungsergebnisse vorzustellen, aus deren geschärftem Blick bestenfalls eine Meinung hervorgeht, die dem unterhaltungswilligen Leser Anhaltspunkte für ein mögliches persönliches Urteil liefert?

Der Vorwurf der Clownerie, des In-die-Irre-führens, verweist implizit auf eine weitere Strategie, mit dem ein Film offenbar vor drohendem Unterhaltungsverlust geschützt werden soll. Unter meinem Text zur Genese des Alien-Monsters und Prometheus – Dunkle Zeichen, dem aktuellen Film von Ridley Scott, entfachte eine Diskussion über die sexuellen Konnotationen in Alien, deren Deutungen, „absolut schwachsinnig“ seien und „an der Intention des Filmes vorbei“ führten. Die seit über drei Jahrzehnten in verschiedensten Bild-, Text- und Tonmedien durchgespielte Offensichtlichkeit der psychosexuellen Entwürfe des Films einmal außer Acht gelassen, scheint sich die hier behauptete Praxis, ein Kunstwerk herunter brechen und eindeutig festlegen zu können, zusätzlich über den Weg der Intentionalisierung legitimieren zu wollen. So als ob ganz klar wäre, was der Film wolle und nicht wolle, und als ob einzig jener auserwählte Pfad beschritten werden dürfe, der ganz im ominösen spekulativen Sinne der Filmemacher sei. Eine Intention hat Ridley Scott gewiss, doch ob diese mich angesichts seiner in die Hände der Öffentlichkeit gelegten Filme auch nur eine Spur interessiert, ist mir – und jedem anderen – glücklicherweise ganz selbst überlassen. Zur Beruhigung: Sie interessiert mich durchaus. Ob ich sie allerdings zum Maß der Dinge mache, bleibt immer noch meine Entscheidung. Allen Ferndiagnosen zum Trotz, denn „wer in Alien einen Kampf der Geschlechter hineininterpretiert“, der sei schließlich „einfach absolut verrückt. PUNKT!“.

Aus einer so derart kunstfeindlichen, engstirnigen, unsinnlichen Perspektive heraus kann dann Unterhaltung, um den Begriff auch wörtlich zu nehmen, sowieso nicht mehr stattfinden. Denn einen (gedanklichen) Austausch verbieten sich solche Lesarten bereits selbst. Welchen Unterhaltungswert soll bloßes Abnicken, sollen passives Schauen und passivierendes Verarbeiten schon noch besitzen. Was ist unterhaltsam daran, Filme nur zu glotzen statt zu sehen. Und welche Möglichkeiten lässt diese kümmerliche Haltung gegenüber dem Kino noch zu, außer es in so genannte No-Brainer und Popcorn-Filme einzuteilen, sich als Teil eines entsprechend konditionierten Publikums auf die eigene Disziplinierung der Filmrezeption zu verlassen und anschließend die alles entscheidende Unterhaltungsfrage zu stellen. „Manche sehen mit dem rechten und dem linken Auge genau dasselbe. Und glauben, dies sei Objektivität.“ (Stanislaw Jerzy Lec).

Nicht zuletzt deshalb brauchte es hier eine Kolumne wie diese, ein regelmäßiges Forum, das der Lustfeindlichkeit einen Spiegel vorhält. Das in der Übertreibung nach einer Wahrheit und im aufrichtigen Gegenhalten nach dem Diskurs sucht. Das vielleicht sogar festgefahrenes Denken und eingerichtete Bequemlichkeit aufbricht, um eine Überprüfung des eigenen Blickwinkels anzuregen. Um, so lange es solche Kommentare wie die zitierten gibt, mit Rumpeln statt Kuscheln eine Diskussion zu eröffnen, bei der Zustimmung und Ablehnung nur als Ergebnisse konstruktiven Austauschs gewertet werden können. Bei der es mir nicht zwingend um Resonanz und Kommentarmeldungen, sondern geistige Auseinandersetzung geht. In einer jungen Film-Community, die, auch oder insbesondere im Eifer der Polemik, viel Wissenswertes austauschen kann. Diese Kolumne also ist nicht nur super sexy, sondern auch gleichermaßen subversiv wie konstruktiv.


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Kommentare

über Das Rezeptionsdiktat in Film-Communities


Hisayasu S

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Ich kann wirklich jeden verstehen, der nach einem 10 Stunden-Arbeitstag keine Lust hat darüber nachzudenken, ob ihm im neusten Hollywood-Blockbuster gerade der Heiland begegnet ist, sondern sich einfach nur gut unterhalten lassen will.

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Julio Sacchi

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Wasn mit Dir los? Brainwashed?


jedi37

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Mr. Vega, dein Zitat über Blickwinkel der Filmkritik find ich total zutreffend.Leider ergießt Du Dich aber auch ellenlang über die Kritiker deiner Kolumne. Ich dachte, genau das willst Du damit erreichen, eine kontoverse Diskussion anstoßen zu deinem jeweiligen Thema.

Leider kommt es mir im späteren Fortgang deines Textes immer mehr so vor als würdest Du Dich nur "wichtig" machen wollen.

Ich selbst erkenne an mir durchaus einige deiner Kritikpunkte über "Muster", ich bewerte viele Filme eben nach Unterhaltungswert - für mich. Ich schaue und geniesse auch gerne gute "künstlerische" Filme, leider immer seltener anzutreffen aufgrund des kommerz. Diese zu kritisieren ist eine echte herusforderung für einen Amateur wie mich... aber das macht eben grade Spass!

Mach ruhig weiter wie zu Beginn, die Welt braucht echte "Anecker"!

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brainchild

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Der letzte Absatz klingt für mich (ganz subjektiv) auch nach einer Rechtfertigung für Äußerungen wie deine über die Schießerei bei der Batman-Premiere. Polemik ist immer eine Gratwanderung, die oft mehr von der Formulierung als vom Inhalt abhängt. Aus so mancher Formulierung lässt sich aber auch mit gutem Willen nichts konstruktives rauslesen. Dazu sollte man im Nachhinein dann auch stehen.

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nilswachter

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Nach diesem Text denke ich anders über Vega und seine Kolumne. Er spricht etwas sehr wichtiges an, wenn auch der pädagogische Zeigefinger doch etwas sehr ausgestreckt wird. Es ist genauso legitim einen Film nach dem subjektiven Kriterium der Unterhaltung zu bewerten, wie es richtig ist, genau dieses Bewertungsmuster zu hinterfragen. Natürlich ist Unterhaltung ein sehr weit definierbarer begriff. Er kann mit Langeweile oder Spannung verbunden sein; mit ausgelösten Emotionen, Freude, Glücksgefühle oder Trauer oder eine Kombination von allem. Er kann auch einfach mit einem "das war der Hammer!" verbunden sein.
Einem Vega oder auch dem Kollegen Hitmanski vorzuwerfen, dass sie keine Ahnung haben oder zu diktieren, dass man nur den Unterhaltungsfaktor von Filmen bewerten soll, erscheint aber geradezu absurd und impertinent. Da Filme ein Kulturprodukt sind und daher auch zu kulturellen Symbolsystemen gehören, zu Kommunikationsmedien gehören, treten sie mit dem Zuschauer in einen Dialog. Über bestimmte Codes wird ein Narrativ, werden Bilder und Symbole vermittelt die decodiert und je nach dem akzeptiert, verstanden oder auch abgelehnt werden. Diese Decodierung erfolgt einerseits über die eigenen Prämissen und Vorstellungen, welche an den Film herangetragen wurden. Andererseits können dies aber auch Theorien sein, die auf das Gesehene angewendet werden: Stichwort psycho-sexuelle Analysen. Dadurch können auch unterschiedliche Rezeptionen erfolgen und der Film steht plötzlich in einem anderen Licht da. Man kann das dann Überinterpretation nennen, oder einfach kreative Herangehensweise. Dass das nicht der Intention der Regisseure entsprechen muss, ist klar, aber auch absolut legitim.
Eigentlich sollte man solche kontroversen Meinungen zu Filmen schätzen und nicht verreissen. Ich bin auch selten mit Vega einig, aber finde seine Kritiken immer interessant und sie ermöglichen mir eine weitere Auseinandersetzung mit dem Film, dem Schauspieler oder was auch immer. Einziges Problem, welches ich mit seinen Texten habe, ist, dass sie sich selber als Wahrheit präsentieren, wenn auch nicht gewollt. Die Polemiken können bisweilen etwas nervig sein, aber mit Kuscheln erreicht man halt kaum eine richtige Diskussion.
Ich habe Vegas Texte oftmals als Selbstbefriedigung empfunden und sie auch mal verspottet. Mit diesem Text hat er bewiesen, dass mehr als nur ein Nonkonformist und Polemiker in ihm steckt. Dafür ein Dankeschön.

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senistro.zoodiac

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Der Artikel macht Sinn, wenn auch mit Interpretationspielraum, aber das ist ja gewünscht ;-)

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eisbaerdios

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selten so gute eigenwerbung gelesen. ich mag diese kolume, aber jetzt ist sie ein hit. vega's ist einer der wenigen die selber denken können. ich bekomme das auch selten hin, aber es ist immer wieder schön neue blickwinkel zu entdecken. weiter so.

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mikadoapache

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hey vega, falls es dir noch niemand erzählt hat, hier nochmal für dich:
"dont feed the troll!" - zumindest die kommentare auf die du dich in dieser kolumne beziehst - und allgemein sollte man filme nicht für etwas kritisieren, für das sie gar nicht produziert worden sind

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C_C

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Alter, nach zweimaligem lesen kann ich das Ding voll unterschreiben, vor allem der letzte Absatz ist sehr geil! Mit einer kleinen Einschränkung bzgl. Gesamttext:

Zitat: "Was schon kann eine Filmkritik anderes leisten, als Punkte zusammenzutragen und Beobachtungsergebnisse vorzustellen, aus deren geschärftem Blick bestenfalls eine Meinung hervorgeht, die dem unterhaltungswilligen Leser Anhaltspunkte für ein mögliches persönliches Urteil liefert?"

Ich möchte mal folgende, böse... Anregung bringen:
Was denkt man insgeheim überjemand, der sich zB über die Simpsons oder American Dad totlacht? Und nimmt man Kommentare, vor allem negative, zu (ich nenne es mal vorsichtig) außergewöhnlichen Filmen von dieser Person wirklich ernst?

Eines sollte jedem Wichtigtuer aber endlich mal klar werden:

BLICKWINKEL sind manchmal wirklich inspirierend. Vor allem, wenn man sie regelmäßig WECHSELT...

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Monsieur Hulot

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Von Simpsons-Fandom oder der Begeisterung für Serie oder Film xy irgendwas "Objektives" schließen zu wollen ist einfach mal total voruteilsbelastet und schwachsinnig. Inwiefern sollte es sich bitte ausschließen die (m.E. übrigens ziemlich intelligent gemachten) Simpsons zu mögen und gleichzeitig etwas Ernstzunehmendes zu Tarkowski oder Kubrick zu sagen zu haben?? Überhaupt nicht, außer man ist eben borniert!


C_C

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Das war ein Beispiel, du Schaf! Btw basierend auf Beobachtungen. 'objektiv' benutze ich eigentlich garnicht...


Dain

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Definitiv seine beste Kolumne.

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Commentator

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Im Großen und Ganzen bin ich hier sehr zustimmend. Ich bin allerdings auch jemand, der sich gerne auch mal nur unterhalten lässt. Ein ewiges deprimierendes Old Boy in allen Formen der Kunst würde mich ebenfalls Tag für Tag deprimiert zurücklassen. Zwischendurch muss es deshalb auch mal einfach nur Unterhaltung sein. Und wenn dann Gesellschaftskritik vorhanden ist, interessiert sie mich in diesem Moment nicht sonderlich.
Blöd ist es meiner Meinung nach erst dann, wenn jemand nur nach Unterhaltung schreit oder auch nur nach hoher Kunst mit Gesellschaftskritik und höherem Sinn.

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Emilio Arnau

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Tarantino erzählte mal in einem Interview von der Zeit als er in Cannes Jury-Mitglied oder -Vorsitzender war, wie er sich davor zwei Wochen lang zuhause mit Freude alle Beiträge anschaute - die besten europäischen Regisseure mit den deprimierendsten und kompliziertesten Filmen unserer Zeit - und danach ins Kino ging.
Er schaute sich JJ Abrams Star Trek an. Und es war so einfach aufzunehmen, gewohnte Kameraeinstellungen, halb-vorhersehbare Geschichte, Charaktere, die man so ähnlich schonmal gesehen hatte; es war wundervoll sagte er.
Er würde dir also wahrscheinlich zustimmen :)


Hendrik

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Unterhaltung ist nun mal genauso wie Langeweile höchst subjektiv - und VV mag wohl nicht der bescheidenste Filmkritiker sein, aber das wenigstens mit Selbstironie.

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Iamthesword

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"De gustibus non est disputandum." Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Warum? Weil er etwas zutiefst Subjektives ist. "Gut" und "schlecht" gibt es nur in Verbindung mit "Ich finde...". Man kann guten Geschmack nicht objektiv definieren/beweisen.

Grundsätzlich ist ein Plädoyer für mehr Offenheit und Differenzierung bei der Filmrezeption eine gute Sache. Allerdings sollte man auch jedem das Recht einräumen, aus dem Bündel an potentiellen Kriterien jene auszusuchen, die ihm zur Bewertung des Films wichtig sind. Denn der Film soll ihm ja gefallen (aus welchen Gründen auch immer): das ist schlussendlich entscheidend. Und dann darf er auch engstirnig sein. Es ist seine persönliche Meinung. Und die steht jedem zu.

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Iamthesword

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"Eine Meinung des Schauenden zum Film. Nicht eine Meinung über sich und seine Meinung zum Film": der Unterschied ist mir noch nicht ganz klar...
"Erwartung, Vorurteil, vorgefaßter Meinung" sind essentielle Bestandteile unseres Denkens und Handelns. Diese lassen sich bis zu einem gewissen Grad abzuschalten, aber eben nie ganz. Mittels Reflektion kann man sich aber der Tatsache bewusst werden. Trotzdem bleibt eine persönliche Färbung immer zurück.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich weiß, was mit "sauber hergeleitet" gemeint ist: für mich wäre es, dass jemand Argumente nennt, die mich überzeugen (oder bei völlig gegenläufiger Meinung, zumindest plausibel erscheinen). Aber da ist wieder meine persönliche Einschätzung/meine Kriterien gefragt. Also ist es bis zu einem gewissen Grad wiederum subjektiv. Andere erscheint das wiederum vielleicht überhaupt nicht schlüssig.

So, das war wieder ziemlich soziologisch (auf den Zusatz "Scheiss" verzichte ich mal bewusst). Deshalb ganz unsoziologisch:

Wir beide scheinen ähnliche Kriterien für die Filmbewertung zu haben (Aussage/Intention etc,) [Dennoch bewerten wir anders]. Wir beide finden, dass man aus Filmen etwas lernen kann. Wir beide finden es gut, wenn Leute differenzierte Meinungen zu Filmen abgeben, die wir nachvollziehen können.

Ich glaube aber, dass andere Leute gerade die Kommentare für nützlich halten können, die uns so ärgern. Weil einfach Geschmäcker verschieden sind. Und egal, worauf das beruht, es ist gut so.
Man muss halt die Leute finden, deren Geschmack oder besser: deren Herangehensweise an Filme man teilt.

Auch ich hoffe, das mehr Menschen über sich und die Filme, die sie sehen, nachdenken. Aber ich merke, das selbst ich das nicht immer tue (z. B "Meine Frau, die Spartaner und ich". Oh Gott, dass ich den gesehen habe....). Deshalb bin ich da nicht gerade optimistisch....


C_C

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Abschnitt per Abschnitt:
wieso?
Also: entweder hat jemand eine Meinung zum Film. Oder er hat eine Meinung zu sich und seiner Meinung zum Film ("ich bin so cool, weil ich den Film scheisse finde,weil/obwohl ihn alle anderen gut/scheisse/whatever finden"). Im ersten steht der Film im Vordergrund. Im zweiten das Ego. Leider posten die meisten mit zweiterer Motivation.
Das einzige, was ich verlange ist, daß jemand nicht schreibt, 'so ist es' sondern daß er schreibt: 'ich glaube/denke/fühle/meine das so und so, deswegen hat der Film bei mir a,b,c ausgelöst.'

Wenn eine 'Herleitung' nicht schlüssig erscheint, beginnt (oder sollte beginnen) der konstruktive Teil einer Diskussion.

Zum vorletzten Abschnitt:
da muß ich auf Loblaws Antwort weiter oben, den zweitletzten Abschnitt hinweisen. Er bedauert, daß viele Leute in diese 'sozialen' Rezeptionfallen tappen. Ich gehe da einen Schritt weiter. a) wenn mir das passiert werde ich sauer auf den, der den Mist verzapft hat. b) wenn andere dort hineintappen und nicht mehr herausfinden, halte ich das für gesamtgesellschaftlich (also über den Aspekt Film hinaus) für gefährlich. Die Rezeption eines Films und der Umgang der meisten damit ist nur ein Symptom für ein viel größeres Problem, das aber hier denke ich ausreichend umrissen wurde.

Kleine konkrete Beispiele:
Viele Leute finden einen Film 'scheisse', weil ihnen ein Darsteller unsympathisch ist. Sie haben dafür nicht mal einen wirklichen Grund bzw. könnten diese Frage nur wieder mit subjektiv, Geschmack und ähnlichem Kack begründen. Story, Outcome, Setting, Idee, Darstellung, alles wurst. Der Darsteller X spielt mit, also muß das Ding scheisse sein. Ähnlich das dumme Geschwurbel wg. Vorlagen. Eine Vorlage muß nicht zwingend 1 zu 1 umgesetzt werden, man kann sie auch als Basis für eine NEUE Story verwenden. Dennoch entblöden sich unzählige Leute nicht, den Film deshalb 'schlecht' zu finden, weil er sich nicht an die Vorlage hält. Oft nur, um sich selbst in den Vordergrund zu rücken als einer, der die Vorlage ja kennt und deshalb beweisen kann, daß er schon lange dabei war, bevor das Thema zum 'Hype' wurde, was ja auch wieder irgendwie als 'cool' verstanden werden soll. Und schon sind wir beim 'Hype'. Ich unterstütze Aversionen gegen das Vorgehen der Industrie, aber was als Reaktion kommt ist bestenfalls ein jämmerlicher Shitstorm statt einer, sorry, fairen Auseinandersetzung. Und, wie immer, es geht um's Ego. Weil halt auch so viele Deppen meinen, mann müsse loyal gegenüber jemand sein, der eine vergleichbare Meinung teilt...

So, jetzt wird's mir aber zuviel und zu heiss hier. Scheisswetter. Ich geh raus ins Wasser...


einSchluss

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Iiiiiiiih.

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Punsha

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Jajajaja, genug geredet. Und jetzt ausziehen!

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mellowtree

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grade habe ich mich gewundert, warum ich allen grundaussagen dieser kolumne zustimmen kann. ist das zufall? und dann wurde es mir klar: in der medienlandschaft wird (aus vielen gründen) kaum ernsthaft kritisiert. so bleiben selbst die offensichtlichsten angriffspunkte weitgehend unbesprochen. wenn dann einer die eier hat die dunklen seiten zur sprache zu bringen, stürzt er sich natürlich zuerst auf die offensichtlichsten.

dank an mr vincent vega dafür, dass auch er das projekt vorantreibt, echte haltung und echte kritik in unsere kultur zu integrieren ;)

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BigDi

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...schreibt einer, der in "Sucker Punch" nur Beglotzbares fand und alle überdeutlichen sexuellen Andeutungen gar nicht bemerkte. :P

Aber doch, sonst auch immer wieder ein Aufreger für mich. Für mich ist ein Film vor allem auch dann unterhaltsam, wenn ich in ihm immer wieder etwas entdecken kann.

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BigDi

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Man kann halt alles einfach betrachten ;)


phoenix409

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"Einer muss es eben tun!" vorallem, seit duffy weg ist! Jetzt gibt's nur noch dich! ;)


Markbln

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F**k me dead, das ist der narzisstischste Shit, den ich je online gelesen habe.
Ein Geschmacksdiktator, der sich über Diktate beklagt und darum bettelt, dass seine Texte sexy sind. Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss.

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C_C

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ich bin grad unkonzentriert, weil am telefon...


Bob Loblaw

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Naja um Selbstdarstellung geht es ja bei uns allen... Warum sollte ich sonst eine Kritik oder Meinung auf Moviepilot posten, ausser, um mich selbst damit darzustellen.
Und an zweiter Stelle kommen dann alle anderen Moviepiloten, für deren Meinung ich mich manchmal interessiere und mit denen ich mich gerne auseinandersetze.
Die Filme selbst komme erst an dritter Stelle, Die sind gemeinsame Nenner, über den wir kommunizieren.
Und das macht ja alles Spass !!!

Und bei Vincent Vega ist das ja nicht anders, ausser dass er zusätzlich noch "da oben" steht und eine Kolumne schreibt.
Das Problem bei den Diskussionen unter seien Kolumnen ist halt oft, dass er als Person zum Kommunikationsthema wird und nicht die Filme, über die er schreibt. Noch nicht einmal seine Meinung wird diskutiert sondern nur er selbst.

Das liegt zum Teil an ihm und zum Teil an uns...
Trotzdem ist das alles nicht so schlimm, da es auch hier jede Menge gute Diskussionen und Kommentare gibt.


Apollyon

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Ich würde sogar weiter gehen und behaupten, dass allein der Betrachter und nicht der Film die Rezeptionsrichtung bestimmt, der ist nur das Ausgangsmaterial. Es ist völlig gleich, welchen Anspruch der Streifen mit sich zu bringen scheint, entscheidend ist, was man daraus macht. Unterhaltung ist schließlich nicht auf Spannung, hervorgerufen durch einen interessanten Plot, reduzierbar, sondern manifestiert sich bei jedem Einzelnen anders. Der Irrglaube, es gäbe eine richtige Deutung oder Rezeption eines Films, die sich idealerweise mit der Intention des Regisseurs(oder des Drehbuchschreibers, des Produzenten,...?) deckt, scheint mir aber unausrottbar.

Die überhaupt nicht endgültig greifbare Intention eines Regisseurs spielt überhaupt keine Rolle für die Interpretation, denn wie du schon geschrieben hast, ist das Werk, sobald es veröffentlicht ist, autonom. Ein Künstler verbalisiert zudem nicht sämtliche Facetten seines Werks, ein Großteil des Entstehungsprozesses läuft irrational oder sogar völlig unbewusst ab.

Ich finde es zum Beispiel spannend, wenn andere einem Film neue Aspekte abgewinnen können, insofern das gut begründet ist. In "Alien" beispielsweise spricht die schiere Menge an Indizien für die sexuelle Konnotation einzelner Szenen. Bestimmte Sichtweisen pauschal abzulehnen, halte ich für engstirnig und einem grundsätzlich deutungsoffenen Werk unangemessen.

Die entscheidende Frage ist natürlich, was "gut begründet" genau bedeuten soll. Ich denke, daran scheiden sich letztendlich die Geister. Wichtig ist es vor allem, filmnah zu argumentieren, also das faktisch Gegebene zu nutzen, um eine Diskussionsbasis zu haben. Der Rest hängt prinzipiell nur vom Horizont(wertfrei!) und von den Interessen des Betrachters ab. Der Film ist ein populäres Medium und bringt deshalb eine entsprechend großes Spektrum an Rezipienten mit sich. Und das ist gut so!

Kurz gesagt, hapert es meistens an der Diskussionskultur. Wenn nur, um dem Gegenüber die Meinung zu oktroyieren, gestritten wird, dann ist von vornherein Hopfen und Malz verloren. Leider ist das meistens der Fall und infolgedessen wird auf scheinbar objektive Kriterien zurückgegriffen, um seine Position als die richtige zu untermauern. Auf der anderen Seite kann man niemandem vorschreiben, wie er einen Film zu sehen hat. Man muss akzeptieren, dass nicht jeder immer Lust hat, sich intensiv mit einem Streifen auseinanderzusetzen - ohne implizierte Wertung.

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Apollyon

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Ok, den Großteil ziehe ich zurück, das kann man ja eigentlich gar nicht abschätzen.^^

@Schlegel
Bedingungslosigkeit und Bedingung...dieser Satz ist sehr abstrakt, ich verstehe ihn nicht. :/
Bedingung(slosigkeit) wofür?


Mave

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das klingt, als würde da jemand den Tod des Autors und die Intertextualitätstheorie an den Start bringen. well done!
Ich denke auch, man muss und kann ja nur sozusagen film- oder werkimmanent interpretieren und argumentieren, an die tatsächliche Intention des Filmemachers wird man nie wirklich herankommen. Nur Thesen kann man darüber aufstellen und diese dann mit den Filmen selbst begründen, wenn sie das hergeben. Ein ultimatives, finales und allgemeines Urteil über nen Film fällen zu wollen ist schon sehr doll anmaßend.
Und zum Unbewussten: Jeder Film stellt wohl ein Gewebe aus unzählbar vielen Einflüssen aller Art dar, manche natürlich ganz bewusst eingesetzt und zitiert, aber mit höchster Wahrscheinlichkeit auch eine Menge unbewusst. Wie sollte es auch anders sein?
Nichtsdestotrotz: Yeah, Meinungsfreiheit! Yeah, Kontroversen!
Und wie die wahrscheinlich meisten bin ich von Zeit zu Zeit gewillt, mich mit einem anspruchsvolleren Film auseinanderzusetzen, genauso wie ich mich ab und zu leicht unterhalten lassen möchte.


Florian Albrecht

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ich denke jeder sollte seine meinung zu filmen bilden und VERTRETEN.
Natürlich kann man viel Interpretieren in Filme (die soetwas zulassen) und manchmal kommt Quark dabei rum, manchmal aber auch richtig gutes.
Es ist ähnlich einer Interpretation eines Gedichts in der Schule. (oO jetzt kommter mit seinem hobby^^) Dort gilt meist Konsens des Lehrers, und wenn du es nichts so schreibst wie der Lehrer es will, dann gibts schöne Diskussionen.
Jeder Mensch kann FIlm anderes Interpretieren, das liegt an seiner Erziehung, Erlebnissen, Sehngewohnheiten etc...

Dennoch, und da hast du Recht, sollte man es vermeiden UNFUG zu deuten. Klar der Gedanke mag kommen, dem ein oder anderen Zuschauer, aber dann gilt es den eigenen Gedanken zu überdenken und zu analysieren. (oh wie ein deutshclehrer hör ich mich an).

Deine Beobachtung ist aber absolut nachvollziehbar. Filme unterhalten, ob gut oder schlecht, darf jeder für sich selbst entscheiden. Interpretation und Technik, sind zwei andere Kisten, die mit der Unterhaltung die schönen Säulen des FIlms ergeben.

Cheers

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ProjectChaos

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Du solltest den Text min. einmal erneut lesen


Grimalkin

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Prinzipiell stimmt das, was im Text steht, bis auf den letzten Abschnitt. Das Fazit ist ein kläglicher Versuch, die sonstigen Shitstorms, die diese Kolumne provoziert, zu rechtfertigen. Gerade dieses festgefahrene und - wie du sagst - "kunstfeindliche", bornierte Diktat, das die Film schauenden und - kommentierenden pflegen, wird durch diese Aneck-Texte um des Aneckens Willen eher noch gefördert. Insofern finde ich, erreichst du genau das, was du angeblich bekämpfen willst. Nice Try!

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Julio Sacchi

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Schön geschrieben (ist ja eh Standard bei Vinnie), viel Wahrheit - aber warum? Diese Kolumne braucht keinerlei Rechtfertigung. Die absurde Gaga-Filmrezeption eines Großteils der Online-Community kann man auch in Frage stellen, ohne sich selbst zu deren Opfer zu deklamieren. Die ausgestreckte Hand am Ende wird hoffentlich ausgeschlagen von Mob.

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oschi

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Da habe ich mit meinem Kommentar letzte Woche zu Alien ja endlich auch mal angeeckt ;-)...Nein ich gebs zu irgendwann wurden die Antworten, die sich unter meinem Kommentar anhäuften, wirklich immer engstirniger, aber dass ist bei kontroversen Themen normal.Gerade deine Rubrik "Mr. Vincent Vega eckt an" profitiert ja von deiner (vorgetäuschten?) Engstirnigkeit. Zu deiner Hoffnung, Mr. Vincent Vega, dass deine Kolumne konstruktiven Austausch und geistige Auseinandersetzung auslösen kann, muss ich sagen, dass die Kommentare unter deinen Artikeln bisher eher einer Raubtierfütterung gleichen: Du gibst ihnen das Futter und sie beißen dir gleich den ganzen Arm ab. Also ich wär überrascht, wenn sich das auf einmal ändern sollte, dazu sind deine Artikel einfach zu umstritten...mir gefallen sie trotzdem, oder gerade deshalb ;-)

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Kubrick_obscura

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Hihi, war bestimmt schwierig ein passendes Bild auszuwählen. Dann eben Catwoman, das generiert immer Klicks! :-D Das Bild wird aber vom Text noch getoppt, sehr "unterhaltsam" diese Kolumne!

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Narrisch

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Wenn ich mich in meinen Porsche setze und auf unsere heimische Skyline zufahre erfülle ich die sexuelle Komponente gleich in zweifacher Hinsicht. Diverse Phallussymbole am Horizont und der Phallus der geradeaus fährt. Wenn meine blonde Muse, Göttin und Gefährtin dann noch neben mir sitzt wirds noch komplexer. Sex überall! Man kann in alles, alles Mögliche hineininterpretieren so auch in Filme. Die angesprochene sexuelle Komponente in Alien kann man sehen wenn man das denn will, das Problem dabei ist jedoch nicht das was man sieht sondern das was man sehen möchte.

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Bob Loblaw

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Ich meinte eigentlich die Alien/Prometheus Diskussion letzte Woche... :D
Prometheus hab ich schon vor 2 Monaten gesehen... ich hatte mir extra frei genommen und bin 2 Stunden mit dem Zug gefahren... da habe auf jeden Fall ein Taschentuch gebraucht !!!


Schlegel

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Die Wahrheit ist kein Kristall, den man in die Tasche stecken kann, sondern eine unendliche Flüssigkeit, in die man hineinfällt. (Musil)


xtheunknown

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wie man es in den wald ruft so schalt es heraus. in einer kolumne die zum anecken da ist wird halt auch mal angeeckt und zwar von jedem. ist doch nur fair. wer anecken will der eckt halt an, kein grund sich zu beschweren.

der sinn und zweck dieser communitie ist es doch sich von filmen die einen interessieren ein bild zu machen. dazu gehören alle pro und kontras oder anders gesagt alle bewertungen von 0 bis 10. einige haben mehr andere weniger fachwissen, aber das bild kann ich mir ja selber machen. ich besorge mir manchmal filme die verrissen werden weil ich die begründung für mich nicht zutreffend finde. z.b.: tolle atmosphäre aber viel zu langweilig.

qualität, unterhaltungswert und kunst liegen nicht immer im auge des betrachters. filme und dokus die nur spannung oder action durch schnelle schnitte suggerieren als dumm zu bezeichnen ist noch nett formuliert. klar kann das unterhaltsam sein, bleibt aber dumm. das gegenbeispiel wäre ein cocktail für eine leiche. dazu kommt noch wie viele filme jemand kennt mit denen ich vergleichen kann. manchmal findet man einen film gut bis man einen kennt der es besser macht. wer beispielsweise die schlachtenszenen aus herr der ringe als das beste bezeichnet was er je gesehen hat dem fehlt z.b. einfach der verlgeich zu sergei bondartschuks krieg und frieden. ich kann doch von jedem filmfan noch erwarten das er sich einen überblick über das verschafft was es am filmmarkt gibt. wer dazu nicht bereit ist muss mir auch nichts von geschmackssache erzählen, über alles andere kann man gerne diskutieren.

abschliessend nochmal ein zitat von david cronenberg: ich finde es interessant wie man meine filme interpretiert.

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BlueSquirrel

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Aha. Ein Kommentar zu Kommentaren unter deiner Kolumne mit der Aussage verknüpft, dass deine Kolumne toll ist. Das ist auch alles etwas arg in die Länge gezogen. Hmm. Muss ich wohl wieder eine Woche warten, denn das hier überzeugt mich nicht.^^

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Mr Vincent Vega

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TzZzZz. Entfreundungsnominierung: Max von Meckerling.


Dom699

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die sexuelle konnotation in der ganzen alienserie ist doch so offennsichtlich, man sieht sie vom weltall aus...

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Dom699

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? wieso sollte sich deine bewertung ändern wenn du die sexuelle konnotation einbeziehst?


C_C

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Argh! Nein, irgendjemand hat sich doch beschwert, da´Prometheus das nicht mehr 'richtig' darstellt. Das wäre MIR aber egal! Das meine ich!


Tautou

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Bob Loblaw

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Gut geschrieben, Mr. Vega. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen !

Letzte Woche bei dem Prometheus-/ Alien-/ Sexualtäts- Thema habe ich mich ja auch in eine Diskussion eingemischt und bin an der Engstirnigkeit und Einfältigkeit meiner Diskussionspartner verzweifelt... Am Ende zweifelte ich sogar an mir selbst :(

Andererseits hatte ich bei der gleichen Kolumne aber auch eine sehr schöne Diskussion.
Da steckt man nie drin...

Insgesamt gibt es bei deinen Kolumnen immer einige gute Kommentare und Diskussionen, egal ab die Leute jetzt die Meinung teilen oder Gegenargumente haben.
Nervig wird es aber vor allem, wenn es bei den Kommentaren nur noch um deine Person geht und nicht ums Thema.
Ich hoffe mal, dass sich viele Leute die heutige Kolumne durchlesen und zu Herzen nehmen, damit in Zukunft alles besser wird. :)

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apov1s

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An sich ist es ja ganz interessant ein wenig mehr über deine Denkweise zu erfahren. Am Ende bleibt für mich nach diesem Artikel jedoch der Eindruck zurück, dass du deinen Willen zum "Anecken" rechtfertigen musst. Klingt nicht gerade nach Enfant Terrible.

An der ganzen Rubrik hier stört mich auch nicht, dass du versuchst etwas Kontroverses zu schaffen, sondern vielmehr die plakative Einfachheit mit der du Filme, Personen etc. heraussuchst, die sehr populär sind. Das ist in meinen Augen keine Kontroverse im eigentlichen Sinne sondern Kontroverse der Kontroverse wegen.

Im Übrigen, bin ich vollkommen deiner Meinung wenn es um die teils unfreundlichen Kommentare geht, die wohl auf den Schutzmantel der Anonymität im Internet zurückzuführen sind. Dennoch finde ich die herablassende Art mit der du jene bedenkst, die keinen Phallus im Alien sehen vollkommen unangemessen.

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Mr Vincent Vega

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Herablassend sind wohl viel eher Wortmeldungen, die einen für "einfach absolut verrückt. PUNKT!" erklären, sofern man ihn eben doch sieht.


apov1s

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Habe ja deswegen auch geschrieben, dass ich in diesem Punkt mit dir einer Meinung bin.


MikeC.

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Klar, viele Filme unserer Zeit sind reine Effekthascherei, die ausser CGI-Effekten absolut nichts zu bieten haben. Aber ab und an kommt auch mal ein Film vorbei, der zwar nichts wirklich tiefgründiges zu vermitteln hat, aber trotzdem für 90-120 Minuten Spaß machen kann. Und diesen Filme, so vermute ich anhand deiner Kolumne, würdest du eine "gute" Bewertung (wie auch immer die aussehen mag, sei dahingestellt) versagen bzw. versagen müssen.
Ebenso gibt es tiefgründige Filme wie "Magnolia", die eine tiefere Botschaft besitzen, sich aber trotzdem auch einfach nur "anglotzen" lassen, ohne zu langweilen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Filme wie "Das Spiel der Macht", die tiefgründig sind, aber komplett versagen, wenn es um den Unterhaltungswert für den Zuschauers geht. Mit anderen Worten: Er ist einfach langweilig!
Eine Unterteilung in "Unterhaltsam" oder "Nicht-Unterhaltsam" ist also nicht immer "falsch", eine Unterteilung in "Tief" oder "flach" nicht immer "richtig".
Es ist wie immer im Leben, weder schwarz noch weiß, sondern grau.

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Schlegel

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Ich denke, Vega hat nichts gegen Popcornkino einzuwenden (wozu ich auch "Magnolia" zählen würde), sondern plädiert dafür, Filme nicht ausschließlich an den Kriterien des Mainstreams zu messen. Schau dir mal was von Straub-Huillet an. Kein konventionelles Erzählkino und deshalb von der Mehrheit abgelehnt. Dem Medium tut es nicht gut, wenn es ständig mit konservativer Rezeption zu kämpfen hat.


MartinNolan

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Es wird immer Menschen geben, die sich unreflektiert an eine Meinung klammern und sich durch verschiedene Überlegungen anderer verunsichert fühlen, weshalb es schlussendlich zu destruktiven Diskussionen kommt. Es ist natürlich auch der einfachste Weg, dem viele Menschen folgen, die eigene Meinung als unzerstörbares Muster in das Gehirn einzustapfen. Solche Menschen beschränken ihren Unterhaltungshorizont erheblich.
Ich persönlich halte im Gegenzug aber auch nicht viel davon, einen Film formvollendet auszuinterpretieren. Da dieses Unterfangen, sich meist in solchen Maßen vom Film entfernt, dass man als Leser nach einigen Zeilen, mehr ein philosophisches Manifest vorliegen hat, als eine Kritik.
Man soll mich nicht falsch verstehen, ich schätze auch solche Kommentare, doch gleiten eben solche sehr schnell vom "tatsächlichen" Thema ab.
Ich glaube aber kaum, dass der Text von Mr.Vincent Vega etwas ändern wird. Vielmehr liest sich sein Text als konstante Selbstbestätigung seines Schaffens, welches einige Kommentare im weiteren Verlauf des Tages bekunden werden.

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horro

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Filmkonsumenten-Erziehung auf höchstem Niveau. Die Doktrin Filme in unterhaltsam und nicht-unterhaltsam einzuteilen, die du hier anprangerst, beobachte ich selbstverständlich auch und ich kann deinen Appell für mehr Facetten in der Filmdiskussion nachvollziehen. Wie du aber auch erwähnst, brauchen die Leute, die sich Filme anschauen, halt eben einfache, auf ihren Erfahrungswerten basierende, Beurteilungskriterien, nach denen sie für sich persönlich eine Wertung vornehmen können; das gilt selbstverständlich nicht nur für Filme sondern für so ziemlich alle bewertbaren Formen von Kulturgütern jeder Art. Die Kriterien, die über Jahrzente gewachsen sind, nun aber einfach über Bord zu werfen und durch absolute Offenheit gegenüber allen Elementen, die sich womöglich in einem Film verstecken oder sich in diesen hineininterpretieren lassen, zu ersetzen, halte ich persönlich für unrealistisch. Gerade zu beobachten, wie verschiedene Menschen mit ihren ausgeprägten Automatismen so sehr unterschiedlich auf einen gleichen Film reagieren, macht für mich die Spannung an MP aus. Und seine eigene Meinung, sei sie noch so geprägt durch fremdgesteuerte nichtssagende Floskeln, hier posten zu dürfen ohne dafür an den Pranger gestellt zu werden, stellt schon fast ein Grundrecht eines jeden Filmfreunds dar.

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Jodo Kast

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Da muss ich dir voll und ganz zustimmen. Ich gucke gerne sowohl sinnfreies Actionkino, dass wirklich nur der Unterhaltung dient, als auch tiefgründiges Arthouse. Es kommt auch ganz auf die Stimmung an, worauf ich gerade Lust habe. Und was bringt es mir denn, wenn der Film mich auf einer höheren Metaebene ansprechen soll/kann, wenn mir alles andere daran (vom Cast, über die Musik bis hin zur Kamerafahrt) mal sowas von gegen den Strich geht?


Hitmanski

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Sexy. Eine Kolumne die ihrem Autor gerecht wird :)

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FranklinFlyer

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Hey Vega,
Jessen und di Lorenzo haben angerufen. Sie fanden deine Sachen ganz nett. Aber sie haben von dir noch nie gehört und wollen nun wissen, an welche Berliner WG sie deine Unterlagen zurückschicken sollen.

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