Das Rezeptionsdiktat in Film-Communities
Mr Vincent Vega (Rajko Burchardt), Veröffentlicht am 15.08.2012, 08:50
Catwoman in The Dark Knight Rises
© Warner Bros. Pictures
In den mittlerweile vielen Jahren virtueller Filmdiskussion, dem gegenseitigen Meinungsaustausch, der Zusammenkunft unterschiedlicher Positionen und Haltungen, beobachte ich eine Reihe immer wiederkehrender, mit verlässlicher Regelmäßigkeit und gebetsmühlenartigem Nachdruck vorgetragener Floskeln, die bestimmen wollen, wie Film zu sein habe und wie er gesehen werden müsse. Es scheint, trotz der naturgemäßen organischen Vielfalt von Ansicht und Denkweise im Community-Wesen, einen letztendlichen Konsens über die Grundlagen der inhaltlichen Diskussion zu geben, sei es in filmorientierten Internetforen, Blogs oder auch Datenbanken. Ein bestimmtes Muster, das irgendwann einmal irgendwie salonfähig geworden sein muss, so es sich ständig wiederholt oder reproduziert, und so es sich wie eine Folie, an unterschiedlichen Stellen und von unterschiedlichen Menschen, bequem über schlicht alles ziehen lässt. Dort, wo populär über Film (als Massenkulturgut) geschrieben und diskutiert wird, wo User und Mitglieder einem Interesse, einem Hobby, einer Leidenschaft nachgehen, versammeln sich die Langbartsätze und Rezeptionsklischees zu einer sich selbst bestätigenden Engsicht. In nur neun Ausgaben dieser Kolumne bildeten die Kommentare unterhalb der Artikel bereits ein anschauliches Potpourri all der immer wiederkehrenden Forderungen, wie Film zu verstehen sei, und den mit ihnen verknüpften Dogmen und Vorgaben, die ein Diktat der filmischen Erfahrung vorzugeben meinen.
Zu den häufigsten Einwürfen einer jeden rhetorischen Auseinandersetzung mit bestimmten Themen zählte auch hier bislang, dass Film in allererste Linie eines leisten solle: unterhalten. Immer wieder ist da die Rede von einer konfusen Funktionalität, die Film zu erbringen habe, und immer wieder scheint der Unterhaltungsanspruch, so unpräzise er dabei auch sein möge, an Bestimmungen geknüpft zu sein, die immer erstmal nur eines zum Ausdruck bringen: Was Film(Rezeption) müsse, und nicht was erlaubt oder vielleicht gar sinnfällig sei. Aus kuriosen Gründen ist dem Zuschauer, der Filme in gute und schlechte Unterhaltung sortiert, deshalb vor allem daran gelegen, ihn vehement vor a) „Überinterpretation“, b) gedanklichem Tiefsinn und c) gestalterischer Komplexität zu schützen, so als sei das Unterhaltungspotenzial durch sie in irgendeiner Weise bedroht. „Meiner Meinung nach sollte eine Kritik über den Unterhaltungswert eines Film berichten und nicht Leute in die Irre führen, was der Clown hier tut.“, kommentierte ein User meine Polemik zu The Dark Knight Rises. Doch wie soll sich ein solcher Wert ermitteln lassen? Wem ist damit geholfen, ob ich (der Clown) oder sonst jemand die Filme von Christopher Nolan für unterhaltsam oder nicht unterhaltsam befindet? Was schon kann eine Filmkritik anderes leisten, als Punkte zusammenzutragen und Beobachtungsergebnisse vorzustellen, aus deren geschärftem Blick bestenfalls eine Meinung hervorgeht, die dem unterhaltungswilligen Leser Anhaltspunkte für ein mögliches persönliches Urteil liefert?
Der Vorwurf der Clownerie, des In-die-Irre-führens, verweist implizit auf eine weitere Strategie, mit dem ein Film offenbar vor drohendem Unterhaltungsverlust geschützt werden soll. Unter meinem Text zur Genese des Alien-Monsters und Prometheus – Dunkle Zeichen, dem aktuellen Film von Ridley Scott, entfachte eine Diskussion über die sexuellen Konnotationen in Alien, deren Deutungen, „absolut schwachsinnig“ seien und „an der Intention des Filmes vorbei“ führten. Die seit über drei Jahrzehnten in verschiedensten Bild-, Text- und Tonmedien durchgespielte Offensichtlichkeit der psychosexuellen Entwürfe des Films einmal außer Acht gelassen, scheint sich die hier behauptete Praxis, ein Kunstwerk herunter brechen und eindeutig festlegen zu können, zusätzlich über den Weg der Intentionalisierung legitimieren zu wollen. So als ob ganz klar wäre, was der Film wolle und nicht wolle, und als ob einzig jener auserwählte Pfad beschritten werden dürfe, der ganz im ominösen spekulativen Sinne der Filmemacher sei. Eine Intention hat Ridley Scott gewiss, doch ob diese mich angesichts seiner in die Hände der Öffentlichkeit gelegten Filme auch nur eine Spur interessiert, ist mir – und jedem anderen – glücklicherweise ganz selbst überlassen. Zur Beruhigung: Sie interessiert mich durchaus. Ob ich sie allerdings zum Maß der Dinge mache, bleibt immer noch meine Entscheidung. Allen Ferndiagnosen zum Trotz, denn „wer in Alien einen Kampf der Geschlechter hineininterpretiert“, der sei schließlich „einfach absolut verrückt. PUNKT!“.
Aus einer so derart kunstfeindlichen, engstirnigen, unsinnlichen Perspektive heraus kann dann Unterhaltung, um den Begriff auch wörtlich zu nehmen, sowieso nicht mehr stattfinden. Denn einen (gedanklichen) Austausch verbieten sich solche Lesarten bereits selbst. Welchen Unterhaltungswert soll bloßes Abnicken, sollen passives Schauen und passivierendes Verarbeiten schon noch besitzen. Was ist unterhaltsam daran, Filme nur zu glotzen statt zu sehen. Und welche Möglichkeiten lässt diese kümmerliche Haltung gegenüber dem Kino noch zu, außer es in so genannte No-Brainer und Popcorn-Filme einzuteilen, sich als Teil eines entsprechend konditionierten Publikums auf die eigene Disziplinierung der Filmrezeption zu verlassen und anschließend die alles entscheidende Unterhaltungsfrage zu stellen. „Manche sehen mit dem rechten und dem linken Auge genau dasselbe. Und glauben, dies sei Objektivität.“ (Stanislaw Jerzy Lec).
Nicht zuletzt deshalb brauchte es hier eine Kolumne wie diese, ein regelmäßiges Forum, das der Lustfeindlichkeit einen Spiegel vorhält. Das in der Übertreibung nach einer Wahrheit und im aufrichtigen Gegenhalten nach dem Diskurs sucht. Das vielleicht sogar festgefahrenes Denken und eingerichtete Bequemlichkeit aufbricht, um eine Überprüfung des eigenen Blickwinkels anzuregen. Um, so lange es solche Kommentare wie die zitierten gibt, mit Rumpeln statt Kuscheln eine Diskussion zu eröffnen, bei der Zustimmung und Ablehnung nur als Ergebnisse konstruktiven Austauschs gewertet werden können. Bei der es mir nicht zwingend um Resonanz und Kommentarmeldungen, sondern geistige Auseinandersetzung geht. In einer jungen Film-Community, die, auch oder insbesondere im Eifer der Polemik, viel Wissenswertes austauschen kann. Diese Kolumne also ist nicht nur super sexy, sondern auch gleichermaßen subversiv wie konstruktiv.
News aus der Rubrik Mr. Vincent Vegas Filmecke
Deine Meinung zum Artikel Das Rezeptionsdiktat in Film-Communities
Bitte logge dich ein oder registriere dich um einen Kommentar zu schreiben.
Deine Meinung zum Artikel Das Rezeptionsdiktat in Film-Communities
Kommentare
über Das Rezeptionsdiktat in Film-Communities
jedi37 Thu, 16 Aug 2012 23:05:23 -0000
Kommentar löschenMr. Vega, dein Zitat über Blickwinkel der Filmkritik find ich total zutreffend.Leider ergießt Du Dich aber auch ellenlang über die Kritiker deiner Kolumne. Ich dachte, genau das willst Du damit erreichen, eine kontoverse Diskussion anstoßen zu deinem jeweiligen Thema.
Leider kommt es mir im späteren Fortgang deines Textes immer mehr so vor als würdest Du Dich nur "wichtig" machen wollen.
Ich selbst erkenne an mir durchaus einige deiner Kritikpunkte über "Muster", ich bewerte viele Filme eben nach Unterhaltungswert - für mich. Ich schaue und geniesse auch gerne gute "künstlerische" Filme, leider immer seltener anzutreffen aufgrund des kommerz. Diese zu kritisieren ist eine echte herusforderung für einen Amateur wie mich... aber das macht eben grade Spass!
Mach ruhig weiter wie zu Beginn, die Welt braucht echte "Anecker"!
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
brainchild Thu, 16 Aug 2012 15:33:03 -0000
Kommentar löschenDer letzte Absatz klingt für mich (ganz subjektiv) auch nach einer Rechtfertigung für Äußerungen wie deine über die Schießerei bei der Batman-Premiere. Polemik ist immer eine Gratwanderung, die oft mehr von der Formulierung als vom Inhalt abhängt. Aus so mancher Formulierung lässt sich aber auch mit gutem Willen nichts konstruktives rauslesen. Dazu sollte man im Nachhinein dann auch stehen.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
nilswachter Thu, 16 Aug 2012 14:50:44 -0000
Kommentar löschenNach diesem Text denke ich anders über Vega und seine Kolumne. Er spricht etwas sehr wichtiges an, wenn auch der pädagogische Zeigefinger doch etwas sehr ausgestreckt wird. Es ist genauso legitim einen Film nach dem subjektiven Kriterium der Unterhaltung zu bewerten, wie es richtig ist, genau dieses Bewertungsmuster zu hinterfragen. Natürlich ist Unterhaltung ein sehr weit definierbarer begriff. Er kann mit Langeweile oder Spannung verbunden sein; mit ausgelösten Emotionen, Freude, Glücksgefühle oder Trauer oder eine Kombination von allem. Er kann auch einfach mit einem "das war der Hammer!" verbunden sein.
Einem Vega oder auch dem Kollegen Hitmanski vorzuwerfen, dass sie keine Ahnung haben oder zu diktieren, dass man nur den Unterhaltungsfaktor von Filmen bewerten soll, erscheint aber geradezu absurd und impertinent. Da Filme ein Kulturprodukt sind und daher auch zu kulturellen Symbolsystemen gehören, zu Kommunikationsmedien gehören, treten sie mit dem Zuschauer in einen Dialog. Über bestimmte Codes wird ein Narrativ, werden Bilder und Symbole vermittelt die decodiert und je nach dem akzeptiert, verstanden oder auch abgelehnt werden. Diese Decodierung erfolgt einerseits über die eigenen Prämissen und Vorstellungen, welche an den Film herangetragen wurden. Andererseits können dies aber auch Theorien sein, die auf das Gesehene angewendet werden: Stichwort psycho-sexuelle Analysen. Dadurch können auch unterschiedliche Rezeptionen erfolgen und der Film steht plötzlich in einem anderen Licht da. Man kann das dann Überinterpretation nennen, oder einfach kreative Herangehensweise. Dass das nicht der Intention der Regisseure entsprechen muss, ist klar, aber auch absolut legitim.
Eigentlich sollte man solche kontroversen Meinungen zu Filmen schätzen und nicht verreissen. Ich bin auch selten mit Vega einig, aber finde seine Kritiken immer interessant und sie ermöglichen mir eine weitere Auseinandersetzung mit dem Film, dem Schauspieler oder was auch immer. Einziges Problem, welches ich mit seinen Texten habe, ist, dass sie sich selber als Wahrheit präsentieren, wenn auch nicht gewollt. Die Polemiken können bisweilen etwas nervig sein, aber mit Kuscheln erreicht man halt kaum eine richtige Diskussion.
Ich habe Vegas Texte oftmals als Selbstbefriedigung empfunden und sie auch mal verspottet. Mit diesem Text hat er bewiesen, dass mehr als nur ein Nonkonformist und Polemiker in ihm steckt. Dafür ein Dankeschön.
bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
senistro.zoodiac Thu, 16 Aug 2012 06:23:08 -0000
Kommentar löschenDer Artikel macht Sinn, wenn auch mit Interpretationspielraum, aber das ist ja gewünscht ;-)
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
eisbaerdios Thu, 16 Aug 2012 01:51:57 -0000
Kommentar löschenselten so gute eigenwerbung gelesen. ich mag diese kolume, aber jetzt ist sie ein hit. vega's ist einer der wenigen die selber denken können. ich bekomme das auch selten hin, aber es ist immer wieder schön neue blickwinkel zu entdecken. weiter so.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
mikadoapache Wed, 15 Aug 2012 23:46:27 -0000
Kommentar löschenhey vega, falls es dir noch niemand erzählt hat, hier nochmal für dich:
"dont feed the troll!" - zumindest die kommentare auf die du dich in dieser kolumne beziehst - und allgemein sollte man filme nicht für etwas kritisieren, für das sie gar nicht produziert worden sind
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
C_C Wed, 15 Aug 2012 21:57:44 -0000
Kommentar löschenAlter, nach zweimaligem lesen kann ich das Ding voll unterschreiben, vor allem der letzte Absatz ist sehr geil! Mit einer kleinen Einschränkung bzgl. Gesamttext:
Zitat: "Was schon kann eine Filmkritik anderes leisten, als Punkte zusammenzutragen und Beobachtungsergebnisse vorzustellen, aus deren geschärftem Blick bestenfalls eine Meinung hervorgeht, die dem unterhaltungswilligen Leser Anhaltspunkte für ein mögliches persönliches Urteil liefert?"
Ich möchte mal folgende, böse... Anregung bringen:
Was denkt man insgeheim überjemand, der sich zB über die Simpsons oder American Dad totlacht? Und nimmt man Kommentare, vor allem negative, zu (ich nenne es mal vorsichtig) außergewöhnlichen Filmen von dieser Person wirklich ernst?
Eines sollte jedem Wichtigtuer aber endlich mal klar werden:
BLICKWINKEL sind manchmal wirklich inspirierend. Vor allem, wenn man sie regelmäßig WECHSELT...
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 11 Antworten
robert-hofmann Wed, 15 Aug 2012 23:39:56 -0000
Antwort löschennein, man nimmt sie nicht ernst. beziehungsweise: nein, DU nimmst sie nicht ernst, weil du von deinem (subjektiven) geschmack ausgehst und denkst, dass wenn jemand AD und Simpsons mag, auch der Rest seiner Einschätzungen sich nicht mit deinen deckt. bloß weil du den geschmack von jemand anderem nicht teilst, macht das deinen noch nicht allgemeingültig/objektiv.
Bob Loblaw Thu, 16 Aug 2012 07:38:56 -0000
Antwort löschenDu magst American Dad nicht ???? :(
Auch keinen Family Guy ??
C_C Thu, 16 Aug 2012 07:57:51 -0000
Antwort löschenfalsch, hofmann. Ich sage, man kann von Simpsons-Fandom durchaus auch Objektives ableiten.
Dein letzter Satz ist aber eh klar, das war auch nicht der Punkt.
Bob Loblaw Thu, 16 Aug 2012 09:00:33 -0000
Antwort löschenTerrence Malick ist übrigens grosser Zoolander-Fan !! :D
C_C Thu, 16 Aug 2012 09:51:16 -0000
Antwort löschenhey, malick hat mich mit Tree of Life genervt, sonst kenn ich nix von dem und Zoolander kenn ich das bescheuerte Plakat, aber nicht den Flm. So, bäh! ;-P
morlock Sat, 18 Aug 2012 12:22:43 -0000
Antwort löschenSelbstreflektion und eine kritische Hinterfragung des eigenen Standpunktes solltest DU DIR selber mal groß auf die Fahne schreiben.
Du spammst hier alles mit Deinem wirren und blödsinnigen Gelabere zu.
Trete vielleicht mal ein bisschen auf die Bremse.
Monsieur Hulot Sun, 19 Aug 2012 10:33:51 -0000
Antwort löschenVon Simpsons-Fandom oder der Begeisterung für Serie oder Film xy irgendwas "Objektives" schließen zu wollen ist einfach mal total voruteilsbelastet und schwachsinnig. Inwiefern sollte es sich bitte ausschließen die (m.E. übrigens ziemlich intelligent gemachten) Simpsons zu mögen und gleichzeitig etwas Ernstzunehmendes zu Tarkowski oder Kubrick zu sagen zu haben?? Überhaupt nicht, außer man ist eben borniert!
C_C Sun, 19 Aug 2012 12:11:37 -0000
Antwort löschenDas war ein Beispiel, du Schaf! Btw basierend auf Beobachtungen. 'objektiv' benutze ich eigentlich garnicht...
Dain Wed, 15 Aug 2012 20:27:52 -0000
Kommentar löschenDefinitiv seine beste Kolumne.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Commentator Wed, 15 Aug 2012 18:59:55 -0000
Kommentar löschenIm Großen und Ganzen bin ich hier sehr zustimmend. Ich bin allerdings auch jemand, der sich gerne auch mal nur unterhalten lässt. Ein ewiges deprimierendes Old Boy in allen Formen der Kunst würde mich ebenfalls Tag für Tag deprimiert zurücklassen. Zwischendurch muss es deshalb auch mal einfach nur Unterhaltung sein. Und wenn dann Gesellschaftskritik vorhanden ist, interessiert sie mich in diesem Moment nicht sonderlich.
Blöd ist es meiner Meinung nach erst dann, wenn jemand nur nach Unterhaltung schreit oder auch nur nach hoher Kunst mit Gesellschaftskritik und höherem Sinn.
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Emilio Arnau Thu, 16 Aug 2012 22:31:01 -0000
Antwort löschenTarantino erzählte mal in einem Interview von der Zeit als er in Cannes Jury-Mitglied oder -Vorsitzender war, wie er sich davor zwei Wochen lang zuhause mit Freude alle Beiträge anschaute - die besten europäischen Regisseure mit den deprimierendsten und kompliziertesten Filmen unserer Zeit - und danach ins Kino ging.
Er schaute sich JJ Abrams Star Trek an. Und es war so einfach aufzunehmen, gewohnte Kameraeinstellungen, halb-vorhersehbare Geschichte, Charaktere, die man so ähnlich schonmal gesehen hatte; es war wundervoll sagte er.
Er würde dir also wahrscheinlich zustimmen :)
Hendrik Wed, 15 Aug 2012 15:08:25 -0000
Kommentar löschenUnterhaltung ist nun mal genauso wie Langeweile höchst subjektiv - und VV mag wohl nicht der bescheidenste Filmkritiker sein, aber das wenigstens mit Selbstironie.
bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Iamthesword Wed, 15 Aug 2012 13:50:56 -0000
Kommentar löschen"De gustibus non est disputandum." Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Warum? Weil er etwas zutiefst Subjektives ist. "Gut" und "schlecht" gibt es nur in Verbindung mit "Ich finde...". Man kann guten Geschmack nicht objektiv definieren/beweisen.
Grundsätzlich ist ein Plädoyer für mehr Offenheit und Differenzierung bei der Filmrezeption eine gute Sache. Allerdings sollte man auch jedem das Recht einräumen, aus dem Bündel an potentiellen Kriterien jene auszusuchen, die ihm zur Bewertung des Films wichtig sind. Denn der Film soll ihm ja gefallen (aus welchen Gründen auch immer): das ist schlussendlich entscheidend. Und dann darf er auch engstirnig sein. Es ist seine persönliche Meinung. Und die steht jedem zu.
bedenklich? 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 23 Antworten
Bob Loblaw Wed, 15 Aug 2012 14:46:53 -0000
Antwort löschenEngstirnigen Leuten sollten Filme nicht gefallen !
Zur Strafe !!!!
C_C Wed, 15 Aug 2012 21:52:17 -0000
Antwort löschenDen ersten Absatz würde ich nicht so unterschreien. Siehe oben!
Iamthesword Wed, 15 Aug 2012 22:44:36 -0000
Antwort löschen@Bob Loblaw: Und Pest und Pickel sollen sie befallen...
@C_C: Inwiefern? Glaubst du, dass Geschmack etwas Feststehendes/Objektives ist?
Velly Wed, 15 Aug 2012 22:55:26 -0000
Antwort löschenGeschmack KANN doch gar nichts objektives sein...
mikadoapache Wed, 15 Aug 2012 23:50:13 -0000
Antwort löschenwie wärs erstmal mit den handwerklichen eigenschaften eines filmes?! - wenn du die einigermassen beurteilen kannst, bleibt schon mal nicht mehr allzuviel an filmen, die deinem geschmack entsprechen könnten übrig
Velly Thu, 16 Aug 2012 00:08:13 -0000
Antwort löschenDie Beurteilung des Handwerks hat doch nichts mit Geschmack zu tun. Ob eine handwerkliche Arbeit sauber ausgeführt ist, ist eine Sache, die man objektiv beurteilen kann. Aber dies hat nicht unweigerlich etwas damit zu tun, ob mir das fertige Werk gefällt.
Das Handwerk ist doch nur Mittel zum Zweck.
Bob Loblaw Thu, 16 Aug 2012 07:35:35 -0000
Antwort löschenDas wird ja noch eine spannende Diskussion :)
Geschmack...
Natürlich ist der Geschmack subjektiv. Aber irgendwie wird er ja auch durch die Medien,Blogs und Kritiken geprägt. Wir sind halt nicht alleine für unseren Geschmack verantwortlich, sondern der hat sich über die Zeit entwickelt.
Deshalb finde ich dass man sich durchaus auch über Geschmack streiten sollte. Natürlich hat jeder das Recht auf seine Meinung. Aber zumindest zu versuchen, die Leute ein bisschen zu "erziehen" finde absolut O.K.. Es geht ja nicht darum, alle gleich zu machen, sondern ganz im Gegenteil darum, die Leute dazu zu bringen, die Dinge mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.
Vincent Vega macht das gar nicht so schlecht. Ich denke durch seine (gespielte) Arroganz und übertriebene Polemik gibt er dem Leser die Möglichkeit ihn auch mal nicht so Ernst zu nehmen, was (zumindest mir) den Umgang mit seiner (schwierigen) Meinung erleichtert.
Handwerk...
Um das (Film-)Handwerk zu beurteilen, muss man sich vor allem damit auskennen. Das tun ja die wenigsten. Ich habe zumindest keine Ahnung, ob ein Film handwerklich gut oder schlecht geschnitten oder gefilmt ist. Das sage ich oft auch einfach aus dem Bauch heraus... viele Kritiker wohl auch... und da wird es wieder subjektiv. Und wenn jetzt irgendein Filmschulabsolvent die handwerkliche Qualität von "Avengers" erklärt... will das denn irgendjemand wissen ?!? Oder z.B. Michael Bay und Lars von Trier: Das sind handwerklich gute (denke ich) Regisseure... Trotzdem polarisieren sie ja extrem. Oder "The Rock"... wohl kein handwerklich guter Schauspieler (denke ich) ... aber trotzdem cool ( Fact! :D )
Deshalb freue ich mich über jede subjektive Filmkritik. Und je mehr unterschiedliche Kritiken zu dem gleichen Film, um so besser. Und wenn der Kritiker so selbstbewusst ist, dass er seien Meinung für die einzig richtige hält... Her damit !! (Armond White schreibt zum Beispiel sehr oft "it ist save to say, that..." anstatt "i think, that..." Oh Yeah !!)
Denn dann muss der Leser denken !!!
C_C Thu, 16 Aug 2012 08:01:49 -0000
Antwort löschen@iamthesword: ich glaube eigentlich nur, dass Geschmack nicht existiert bzw. eine faule Ausrede und ein Totschlagargument ist. Fandom, gleich welcher Art, läßt durchaus auch einen übrigens immer signifikanter werdenden objektivierten Anteil an 'Geschmack' zu. Hat was mit IQ, Erziehung, Background, Sozialisierung etc.pp. zu tun...
Ach, ich hasse eben Totschlagargumente!
Velly Thu, 16 Aug 2012 09:23:55 -0000
Antwort löschen@ Bob Loblaw:
Im gewissen Maße sollte man sich schon über Geschmack "streiten". Bzw über Geschmack diskutieren, weil es wirklich neue Blickwinkel öffnet, mal eine andere Position einzunehmen, bzw. von seiner eigenen Spur mal abzuweichen.
Da stimme ich dir zu. Aber einfach um den Horizont zu erweitern.
Und ich bin der Meinung, dass gerade die Kritik, die als Tatsache geäußert wird, nicht zum Nachdenken anregt. Naja... den ein oder anderen schon, aber die Dinge treffen ja eh nie auf alle Menschen gleichermaßen zu.
Ich glaube, wenn Sachen zu überheblich und provozierend geäußert werden, macht das eher Türen zu als auf oder führt dazu, dass manche hinterherlaufen und ja und Amen sagen.
Für mich sind es Fragen, die mich zum Nachdenken bewegen. Der Holzhammer, der mich trifft, provoziert mich eher dazu, zurückzuschlagen oder umzukippen ;-)
Iamthesword Thu, 16 Aug 2012 09:46:58 -0000
Antwort löschen@mikadoapache/Velly: Natürlich ist die handwerkliche Ausführung ein objektives Kriterium. Ob man sie persönlich für wwichtig hält, ist aber Frage des persönlichen Geschmacks.
Vielleicht einige grundsätzliche Dinge zum Geschmack (wie ich es definiere):
@C_C: Ich meine nicht Geschmack im Sinne von "höherstehend" oder "anspruchsvoller", "Du hast keinen Geschmack" etc. Wenn ich vom persönlichen Geschmack rede, meine ich damit die Vorlieben, die jeder Einzelne von uns hat. Wenn jemand sagt "Du hast halt keinen Geschmack" wäre das ein Totschlagargument im ersteren Sinne (wenn man das als Argument werten will...). das hasse ich auch. In meinem Sinne könnte er aber höchstens "Mir hat er aber gefallen" sagen. Und das ist ja kein Totschlagargument.
@Bob Loblaw: Natürlich ist unser Geschmack von vielem beeinflusst: Erziehung, Medien, Sozialisation insgesamt, zeitlicher Kontext: ein Fest für Soziologen...
@Velly: Das Zitat meint auch eher Streit im Sinne von: "Disput, bei dem am ende einer Recht hat". Und das geht eben bei Geschmack nicht. Du findest nicht auf einmal (Gott bewahre) Dieter Bohlen toll, nur weil ich dir das sage.
Meinungsaustausch dagegen ist höchst anregend (wie man an den Kommentaren ja auch sieht).
C_C Thu, 16 Aug 2012 09:50:24 -0000
Antwort löschenwie gesagt, ich verlange daß man hinterfragt, woher diese Vorlieben tatsächlich kommen.
Iamthesword Thu, 16 Aug 2012 12:13:16 -0000
Antwort löschenDarf man, sollte man, muss man aber nicht. Das muss jeder für sich entscheiden.
C_C Thu, 16 Aug 2012 21:52:41 -0000
Antwort löschendu apologetisierst damit etwas, was ich als eines der grundlegenden Mißverständnisse unseres karzinös-parasitären Weltgesellschaftssystems bezeichnen würde:
die Freiheit zur Dummheit.
Iamthesword Fri, 17 Aug 2012 23:35:01 -0000
Antwort löschenHimmel hilf, bist du in ein Fremdwörterbuch gefallen?
Aber zur Sache: In einem Bereich wie diesem, der eindeutig der privaten Sphäre zuzuordnen ist, besteht selbstverständlich das Recht darauf, die Kriterien zur Filmbeurteilung völlig frei zu wählen. Das heißt, ich habe auch die Freiheit zur Dummheit! Ich schade nämlich niemandem, wenn ich völlig dumme Filme schaue.
Ich finde es nicht unbedingt gut, wenn jemand das tut, aber es ist seine Sache.
Wie gesagt, dass gilt für Privatangelegenheiten wie diese, NICHT ALLGEMEIN!
C_C Sat, 18 Aug 2012 15:05:44 -0000
Antwort löschendas RECHT darauf stelle ich auch nicht in Frage, aber schon beim 'niemand schaden' bin ich nicht mehr so sicher. Aber das zu erklären wäre sehr aufwändig.
PS: Fremdwörter erhöhen manchmal die sprachliche Effizienz. Solange du sie verstehst, und das tust du ja. Ich bin halt einklich schreibfaul...
Iamthesword Sat, 18 Aug 2012 21:02:36 -0000
Antwort löschenBitte erkläre es. Das würde mich (bezogen auf unser Thema) wirklich interessieren.
Ja, aberleider gilt auch sehr oft (nicht für dich): je dichter die Fremdwörter, desto dünner die Argumentation. Das kann einem viele Texte vermiesen....
C_C Sat, 18 Aug 2012 21:49:36 -0000
Antwort löschenIch versuche mal, das am Beispiel meines eigenen Erlebens zu skizzieren, alles andere wird, denke ich, zu umfassend.
Niemand ist völlig frei von Beeinflussbarkeit. Diese ist häufig das Resultat eigener Unzulänglichkeiten, diese wiederum basierend auf Unsicherheiten. Das führt manchmal zu Anpassungen des eigenen Denkkonstrukts an andere, was ein ganzes Konglomerat an Motiven (Angst, Zugehörigkeitsgefühl, mangelnder 'Durchblick', Überschätzung anderer bzw. Unterschätzung von sich selbst, falsche Schlüsse basierend auf bisherigen Aussagen anderer, dann wieder falsche Assoziationsketten --> falsche Loyalitäten, auch auf Grund Angst vor eigenem Gesichtsverlust etc.pp) haben kann.
So.
Jetzt lese ich irgendeine mangelhaft durchdachte 'Kritik' einer Person, die mangelhaft reflektiert hat. Über den Film. Über sich selbst. Über den Film UND sich selbst. Über alles das, was sie daraus lernen könnte. Oder auch grade NICHT wissen will. Ohne DANN wiederum zu fragen, was es genau eigentlich IST, was dieses Unwohlsein ('Unlust') auslöst. Und so redet/schreibt die Person irgendeinen selbstgefälligen Scheiss, der oft auch noch nichtmal so sehr aus Unverständnis des Gesehenen resultiert sondern aus irgendeiner Art Gehässigkeit (Shitstorm, dissen... siehe zB Stewart-Bashing aktuell).
Ich aber habe diese oben beschriebene bzw. hergeleitete, UNFREIWILLIGE und UNBEWUßTE falsche Loyalität zu dieser Person im Kopf. Und schon fällt mein Interesse an einem Film, den ich vielleicht gerne gesehen hätte, massiv ab. Passiert immer wieder. Teilweise Jahre später schau ich mir den Film dann doch an. Und bin hin und weg, begeistert, wie weggeblasen. Und EXTREM sauer auf den Verreisser, weil er mir ein falsches Bild vermittelt hat und mich eventuell um eine weitere Facette konstuktiver Persönlichkeitsentwicklung brachte, mag sie auch noch so klein sein. Oder auch nur um ein positives Erleben. Man projeziere dies nun in die Zukunft: ich habe einen Film zu spät gesehen, weil ich einem Dummschwätzer glaubte, komme in eine Situation, in der die Aussage des Films mir hätte helfen können, wenn ich ihn MEINEN Instinkten vertrauend angesehen hätte und versage prompt. Klingt weit hergeholt? Klingt zu kleinlich? Nicht, wenn das Hunderte oder Tausende trifft. Die dann ihre Fehler nicht eingestehen können oder wollen und weiter Mist propagieren... aber hier wird's wieder arg abstrakt. Manchmal könnte man meinen, daß das sogar System hat, wenn man sich die Berichterstattung großer Medien in ALLEN Bereichen anschaut. Manipulativ bis ins Letzte, und alle fallen drauf rein.
So.
Natürlich bin ich alt genug zu wissen, daß mir das Geschwätz anderer egal sein sollte. Aber die Beeinflussung ist dennoch da, unfreiwillig, unbewußt.
Ich versuche heute zutage, den Schreiber zu analysieren, um herauszufinden, wie er im Vergleich zu mir tickt. Und wie ernst ich seine Aussagen zu Filmen tatsächlich nehmen muß. Das bedeutet aber, daß ich nicht einfach nur lese, was irgendemand schreibt sondern immer überlegen muß 'kann ich den ernst nehmen'? Nicht mehr zwei Stufen also, sondern mindestens drei.
Mir ist klar, daß das alles ein bischen übertrieben klingt, es sind ja 'nur' Filme. Dass dieses 'nur' quatsch ist, ist aber denke ich genug Leuten klar. Und ein paar weniger wird hoffentlich klar sein, daß dieses geschilderte Problem alle Lebensbereiche trifft.
Ich verliere damit langsam die Geduld.
Puh, ob das jetzt nachvollziehbar war? Anyway, you had it coming ;-)
Iamthesword Sun, 19 Aug 2012 00:39:42 -0000
Antwort löschenWow, das war wirklich viel....Und ja, es war nachvollziehbar.
Ich weiß jetzt, was du meinst. Sicherlich zugespitzt, aber nachvollziehbar.
Genauso zugespitzt könnte man aber antworten: Du wirfst also jemand anderem vor, beeinflussbar zu sein, weil du (wie jeder) beeinflussbar bist und dein Urteil womöglich in eine falsche Richtung treibt.
Diesen Vorurf könnte auch jeder an dich richten. Denn was bedeutet "mangelhaft durchdacht"? Oder, eine Stufe abstrakter, was ist "gut" und was ist "schlecht"?
So etwas gibt es nicht als objektive Kategorie. Urteile sind stehts nur subjektive Wahrnehmungen. Nun gibt es gibt Abkommen (nicht nur formale) darüber, was eine Mehrheit für richtig hält, aber das sind Konstruktionen, die sich aus den Perspektiven der Individuen ergeben. Objektiv oder gar überzeitlich sind sie nicht. Sind sind Produkte des Kontextes in dem sie entstehen, in kultureller, normativer, sozialer wie zeitlicher Sicht.
Das soll jetzt kein Aufruf zum allumfassenden Relativismus sein!! In vielen Bereichen sind diese Abkommen und Maßstäbe von essentieller Bedeutung und die Durchsetzung zwingend notwendig (die Menschenrechte als hervorragenstes Beispiel [das einzige Konstrukt, über das ich nicht diskutiere. Die sind richtig. PUNKT!]).
Allerdings glaube ich nicht, dass die Meinungsbildung über Filme dazu gehört. Sicher, auch hier gibt es eine vorherrschende Meinung (das ist ja das, was Mr. Vincent Vega Kritisiert). Ich bin aber gottfroh, dass mir niemand meiner Meinung mit Vorwürfen à la "minderwertiger, gegenläufig zur für richtig gehaltenen Meinung" abspenstig machen kann.
Wenn jemand völlig andere Kriterien anlegt als ich, dann ist das ok. Ich muss mich mit Kommentaren auseinandersetzen, hinterfragen, wovon der Autor ausgeht und mir meine Meinung dazu bilden.
Das ist anstrengend und manchmal ziemlich ärgerlich, aber ich sehe keine (gangbare) Alternative.
Ich glaube, das läuft auf eine Debatte Konstruktivismus gg. Nominalismus raus, oder?
Bob Loblaw Sun, 19 Aug 2012 09:53:15 -0000
Antwort löschenDas was C_C schreibt ist gut und plausibel.
Nur sehe ich das enthaltene Problem nicht so dramatisch.
Natürlich ist es heute wichtig, eine gelesene Kritik and die kritisierende Person zu knüpfen und dadurch zu relativieren. Der Hauptunterschied zwischen C_C und mir ist wohl, dass es mir Spass macht, das zu tun.
Im Prinzip kann man mit dem Überfluss an Kritikermeinungen sogar spielen: Wenn ich will, dass mir ein Film gefällt, suche ich mir vorher bewusst eine positive Kritik heraus... Das klappt manchmal, aber nicht immer. :D :D
Und ich glaube, man sollte sich von einer Kritik NIE von einem Film abbringen lassen, wenn der Instink etwas anderes sagt... selbst bei Unentschlossenheit... Ach was! Sobald man bereit ist eine Kritik zu lesen, besteht ja schon Interesse und man kann den Film sowieso schauen :D
Was ich bedauere ist, dass die Leute nicht nur in der Filmauswahl von den Medien geprägt werden, sondern auch in der Wahrnehmung der Filme an sich. Das heisst, selbst wenn man jemanden dazu bringt einen "guten, aber besonderen" Film zu schauen, findet die Person den Film vielleicht trotzdem schlecht, weil sie verlernt haben, diese Art von Filmen zu geniessen. So etwas macht mich immer sehr traurig.
Noch zu Kristen Stewart: Bei jedem Bashing-Artikel gibt es auch wieder 10 Kommentare, die sie in Schutz nehmen... Das darf man nicht vergessen. ( Ich habe gestern wirklich gestaunt, wie viele grundverschiedene Leute unter der Stewart-Kolumne ihren persönlichen Kommentar abgegeben haben )
C_C Sun, 19 Aug 2012 12:08:12 -0000
Antwort löschenmachen wir's Punkt für Punkt, du bis noch nicht ganz bei mir, inhaltlich.
Ich werfe niemandem Beeinflussbarkeit VOR, ich sage nur, man kann als Mensch hierbei nicht aus seiner Haut. Das sollte einem aber eben bewußt sein.
Mangelhaft durchdacht: auch das kann ich nur an Beispielen erklären. Das Häufigste und Schlimmste ist, wenn ein Film eine Aussage oder Szene wunderbar vorbereitet, um sie (rational!) plausibel darzustellen, diese Plausibilität aber nicht erkannt wird, weil der Filmschauende diese Vorbereitung nicht erkennt, begreift, durchschaut oder mißinterpretiert, nicht wahrhaben will, leugnet.
'Gut' und 'schlecht' würde ich beim beurteilen von 'Kunst' eigentlich nicht anwenden. 'Objektiv' oder 'Subjektiv' sowie 'Geschmack' wiederum halte ich eben für faule Ausreden, um die eigene mangelhafte Reflexion nicht offenbaren zu müssen bzw aufgedeckt zu bekommen. Schutzbehauptungen ohne Sinn. Wie alle Totschlagargumente.
Ich habe selten, aber es kommt vor, schon Kritiken zu einem Film gelesen, die im Ergebnis der Wertung exakt gegenteilig zu meiner waren, aber DENNOCH argumentativ superb hergeleitet wurden. Solche Kritiken, solche Kritiker mag ich, denn die geben mir etwas zum drüber nachdenken. (Und, damit das gleich klar ist, technische Aspekte sind für mich in einer Bewertung bis zu einem gewissen Grade irrelevant. Mir geht es NUR darum, was ist die Grundaussage? Was WILL der Film?) Oder, ähnlicher Fall, gleiche Bewertung aber aus einem vollkommen anderen Verständnis heraus, auch dieses jedoch sauber hergeleitet.
Ich versuche in diesem Zuge mal, Subjektivität auseinander zunehmen. Es gibt die passive, unabsichtliche subjektive Sicht auf einen Film. Es gibt aber auch eine unter dem Deckmantel der Subjektivität geäußerte aktive Sicht auf den Film. Dieser wird mit Erwartung, Vorurteil, vorgefaßter Meinung konsumiert und nur das gesehen, ganz subjektiv was man sehen will. Kurz: ich will eine Kritik zu dem Film lesen, eine Meinung des Schauenden zum Film. Nicht eine Meinung über sich und seine Meinung zum Film.
Der ganze soziologische Scheiss, sorry, Einfluss ist sowieso Teil des Problems, denn schon diese Einflüsse liegen ja unter diesem Grauschleier, den ich hier beschreibe. Und ich bin eigentlich der Ansicht, daß man, wenn man sich für 'erwachsen' und 'mündig' hält, das vorher aussortieren sollte. Das Gegenteil wird getan. Statt dass man sich bei Gegenwind mal mit der EIGENEN Meinung auseinandersetzt, greif man den Gegner an. Und schon ist man wieder in einer Loyalitätsfalle, beim bashing, dem 'Meinungsgegner mundtot machen', Minishitstorms etc.pp.
Es geht letztlich um niedere Instinkte, unlautere Motive etc.pp
Was ich kritisiere ist die mangelnde Sicht auf sich selbst, und der Unwille, daran zu arbeiten. Stattdessen wird nach aussen projeziert. Es gibt Leute, die das tun, um zu lernen, die Aussagen als Wahrheit darstellen um Reaktionen zu provozieren und daraus zu lernen. Es gibt aber auch Leute, die alle anderen als dumm darstellen wollen um sich zu profilieren oder sonstige unlautere Motive zu leben.
Wie gesagt, ich bin da drüber hinweg. Aber viele schaffen das NIE. Und die sind dann verloren für eine sinnvolle persönliche Entwicklung... Ich verliere den Faden, hab aber auch grade 3,5 Sunden telefoniert... muß erst wieder wachwerden...
Iamthesword Sun, 19 Aug 2012 14:31:33 -0000
Antwort löschen"Eine Meinung des Schauenden zum Film. Nicht eine Meinung über sich und seine Meinung zum Film": der Unterschied ist mir noch nicht ganz klar...
"Erwartung, Vorurteil, vorgefaßter Meinung" sind essentielle Bestandteile unseres Denkens und Handelns. Diese lassen sich bis zu einem gewissen Grad abzuschalten, aber eben nie ganz. Mittels Reflektion kann man sich aber der Tatsache bewusst werden. Trotzdem bleibt eine persönliche Färbung immer zurück.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich weiß, was mit "sauber hergeleitet" gemeint ist: für mich wäre es, dass jemand Argumente nennt, die mich überzeugen (oder bei völlig gegenläufiger Meinung, zumindest plausibel erscheinen). Aber da ist wieder meine persönliche Einschätzung/meine Kriterien gefragt. Also ist es bis zu einem gewissen Grad wiederum subjektiv. Andere erscheint das wiederum vielleicht überhaupt nicht schlüssig.
So, das war wieder ziemlich soziologisch (auf den Zusatz "Scheiss" verzichte ich mal bewusst). Deshalb ganz unsoziologisch:
Wir beide scheinen ähnliche Kriterien für die Filmbewertung zu haben (Aussage/Intention etc,) [Dennoch bewerten wir anders]. Wir beide finden, dass man aus Filmen etwas lernen kann. Wir beide finden es gut, wenn Leute differenzierte Meinungen zu Filmen abgeben, die wir nachvollziehen können.
Ich glaube aber, dass andere Leute gerade die Kommentare für nützlich halten können, die uns so ärgern. Weil einfach Geschmäcker verschieden sind. Und egal, worauf das beruht, es ist gut so.
Man muss halt die Leute finden, deren Geschmack oder besser: deren Herangehensweise an Filme man teilt.
Auch ich hoffe, das mehr Menschen über sich und die Filme, die sie sehen, nachdenken. Aber ich merke, das selbst ich das nicht immer tue (z. B "Meine Frau, die Spartaner und ich". Oh Gott, dass ich den gesehen habe....). Deshalb bin ich da nicht gerade optimistisch....
C_C Sun, 19 Aug 2012 15:18:53 -0000
Antwort löschenAbschnitt per Abschnitt:
wieso?
Also: entweder hat jemand eine Meinung zum Film. Oder er hat eine Meinung zu sich und seiner Meinung zum Film ("ich bin so cool, weil ich den Film scheisse finde,weil/obwohl ihn alle anderen gut/scheisse/whatever finden"). Im ersten steht der Film im Vordergrund. Im zweiten das Ego. Leider posten die meisten mit zweiterer Motivation.
Das einzige, was ich verlange ist, daß jemand nicht schreibt, 'so ist es' sondern daß er schreibt: 'ich glaube/denke/fühle/meine das so und so, deswegen hat der Film bei mir a,b,c ausgelöst.'
Wenn eine 'Herleitung' nicht schlüssig erscheint, beginnt (oder sollte beginnen) der konstruktive Teil einer Diskussion.
Zum vorletzten Abschnitt:
da muß ich auf Loblaws Antwort weiter oben, den zweitletzten Abschnitt hinweisen. Er bedauert, daß viele Leute in diese 'sozialen' Rezeptionfallen tappen. Ich gehe da einen Schritt weiter. a) wenn mir das passiert werde ich sauer auf den, der den Mist verzapft hat. b) wenn andere dort hineintappen und nicht mehr herausfinden, halte ich das für gesamtgesellschaftlich (also über den Aspekt Film hinaus) für gefährlich. Die Rezeption eines Films und der Umgang der meisten damit ist nur ein Symptom für ein viel größeres Problem, das aber hier denke ich ausreichend umrissen wurde.
Kleine konkrete Beispiele:
Viele Leute finden einen Film 'scheisse', weil ihnen ein Darsteller unsympathisch ist. Sie haben dafür nicht mal einen wirklichen Grund bzw. könnten diese Frage nur wieder mit subjektiv, Geschmack und ähnlichem Kack begründen. Story, Outcome, Setting, Idee, Darstellung, alles wurst. Der Darsteller X spielt mit, also muß das Ding scheisse sein. Ähnlich das dumme Geschwurbel wg. Vorlagen. Eine Vorlage muß nicht zwingend 1 zu 1 umgesetzt werden, man kann sie auch als Basis für eine NEUE Story verwenden. Dennoch entblöden sich unzählige Leute nicht, den Film deshalb 'schlecht' zu finden, weil er sich nicht an die Vorlage hält. Oft nur, um sich selbst in den Vordergrund zu rücken als einer, der die Vorlage ja kennt und deshalb beweisen kann, daß er schon lange dabei war, bevor das Thema zum 'Hype' wurde, was ja auch wieder irgendwie als 'cool' verstanden werden soll. Und schon sind wir beim 'Hype'. Ich unterstütze Aversionen gegen das Vorgehen der Industrie, aber was als Reaktion kommt ist bestenfalls ein jämmerlicher Shitstorm statt einer, sorry, fairen Auseinandersetzung. Und, wie immer, es geht um's Ego. Weil halt auch so viele Deppen meinen, mann müsse loyal gegenüber jemand sein, der eine vergleichbare Meinung teilt...
So, jetzt wird's mir aber zuviel und zu heiss hier. Scheisswetter. Ich geh raus ins Wasser...
Punsha Wed, 15 Aug 2012 12:49:34 -0000
Kommentar löschenJajajaja, genug geredet. Und jetzt ausziehen!
bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
mellowtree Wed, 15 Aug 2012 12:16:29 -0000
Kommentar löschengrade habe ich mich gewundert, warum ich allen grundaussagen dieser kolumne zustimmen kann. ist das zufall? und dann wurde es mir klar: in der medienlandschaft wird (aus vielen gründen) kaum ernsthaft kritisiert. so bleiben selbst die offensichtlichsten angriffspunkte weitgehend unbesprochen. wenn dann einer die eier hat die dunklen seiten zur sprache zu bringen, stürzt er sich natürlich zuerst auf die offensichtlichsten.
dank an mr vincent vega dafür, dass auch er das projekt vorantreibt, echte haltung und echte kritik in unsere kultur zu integrieren ;)
bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
BigDi Wed, 15 Aug 2012 12:16:00 -0000
Kommentar löschen...schreibt einer, der in "Sucker Punch" nur Beglotzbares fand und alle überdeutlichen sexuellen Andeutungen gar nicht bemerkte. :P
Aber doch, sonst auch immer wieder ein Aufreger für mich. Für mich ist ein Film vor allem auch dann unterhaltsam, wenn ich in ihm immer wieder etwas entdecken kann.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten
Markbln Wed, 15 Aug 2012 12:21:42 -0000
Antwort löschenIch finde es so süß, wie du immer für "Sucker Punch" kämpfst, BigDi :)
xtheunknown Wed, 15 Aug 2012 12:45:07 -0000
Antwort löschenwen man an einem film immer wieder was neues entdecken kann hat er tiefgang und man entwickelt sich selber weiter so das man das bemerkt.
und sucker punch ist natürlich ein meisterwerk, wäre ich kiffer wäre er mein lieblingsfilm.
BigDi Wed, 15 Aug 2012 13:31:03 -0000
Antwort löschen@ Vega: Ging darum, dass ich dieses "passive Schauen", was du kritisierst (oder habe ich das falsch verstanden), auch bei dir paarmal beobachtet habe. "Lustfeindlichkeit" zelebrieren ist dir ja auch nicht ganz unbekannt, oder? ;)
@ Markbln: Einer muss es eben tun! :)
Mr Vincent Vega Wed, 15 Aug 2012 13:36:14 -0000
Antwort löschenIch verstehe es immer noch nicht. Natürlich ist mir bei Sucker Punch, der Lolitafantasie für Spätpubertierende, nicht entgangen, dass Onkel Snyder seinen Strapsenfetisch auf ein gigantomanisches Format bringt. :-)
phoenix409 Wed, 15 Aug 2012 17:16:20 -0000
Antwort löschen"Einer muss es eben tun!" vorallem, seit duffy weg ist! Jetzt gibt's nur noch dich! ;)
Markbln Wed, 15 Aug 2012 12:05:28 -0000
Kommentar löschenF**k me dead, das ist der narzisstischste Shit, den ich je online gelesen habe.
Ein Geschmacksdiktator, der sich über Diktate beklagt und darum bettelt, dass seine Texte sexy sind. Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss.
bedenklich? 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 23 Antworten
ProjectChaos Wed, 15 Aug 2012 12:29:38 -0000
Antwort löschen
Eine sehr berechtigte Kritik an den kunstablehnenden Mainstream-User von denen es auch hier wimmelt.
Im letzten Absatz leitet er aus seiner Kritik eine Intention seiner Kolumne ab. Vielleicht etwas naiv bzw idealistisch.
Die vermeidliche Notwendigkeit und der letzte
Satz sind provokativer Sarkasmus. Vielleicht etwas arrogant, aber sicher nicht narzisstisch.
Markbln Wed, 15 Aug 2012 12:38:32 -0000
Antwort löschen"Mainstream-User" ist ein alberner und meist sowieso von den falschen Leuten benutzter abgelutschter Begriff, um sich abzugrenzen. Elitär und narzisstisch, sorry. Ist aber eh nicht wichtig.
Und mp wird sicher und glücklicherweise so bleiben, wie es ist-eine Filmplattform, die offen für jegliche Meinungsentfaltung ist. Ein großes Gut.
ProjectChaos Wed, 15 Aug 2012 13:00:50 -0000
Antwort löschenDu verdrehst mir die Worte, wie wahrscheinlich auch dem Text, bzw. lässt das davorstehende Adjektiv weg. Ich bin selbst ein Mainstream Zuschauer.
Ich bezog mich auf die Leute, die im Text genannt wurden. Leute, die Film nicht als ein kunstmedium sehen, sondern als einfache Unterhaltung.
Streng genommen schadet diese Meinung dem Medium erheblich, daher ist der Versuch zum hinterfragen anzustoßen eine gute Sache. Auch wenn man dafür ein Mittel wie die Provokation gebraucht.
Markbln Wed, 15 Aug 2012 13:15:01 -0000
Antwort löschenVerdrehe keine Worte. Nimm das "kunstablehnende" weg. Dann habe ich nur deinen Terminus verallgemeinert. Es ist engstirnig und langweilig, das so klagend diskutieren zu wollen, wenn man selbst Teil des Auslösers ist. Das Medium Film bietet dutzend Deutungsweisen. Meinungsfreiheit "schadet" höchstens in Deutschland irgendwem. Hinterfragen dagegen nie, stimme ich zu. Es geht in dieser Kolumne hier natürlich viel mehr um gekränktes Ego. Und das ist totlangweilig. Aber auch nur subjektiv. So, gucke jetzt noch ein paar Filme. :)
ProjectChaos Wed, 15 Aug 2012 13:28:00 -0000
Antwort löschenSeit wann wird, wenn eine bestimmte Meinung kritisiert wird, die Meinungsfreiheit attackiert.
Ich hoffe der Film enttäuscht dich nicht und du wirst unterhalten.
Markbln Wed, 15 Aug 2012 13:34:27 -0000
Antwort löschenDu klagtest gerade darüber, das bestimmte Meinungen dem Medium schaden, nicht ich! Ich denke, Meinung schadet nie. Jetzt muss ich wirklich los. Schade.
ProjectChaos Wed, 15 Aug 2012 13:52:44 -0000
Antwort löschenIch weiß. Nur hast du vorher die Bezeichnung Meinungsfreiheit benutzt, als hätte ich diese attackiert. Nana mit solchen demagogischen Spielchen kommst du nicht davon.
Die Meinung schadet dem Medium insofern, dass die Macher und Studios sich anpassen und Filme dementsprechend produzieren, d.h. Die Kunst spielt eine untergeordnete Rolle.
Wenn du hierbei nicht an eine negative entwicklung denkst, ist das halt so. Jedem seine Meinung. Schön das dies abgehackt wurde, darum ging es auch dem Text.
Und wo war nochmal der Narzissmus?
Markbln Wed, 15 Aug 2012 14:02:27 -0000
Antwort löschenWie gut dass es smartphones gibt.
Die Welt und der Film gehen nicht durch Usermeinungen unter. Es wird immer Nischen geben und auch Kunst- und Indiefilmer, gut so. Underground und Kunst brauchen keine Major-Studios.
Wenn du den nicht siehst kann ich dir nicht helfen.
ProjectChaos Wed, 15 Aug 2012 15:10:42 -0000
Antwort löschenNur wird die Trennung zwischen mainstreamer und Kunstfilm immer schärfer. Ein Regisseur, der nach Geld und massenanerkennung geht, wird unnötige Last, wie das einbauen von Kunst in seinen Film, gänzlich über Bord werfen. Diese Entwicklung entdeckt man doch personifiziert bei Nolan selbst.
Punkt 2: du verleugnest den ironischen Touch.
Markbln Wed, 15 Aug 2012 15:27:42 -0000
Antwort löschenDu wir brauchen nicht weiter quatschen, deine Meinung ist ok, für mich gibt es diese Trennungen und Kategorisierungen aber nicht, sondern nur das Medium Film. Die Diskussion "Was ist Kunst" ist müßig und uralt.
Zu 2. Ich "verleugne" gar nichts.
C_C Wed, 15 Aug 2012 21:54:26 -0000
Antwort löschenDa zitiere ich mich mal selbst:
"Arroganz oder eben Selbstgefälligkeit entsteht immer nur im Auge des Betrachters. Ist also subjektiv. Und damit dskussions-irrelevant. Sorry!
Frag dich lieber, warum du dich wirklich zurückgesetzt fühlst..."
Velly Wed, 15 Aug 2012 22:28:39 -0000
Antwort löschenZum Thema: Kunst vs. Mainstream
"Kunst" ist ein schwer zu fassender Begriff. Wie soll man Kunst definieren? Man kann es meiner Ansicht nach gut am Beispiel der Malerei sehen. Für den einen ist ein einzelner Strich auf einer Leinwand Kunst in Reinform und ein anderer steht davor und denkt sich WTF?
Das, was gestern noch Schund war, ist morgen plötzlich Kunst, der völlig unterschätze (aber in "Cineasten"-Kreisen *seufz* geliebte) Regisseur ist plötzlich Sklave des Kommerzes, nur weil ihn plötzlich mehr als 3 Leute gut finden.
Wieso muss man immer das komische Gefühl haben, wenn etwas vielen gefällt, kann es keine Kunst sein?
Natürlich gibt es Filme, von denen man mit absoluter Gewissheit sagen kann: "Dies ist - auch objektiv betrachtet - keine Kunst, verdammt!" ^^ Keine Frage.
Aber es gibt ja nicht nur Kunst und Nicht-Kunst. Ich sage hier absichtlich nicht "Kunst und mainstream", weil ich nicht der Ansicht bin, dass das eine das andere ausschließen muss.
Es gibt nicht nur schwarz und weiß, es gibt unendlich viele Grauzonen, in denen nun der persönliche Geschmack und das eigene Empfinden von Kunst beheimatet sind.
Manche Filme, die mich berühren und etwas in mir bewirken, sind für einen anderen Zuschauer sinnloser Krampf. Und das ist okay. Denn meiner Ansicht nach vervollständigt sich ein Film erst, wenn der Faktor "Zuschauer" hinzukommt. Und so ist es sehr unwahrscheinlich, dass 2 Leute einen Film auf die gleiche Art und Weise wahrnehmen.
Und wo lebt die Kunst? Im handwerklichen? In der Emotion, die ein Film bei mir (evtl.) auslöst? In den Fragen, die ich mir danach stelle? Wer will das festlegen...?
Und zu dem Satz von Vega "Was ist unterhaltsam daran, Filme nur zu glotzen statt zu sehen."
Nicht jeder möchte einen Film so betrachten, wie er es mit einer Skulptur, einem Buch, einem Gemälde oder was auch immer tun würde.
Für manche Menschen ist der Film die Art Unterhaltung, wie es für einen anderen der beliebige Roman auf der Zugfahrt ist.
Und ich kann mir vorstellen, dass viele der Leute, die sich hier Cineasten nennen - ob sie es sind, liegt keinesfalls in meinem Ermessen - achtlos an anderen Arten von Kunst vorbeigehen. Sie mögen es vielleicht "hübsch" oder "ganz cool" finden und das wars. Und das ist okay. Denn wenn ein Kunstwerk mich nicht richtig packt oder tief berührt, dann ist es halt einfach nicht "mein" Kunstwerk. Deswegen darf ich es trotzdem schön finden.
Ist es für denn FÜR MICH PERSÖNLICH bedeutend, ob Zuschauer XY einen Film glotzt oder ihn ernsthaft ansieht? Interessiert mich, ehrlich gesagt, genauso wenig, wie wenn ein Mensch in einer Galerie achtlos an einem Gemälde vorbeigeht.
Denn ich selbst kann schließlich stehen bleiben und hinsehen. Das ist das, was für mich wichtig ist.
Bob Loblaw Thu, 16 Aug 2012 07:52:59 -0000
Antwort löschen@Velly
Für Vincent Vega ist es eben bedeutend, wenn auch andere stehen bleiben und hinsehen... und deshalb ist er ein guter Mensch !!!
:D :D
@Kunst und Mainstream bei Filmen:
Auch für mich gibt es da keine Trennung... und ich denke ausserdem (wie Mark), dass die Kunst immer einen Weg finden wird.
Trotzdem finde ich es klasse, "kunstablehnende Mainstream-User" zu kritisieren und zu "erziehen"... :D
Velly Thu, 16 Aug 2012 09:27:42 -0000
Antwort löschenMir kommt es eher so vor, als wäre es für Vincent Vega ungemein wichtig, dass alle sehen, dass er stehenbleibt und hinsieht.... und zwar als einziger...
Und DAS ist es was mich an ihm stört.
C_C Thu, 16 Aug 2012 09:47:50 -0000
Antwort löschenwarum stört dich das? Weil du selbst nicht drauf kamst? Weil du selbst nicht im Mittelpunkt stehst als eine, die genauso 'toll' ist, nur merkt's keiner?
Bob Loblaw Thu, 16 Aug 2012 09:51:03 -0000
Antwort löschenNaja... ich kenne ihn ja nicht persönlich, sondern nur übers "Internet"...
Und da nehme ich halt bei allen Leuten an, dass sie in Wirklichkeit total nett sind :D
( ausser, sie werden wirklich extrem unfreundlich )
Markbln Thu, 16 Aug 2012 09:52:54 -0000
Antwort löschensorry, C_C, das ist totaler Quatsch. Es geht auch hier nicht um 1. Semester Sozialpädagogik, sondern Rezeption und Auffassung von Kunst und Film. "Velly" ist erst wenige Tage hier und hat den User schon ziemlich schnell und aus meiner Sicht treffend charakterisiert. Andere User sehen das anders, so what.
C_C Thu, 16 Aug 2012 09:58:26 -0000
Antwort löschennaja,ween des Wortes Kunst hab ich mich rausgehalten. icht weil ich dazu nix zu sagen hätte, das wird mir nur zu umfassend, ohne wirklich weiter zu bringen.
Velly wollte ich ein bischen konstruktiv provozieren. Warten wir ab, was SIE dazu sagt. Oder er, was weiß denn ich..,.
Velly Thu, 16 Aug 2012 10:37:16 -0000
Antwort löschen@ C_C
Wieso unterstellst Du allen immer, dass sie sich zurückgesetzt fühlen oder selber im Mittelpunkt stehen wollen?
Darum gehts doch gar nicht.
Es geht darum, dass er den Blick der Leute nicht auf das Bild, den Film (ich muss mal wieder von dieser Metapher weg XD) lenkt, sondern auf SICH.
Und DAS ist es nicht, was einen guten Kritiker ausmacht... meiner Meinung nach.
C_C Thu, 16 Aug 2012 10:41:09 -0000
Antwort löschennaja, ist ja seine Kolumne... und nicht daß du denkst, ich bin nicht sein fan...
Velly Thu, 16 Aug 2012 10:48:11 -0000
Antwort löschenIst ja seine Kolumne? Das ist die Antwort? ^^ Wie war das mit den Totschlagargumenten? ;-)
Bob Loblaw Thu, 16 Aug 2012 11:22:57 -0000
Antwort löschenNaja um Selbstdarstellung geht es ja bei uns allen... Warum sollte ich sonst eine Kritik oder Meinung auf Moviepilot posten, ausser, um mich selbst damit darzustellen.
Und an zweiter Stelle kommen dann alle anderen Moviepiloten, für deren Meinung ich mich manchmal interessiere und mit denen ich mich gerne auseinandersetze.
Die Filme selbst komme erst an dritter Stelle, Die sind gemeinsame Nenner, über den wir kommunizieren.
Und das macht ja alles Spass !!!
Und bei Vincent Vega ist das ja nicht anders, ausser dass er zusätzlich noch "da oben" steht und eine Kolumne schreibt.
Das Problem bei den Diskussionen unter seien Kolumnen ist halt oft, dass er als Person zum Kommunikationsthema wird und nicht die Filme, über die er schreibt. Noch nicht einmal seine Meinung wird diskutiert sondern nur er selbst.
Das liegt zum Teil an ihm und zum Teil an uns...
Trotzdem ist das alles nicht so schlimm, da es auch hier jede Menge gute Diskussionen und Kommentare gibt.
Apollyon Wed, 15 Aug 2012 11:33:28 -0000
Kommentar löschenIch würde sogar weiter gehen und behaupten, dass allein der Betrachter und nicht der Film die Rezeptionsrichtung bestimmt, der ist nur das Ausgangsmaterial. Es ist völlig gleich, welchen Anspruch der Streifen mit sich zu bringen scheint, entscheidend ist, was man daraus macht. Unterhaltung ist schließlich nicht auf Spannung, hervorgerufen durch einen interessanten Plot, reduzierbar, sondern manifestiert sich bei jedem Einzelnen anders. Der Irrglaube, es gäbe eine richtige Deutung oder Rezeption eines Films, die sich idealerweise mit der Intention des Regisseurs(oder des Drehbuchschreibers, des Produzenten,...?) deckt, scheint mir aber unausrottbar.
Die überhaupt nicht endgültig greifbare Intention eines Regisseurs spielt überhaupt keine Rolle für die Interpretation, denn wie du schon geschrieben hast, ist das Werk, sobald es veröffentlicht ist, autonom. Ein Künstler verbalisiert zudem nicht sämtliche Facetten seines Werks, ein Großteil des Entstehungsprozesses läuft irrational oder sogar völlig unbewusst ab.
Ich finde es zum Beispiel spannend, wenn andere einem Film neue Aspekte abgewinnen können, insofern das gut begründet ist. In "Alien" beispielsweise spricht die schiere Menge an Indizien für die sexuelle Konnotation einzelner Szenen. Bestimmte Sichtweisen pauschal abzulehnen, halte ich für engstirnig und einem grundsätzlich deutungsoffenen Werk unangemessen.
Die entscheidende Frage ist natürlich, was "gut begründet" genau bedeuten soll. Ich denke, daran scheiden sich letztendlich die Geister. Wichtig ist es vor allem, filmnah zu argumentieren, also das faktisch Gegebene zu nutzen, um eine Diskussionsbasis zu haben. Der Rest hängt prinzipiell nur vom Horizont(wertfrei!) und von den Interessen des Betrachters ab. Der Film ist ein populäres Medium und bringt deshalb eine entsprechend großes Spektrum an Rezipienten mit sich. Und das ist gut so!
Kurz gesagt, hapert es meistens an der Diskussionskultur. Wenn nur, um dem Gegenüber die Meinung zu oktroyieren, gestritten wird, dann ist von vornherein Hopfen und Malz verloren. Leider ist das meistens der Fall und infolgedessen wird auf scheinbar objektive Kriterien zurückgegriffen, um seine Position als die richtige zu untermauern. Auf der anderen Seite kann man niemandem vorschreiben, wie er einen Film zu sehen hat. Man muss akzeptieren, dass nicht jeder immer Lust hat, sich intensiv mit einem Streifen auseinanderzusetzen - ohne implizierte Wertung.
bedenklich? 22 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten
Schlegel Wed, 15 Aug 2012 11:50:35 -0000
Antwort löschen"Ein Großteil des Entstehungsprozesses läuft irrational oder sogar völlig unbewusst ab". Ich behaupte mal, das ist auch so ein unausrottbarer Irrglaube.
ProjectChaos Wed, 15 Aug 2012 12:35:46 -0000
Antwort löschenSehe ich genauso. Meiner Meinung nach ist es im Film noch wichtig, dass sich der Künstler Gedanken macht. Der Unbewusste Input kommt dabei automatisch. Am Ende hast du immernoch die vielen berechtigten interpretationen der Zuschauer, da der Regisseur schweigen wird.
Apollyon Wed, 15 Aug 2012 12:48:14 -0000
Antwort löschenIch gehe mal davon aus, dass du dich nicht auf den rein materialistischen Teil des Wortes "Entstehungsprozess" beziehst. Die Formulierung war nicht exakt, gebe ich zu.
Einfaches Beispiel: die Linie zwischen Absicht und Versehen bei einem Plagiat ist nicht trennscharf ziehbar. Wir sind ständig Einflüssen ausgesetzt, die wiederum unser Denken verändern, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen, etwa durch Werbung. Wenn jemand Berge von Literatur liest, kann es passieren, dass die Person von einzelnen Gedanken glaubt, es seien ihre eigenen und deshalb keine Quelle angibt.
Künstler beschäftigen sich häufig auch mit anderer Kunst/allg. anderen Dingen und nehmen so Unmengen an Einflüssen in ihr Werk auf, an die sie sich vielleicht nicht mehr erinnern können, das heißt sie haben diese Einflüsse bei der Entstehung nicht bewusst verarbeitet.
Außerdem wollen oder können viele Künstler überhaupt nicht darüber sprechen, wie ihr Werk entstanden ist: welche Intention dahinter steckt, wieso sie gerade diesen oder jenen Schritt getan haben. Ich habe es selbst so erlebt, manchen fällt das natürlich leichter als anderen.
Das ändert nichts an der vorrangig intuitiven Entscheidungsfindung von Künstlern. Nicht umsonst sind oder waren viele von ihnen den Drogen nicht abgeneigt, eben um das rationale Überlegen zu umgehen. Rausch und Kunst sind zwei Dinge, die sehr eng miteinander verknüpft sind.
Ich glaube, Kunst wäre ziemlich langweilig, wenn sie sich immer auf eine verbalisierbare Absicht-Wirkung-Relation reduzieren ließe. Mir geht es auch nicht darum, den Mythos vom Genie des Künstlers zu pflegen, sondern um die schlichte Tatsache, dass nicht jede Entscheidung, die wir treffen, als rational angesehen werden kann. Deshalb ist es Unsinn, eine Intention vorauszusetzen, die der Maßstab aller Dinge ist.
ProjectChaos Wed, 15 Aug 2012 13:14:56 -0000
Antwort löschenIch bezweifle einfach dass es den größeren
Teil ausmacht.
Um ein Beispiel zu nennen. Ich glaube, dass unheimlich viele Gedanken hinter einem Werk wie there will be blood stecken. Vielleicht nicht der einzelne Schnitt, aber das gobe ganze sowieso und auch viele Kleinigkeiten.
Schlegel Wed, 15 Aug 2012 13:51:51 -0000
Antwort löschenDie Qualität eines Kunstwerks, auch eines Films, liegt in der Einheit von Inhalt und Form, denke ich. Im Ringen darum spielt das Irrationale ebenso eine Rolle wie die ständige Analyse. Bedingungslosigkeit und Bedingung gehen Hand in Hand und an diesem Widerspruch zerbrechen viele Künstler auch (Stichwort Rausch und Kunst). Aber ich glaube, wir widersprechen uns ja gar nicht.
Apollyon Wed, 15 Aug 2012 17:36:53 -0000
Antwort löschenOk, den Großteil ziehe ich zurück, das kann man ja eigentlich gar nicht abschätzen.^^
@Schlegel
Bedingungslosigkeit und Bedingung...dieser Satz ist sehr abstrakt, ich verstehe ihn nicht. :/
Bedingung(slosigkeit) wofür?
Mave Wed, 15 Aug 2012 21:47:41 -0000
Antwort löschendas klingt, als würde da jemand den Tod des Autors und die Intertextualitätstheorie an den Start bringen. well done!
Ich denke auch, man muss und kann ja nur sozusagen film- oder werkimmanent interpretieren und argumentieren, an die tatsächliche Intention des Filmemachers wird man nie wirklich herankommen. Nur Thesen kann man darüber aufstellen und diese dann mit den Filmen selbst begründen, wenn sie das hergeben. Ein ultimatives, finales und allgemeines Urteil über nen Film fällen zu wollen ist schon sehr doll anmaßend.
Und zum Unbewussten: Jeder Film stellt wohl ein Gewebe aus unzählbar vielen Einflüssen aller Art dar, manche natürlich ganz bewusst eingesetzt und zitiert, aber mit höchster Wahrscheinlichkeit auch eine Menge unbewusst. Wie sollte es auch anders sein?
Nichtsdestotrotz: Yeah, Meinungsfreiheit! Yeah, Kontroversen!
Und wie die wahrscheinlich meisten bin ich von Zeit zu Zeit gewillt, mich mit einem anspruchsvolleren Film auseinanderzusetzen, genauso wie ich mich ab und zu leicht unterhalten lassen möchte.
Florian Albrecht Wed, 15 Aug 2012 11:04:42 -0000
Kommentar löschenich denke jeder sollte seine meinung zu filmen bilden und VERTRETEN.
Natürlich kann man viel Interpretieren in Filme (die soetwas zulassen) und manchmal kommt Quark dabei rum, manchmal aber auch richtig gutes.
Es ist ähnlich einer Interpretation eines Gedichts in der Schule. (oO jetzt kommter mit seinem hobby^^) Dort gilt meist Konsens des Lehrers, und wenn du es nichts so schreibst wie der Lehrer es will, dann gibts schöne Diskussionen.
Jeder Mensch kann FIlm anderes Interpretieren, das liegt an seiner Erziehung, Erlebnissen, Sehngewohnheiten etc...
Dennoch, und da hast du Recht, sollte man es vermeiden UNFUG zu deuten. Klar der Gedanke mag kommen, dem ein oder anderen Zuschauer, aber dann gilt es den eigenen Gedanken zu überdenken und zu analysieren. (oh wie ein deutshclehrer hör ich mich an).
Deine Beobachtung ist aber absolut nachvollziehbar. Filme unterhalten, ob gut oder schlecht, darf jeder für sich selbst entscheiden. Interpretation und Technik, sind zwei andere Kisten, die mit der Unterhaltung die schönen Säulen des FIlms ergeben.
Cheers
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
ProjectChaos Wed, 15 Aug 2012 12:05:52 -0000
Antwort löschenDu solltest den Text min. einmal erneut lesen
Grimalkin Wed, 15 Aug 2012 10:42:55 -0000
Kommentar löschenPrinzipiell stimmt das, was im Text steht, bis auf den letzten Abschnitt. Das Fazit ist ein kläglicher Versuch, die sonstigen Shitstorms, die diese Kolumne provoziert, zu rechtfertigen. Gerade dieses festgefahrene und - wie du sagst - "kunstfeindliche", bornierte Diktat, das die Film schauenden und - kommentierenden pflegen, wird durch diese Aneck-Texte um des Aneckens Willen eher noch gefördert. Insofern finde ich, erreichst du genau das, was du angeblich bekämpfen willst. Nice Try!
bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Julio Sacchi Wed, 15 Aug 2012 10:30:58 -0000
Kommentar löschenSchön geschrieben (ist ja eh Standard bei Vinnie), viel Wahrheit - aber warum? Diese Kolumne braucht keinerlei Rechtfertigung. Die absurde Gaga-Filmrezeption eines Großteils der Online-Community kann man auch in Frage stellen, ohne sich selbst zu deren Opfer zu deklamieren. Die ausgestreckte Hand am Ende wird hoffentlich ausgeschlagen von Mob.
bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
oschi Wed, 15 Aug 2012 10:09:40 -0000
Kommentar löschenDa habe ich mit meinem Kommentar letzte Woche zu Alien ja endlich auch mal angeeckt ;-)...Nein ich gebs zu irgendwann wurden die Antworten, die sich unter meinem Kommentar anhäuften, wirklich immer engstirniger, aber dass ist bei kontroversen Themen normal.Gerade deine Rubrik "Mr. Vincent Vega eckt an" profitiert ja von deiner (vorgetäuschten?) Engstirnigkeit. Zu deiner Hoffnung, Mr. Vincent Vega, dass deine Kolumne konstruktiven Austausch und geistige Auseinandersetzung auslösen kann, muss ich sagen, dass die Kommentare unter deinen Artikeln bisher eher einer Raubtierfütterung gleichen: Du gibst ihnen das Futter und sie beißen dir gleich den ganzen Arm ab. Also ich wär überrascht, wenn sich das auf einmal ändern sollte, dazu sind deine Artikel einfach zu umstritten...mir gefallen sie trotzdem, oder gerade deshalb ;-)
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kubrick_obscura Wed, 15 Aug 2012 09:51:16 -0000
Kommentar löschenHihi, war bestimmt schwierig ein passendes Bild auszuwählen. Dann eben Catwoman, das generiert immer Klicks! :-D Das Bild wird aber vom Text noch getoppt, sehr "unterhaltsam" diese Kolumne!
bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Narrisch Wed, 15 Aug 2012 09:27:04 -0000
Kommentar löschenWenn ich mich in meinen Porsche setze und auf unsere heimische Skyline zufahre erfülle ich die sexuelle Komponente gleich in zweifacher Hinsicht. Diverse Phallussymbole am Horizont und der Phallus der geradeaus fährt. Wenn meine blonde Muse, Göttin und Gefährtin dann noch neben mir sitzt wirds noch komplexer. Sex überall! Man kann in alles, alles Mögliche hineininterpretieren so auch in Filme. Die angesprochene sexuelle Komponente in Alien kann man sehen wenn man das denn will, das Problem dabei ist jedoch nicht das was man sieht sondern das was man sehen möchte.
bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten
Batzman Wed, 15 Aug 2012 10:15:52 -0000
Antwort löschenWer in den Alienfilmen keine sexuellen Thematiken entdeckt, der muss die Filme allerdings wirklich mit geschlossenen Augen ansehen. Klar, wir wissen auch durch Freud "manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre" - aber ein Blick auf Gigers Gesamtwerk macht deutlich, dass er nie "nur Zigarren" gemalt hat und auch die von ihm beeinflussten Filme immer die Verbindung von Sex und Bedrohung beinhalten.
Narrisch Wed, 15 Aug 2012 10:46:27 -0000
Antwort löschenIch muss nicht zwingend hinter jedem Schatten, jedem dunklen Loch und jedem zuckenden Alienschwanz eine sexuelle Anspielung erkennen. Freud ist mittlerweile sehr umstritten und Freud war geradezu besessen von der Idee das alles mit Sexualität zu tun hat. Sieht man zu oft zuviel ist man im Regelfall schlicht oversexed und underfucked.
Grundsätzlich teile ich aber die Meinung das in Alien, diverse Anspielungen zu sehen sind insbesondere dann wenn man mehr von Giger kennt als seine Alienbildchen.
Markbln Wed, 15 Aug 2012 12:27:04 -0000
Antwort löschenVor allem muss man nicht über Menschen jammern, die es eben anders sehen. Freut euch, wenn ihr überall Schwänze und Vaginas seht. Andere sind wegen des Setdesigns aus dem Häuschen, der nächste wegen Ripleys Frauenpower und der letzte wegen der Katze.
Eine komische Neigung in Deutschland, diese Bessserwisserei und Sucht nach Deutungshoheit.
Bob Loblaw Wed, 15 Aug 2012 13:16:10 -0000
Antwort löschenEs geht ja nicht um User, die das anders sehen, sondern um solche, die einen dabei dumm und aggressiv anmachen...
Das sind doch diejenigen mit der Besserwisserei und der Deutungshoheit !!!
Also mich hat das letzte Woche bei der Alien/Prometheus Diskussion unglaublich genervt, wenn Leute in einer an sich interessanten Diskussion meine Meinung einfach als absolut schwachsinnig etc. bezeichnen, ohne genau darauf einzugehen.
Und ich bin jetzt extrem froh, dass Vincent Vega das nochmal aufgegriffen hat... ich war echt ne ganze Woche lang sauer.
P.S. Das Thema der sexuelle Untertöne in Alien ist sehr spannend und macht sicherlich Spass zu diskutieren. So was wie "Freut euch, wenn ihr überall Schwänze und Vaginas seht" ist aber sicherlich auch kein guter Conversation Starter... :D :D
Seid doch alle mal ein bisschen netter !!! :D
Markbln Wed, 15 Aug 2012 13:28:37 -0000
Antwort löschenDarf ich dir ein Taschentuch reichen, Bob? :D
Bob Loblaw Wed, 15 Aug 2012 13:31:42 -0000
Antwort löschenVor einer Woche, da hätte ich eins gebraucht !!! :D
Narrisch Wed, 15 Aug 2012 14:09:59 -0000
Antwort löschen@ Bob - als du diesen Schwachsinn "Prometheus" gesehen hast?
Bob Loblaw Wed, 15 Aug 2012 14:16:54 -0000
Antwort löschenIch meinte eigentlich die Alien/Prometheus Diskussion letzte Woche... :D
Prometheus hab ich schon vor 2 Monaten gesehen... ich hatte mir extra frei genommen und bin 2 Stunden mit dem Zug gefahren... da habe auf jeden Fall ein Taschentuch gebraucht !!!
Schlegel Wed, 15 Aug 2012 14:39:39 -0000
Antwort löschenDie Wahrheit ist kein Kristall, den man in die Tasche stecken kann, sondern eine unendliche Flüssigkeit, in die man hineinfällt. (Musil)
xtheunknown Wed, 15 Aug 2012 09:24:48 -0000
Kommentar löschenwie man es in den wald ruft so schalt es heraus. in einer kolumne die zum anecken da ist wird halt auch mal angeeckt und zwar von jedem. ist doch nur fair. wer anecken will der eckt halt an, kein grund sich zu beschweren.
der sinn und zweck dieser communitie ist es doch sich von filmen die einen interessieren ein bild zu machen. dazu gehören alle pro und kontras oder anders gesagt alle bewertungen von 0 bis 10. einige haben mehr andere weniger fachwissen, aber das bild kann ich mir ja selber machen. ich besorge mir manchmal filme die verrissen werden weil ich die begründung für mich nicht zutreffend finde. z.b.: tolle atmosphäre aber viel zu langweilig.
qualität, unterhaltungswert und kunst liegen nicht immer im auge des betrachters. filme und dokus die nur spannung oder action durch schnelle schnitte suggerieren als dumm zu bezeichnen ist noch nett formuliert. klar kann das unterhaltsam sein, bleibt aber dumm. das gegenbeispiel wäre ein cocktail für eine leiche. dazu kommt noch wie viele filme jemand kennt mit denen ich vergleichen kann. manchmal findet man einen film gut bis man einen kennt der es besser macht. wer beispielsweise die schlachtenszenen aus herr der ringe als das beste bezeichnet was er je gesehen hat dem fehlt z.b. einfach der verlgeich zu sergei bondartschuks krieg und frieden. ich kann doch von jedem filmfan noch erwarten das er sich einen überblick über das verschafft was es am filmmarkt gibt. wer dazu nicht bereit ist muss mir auch nichts von geschmackssache erzählen, über alles andere kann man gerne diskutieren.
abschliessend nochmal ein zitat von david cronenberg: ich finde es interessant wie man meine filme interpretiert.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
BlueSquirrel Wed, 15 Aug 2012 09:24:38 -0000
Kommentar löschenAha. Ein Kommentar zu Kommentaren unter deiner Kolumne mit der Aussage verknüpft, dass deine Kolumne toll ist. Das ist auch alles etwas arg in die Länge gezogen. Hmm. Muss ich wohl wieder eine Woche warten, denn das hier überzeugt mich nicht.^^
bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Mr Vincent Vega Wed, 15 Aug 2012 10:31:56 -0000
Antwort löschenTzZzZz. Entfreundungsnominierung: Max von Meckerling.
Dom699 Wed, 15 Aug 2012 09:11:09 -0000
Kommentar löschendie sexuelle konnotation in der ganzen alienserie ist doch so offennsichtlich, man sieht sie vom weltall aus...
bedenklich? 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten
C_C Wed, 15 Aug 2012 22:01:20 -0000
Antwort löschenunsd ich weigere mich einfach, sie zu sehen. Wenn ich sexuelle Konnotationen will geh ich auf Redtube oder Xhamster...
Dom699 Wed, 15 Aug 2012 22:54:43 -0000
Antwort löschenhmm, du findest also, sexuelle implikationen können nur etwas schmutziges sein? du bist ganz schön verklemmt oder?
tatsache ist, und das haben sowohl ridley scott als auch hr giger gesagt, dass alien ist konzipiert als wesen der entfesselten sexualität. symbole der penetration finden sich zuhauf, wie der zustoßende zweite mund, dem stachelschwanz oder dem facehugger, der seinen schlauch in den hals des opfers einführt. die wirtsschwangerschaft, gekrönt vom ausbrechenden fötus frontal durch die brust, eine völlig klare sexuelle anspielung. ich mein, die babyaliens die aus der brust kommen sehen sogar aus wie pimmel. im ersten teil speziell war auch die kurze lebenszeit des aliens ein thema. am ende wurde es immer langsamer und schien apathisch. die verkürzte lebensdauer war auch ein hinweis auf die hohe reproduktionsrate, also auf viel sex. zumal im ursprungskonzept des ersten teil auch das alien fähig war, nachkommen zu zeugen. (zu sehen im directors cut abgesehen davon, gigers werke sind immer vollgestopft mit sex, brüsten, pimmeln und föten. der mann hatte nie was anderes im kopf. warum sollte das bei seinem meisterstück anders sein.
jedenfalls: alien = sex, und das ist auch gut so...
C_C Thu, 16 Aug 2012 08:08:07 -0000
Antwort löschennein, wieso? Ist xhamster nur schmutzig!?
Ich sagte schon, mir ist klar, was Giger da fabriziert hat in seinem (genial-kreativen) Wahn.
Ich sehe das Alien als Kreatur aber eben so wie der Roboter aus dem Film 1979. Der erkennt da bestimt nix Sexuelles...
Und Pimmel kann man sich überall einbilden....
Dom699 Thu, 16 Aug 2012 13:55:29 -0000
Antwort löschenalso bei giger brauch man sich die pimmel wirklich nicht extra einbilden. das orginalkonzept der facehugger sah truthahnähnlichen gebärmüttern mit aufgesetztem penis ähnlich, und wurde als einziger von gigers vorschlägen wegen zu pervers abgelehnt.
morlock Sat, 18 Aug 2012 11:50:45 -0000
Antwort löschenDie sexuellen Konnotationen sind da, auch wenn Du sie nicht wahrhaben willst.
Das Raumschiff der Engineers sieht z.B. aus wie die gespreizten Beine einer Frau und die Astronauten dringen durch eine Öffnung in der Mitte ein um im Bauch des Schiffes auf Eier zu stoßen.
Hier muss man nix reininterpretieren, das ist eigentlich alles total offensichtlich.
Im Kern ist Alien natürlich trotzdem ein Beast/Horror-Movie.
C_C Sat, 18 Aug 2012 15:03:30 -0000
Antwort löschenwer redet von nicht wahrhaben wollen? Ich beziehe sie nur nicht in meine Bewertung mit ein.
Dom699 Sat, 18 Aug 2012 23:28:35 -0000
Antwort löschen? wieso sollte sich deine bewertung ändern wenn du die sexuelle konnotation einbeziehst?
C_C Sun, 19 Aug 2012 02:54:32 -0000
Antwort löschenArgh! Nein, irgendjemand hat sich doch beschwert, da´Prometheus das nicht mehr 'richtig' darstellt. Das wäre MIR aber egal! Das meine ich!
Tautou Wed, 15 Aug 2012 08:38:27 -0000
Kommentar löschenhttp://bit.ly/a58Ibx
bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Bob Loblaw Wed, 15 Aug 2012 08:38:15 -0000
Kommentar löschenGut geschrieben, Mr. Vega. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen !
Letzte Woche bei dem Prometheus-/ Alien-/ Sexualtäts- Thema habe ich mich ja auch in eine Diskussion eingemischt und bin an der Engstirnigkeit und Einfältigkeit meiner Diskussionspartner verzweifelt... Am Ende zweifelte ich sogar an mir selbst :(
Andererseits hatte ich bei der gleichen Kolumne aber auch eine sehr schöne Diskussion.
Da steckt man nie drin...
Insgesamt gibt es bei deinen Kolumnen immer einige gute Kommentare und Diskussionen, egal ab die Leute jetzt die Meinung teilen oder Gegenargumente haben.
Nervig wird es aber vor allem, wenn es bei den Kommentaren nur noch um deine Person geht und nicht ums Thema.
Ich hoffe mal, dass sich viele Leute die heutige Kolumne durchlesen und zu Herzen nehmen, damit in Zukunft alles besser wird. :)
bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
apov1s Wed, 15 Aug 2012 08:19:37 -0000
Kommentar löschenAn sich ist es ja ganz interessant ein wenig mehr über deine Denkweise zu erfahren. Am Ende bleibt für mich nach diesem Artikel jedoch der Eindruck zurück, dass du deinen Willen zum "Anecken" rechtfertigen musst. Klingt nicht gerade nach Enfant Terrible.
An der ganzen Rubrik hier stört mich auch nicht, dass du versuchst etwas Kontroverses zu schaffen, sondern vielmehr die plakative Einfachheit mit der du Filme, Personen etc. heraussuchst, die sehr populär sind. Das ist in meinen Augen keine Kontroverse im eigentlichen Sinne sondern Kontroverse der Kontroverse wegen.
Im Übrigen, bin ich vollkommen deiner Meinung wenn es um die teils unfreundlichen Kommentare geht, die wohl auf den Schutzmantel der Anonymität im Internet zurückzuführen sind. Dennoch finde ich die herablassende Art mit der du jene bedenkst, die keinen Phallus im Alien sehen vollkommen unangemessen.
bedenklich? 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Mr Vincent Vega Wed, 15 Aug 2012 10:39:09 -0000
Antwort löschenHerablassend sind wohl viel eher Wortmeldungen, die einen für "einfach absolut verrückt. PUNKT!" erklären, sofern man ihn eben doch sieht.
apov1s Thu, 16 Aug 2012 11:49:15 -0000
Antwort löschenHabe ja deswegen auch geschrieben, dass ich in diesem Punkt mit dir einer Meinung bin.
MikeC. Wed, 15 Aug 2012 08:18:08 -0000
Kommentar löschenKlar, viele Filme unserer Zeit sind reine Effekthascherei, die ausser CGI-Effekten absolut nichts zu bieten haben. Aber ab und an kommt auch mal ein Film vorbei, der zwar nichts wirklich tiefgründiges zu vermitteln hat, aber trotzdem für 90-120 Minuten Spaß machen kann. Und diesen Filme, so vermute ich anhand deiner Kolumne, würdest du eine "gute" Bewertung (wie auch immer die aussehen mag, sei dahingestellt) versagen bzw. versagen müssen.
Ebenso gibt es tiefgründige Filme wie "Magnolia", die eine tiefere Botschaft besitzen, sich aber trotzdem auch einfach nur "anglotzen" lassen, ohne zu langweilen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Filme wie "Das Spiel der Macht", die tiefgründig sind, aber komplett versagen, wenn es um den Unterhaltungswert für den Zuschauers geht. Mit anderen Worten: Er ist einfach langweilig!
Eine Unterteilung in "Unterhaltsam" oder "Nicht-Unterhaltsam" ist also nicht immer "falsch", eine Unterteilung in "Tief" oder "flach" nicht immer "richtig".
Es ist wie immer im Leben, weder schwarz noch weiß, sondern grau.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Schlegel Wed, 15 Aug 2012 08:46:34 -0000
Antwort löschenIch denke, Vega hat nichts gegen Popcornkino einzuwenden (wozu ich auch "Magnolia" zählen würde), sondern plädiert dafür, Filme nicht ausschließlich an den Kriterien des Mainstreams zu messen. Schau dir mal was von Straub-Huillet an. Kein konventionelles Erzählkino und deshalb von der Mehrheit abgelehnt. Dem Medium tut es nicht gut, wenn es ständig mit konservativer Rezeption zu kämpfen hat.
MartinNolan Wed, 15 Aug 2012 08:01:53 -0000
Kommentar löschenEs wird immer Menschen geben, die sich unreflektiert an eine Meinung klammern und sich durch verschiedene Überlegungen anderer verunsichert fühlen, weshalb es schlussendlich zu destruktiven Diskussionen kommt. Es ist natürlich auch der einfachste Weg, dem viele Menschen folgen, die eigene Meinung als unzerstörbares Muster in das Gehirn einzustapfen. Solche Menschen beschränken ihren Unterhaltungshorizont erheblich.
Ich persönlich halte im Gegenzug aber auch nicht viel davon, einen Film formvollendet auszuinterpretieren. Da dieses Unterfangen, sich meist in solchen Maßen vom Film entfernt, dass man als Leser nach einigen Zeilen, mehr ein philosophisches Manifest vorliegen hat, als eine Kritik.
Man soll mich nicht falsch verstehen, ich schätze auch solche Kommentare, doch gleiten eben solche sehr schnell vom "tatsächlichen" Thema ab.
Ich glaube aber kaum, dass der Text von Mr.Vincent Vega etwas ändern wird. Vielmehr liest sich sein Text als konstante Selbstbestätigung seines Schaffens, welches einige Kommentare im weiteren Verlauf des Tages bekunden werden.
bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
horro Wed, 15 Aug 2012 07:48:46 -0000
Kommentar löschenFilmkonsumenten-Erziehung auf höchstem Niveau. Die Doktrin Filme in unterhaltsam und nicht-unterhaltsam einzuteilen, die du hier anprangerst, beobachte ich selbstverständlich auch und ich kann deinen Appell für mehr Facetten in der Filmdiskussion nachvollziehen. Wie du aber auch erwähnst, brauchen die Leute, die sich Filme anschauen, halt eben einfache, auf ihren Erfahrungswerten basierende, Beurteilungskriterien, nach denen sie für sich persönlich eine Wertung vornehmen können; das gilt selbstverständlich nicht nur für Filme sondern für so ziemlich alle bewertbaren Formen von Kulturgütern jeder Art. Die Kriterien, die über Jahrzente gewachsen sind, nun aber einfach über Bord zu werfen und durch absolute Offenheit gegenüber allen Elementen, die sich womöglich in einem Film verstecken oder sich in diesen hineininterpretieren lassen, zu ersetzen, halte ich persönlich für unrealistisch. Gerade zu beobachten, wie verschiedene Menschen mit ihren ausgeprägten Automatismen so sehr unterschiedlich auf einen gleichen Film reagieren, macht für mich die Spannung an MP aus. Und seine eigene Meinung, sei sie noch so geprägt durch fremdgesteuerte nichtssagende Floskeln, hier posten zu dürfen ohne dafür an den Pranger gestellt zu werden, stellt schon fast ein Grundrecht eines jeden Filmfreunds dar.
bedenklich? 19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Jodo Kast Wed, 15 Aug 2012 08:10:26 -0000
Antwort löschenDa muss ich dir voll und ganz zustimmen. Ich gucke gerne sowohl sinnfreies Actionkino, dass wirklich nur der Unterhaltung dient, als auch tiefgründiges Arthouse. Es kommt auch ganz auf die Stimmung an, worauf ich gerade Lust habe. Und was bringt es mir denn, wenn der Film mich auf einer höheren Metaebene ansprechen soll/kann, wenn mir alles andere daran (vom Cast, über die Musik bis hin zur Kamerafahrt) mal sowas von gegen den Strich geht?
Hitmanski Wed, 15 Aug 2012 07:22:10 -0000
Kommentar löschenSexy. Eine Kolumne die ihrem Autor gerecht wird :)
bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
FranklinFlyer Wed, 15 Aug 2012 07:08:25 -0000
Kommentar löschenHey Vega,
Jessen und di Lorenzo haben angerufen. Sie fanden deine Sachen ganz nett. Aber sie haben von dir noch nie gehört und wollen nun wissen, an welche Berliner WG sie deine Unterlagen zurückschicken sollen.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Weiterführendes zum Artikel ?
The Dark Knight Rises
von Christopher Nolan, mit Christian Bale und Joseph Gordon-Levitt
Auf Merkliste
Ridley Scott
Beteiligt an 62 Filmen (als Regisseur, Produzent und Ausführender Produzent) und 8 Serien
Fan werden!
Als Mr. Vincent Vega polemisiert sich Rajko Burchardt seit Jahren durch die virtuelle Filmlandschaft, immer auf der Suche nach dem kleinstmöglichen Konsens. Denn “interessant ist lediglich Übertreibung und das Pathos – alles andere ist langweilig, leider.” (Christian Kracht). Wenn er nicht gerade auf Moviepilot aneckt, bloggt Rajko für die 5 Filmfreunde und sammelt Filmkritiken auf From Beyond.




Ich kann wirklich jeden verstehen, der nach einem 10 Stunden-Arbeitstag keine Lust hat darüber nachzudenken, ob ihm im neusten Hollywood-Blockbuster gerade der Heiland begegnet ist, sondern sich einfach nur gut unterhalten lassen will.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Julio Sacchi Wed, 22 Aug 2012 13:40:45 -0000
Antwort löschenWasn mit Dir los? Brainwashed?