Emotionales Black Widow-Ende: Von diesem Abschied können Iron Man und Co. nur träumen

17.07.2021 - 20:35 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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Black Widow: Die Post-Credit-Szene und das Problem mit dem Taskmaster erklärt
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© Disney
Black Widow
Scarlett Johanssons erster eigener Marvel-Film markiert gleichzeitig ihren Abschied aus dem MCU. Es ist ein Abschied, der sich nicht auf Superkräfte, sondern auf Menschlichkeit besinnt.

Lange haben wir auf Black Widow gewartet. Nicht nur wurde der Film aufgrund der Corona-Pandemie über ein Jahr verschoben: Auf einen Black Widow-Film warten wir im Grunde seit Scarlett Johansson vor elf Jahren das erste Mal im Marvel Cinematic Universe als Natasha Romanoff in Erscheinung trat. Seit Donnerstag läuft ihr eigener Solofilm endlich in den Kinos – und markiert gleichzeitig ihren Marvel-Abschied.

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Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein Ur-Avenger aus dem MCU verabschiedet. Die alte Garde zieht sich langsam, aber sicher zurück. Sie übergibt den Staffelstab an eine neue Generation. Am ausführlichsten wurde diese Übergabe in The Falcon and The Winter Soldier am Fall von Captain America diskutiert.

Black Widow ist das komplette Gegenteil vom Iron Man-Ende

Der Supersoldat hatte in Avengers 4: Endgame seinen letzten Leinwandauftritt, genau wie sein Avenger-Kollege Iron Man. Die beiden MCU-Väter sind Geschichte. Sie gingen mit dem größtmöglichen Knall: dem Kampf gegen Oberbösewicht Thanos und der Rettung des gesamten Universums. Wo Captain America zu Thors Hammer griff, opfert sich Iron Man in einem heroischen Moment, bei dem alle Held:innen zuschauten.

Unser Video-Review zu Black Widow:

Black Widow: Würdiger Abschied oder Enttäuschung? | Review
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Black Widows Abschied fällt komplett gegensätzlich aus. Auch wenn im Finale ihres Schwanengesangs eine gigantische fliegende Station vom Himmel stürzt, flüchtet sich der Film nicht in Pathos, um den Erwartungen gerecht zu werden, die sich im Lauf der vergangenen Dekade angestaut haben. Stattdessen gibt Regisseurin Cate Shortland der Superheldin in ruhigen, unscheinbaren Szenen ihre Menschlichkeit zurück.

Diese unscheinbaren Szenen sind sehr rar im MCU geworden, da sie oft im Angesicht des ausgestellten Bombasts untergehen oder nur eine Alibifunktion erfüllen. Wann haben wir das letzte Mal in einem Marvel-Film einer Figur direkt in die Augen geschaut und mehr als die Reaktion auf ein überlebensgroßes Ereignis gesehen? Die Annäherung an Wandas Trauma in WandaVision gehört zu den wenigen Ausnahmen.

Die erste MCU-Serie auf Disney+ beschäftigte sich mit den Dingen, die in den großen Kino-Blockbustern oft keinen Platz haben. Dort lässt sich ein emotionales Vieraugengespräch nur rechtfertigen, wenn es im Zeichen von etwas Größerem steht. Selten hat man das Gefühl, dass die menschliche Seite durch die Superheldenidentität und alle damit verbundenen Konventionen durchbricht. Genau das macht Black Widow.

Black Widow blickt unter die Superhelden-Oberfläche

Zwischen aufregenden Actionszenen nimmt sich Black Widow für Marvel-Verhältnisse überdurchschnittlich viel Zeit, seine Figuren abseits der Planung von Missionen zuzuhören. Wenn sich Natasha nach der Verfolgungsjagd durch Budapest mit ihrer entfremdeten Ziehschwester Yelena (gespielt von der großartigen Florence Pugh) unterhält, fühlt sich Black Widow so natürlich an wie schon lange kein MCU-Film.

Black Widow

Angefangen bei der streitenden Familie am Küchentisch bis hin zum Austausch über die Funktionalität von Westen mit geräumigen Taschen: Hier gibt es einige bewundernswerte Augenblicke zu entdecken, die dem furiosen Superheldentreiben etwas Unscheinbares gegenüberstellen und die Figuren dadurch greifbar machen. Am besten funktioniert das, wenn sich Natasha und Yelena unterhalten und umarmen.

Nicht der bestmögliche MCU-Film, aber trotzdem ein guter

Obwohl wir das Ende von Natashas Geschichte längst kennen, begeistert der Tauchgang in ihre Vergangenheit durch stille Szenen voller Einsamkeit, in denen sie grübelt und misstrauisch ihr Gegenüber mustert. Im Gegensatz zum Iron Man-Abschied hegt Black Widow kein Interesse daran, eine Heldenstatue für die Ewigkeit zu schaffen. Der MCU-Tony Stark wurde in Stein gemeißelt und kann sich nicht bewegen.

Natasha Romanoff bekommt zum Abschied einen Film, der sie trotz aller MCU-Konventionen noch einmal richtig atmen lässt. In seinen besten Momenten erinnert Black Widow an die tollen MCU-Filme aus Phase 1, also die Filme, in denen wir uns in die Figuren verliebt haben. Es ist eine schöne Erinnerung daran, dass auch jenseits der großen Endschlachten bedeutende und berührende Dinge passieren können.

Black Widow ist zwar nicht der Film geworden, der nach all den Jahren möglich gewesen wäre. Aber definitiv ein Film, der zeigt, was für eine Bereicherung Scarlett Johanssons Superheldin in der vergangenen Dekade für das MCU war. Sie ist keine Supersoldatin, keine Millionärin, keine Göttin und auch kein Wutmonster. Aber sie hält die komplizierten Figuren um sie herum mit ihrer Menschlichkeit zusammen.

Black Widow läuft seit dem 8. Juli 2021 in den deutschen Kinos. Seit dem 9. Juli 2021 könnt ihr den Film mit VIP-Zugang auf Disney+ streamen.

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