Entführung und Folter in Buenos Aires 1977
Lord C (Christoph Dederichs), Veröffentlicht am 04.10.2012, 15:00
Die Gefangenen in Buenos Aires 1977
© Sunfilm
Während der argentinischen Militärdiktatur von 1976 bis 1983 regierte eine Junta aus Generälen, deren Staatsterror ungefähr 30.000 Todesopfer forderte. Die Aufarbeitung der Verbrechen wurde nach kurzer Zeit wieder eingestellt und erst vor einigen Jahren wieder aufgenommen. So wurde der erste Junta-Chef Jorge Rafael Videla erst im Juli 2012 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Hauptanklagepunkt auch gegen viele Militärs niederer Ränge ist die Beteiligung am sogenannten Verschwindenlassen (sprich dem Entführen, Foltern und Ermorden) von Bürgern, die als politische Gegner verdächtigt wurden. Buenos Aires 1977 schildert das Schicksal einiger Menschen, die den Militärs zum Opfer fielen.
An einem Tag im Jahre 1977 wird der Student und Fußballtorwart Claudio Tamburrini (Rodrigo De la Serna) von Regierungsschergen entführt und in eine Villa namens Mansion Seré außerhalb von Buanos Aires gebracht. Hier wird er zusammen mit seinen Mitgefangenen über Monate hinweg gefoltert und erniedrigt, da man ihnen vorwirft, Mitglieder der Opposition zu sein und sich terroristisch zu betätigen. Tamburrini war jedoch nie ein politischer Aktivist. Eines Nachts können die Gefangenen schließlich einen Fluchtversuch wagen.
Der Film basiert auf dem autobiographischen Buch ‘Pase libre – la fuga de la Mansion Seré’ von Claudio Tamburrini. Regisseur Adrián Caetano traf sich vor Beginn der Dreharbeiten sowohl mit Tamburrini als auch mit Guillermo Fernández, der den Fluchtversuch initiierte. Cateano ging es vor allem darum, den Wahnsinn auf die Leinwand zu bringen, den die Gefangenen erdulden mussten. Um dies zu erreichen wurde fast ausschließlich innerhalb vierer Wände gedreht und ganz auf die Schauspielkunst, die Kamera und die Beleuchtung gesetzt.
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Kommentare
über Entführung und Folter in Buenos Aires 1977
stalker Thu, 04 Oct 2012 12:03:05 -0000
Kommentar löschen„Argentinien ist ein Land, in dem Ordnung herrscht. Ich habe keinen einzigen politischen Gefangenen gesehen.“
Berti Vogts, 1978
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BaltiCineManiac Thu, 04 Oct 2012 11:31:17 -0000
Kommentar löschenNeben dem thematisch sehr ähnlichen "Junta" (1999) von Marco Bechis einer der wichtigen Filme zur argentinischen Militärdiktatur. Auf jeden Fall sehenswert!
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
uncut123 Thu, 04 Oct 2012 10:21:50 -0000
Kommentar löschenda gehts schon zur sache..guter film
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hoffman587 Thu, 04 Oct 2012 06:59:21 -0000
Kommentar löschenAnsonsten:
Engelchen - 20:15, ZDFKultur
(R: Helke Misselwitz / 1995)
Hitman - Jeder stirbt für sich allein - 22:05, Vox
(R: Xavier Gens / 2007)
Hab ich hier eigentlich nur reingesteckt, damit das etwas fülliger aussieht.
Half Nelson - 23:15, WDR
(R: Ryan Fleck / 2006)
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Filme über die Zeit interessieren mich sehr. Hab über diese Zeit einige Berichte gelesen vor dem Hintergrund der Fussball WM 1978. Leider schaffe ich es (wahrscheinlich) heute Abend nicht. Gut zu wissen, das so ein Film existiert.
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