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Gescheiterte Star Wars-Serie: Autor schwärmt von massig Action und riesigem Aufwand

25.05.2020 - 10:25 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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© Disney
Star Wars: The Mandalorian
Lange vor The Mandalorian arbeitete George Lucas an einer Star Wars-Realserie. Nun enthüllt Drehbuchautor Ronald D. Moore neue Einblicke in die gescheiterte Produktion.

Mit The Mandalorian ist endlich die erste Star Wars-Realserie eingetroffen. Wo es zuvor nur animierte Abenteuer auf dem heimischen Bildschirm zu bestaunen gab, können wir nun auch im Live-Action-Gewand die weit, weit entfernte Galaxis besuchen.

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Es ist allerdings nicht das erste Projekt dieser Art. Schon George Lucas arbeitete in den 2000er Jahren an einer solchen Serie: Star Wars: Underworld sollte die Lücke zwischen Episode 3 und Episode 4 schließen und somit die zwei großen Star Wars-Trilogien jener Zeit verbinden - garniert mit Film noir-Elementen.

George Lucas' Star Wars: Underworld-Serie

Schlussendlich wurde das aufwendige Unternehmen jedoch nie umgesetzt, obwohl zahlreiche Drehbücher existieren. Battlestar Galactica-Mastermind Ronald D. Moore ist einer jener Autoren, die für Star Wars: Underworld Drehbücher schrieben. Im Interview mit Collider  gibt er einige Einblicke in die gescheiterte Produktion.

Der Trailer zu The Mandalorian:

The Mandalorian - S01 Trailer (Deutsch) HD
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Ein paar Details sind zwar schon bekannt. Spannend ist dennoch, wie Ronald D. Moore den Arbeitsprozess an Star Wars: Underworld beschreibt.

Wir haben uns ungefähr alle sechs bis acht Wochen auf der Skywalker Ranch versammelt. Da haben wir uns Geschichten ausgedacht und sind dann gleich losgegangen, um Entwürfe zu schreiben, die wir dann wieder zurückgebracht haben. Zusammen mit George [Lucas] haben wir uns hingesetzt und diese diskutiert. Darauf folgte eine neue Runde an Entwürfen und weiteren Geschichten.

Je nach Quelle variiert die Anzahl der geschriebenen Drehbücher. Ronald D. Moore nennt in diesem Fall 48, was in den bisher bekannten Schnitt passt. Außerdem lässt er durchblicken, dass George Lucas schon damals an virtuellen Sets interessiert war. Sprich: Die Art von Technologie, die nun die Umsetzung von The Mandalorian ermöglicht.

[Star Wars: Underworld] wurde letztendlich nicht realisiert, aber wir haben rund 40 Drehbücher, 48 Drehbücher, geschrieben. George [Lucas] wollte zuerst alle Drehbücher fertigstellen, ehe er sich mit der Frage beschäftigte, wie man sie produziert. Er wollte viel mit hochmoderner Technologie arbeiten wie CG, virtuellen Sets und so weiter.

Eine große Star Wars-Geschichte im Fernsehen

Die Finanzierung entpuppte sich als größtes Problem von Star Wars: Underworld, sodass die Serie nie in die nächste Produktionsphase kam. 2012 kaufte Disney dann Lucasfilm und fokussierte sich auf seine eigenen Projekte. Ausgehend von Ronald D. Moores weiteren Ausführungen, ist uns da ein vielversprechender Star Wars-Ableger entgangen.

Es war ein außergewöhnliches Unterfangen. Ich kennen niemanden [außer George Lucas], der so etwas in Angriff genommen hätte. George sagte damals einfach: 'Schreibt [die Episoden] so groß, wie ihr wollt, und den Rest finden wir danach raus.' Wir hatten also keine [Budget-]Einschränkungen.
The Mandalorian

Star Wars-Produzent Rick McCallum umschrieb die Underworld-Serie einst als "Deadwood im All" - ausgehend von Ronald D. Moores Ausführungen hätten wir uns offenbar noch viel mehr erhoffen dürfen. Offenbar waren nicht nur massig Actionszenen geplant, sondern ebenfalls die Arbeit mit vielen verschiedenen Kulissen.

Wir waren zwar alle erfahrene Film- und Fernseheautoren und wussten somit, was mit einem Produktionsbudget theoretisch möglich ist. In diesem Fall sagten wir uns aber einfach: 'Ok, lasst uns [George Lucas] beim Wort nehmen und [die Serie] verrückt und groß machen.' Es gab sehr viel Action, sehr viele Sets und riesige Set-Pieces. Deutlich größer als das, was von [damals] von einer Fernsehserie gewohnt war.

Auch wenn Star Wars: Underworld definitiv auf episodische Elemente zurückgegriffen hätte, wäre am Ende eine große Geschichte entstanden, wie sich Ronald D. Moore erinnert.

Es war eine lange Erzählung mit episodischen Elementen. Es würde bestimmte Ereignisse geben, die in der ein oder anderen Episode passieren, es gab also definitiv diese episodische Qualität. Gleichzeitig wurde eine größere Geschichte erzählt, speziell im Bezug auf die Figuren in diesem Setting.

The Mandalorian wählt da momentan einen anderen Weg. Bisher steht der episodische Charakter der Serie deutlich im Vordergrund. Mit einem Ausblick auf Staffel 2 scheint sich da vielleicht etwas zu ändern, nicht zuletzt aufgrund der Integration einiger bekannten Gesichter wie Ahsoka Tano und Boba Fett. Letztgenannter hätte diversen Aussagen zufolge auch in Star Wars: Underworld auftreten sollen.

Podcast: Wird The Mandalorian den Erwartungen gerecht?

Die neue Folge von Streamgestöber - auch bei Spotify  - steht ganz im Zeichen von The Mandalorian bei Disney+. Wir besprechen die 1. Staffel detailliert, inklusive der Frage, ob Baby Yoda für die Serie ein Gewinn ist.

Für den Podcast hat Jenny zwei große Star Wars-Fans eingeladen, Moviepilot-Redakteur Matthias und Kollege Tobias von FILMSTARTS und dem Podcast Leinwandliebe. Zu dritt diskutieren sie die Qualität der Serie und spekulieren über neue Figuren in der 2. Staffel.

Hättet ihr gerne Star Wars: Underworld von George Lucas gesehen?

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