Kindliche Kritzeleien oder fiese Todesbilder?
the gaffer (Jenny Jecke), Veröffentlicht am 15.01.2012, 21:45
Tatort Kritik zum Leipziger Fall Todesbilder
© MDR
Was ist das nur für ein Jahr für den Tatort? Okay, so viele Fälle konnten wir bisher noch nicht bestaunen, aber nach den Streifen aus Ludwigshafen und Köln bleiben auch die Leipziger Ermittler in Tatort: Todesbilder hinter den Erwartungen zurück. Fans von Simone Thomalla werden mir vielleicht widersprechen, aber ohne Martin Wuttke wäre auch dieser Leipziger Tatort eine unerträgliche Saalfeld-Show geworden.
Lokalkolorit: Von der ausschließlich von Hochdeutsch sprechenden Menschen bewohnten sächsischen Metropole gab es in Tatort: Todesbilder nicht sonderlich viel zu sehen. Anders gesagt: Dieser Tatort hätte in jeder beliebigen Stadt der Bundesrepublik spielen können, aber das ist ja kein spezifisches Problem made in Leipzig. Schön auch, dass Eva Saalfeld (Simone Thomalla) in mehreren Szenen plappernd durch die Stadt fährt, ohne auch nur einmal anzuhalten. Gibt es in Leipzig keine Ampeln oder sind Tatort-Kommissare privilegierte Raser?
Plot: Ein fotografierender Mörder bringt grausam glückliche Menschen um die Ecke. Was nach einer Inspektor Barnaby-Folge klingt, die sich nach Ostdeutschland verirrt hat, entwickelt sich recht fix zum Trip in die Vergangenheit für Eva Saalfeld. Denn ihr Ex-Freund gerät ins Visier der Ermittlungen. Das alles wäre schön und gut und ein bisschen bewegend dank der Darstellung von Merab Ninidze als traumatisierter Kriegsfotograf, würde sich der Tatort gegen Ende nicht auf eine schrecklich dumme Wendung einlassen. Eine Figur als Mörder ins Spiel zu bringen, die vorher nur eine winzige, unbedeutende Szene hatte, erfordert schon einen echten Sinn für Selbstparodie. Nur scheint Tatort: Todesbilder das ernst zu meinen.
Unterhaltung: Andreas Keppler (Martin Wuttke) sucht mal eben nach einer Wohnung, doch die kurze Episode wird fachmännisch abgehackt. Ansonsten belebt das hin und her zwischen Keppler und Kollege Menzel (Maxim Mehmet) das Geschehen. Alles in allem bleibt der neue Leipziger Tatort sowohl, was die Spannung angeht, als auch den Humor, eher blass.
Tiefgang: Intellektuell gibt sich Tatort: Todesbilder maximal so tiefgründig wie die Badewanne von Eva Saalfeld. Doch jetzt mal im Ernst: Wenn einem solche lustlosen Tatorte gelangweilter Ermittler unterkommen, ist es denkbar unverständlich, dass ausgerechnet ein frisches Team wie jüngst das des saarländischen Rundfunks abgesetzt wird.
Mord des Sonntags: So hätte sich das Paar das Ende ihrer Hochzeit sicher nicht vorgestellt: blutüberströmt auf einer Wiese.
Zitat des Sonntags: “Natürlich hab’ ich’n Freund. Oder glaubst du, ich hätte auf dich gewartet?”
Für mich war der Tatort am Sonntag höchstens ein Kratzer. Nächstes Wochenende ermitteln Kappl und Deininger in Tatort: Verschleppt übrigens zum letzten Mal für den SR.
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Kommentare
über Kindliche Kritzeleien oder fiese Todesbilder?
seniorem Mon, 16 Jan 2012 17:53:56 -0000
Kommentar löschenIch schau normal immer Tatort, aber gestern habe ich das erste mal verweigert. Noch in keinem Fall konnten die Leipziger überzeugen, schon wenn ich die Thomala mit ihrer Betonfresse und den aufgespritzen Lippen sehe könnt ich kotzen.
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summerwine-lee Mon, 16 Jan 2012 17:12:37 -0000
Kommentar löschenIronie an: Mein Lieblings-Tatort-Team" Ironie aus- hat einen solala Krimi abgeliefert, der allerdings schon schlechtere Vorgänger hatte. Ab und zu ganz lustig, waren die wie immer unerträglich untalentierte, eingesichtige Thomalla und der coole Wuttke zumindest relativ unterhaltsam, sodass ich es nicht bereute, den Polen-Craig nicht geguckt zu haben.
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fabel Mon, 16 Jan 2012 16:24:41 -0000
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Yoco Mon, 16 Jan 2012 15:40:28 -0000
Kommentar löschenIch fand das Drehbuch unglaublich einfallslos und manche Szene schon fast unfreiwillig komisch. Selten einen so lieblos gemachten Film gesehen.
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Moviefilter Mon, 16 Jan 2012 09:11:08 -0000
Kommentar löschenDer Spiegel hatte in seiner Vorabkritik verraten, wer nicht der Mörder ist. Folglich habe ich mich mehr auf die Randfiguren konzentriert. Allerdings ein Mitgucker am Ende: "Wer ist das denn?" Ich: "Soundso. War in den Szenen soundso." "Derundder?" "Nein." "Mhm"
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Baum123 Mon, 16 Jan 2012 07:48:10 -0000
Kommentar löschenWar leider doch relativ früh klar wer es ist (und wer nicht). War dann doch zu offensichtlich.
Für Leute die ihn noch nicht gesehen haben, wäre es aber vielleicht keine so schlechte Idee, das erste Bild mit der Endszene der Folge, auf der Filmseite raus zu nehmen.
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filmschauer Mon, 16 Jan 2012 10:52:09 -0000
Antwort löschenGenau dieses Bild prangt sogar groß auf der Startseite des offiziellen Tatort-Webbereichs...
the gaffer Mon, 16 Jan 2012 13:10:40 -0000
Antwort löschenJa, das hab ich dort auch gesehen. Andererseits würde es mich wundern, wenn die Leute bei dieser Episode überhaupt bis zum Ende durchhalten. ;)
acefromspace93 Mon, 16 Jan 2012 00:11:34 -0000
Kommentar löschenAlso ich fand den Tatort dieses Mal richtig gut...
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Also diese schlechten Studioautofahrten waren ja wirklich unter aller sau.
Thomalla wie gewohnt mit gewollt erotisch halboffenem mund die Palette an Ausdrücken spielend, die operierte Gesichter nunmal zulassen. Wuttke und Mehmet dafür angenehm unterhaltsam, haben jedoch viel zu wenig Platz eingeräumt bekommen.
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