Motherhood
© Freestyle Releasing
Manchmal, an einem Wochentag, spät in der Nacht, da kommt es vor, dass ein Kinosaal fast leer ist. Nur ein oder zwei Menschen verirren sich ins Kino. In Großbritannien kommt es zuweilen vor, dass sich im gesamten Land nur ein einziger Mensch (!) einen Film ansieht. So ist es Motherhood mit Uma Thurman in der Hauptrolle am ersten Tag in den britischen Kinos ergangen.
Am gesamten Startwochenende haben sich lediglich zwölf (ich muss diese Zahl ausschreiben) Zuschauer in ganz England dafür entschieden, sich Motherhood anzusehen. Uma Thurman floppt wie nie zuvor. 88 Pfund (96 Euro) hat der Hollywood-Superstar damit eingespielt. Eine stolze Summe. Nur die Biografie über den unbekannten polnischen Künstler Nikifor Krynicki spielte an einem Startwochenende mit sieben Pfund noch weniger als Motherhood ein. Immerhin, Uma Thurman schlägt Polen.
Die Produzentin des Streifens, Jane Edelbaum, reagiert sehr dünnhäutig: “Motherhood ist nicht schlecht. Es ist ein sehr anständiger Film. Ich habe Filme gesehen, die nur halb so gut waren.” Uma Thurman wollte sich überhaupt nicht zu diesem formidablen Einspielergebnis äußern. Schlecht ist Motherhood tatsächlich nicht. 5,1 ist die Durchschnittswertung bei IMDb mit 868 Bewertungen. Ihn kennt nur einfach kein Mensch. “Oh mein Gott. Ich habe noch nie von so was gehört. Das ist kein Independent-Film. Es ist Mainstreamware mit Uma Thurman und nur zwölf Leute wollten ihn sehen”, sagt ein Kritiker. Auch in den USA war der Film nicht sehr erfolgreich. Dort spielte er aber immerhin 60.000 Dollar (45.000 Euro) ein.
Schuld an dem Desaster ist das Marketing. Die kreativen Köpfe tüftelten eine ganz ausgefuchste Marketingstrategie aus. Niemand sollte wissen, dass Motherhood dieses Wochenende anläuft. Es liefen kaum Werbespots, kaum Kino-Trailer und nur wenige Plakate wurden im Land der Fish and Chips aufgehangen. Nur ein exklusiver Kreis durfte die Previews sehen. Verstecken statt verkünden war das Motto der PR-Abteilung. Kreative Methode. Das Ziel, dadurch eine Mund-zu-Mund-Lawine loszutreten, hat funktioniert: Ganz England lacht über die mickrigen 100€.
Ach ja, Motherhood erzählt die Geschichte einer gestressten Mutter, die versucht, Karriere und Familie miteinander zu vereinbaren. Der Film soll im Mai bei uns anlaufen. Ziel der Macher ist es, die magische Grenze von 13 Zuschauern zu packen. Wir wünschen viel Erfolg dabei.
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Jizzel (Fabian Guzzo) 2010/03/29 16:30:00
News aus der Rubrik Kino
Kommentare
über Uma Thurman Film - Nur Polen ist schlechter
Kommentar schreibenduffy 2010/03/29 17:15:33
Kommentar löschenIch würde lügen wenn ich sagen würde, daß ich gerade nicht lachen musste.
Und, liebe Produzentin, so macht man auch keine positive Werbung:
"Die Produzentin des Streifens, Jane Edelbaum, reagiert sehr dünnhäutig: “Motherhood ist nicht schlecht. Es ist ein sehr anständiger Film. Ich habe Filme gesehen, die nur halb so gut waren.”"
DAS würde mich nicht überzeugen, eher im Gegenteil. Da kann man auch ganz gut zwischen den Zeilen lesen.
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annaberlin 2010/03/29 18:27:43
Antwort löschenDie Super-Ex mit Uma Thurman bleibt einer der schlimmsten Filme, die ich je gesehen habe...
Tytus 2010/03/29 19:05:16
Antwort löschenja der film ist übel, wobei die Grundidee eigentlich ganz brauchbar ist, die Umsetzung ist nur Crap
Mr. Goodkat 2010/03/29 18:47:48
Kommentar löschen12 , verzeihung, zwölf Zuschauer in einem Land mit 60 millionen Einwohnern ...
Ziemlich bittere Sache.
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Sheeeeep 2010/03/29 19:05:00
Kommentar löschenIch stell mir gerade diese 'Marketing Kampagne' bei Avatar vor ...
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Tytus 2010/03/29 19:06:20
Kommentar löschenich glaube die Biografie über Nikifor Krynicki ist besser
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J0J0 2010/03/29 19:22:11
Kommentar löschenWow. Zwölf Menschen! Ich bin beeindruckt.
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alanger 2010/03/29 20:05:30
Antwort löschenaber das gehöhrt doch noch alles zur 'Marketing Kampagne'.
nicht auf alles reinfallen;)
kittycat20 2010/03/29 19:36:54
Kommentar löschenOh man, ich weiß gerade wirklich nicht, ob ich lachen oder weinen soll.
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JackZero 2010/03/29 19:47:38
Kommentar löschenAlso wirklich der Artikel ist aber auch unbarmherzig zynisch!!
...Hmm, also dafür liebe ich euch! :D
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Tytus 2010/03/29 20:10:28
Kommentar löschenlegen wir doch alle eine Gedenkminute ein
*ohm*
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Thiorel 2010/03/30 04:37:39
Kommentar löschenUnd das beste am Schluss "12 Mitgliedern gefällt diese News".
Bin fast vom Stuhl gefallen xD
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Shiku 2010/04/05 23:28:51
Antwort löschenMan wollte wohl nur helfen, wenigstens hier "die magische Grenze von 13 Zuschauern zu packen" :'D
noir 2010/03/30 08:38:36
Kommentar löschenhm verstehe nicht warum der troztdem bei uns anlaufen wird, direct to dvd scheint mir die bessere alternative
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DerFilmeKenner 2010/03/30 11:19:19
Kommentar löschen"Schlecht ist Motherhood tatsächlich nicht. 5,1 (mittlerweile 5,0) ist die Durchschnittswertung bei IMDb mit 868 Bewertungen."
Also ich finde das ist schlecht
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miss-stephen 2010/03/30 12:15:36
Kommentar löschen1. Die Marketingsstrategie scheint ja nun doch aufgegangen zu sein, wenn die Welt plötzlich über diesen Film redet. Und das ohne finanziellen Aufwand.
2. Es laufen doch wöchentlich massenhaft Filme an, all die kleinen "künstlerischen" Produktionen, für die gänzlich auf Marketing verzichtet wird, abgesehen vielleicht von ein paar Trailern in Programmkinos, und die schaffen auch mehr als 12 Zuschauer. Zumal es zu jedem Film irgendwo Kritiken gibt, auch eine Art Marketing. Daran kann es also nicht gänzlich liegen, finde ich.
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Flibbo 2010/04/01 17:25:35
Kommentar löschenIch fand es ja schon immer sehr sehr schade, wie sehr es vom Marketing abhängt, ob ein Film Erfolg hat und ihn sich Leute angucken. Irgendwie wär es doch schön, wenn alle Filme die gleiche Anzahl an Plakaten und Trailern hätten und sich jeder Depp, der nicht viel von Film versteht, sich wirklich entscheiden müsste, statt das zu nehmen, was ihm am penetrantesten vermittelt wird. Davon abgesehen war die Motherhood-Marketingidee natürlich echt dämlich. Wobei sie mit einem weniger durchschnittlichen Film sogar hätte funktionieren können. Ich selbst hab Motherhood schon vor einigen Wochen vorgemerkt, aber nur weil ich ihn durch eine amerikanische Website zufällig entdeckt hatte und dachte "Cool, was mit uma Thurman das hier wahrscheinlich noch keiner kennt, biste mal der erste der es sieht.". Hat sich jetzt auch erledigt...
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Himmel, so naiv doch kein Mensch sein, geschweige denn ein ganzes Team von Marketing-Fachleuten!
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