WandaVision nutzt jetzt die Geheimwaffe - das MCU versteckt sie seit über 10 Jahren

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08.02.2021 - 15:00 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Seit über zehn Jahren versteckt er sich im Marvel Cinematic Universe. Im Zuge von WandaVision darf Paul Bettany endlich in den Vordergrund rücken. Es ist ein Geschenk.

Die neue Marvel-Serie WandaVision begeistert seit fünf Episoden auf Disney+. In einem wilden Trip durch verschiedene Sitcom-Epochen entfaltet sich ein spannenden Mysterium, in dem verschiedene (Schein-)Welten aufeinandertreffen. Alles wirkt kryptisch und undurchsichtig. Nur eine Sache ist markanter als je zuvor: der Auftritt von Vision im Marvel Cinematic Universe.

Achtung, es folgen Spoiler zu Wandavision!

WandaVision entfesselt die MCU-Geheimwaffen Paul Bettany

Visions bleiches Gesicht sorgte für einen der bisher größten Schockmoment von WandaVision. Doch nicht nur der Umgang mit der Figur sorgt bei mir für Jubelschreie. Ein noch viel größerer Reiz der Serie ist es, das Schauspiel von Paul Bettany endlich in vollen Zügen in einem MCU-Projekt genießen zu können. Der wird seit zehn Jahren leider viel zu gut versteckt.

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Wenn ich an die Gründerväter und -mütter des MCU denke, dann kommen zuerst Robert Downey Jr., Chris Evans und Scarlett Johansson in den Sinn, weiterhin auch Chris Hemsworth, Mark Ruffalo und Jeremy Renner. Auf diesen sechs Schauspieler*innen schultern einige aufregende Kinostunden. Von Anfang am Start war aber auch Paul Bettany, vorerst aber nur in Form seiner Stimme.

Hier könnt ihr den neuen WandaVision-Trailer schauen:

WandaVision - S01 Mid-Season Trailer (English) HD
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Als Tony Starks künstliche Intelligenz J.A.R.V.I.S. lieferte Bettany sein MCU-Debüt in Iron Man im Jahr 2008 ab. Er war dabei, als Tony Stark in seiner Werkstatt an seinem Superheldenanzug werkelte. Bei allen Wagnissen, die in diesem Moment eingegangen werden, strahlt er Zuversicht aus. Die Existenz von J.A.R.V.I.S., wenn auch nur bedingt greifbar, ist ein Beweis dafür, dass nichts unmöglich ist.

Vision ist einer der außergewöhnlichsten Marvel-Helden

Paul Bettany bezeugte hautnah die Geburtsstunde von Hollywoods einflussreichstem Franchise, ohne dass er als eines seiner prägenden Gesichter wahrgenommen wurde. Es sollte sieben (!) Jahre dauern, bis er erstmals in menschenähnlicher Form in Erscheinung trat. Das passierte im zweiten Avengers-Film, wenn aus den Überresten von J.A.R.V.I.S. und Bösewicht Ultron der rätselhafte Superheld Vision entsteht.

Theoretisch haben wir es hier mit einer neuen Figur zu tun, doch ein Großteil des Charakters, den Bettany ausschließlich mit seiner Stimme für J.A.R.V.I.S. geschaffen hat, ist auch in Vision übergeschwappt. Wie der Dr. Manhattan des MCU schwebt er fortan durch die Gegend und steht damit wortwörtlich über den Dingen. Mehr denn je offenbart sich Vision als abstrakte Präsenz, selbst im Angesicht der vielen Aliens im MCU.

  • Wer war nochmal Dr. Manhattan? Bei Dr. Manhattan handelt es sich um eine Figur aus dem DC-Comic Watchmen. Bei einem tragischen Unfall wurde der Atomphysiker Jonathan Osterman in den gottähnlichen, blauen Superhelden verwandelt.
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Selten wurde der Versuch unternommen, sich dieser außergewöhnlichen Figur mit der Aufmerksamkeit anzunähern, die sie verdient. Mit WandaVision ändert sich das. Es ist eine bittere Ironie, dass eines der mächtigsten Wesen im MCU erst nach seinem Filmtod nahbar wird. Jetzt stolpert Vision durch eine schräge MCU-Sitcom und muss sich als Vater einer jungen Familie in einer amerikanischen Vorstadtidylle beweisen.

WandaVision: Paul Bettany dreht endlich als Marvel-Held frei

Im Gegensatz zu Dr. Manhattan, erleben wir Vision nicht als Schöpfer von neuen Welten und eindrucksvollen Glasschlössern auf dem Mars, was durchaus vorstellbar gewesen wäre. Stattdessen wird der Superheld in WandaVision mit alltäglichen Dingen konfrontiert, die im MCU für gewöhnlich keine Rolle spielen. Ein geschickter Zug, um sich der komplexen Figur aus einer unerwarteten Perspektive anzunähern.

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Paul Bettany entpuppt sich als schauspielerische Geheimwaffe, die seit Jahren im MCU schlummert und jetzt endlich komplett ausgepackt wird. Dank dem abgefahrenen Konzept von WandaVision kann er herrlich freidrehen. Bettany spielt einen Superhelden, der eigentlich tot ist, jedoch nichts davon weiß. Stattdessen lebt er in einer Sitcom, merkt, dass irgendetwas nicht stimmt, kann aber nie das Problem identifizieren.

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In einzelnen Momenten können wir die Zahnräder in Visions Kopf sehen, die in der Regel von einem stoischen Gesichtsausdruck verborgen werden. Der sonst allwissende Superheld verhält sich plötzlich unerwartet naiv und unglaublich liebenswert. Er ist der Fish Out of Water, der keine Ahnung hat, wie ihm geschieht - besonders tragisch wird es durch den Wissensvorsprung, den wir Zuschauer*innen genießen.

Vision ist nur eine MCU-Projektion, Bettany dafür umso greifbarer

Egal, wie ausgelassen sich Vision in seine Rolle als Sitcom-Figur und junger Vater hineinsteigert: Er ist nur eine Projektion. Die vierte Folge hat das mehr als deutlich gemacht. Bettanys subtiles Schauspiel liefert jedoch seit dem Serienauftakt Grund zur Skepsis: Zwischen all der Neugier und dem Ehrgeiz, den er durch sein Schauspiel zum Vorschein bringt, verstecken sich kurze, grüblerische Blicke, die mehr andeuten.

Eine so vielschichtige Performance wurde von Bettany noch nie im MCU gefordert. Es ist ein Genuss zu sehen, wie sich er sich durch die verschachtelten WandaVision-Geheimnisse bewegt und den unantastbaren Marvel-Helden in eine sehr einsame, hilflose Figur verwandelt, die sich völlig im Unklaren über ihr wahres Wesen ist. Eigentlich verrückt: Von diesem famosen Paul Bettany hätten wir schon viel mehr im MCU sehen können.

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