Angus Young
Beteiligt an 1 Filmen
Angus Young ist unter anderem bekannt aus den Filmen AC/DC - Let There Be Rock.
Populäre Filme
von Angus Young
AC/DC - Let There Be Rock
FR/US 1980
3 Kommentare
über Angus Young
Kommentar schreibenSheeeeep 2010/05/09 18:01:23
Kommentar löschenEr machte die Schuluniform außerhalb von Pornoproduktionen salonfähig.
bedenklich? 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
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Folge 1 der Reihe
doctorgonzo außer Rand und Band
Sie lesen hier nun die Erlebnisse vom 20.06.2010 des in nebenberuflicher Eigenverantwortung arbeitenden Schriftstellers, Humoristen, Musik-, Literatur-, Musik-, Kunst-, und Sozialkritikers doctorgonzo. Bekannt durch die Essays „Warum Rentner und Kinder nicht im selben Supermarkt einkaufen sollten wie ich“ oder „Der Vollidiot, dem ich in der Vorführung von „New Moon“ das Popcorn weggenommen habe, hatte ne geile Freundin“.
…So begab ich mich an einem schönen Sonntagnachmittag, direkt nach dem Aufstehen in Deutschlands Barockstadt Nummer 1, Dresden. Nachdem man mich aufgeklärt hatte, dass Barock nur sehr wenig mit Rock zu tun hat, ärgerte ich mich beinahe, soviel Geld für eine AC/DC Karte ausgegeben zu haben, aber es sollte noch ein sehr ereignisreicher Tag werden.
Auf dem 200 Kilometer langen Trip Richtung Osten begleiteten mich ein altersschwacher VW T4, nette Kerle, schöne Frauen und zwei Menschen mit schwacher Blase, diese hat man besonders gern auf einer Autoreise dabei.
Als erste Handlung nach der Parkplatzsuche stand ein opulentes Mahl auf der Agenda, was lag also näher als ein australisches Restaurant zu besuchen?
Während ich hin und wieder von meinem Känguruhsteak aufblickte, konnte ich das WM-Spiel Neuseeland – Italien verfolgen und fühlte mich dementsprechend ozeanisch.
Als unzureichenden Ersatz für Verdauungssex oder wenigstens einen Verdauungsspaziergang, beschlossen einige meiner Begleiter, den monetären Gegenwert eines MacDonald´s Maxi – Menüs für die Turmbesteigung der Frauenkirche zu opfern, immerhin ist diese Kirche ja neben dem Dom zu Köln Deutschlands bekannteste Gottesklitsche.
Meine Stimmung stieg aber trotzdem, denn in dem Moment, als die Reisekameraden in der Kirchenpforte entschwanden, verließen drei junge Männer mit langen Haaren und in Jeans gekleidet diese Disco der abendländischen Religion und johlten „Hell´s Bells“.
So konnte ich mich frohen Mutes auf den Weg zum Volksfestgelände am Elbufer machen und ließ mich auch nicht durch die als Sicherheitskräfte verkleideten Schulabbrecher entmutigen, die mich so professionell nach Waffen, Glasflaschen und ähnlichen Dingen durchsuchten, dass ich insgeheim bedauerte, die Flasche
Johnnie Walker Black Label nicht mitgenommen zu haben.
Drinnen gaben sie mir dann die Freiheit… Die Freiheit, zehn Euro für einen Liter Beck´s zu zahlen oder vier Euro für einen Döner von der Größe einer CD. Ich entschied mich, auf beides zu verzichten und widmete mich der Beobachtung der anderen Konzertbesucher.
AC/DC ist ein Phänomen, von 12 bis 70 konnte ich dort Vertreter jeden Alters und jedes Berufsstandes entdecken, ob Friseuse, Gynäkologe, Briefträger, Autoverkäufer, Student, Schüler, Lehrer oder Alkoholiker, alles war vertreten in einem bunten Kaleidoskop vorwiegend schwarzer Farben.
Zugegeben, dem einen oder anderen Besucher wollte ich ob ihres Erscheinungsbildes schon den Rat geben, „das Andrea Berg Konzert war gestern“ oder „ Xavier Naidoo hat seinen Gig nach Wanne Eickel verlegt“, aber wie die Australier sagen „pobody is nerfect“
So ließ ich mich mitsamt meinen Begleitern nach vorne schwemmen und lauschte der Darbietung der ersten Vorband.
Wer wie ich schon auf dem einem oder anderen Konzert war, lässt sich durch die Qualität einer Vorband nicht schocken und so verlief die Wartezeit durchaus erträglich. Allerdings verlor ich meine Begleiter und vor allem meine Begleiterinnen aus den Augen und fand mich zum Ausgleich dafür in relativer Nähe zur Bühne wieder.
Die finale Umbaupause bis zum Hauptakt möchte ich nutzen und dem geneigten Leser mein neues Umfeld vorstellen:
Es bestand, im Uhrzeigersinn von links vorne aus einer Gruppe von 5-6 Sachsen zwischen 35 und 48, die im Laufe des Konzerts etwa 8-10 Liter Bier (kein richtiges Bier, sondern Beck´s) vernichteten und versuchten, dem einen Teeniemädel vor mir eine zusammengerollte 5€ Note in den hervorscheinenden String zu platzieren, während sie auf den Schultern ihres Begleiters saß.
Rechts davon war ebendieses Teeniemädel als Teil einer siebenköpfigen Gruppe, aufgeteilt in drei heterosexuelle Pärchen (durchaus sehenswerte Damen) und eine Art Aufsichtsperson, die einen schier unerschöpflichen Vorrat tschechischer Marlboro wegpaffte.
Wiederum daneben waren zwei in die Jacken des Schweizer Heeres (in Militärkreisen als „Vierfruchtpyjama“ bekannt) gekleidete junge Männer aus dem für Käse, Uhren, Schokolade und Bankgeheimnisse beliebten Alpenland links von Österreich, die mich ob meiner Bekleidung (ein dänisches Tuborg – T-Shirt und eine Jacke der Britischen Rheinarmee) freudig begrüßten und mir anboten „Magst amal zieh´n?“ und mir ein zigarrenähnliches Objekt hinhielten, das in etwa roch wie das Zimmer eines befreundeten Studenten. Nebenbei bemerkt studiert dieser junge Mann Religion auf Lehramt. Ich lehnte dankend ab, kam aber trotzdem sehr gut mit den beiden ins Gespräch.
Etwas rechts und etwas hinten befand sich eine Gruppe etwas naiver junger Rheinländer, deren Dialekt mich schon das Schlimmste befürchten ließ, die aber für viel Freude sorgten, als sie sich von den etwas angekifften Schweizern erklären ließen, sie seien in Wirklichkeit Franzosen und ich ihr schottischer Kumpel, was uns dann dazu veranlasste, ausschließlich Englisch zu sprechen, für etwa 20 Minuten.
Den Raum direkt und links hinter mir belegte eine Gruppe aus dem Frankenland, wobei ich nicht sicher bin ob das nun eine vierköpfige Gruppe war oder eben zwei Zweiergruppen. Da ich bereits in meinem früheren Berufsleben Erfahrung mit dieser Volksgruppe sammeln konnte und sie als sehr unterhaltsam, wenn auch nicht immer freiwillig, kennen gelernt habe, beschloss ich, ihnen ein wenig zuzuhören.
Ich schnappte Gesprächsfetzen auf über ein JBO Konzert, bei dem die Band die Hosen runterließ und einen AC/DC Gig in Nürnberg, dessen Anekdote es wohl war, dass Brian Johnson bei „Hell´s Bells“ am Glockenstrick vorbei sprang. Daneben beschwerten sich die Franken über Handynutzer auf einem Konzert, woraufhin einer der Gruppe prompt angerufen wurde, derbe ins Telefon fluchte und das Gespräch mit den Worten „Ich meld mi nie wieder für Elternbeirat“ beendete.
So hatte ich den wahren Grund meiner Anwesenheit in Dresden fast vergessen, als eine Art Animationsfilm das Auftreten der Band ankündigte.
Und Bäääng, waren sie da, ein 62-jähriger Engländer mit Golfermütze und ein 55-jähriger Australier in Schuluniform, der sich im Verlauf des Konzertes (natürlich) auszog und (natürlich) frenetisch dafür gefeiert wurde, sowie die drei Mitstreiter dieser beiden.
Nach gemäßigtem Start mit einem Lied vom neuen Album „Black Ice“ stieg man mit Klassikern wie „Back in Black“ richtig ein und eine kurze Einschätzung der Stimmung um mich herum sagte mir „hier stehst Du verdammt gut“.
Weitere Kracher folgten: „Thunderstruck“ , „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ oder „Whole Lotta Rosie“ ließen mich vor Verzückung umherspringen und als bei „The Jack“ eine Dame aus dem Publikum allen Anwesenden (via Videowand) die Vorzüge ihres Oberkörpers präsentierte war die Stimmung im wahrsten Sinne des Wortes bombig. Zur Zugabe gab es „Highway to Hell“ und als krönenden Abschluss „For Those About To Rock“..
Doch das war nicht das Kernereignis… Der Punkt ist, dass man bei AC/DC ein paar Jungs zuschauen kann, wie unendlich viel Spaß ihnen dieser ganze Blödsinn bei aller Routine immer noch macht, wie tief sich das Grinsen in die Gesichtszüge von Angus Young gräbt, wenn er feststellt, wie das Publikum mitgeht, wie seine obligatorische Stripeinlage bewundert wird, obwohl ein 55-jähriger mit langen Haaren zumindest objektiv nicht mehr als Prototyp eines Sexsymbols gilt. Oder wenn sich Brian Johnson freut wie ein kleiner Junge, während er am Glockenstrick hängt, um „Hell´s Bells“ einzuläuten.
Dazu kommt dieser entscheidende Fakt, der den Rock zum unbestrittenen König der Musik macht. Die Qualität der Liveperformance eines echten Rockkonzerts, keine andere Musikrichtung kann hierbei mithalten, und ich spreche hierbei von richtigem Rock, nicht von irgendwelchen Tütenklebern, die sich einbilden Rocker zu sein, weil sie E-Gitarre spielen können, Peter Maffay oder Bands die mich das Wort „Moppelkotze“ denken lassen, wie One Republic beispielsweise, dürfen sich hier gern angesprochen fühlen.
Nein, ich spreche vom Rock in all seiner feurigen, gitarrenlastigen, brüllenden, originalen Live Genialität, die einen vergessen lässt, dass man vor dem Beginn des eigentlichen Konzertes für einen kurzen Moment gedacht hat: „hoffentlich spielen die nicht so lang, von der Steherei tut mein Rücken schon weh“, sondern einen dann nur noch denken lässt: „Noch eins, noch eins“, obwohl man heiser ist, die Arme wehtun vom Klatschen über Kopf und vom permanenten Rockergruß.
Alles egal, weggespült in einem musikalisch Orgasmus von Leuten, die im normalen Berufsleben fast das Rentenalter erreicht hätten und denen man wünscht, sie würden noch 100 Jahre weiter Musik machen, damit sie auch den Generationen nach uns noch Freude vermitteln können, so wie sie es so vielen Musikfans vor meiner Zeit geschafft haben.
Nichts ist wie ein gutes Rockkonzert und ich habe an diesem lauen Juniabend in Dresden mal wieder eines erleben dürfen.
Danke Angus, Danke Brian.
Danke AC/DC, fast hätte ich vergessen, wie sehr man Musik doch zelebrieren kann, wenn man nur das richtige Genre findet und wirklich gern tut was man tut.
Danke, dass Ihr wieder bewiesen habt, dass Sting richtig lag, als er sagte: „Es gibt keine Religion, außer Sex und Musik“…
Ich würde noch Fußball hinzunehmen, aber warum streiten, schließlich sind das alles Kleinigkeiten…..
Denn:
ICH war bei AC/DC!!!!
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Xebeche 2010/06/22 20:08:55
Antwort löschen:D Beneidenswertes Erlebnis! Und Du hast doch wohl hoffentlich ordentlich gesoffen?
Achso, wenn Beck's kein richtiges Bier ist, was ist dann richtiges Bier? Beck's Gold? ;)
doctorgonzo 2010/06/23 09:18:52
Antwort löschenIch war der Fahrer, deshalb war der Mangel an echtem Bier nicht so schlimm. Biere, die mich begeistern sind Tuborg, Carlsberg, Heineken, Kronenbourg, Pelforth oder Budweiser (das tschechische)...
Alle 4 Antworten zeigen
Xebeche 2010/06/24 08:52:17
Antwort löschenCarlsberg und tschechisches Budweiser sind top. Aber bei mir geht nichts über ein schönes , kühles, herbes, norddeutsches Jever.
doctorgonzo 2010/06/24 10:44:15
Antwort löschenMir schmeckt der Großteil deutscher Biere zu pappig, ich weiß auch nicht warum, ist aber so.