Kar Wai Wong

Beteiligt an 15 Filmen (als Regisseur, Drehbuch, Autor, Akteur und Produzent)

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Kar Wai Wong
Alias: Jiawei Wang
Geburtstag: 17. Juli 1958
Geschlecht: männlich
Anzahl Fans: 125

Wong Kar Wai ist ein Regisseur aus Hongkong, der zu den bekanntesten Vertretern seiner Zunft in China zählt. Durch In the Mood for Love – Der Klang der Liebe erlangte er internationalen Ruhm. 2007 folgte mit My Blueberry Nights die erste amerikanische Produktion.

Leben und Werk
Wong Kar-Wai wurde am 17. Juli 1958 in Shanghai (China) geboren. Seine Eltern zogen bald nach Hongkong, wo er nach seiner Schullaufbahn Grafikdesign studierte. Anschließend arbeitet er als Produktionsassistent für das Fernsehen. In den 1980er Jahren beginnt Wong Drehbücher zu schreiben, die in den verschiedenen Genres angesiedelt sind. In dieser Zeit entstehen As Tears Go By, eine Mischung aus Gangsterfilm und Liebesfilm, und Days of Being Wild, beide mit der jungen Maggie Cheung.

Der Durchbruch gelingt Kar-Wai 1994 mit Chungking Express, seitdem er als chinesischer Quentin Tarantino gilt. Es folgen Ashes of Time, Fallen Angels und Happy Together. Letzteres ist ein Film über zwei homosexuelle Männer aus Hongkong, die während der Rückgabe Hongkongs an China ins argentinische Exil gehen wollen.

Fast alle seiner Filme spielen in der Großstadt Hongkong und thematisieren dieses Großstadt-Leben immer wieder. In vielen Filmen arbeitet er mit den Schauspielern Maggie Cheung und Tony Leung Chiu Wai zusammen.

Neben Spielfilmen produziert Wong Kar-Wai auch immer wieder Kurzfilme für die Werbung, beispielsweise für Lacoste und BMW und ein Musikvideo für DJ Shadow.

Seit 2000 ist Wong auch international bekannt. Der Durchbruch kam mit In The Mood For Love (2000), der als eine Fortsetzung von Days of Being Wild (1991) angesehen werden kann. Anschließend folgte die Mischung aus Liebesfilm und Science Fiction-Film 2046.


Populäre Filme

von Kar Wai Wong

Komplette Filmographie


News

die Kar Wai Wong erwähnen
Leslie Cheung in Days of Being Wild

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4 Kommentare

über Kar Wai Wong

Hooded Justice

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„Ein Film ist für mich nie eine Antwort. Erst recht nicht, wenn es um die Liebe geht. Denn das ist immer eine große Frage.“

Was ich an Wong Kar Wai liebe, sind nicht unbedingt die Liebesfilme, sondern die Liebe in seinen Filmen. Die magische Poesie, die Melancholie, die Einsamkeit und das heikle Etwas des Verliebtseins.

Seine Bildgestaltung spielt hierbei nicht nur eine Rolle der Ästhetik. Die wilden Kamerafahrten durch Hongkongs menschenbefüllten Ecken, die flackernden Lichter des nächtlichen Straßenlebens und ihre Farben sind nicht nur Spielereien mit der Kamera und Schönheitseffekte. Sie bedeuten, wie viel Detail, Liebe und Schönheit in dem stecken kann, was wir sehen könnten. Doch vor allem eins: Sie spiegeln die Stimmung und die Atmosphäre der Geschichten wider, die uns Wong Kar-Wai auf ein Jedes neu erzählt.

„Die Zuschauer sollten sich wie die Passagiere eines Zuges fühlen: Sie reisen mit diesem Menschen [dem Protagonisten] und gehen mit ihm durch jede Periode seines Lebens, die gleichzeitig Szenarien einer Beziehung sind. Die meisten Zuschauer, die jemals in ihrem Leben geliebt haben, werden sich in einer der Episoden wiederfinden.“ –

Wahrscheinlich ist es das, was man an Wong Kar-Wai lieben wird: Die Nähe an seinen Figuren, die schlichtweg wahnsinnig ist. Die völlig unterschätzten Wiedergaben aus dem Off sind nicht nur Voice-over, sie sind Monologe und einfühlsame Erzählungen eines Ichs, das uns hiermit ganz persönlich in unser Herz direkt zu und in uns spricht. Wir bauen eine Beziehung zu ihm auf, wir folgen ihm in seine Gedanken, wir können uns in ihn fühlen, und das – so ausgelutscht das klingen mag – sei nicht nur daher gesagt.

Wenn es um Wong Kar-Wai geht, geht es auch immer um Liebe und die ganz großen Gefühle. Aber es ist nicht nur Gefühlsgedusel, wie es viele nennen mögen, oder Liebesgeschwafel. Es sind mit die ehrlichsten Dramen über, von und mitten in der Liebe, die ich je gesehen habe. Denn Liebe ist – wie wir es alle sicherlich irgendwie mal kennenlernen mussten – nicht immer schön, einfach und reine Erfüllung, sondern ein Weg. Sie birgt Geheimnisse und unzähligen Kummer. Besonders in seinem meiner Meinung nach Schlüsselwerk ‚Chungking Express‘ wird dies erkennbar: Wir sehen die gescheiterte Liebe und den Kummer danach, die Suche nach neuer Liebe und die Enttäuschung des Nichtfindens, die Sehnsucht nach ihr, die seltsamen Umwege und sogar das glückliche Widerfinden. Als einen der wichtigsten Punkte in Wong Kar-Wais Bedeutung steht für mich aber eins [langweilig, ich weiß, ich bin empfänglich dafür]: Das Alleinsein und die Einsamkeit. Diese wird auch in seinem darauf folgenden Werk ‚Fallen Angels‘ deutlich: Die Liebe ist sich in Gedanken nahe, doch findet nicht zu einander. Einer der bedeutendsten Momente in Wong Kar-Wais Schaffen stellt hierbei die Szene, in der die Protagonistin in ‚Fallen Angels‘ onaniert. Mit diesem Bild hätte die Einsamkeit nicht stärker dargestellt werden können.

Im Meisterwerk ‚Happy Together‘ zeigt er uns die immer mehr ins Aus scheiternde Beziehung zwischen zwei Männern. Sie wollen ihre Liebe retten, versuchen einen Traum zu leben und wandern nach Argentinien aus. Doch als die Liebe und somit der Traum endgültig bricht und zerplatzt, wird uns eins klar gemacht: Wir sind nicht für alle bestimmt. In ‚In the Mood for Love‘ finden zwei verzweifelte, vom Partner jeweils hintergangene Seelen zusammen und betrügen selbst. Verblüffend ist, dass immer, wenn die Musik (‚Yumeji's Theme‘) erklingt, die ganz großen Momente und Gefühle des Films passieren; die nachdenklichen Momente; wir sehen die beiden Protagonisten beim Einsamsein, die unglücklichen Gestiken, wie sie sich erstmals über den Weg laufen und ihnen selbst ihre Verlorenheit klar wird. Wong Kar-Wai sagt uns: Wir brauchen keine großen Worte, um uns unseren Gefühlen zu stellen. Vielmehr sind es unsere Blicke, körperliche Ausdrücke und der Zeitpunkt. Aus irgendeiner Form der unbewussten Rache und gemeinsamer Einsamkeit werden in ‚In the Mood for Love‘ wahre Gefühle. Die Liebe wird Zufall und gemeinsames Schicksal.

Um auf den Punkt zu kommen: Wong Kar-Wai offenbart uns, dass die Liebe leider nicht simpel ist. Sie ist ein komplexes Irgendwas aus Gefühlen, Schicksal und Bestimmung. Wir alle haben unsere Probleme mit ihr. Sie tut weh, und ist dennoch das vielleicht Wertvollste auf der Welt, weil sie uns am Träumen hält. Genau wie Wong Kar-Wais traumhaften Filme, gefilmt in traumhaften Bildern mit traumhaften Geschichten und vor traumhaften Kulissen.

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David "Noodles" Aaronson

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Ja ohne diese Art von Bildern und Schnitten würden seine Filme gar nicht funktionieren, egal ob sie den Gefühlen seiner Figuren Ausdruck verleihen oder einfach nur überwältigen/betören sollen. Für mich der Beweis dass Filme nicht zwangsläufig zuerst narrativ (im klassischen Sinne) gedacht werden müssen, sondern durchaus auch zuerst visuell (in Verbindung mit einer, meist den ganzen Film bestimmenden, Grundstimmung).

Wie schön dass jemand "Happy Together" auch wie ich als Meisterwerk empfindet


Hooded Justice

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You say it. Das Problem ist glaube ich, dass Happy Together einfach zu unbekannt ist.


franticfury

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Wird Zeit mal meinen Lieblingsregisseur aus China zu würdigen. Seit Chungking Express und Fallen Angels zähle ich ihn nämlich als solchen, denn seine Filme sind jedes Mal ein Erlebnis! Mit all seinen verschrobenen Charakteren, seinem einzigartigen Farbenspiel und seiner Liebe zum Detail macht er jeden Film zu etwas ganz besonderen. Ich bin wirklich kein Fan von Liebesfilmen, da die meisten vor Klischees nur so sprühen, aber ich weiß eins, ich liebe Kar Wai Wongs Werke! Ich liebe seinen Stil, sein writing, seine ungewöhnlichen Art das leidige Thema Liebe zu behandeln. Seine Werke folgen einfach nicht dem Schema X und das ist gerade in diesem Genre alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Ich könnte mir jeden seiner Filme noch mindestens ein Dutzend Mal anschauen und sie würden kein bisschen ihres Zaubers, ihrer Poesie einbüßen. Und ich freue mich, dass es immer noch einige Filme gibt, die ich noch nicht von ihm gesehen habe!

"If memories could be canned, would they also have expiry dates? If so, I hope they last for centuries." - Chungking Express

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