Bandrix

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Bandrix aus Aschaffenburg ist 21 Jahre alt. Er hat sich auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1883 Filme bewertet und legendäre 1887 Kommentare geschrieben. Mich nerven alle kleinen Gangsterkiddies mit Goldkette und T- Shirts die mehr als Bettlaken durchgehen würden! Wenn du einer dieser Leute bist, bitte, dann fordere ich dich auf, ganz ruhig und freundlich, ohne jegliches Drängen oder auch nur mit dem Versuch der Gewaltanwendung, wirklich ohne jedes Schimpfwort, zu gehen. Wenns dir nicht passt...dann...kriegst nen Keks! .:. Seit Kurzem schreibe ich auch zusammen mit ein paar anderen Moviepiloten den Blog: http://cityofcinema.blogspot.de/ Mehr


The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro
The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro

Bandrix 6.0 "Ganz gut"

Der Pianist
Der Pianist

Bandrix 8.5 "Ausgezeichnet"

Spuren
Spuren

Bandrix 7.5 "Sehenswert"

Man mag von der Person Robyn Davidson halten, was man will. Ob verrückt, verschroben oder weltfremd – ihre Taten sind in jedem Fall mutig und verdienen eine gewisse Huldigung. Mit gerade mal 27 Jahren in glühender Hitze durch das australische Outback zu marschieren ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Dabei ist klar: Diese Reise findet nicht nur auf der Karte statt, sondern auch in Robyn selbst. Je weiter sie kommt, desto besser versteht sie sich selbst. Zwischen Selbstzweifeln, Stolz und dem Gefühl, vor Menschen fliehen zu müssen, entfaltet sich unter dem sternenklaren Nachthimmel Australiens eine Tour de Force, die Regisseur John Curran in einfühlsamen Bildern darlegt. Zusammen mit Kamerafrau Mandy Walker fängt er die spröde Schönheit Australiens perfekt ein. Wie Robyn mit ihren Kamelen durch sengende Hitze marschiert, die Wasservorräte knapp werden und sie sich völlig alleine doch nach Unterhaltung sehnt, entwickeln sich faszinierende Szenen. An Originalschauplätzen gedreht, schlägt sich der Aufwand sofort in der Qualität von „Spuren“ nieder. Auf der großen Leinwand wirken Schauplätze der Marke Uluru natürlich noch imposanter und erschaffen eine gewisse Ehrfurcht vor dem beeindruckenden Naturschauspiel, das sich dem Zuschauer bietet. Für die einen dürfte „Spuren“ in seiner Bildgewalt absolut faszinierend wirken, für die Anderen eher erschreckend. Schließlich ist Robyns Reise – obwohl finanziert – hochgefährlich. Da hilft auch nicht die Schönheit des wenig besiedelten Kontinent.
„Spuren“ kann sich zudem auf seine talentierte Hauptdarstellerin verlassen. Mit Mia Wasikowska hat Regisseur John Curran einen heranwachsenden Star an der Hand, der ihm dankbar jede Facette des Charakters Robyn Davidson entschlüsselt. Wasikowska ist einfach unheimlich stark in ihrer Rolle und sorgt dafür, dass der Zuschauer auch in etwas langwierigeren Passagen des Films am Ball bleibt. Ihre Performance hier dürfte zum Besten in ihrer noch jungen Karriere zählen, was aber nicht verwundert. Schließlich dürfte sich so ziemlich jede Darstellerin Hollywoods solch eine Rolle in ihren Träumen wünschen. Da verwundert es nicht, dass in den 90ern beispielsweise Julia Roberts und Nicole Kidman für eine mögliche Verfilmung in Frage kamen. Gut, dass nun Wasikowska zusammen mit Adam Driver als Fotograf Smolan die Kamele führen darf. Wie das Publikum im Abspann auch sehen wird, sind sie allein optisch schon die perfekte Wahl.

„Spuren“ ist ein etwas sperriges Stück Film geworden. Allerdings passt das völlig zu seinem Hauptcharakter, der große Strapazen auf sich nimmt um zum einen der Welt zu entfliehen und sich selbst ein wenig näher zu kommen. Für Fans Australiens ein unbedingtes Muss und für solche, die es werden wollen unbedingt. Denn am Ende versteht auch der Zuschauer Robyn Davidson ein wenig besser und kann ihren Willen, sich von der Gesellschaft für einen kurzen Moment loszureißen, verstehen. Es gibt nur dich, den Boden auf dem du stehst und den Sternenhimmel. Allein im Universum. Wie beängstigend und gleichsam gewaltig muss sich das nur anfühlen?

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Savaged
Savaged

Bandrix 5.0 "Geht so"

Die Frau des Polizisten
Die Frau des Polizisten

Bandrix vorgemerkt

Sabotage
Sabotage

Bandrix 1.0 "Ärgerlich"

Ich bin fassungslos. "Sabotage" ist so schlecht, dass er mir sogar die Lust, eine längere Kritik zu verfassen, nimmt. Völliges Versagen auf sämtlichen Ebenen. David Ayer, Regisseur großartiger Filme der Marke "Training Day" und "End of Watch" demontiert sich selbst und Stümper Shit Woods darf sich weiterhin als Autor verdingen. Frechheit. Unfassbar. Arnie, das hast du nicht verdient.

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Bandrix

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Ach, der ist einfach so unglaublich beschissen. Andy, nicht anschauen. Wenn, dann über Stream. Natürlich illegal. Auf keinen Fall Geld für diesen Schund ausgeben!


Andy Dufresne

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:( Dann schau ich wohl die Tage lieber mal "Commando uncut", den hab ich neulich für nen Fünfer mitgenommen...


Joe
Joe

Bandrix vorgemerkt

Lawrence von Arabien
Lawrence von Arabien

Bandrix 8.0 "Ausgezeichnet"

Super-Hypochonder
Super-Hypochonder

Bandrix 6.5 "Ganz gut"

Nachdem Dany Boon und Kad Merad von Frankreich aus 2008 mithilfe von „Willkommen bei den Sch’tis“ in Europa durchstarteten, steht nun mit „Der Super-Hypochonder“ ein weiteres Projekt der Beiden an. Die Erwartungen sind also dementsprechend hoch, ist „Willkommen bei den Sch’tis“ doch einer der größten Hits der vergangenen Jahre.
Dany Boon hat es sich auch dieses Mal nicht nehmen lassen, neben dem Part als Hauptdarsteller auch Regie zu führen, sowie das Drehbuch zu verfassen. Wie schon in „Nichts zu verzollen“ (Erscheinungsjahr 2010) ist er also verantwortlich für so ziemlich jede künstlerische Aufgabe in „Der Super-Hypochonder“. Der Film selbst nimmt sich des Hypochonders Romain Fubert (Dany Boon) an, der aufgrund seiner zahlreichen Ticks und Phobien kaum außer Haus geht und nur zwei Freunde hat. Einer davon ist sein langjähriger Hausarzt Zvenka (Kad Merad), der nur noch genervt ist von ihm. Als Romain jedoch versucht, etwas an seiner Einsamkeit zu ändern, gerät das Leben der Beiden gehörig durcheinander.
Nun, aus der Person des Romains ist natürlich einiges herauszuholen. Seine Unfähigkeit den Alltag zu überstehen, die Schwierigkeiten Frauen anzusprechen oder gesellige Abende über die Runden zu bringen. All das gestaltet sich mit einem Super-Hypochonder verständlich schwierig. Diese Seiten bringt Boon auch oftmals urkomisch rüber. Seine Gestik und Grimassen sind so vollkommen überzogen, dass der Zuschauer nicht aus dem Lachen herauskommt. Leider aber trifft der Film nicht immer den richtigen Ton und übertreibt hier und da ein wenig. Die Story selbst schlägt zum Ende hin einige unerwartete Haken und wirkt dementsprechend unausgewogen. Einfach deshalb, weil manche Szenen nicht zum Rest des Films passen wollen und ihn leider ausbremsen. Da entwickelt sich „Der Super-Hypochonder“ von einer Außenseiterkomödie zu einem waschechten Revolutionärsfilm – natürlich mit gehörigem Augenzwinkern versehen. So ganz will sich der Schlussakt aber nicht in das Gesamtwerk einfügen.
Das ist dann auch der Grund, wieso „Der Super-Hypochonder“ nicht ganz an „Willkommen bei den Sch’tis“ anknüpfen kann. Die Grundzutaten sind zwar stimmig, Boon und Merad auf der Leinwand erzsympathisch – doch „Der Super-Hypochonder“ läuft einfach nicht völlig rund. So bleibt ein zwar vergnüglicher Kinoabend, jedoch nichts, das länger im Gedächtnis bleiben würde. Kein Muss, aber definitiv ein Kann.

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Strike Back - Staffel 3
Strike Back - Staffel 3

Bandrix 7.0 "Sehenswert"

Zulu
Zulu

Bandrix 7.5 "Sehenswert"

„Zulu“ – das ist eine südafrikanische (schwarze) Volksgruppe, die die Mehrheit der Bevölkerung darstellt. Im gleichnamigen Film widmet sich Regisseur Jerome Salle dem Südafrika der Post-Apartheid und stellt dem Zuschauer mit der Figur des Ali Neuman (Forest Whitaker) einen Zulu vor, der es bis zum Chef der Mordkommission in Kapstadt gebracht hat. Basierend auf der Buchvorlage des Franzosen Caryl Ferey entwirft er ein schockierendes Bild eines Landes, das zwanzig Jahre später immer noch an den Nachwirkungen dieser schonungslosen Zeit leidet.
In „Zulu“ herrscht wenig Hoffnung. Zwar wird Kapstadt gerne von Touristen aus aller Welt frequentiert, doch wendet man sich den ärmeren Vierteln der Stadt zu, sieht alles schon ganz anders aus. Armut wohin das Auge reicht, Menschen, die in Blechhütten leben und die man ohne Schutz eigentlich gar nicht betreten darf. An diesen Plätzen herrscht das Recht des Stärkeren, oder – wie die Hauptcharaktere im Film wissen – derjenige, der skrupellos ist. Drogen überschwemmen die Straßen, Kinder verschwinden spurlos und selbst Mitglieder der High Society sind nicht mehr sicher.
Was anfangs noch wie ein gewöhnlicher Mord aussieht, entwickelt sich zu einer waschechten Verschwörung, die offene Wunden wieder aufreißt, teilweise an abstruse Nazi-Experimente erinnert und doch in allen Facetten in der Realität ihren Ursprung hat. Natürlich hat auch jede (vermeintlich) gute Figur im Film sein eigenes Kreuz zu tragen. Ob grausame Vergangenheit (Whitaker), oder ein verpfuschtes Vater-Sohn-Verhältnis (Whitakers Filmkollege Orlando Bloom) – hier besitzt niemand eine weiße Weste. Das spiegelt perfekt den Zustand Südafrikas wieder. Schließlich muss das Land immer noch mit den Nachwirkungen der Apartheid kämpfen, da noch lange kein Gras über die Sache wachsen konnte. Zeitzeugen sind noch zuhauf am Leben und erinnern sich nur allzu gut an die Gräueltaten der weißen Obrigkeit. Mandelas Erbe der kollektiven Vergebung ist ein zerbrechliches Abkommen, das jederzeit scheitern könnte, was „Zulu“ immer wieder in unheilvollen Bildern heraufbeschwört. Geschickt nutzt der Film seine wenigen harschen Gewaltspitzen um dem Zuschauer die Fragilität des Landes (und seiner Protagonisten) zu verdeutlichen. Es knallt selten in „Zulu“, doch wenn, dann richtig.
Deshalb ist es umso trauriger, dass der Spannungsbogen hier und da brüchig ist. Manche Szenen sind einen Tick zu lang gehalten und entschleunigen den Thriller ein wenig. Dadurch büßt „Zulu“ nach großartigen Szenen an Spannung ein. Dank des talentierten Darstellergespanns kann dieser Umstand aber aufgefangen werden. Vor allem Orlando Bloom (Legolas in „Der Herr der Ringe“) zeigt eine völlig neue Seite an sich. Da verzeiht der Zuschauer auch, dass der Film zum Ende hin ein wenig zerfahren wirkt, was in der Buchvorlage bestimmt ausführlicher besprochen werden konnte. Trotzdem ist „Zulu“ – obwohl in erster Linie an purer Unterhaltung interessiert – ein gelungenes Beispiel für die Reflexion der Apartheid und der Zeit danach. Die Konflikte, die unter der Oberfläche weiterhin brodeln und der Gedanke an Rache sind Dinge, die nicht erst Mandelas Exfrau in den 90ern mithilfe des militanten Flügels des ANC (Afrikanischer Nationalkongress) vergelten wollte.
Auge um Auge, Zahn um Zahn. Dass dies nicht der richtige Weg ist, daraus macht auch „Zulu“ Gott sei Dank keinen Hehl. Hier siegt nämlich, trotz der nihilistischen Aufmachung und der im Grunde zerstörten Charaktere, doch die Hoffnung. Auch wenn man sie unter Blut und Schweiß erst finden muss.

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Aachi & Ssipak
Aachi & Ssipak und 2 weitere ...

Bandrix vorgemerkt

Die Bestimmung - Divergent
Die Bestimmung - Divergent

Bandrix 5.5 "Geht so"

Es war einmal….ein Produktionsstudio auf der Suche nach dem nächsten Hit. Dieses hatte mit der „Twilight“-Reihe einen veritablen Hit vorgelegt und versuchte nun erneut dasselbe Zielpublikum anzusprechen. Im Zuge der „Tribute von Panem“-Verfilmungen stieß es relativ schnell auf die Autorin Veronica Roth und ihre „Die Bestimmung – Divergent“-Saga. Eine Trilogie, noch dazu fest im Jugendbuch-Segment verankert, bedeutet heutzutage doch sofort einen Hit. Oder?
Nun, andere Produktionsstudios können Summit Entertainment bestimmt vom Gegenteil berichten. Constantin Film floppte mit „Die Chroniken der Unterwelt“, filmen aus Trotz allerdings trotzdem weiter. Warner Bros. erlitt mit „Beautiful Creatures“ dermaßen Schiffbruch, dass weitere Teile erst gar nicht in Auftrag gegeben wurden. Inwiefern sollte es mit „Die Bestimmung – Divergent“ also anders sein?
Zum einen besitzt der Film eine durch und durch interessante Grundidee. Das Chicago der Zukunft ist in fünf Bezirke unterteilt. Je nach Charaktereigenschaften werden Menschen in Kategorien unterteilt, welche sie ihr ganzes Leben ausfüllen müssen. Es gibt die Ferox (furchtlos und stark), die Ken (wissbegierig und schlau), Amite (aggressionsfrei und naturverbunden), die Altruan (selbstlos und gerecht) und die Candor (ehrlich und rechtschaffen). Die Heldin dieser Geschichte, Beatrice, muss sich einem Test unterziehen, um einer Sektion zugeordnet werden zu können. Dieser offenbart jedoch unglaubliches, denn Beatrice ist eine Unbestimmte. Das heißt, sie gehört mehreren Fraktionen an. Das ist von den Mächtigen der Stadt nicht gern gesehen und so muss sie ein Doppelleben führen. Die Prüfungen innerhalb ihrer neuen Sektion machen es ihr jedoch sehr schwer, nicht aufzufallen.
In dieser Prämisse verbirgt sich außerordentliches Potenzial. Eine Gesellschaft, die Krieg durch Gleichheit versucht zu vermeiden. Jegliche Form der Individualität wird ausgemerzt, ein Jeder muss sich den Wünschen seiner Fraktion beugen. Ein ähnliches Gedankenspiel formte schon Kurt Wimmer mit seinem Kultfilm „Equilibrium“, indem die gesamte Menschheit auf ihre Gefühle verzichten musste. „Die Bestimmung – Divergent“ präsentiert sich dabei ähnlich, allerdings wesentlich entschärfter. Unübersehbar sind die Querverweise zu „Die Tribute von Panem“. Summit Entertainment will offenkundig auf denselben Zug aufspringen und ähnliche Erfolge einfahren. Das gelingt allerdings nur bedingt.
Zwar ist die Ausgangslage des Films durchaus interessant. Die Umsetzung weist leider einige Fehler auf. Auf der Habenseite steht ein überzeugendes Leinwandpaar, das mit Shailene Woodley („The Descendants“) und Theo James formidabel besetzt ist. Vor allem Woodley muss sich als Beatrice keineswegs verstecken und trägt den Film mühelos. Auch sie gehört – wie ihre Kollegin Jennifer Lawrence – zur jungen, frischen Garde Hollywoods, die nicht zur hollywoodschen Barbiekollektion gehört. Viel mehr überzeugt sie durch Talent, sowie einer eigenwilligen Schönheit, die eben nicht in das übliche 08/15-Schema passt. In den Nebenrollen ist „Die Bestimmung – Divergent“ nicht minder schlecht besetzt. Vor allem Kate Winslet benötigt nur Momente um dem Zuschauer ihre Kälte und Durchtriebenheit zu veranschaulichen. Schade, dass sie nur wenig Screentime bekommt.
Unnötigerweise verbaut es sich der Film aber auf anderen Ebenen. Tonal weiß Regisseur Neil Burger („Ohne Limit“) oftmals nicht wohin. Mal orientiert sich der Film am ernsten Tonfall von „Die Tribute von Panem“ um wenig später in Teenie-Gefilde a la „Twilight“ abzurutschen. So entsteht ein merkwürdiger Zwitter, der nichts Ganzes und nichts Halbes darstellt. Dazu gesellt sich eine Vielzahl schmieriger Popsongs, die die Ernsthaftigkeit des Films mehr als einmal untergraben. Da hat „Die Bestimmung – Divergent“ eigentlich einen gelungenen Score, doch stattdessen dröhnt ein Song nach dem anderen aus den Boxen. Mit 139 Minuten ist der Auftakt der Trilogie auch schlichtweg gute 20 Minuten zu lang. Der Beginn zieht sich ein wenig, wohingegen die Ausbildung zum Ferox äußerst interessant ist. Nur gegen Ende verfällt „Die Bestimmung – Divergent“ wieder in etwas Leerlauf. Ein wenig mehr Straffung hätte hier definitiv nicht geschadet.
So ist „Die Bestimmung – Divergent“ zwar ein besserer Vertreter der Young Adult Fantasy, kann aber seinem großen Panem-Bruder zu keiner Zeit das Wasser reichen. Trotzdem sollte man den nächsten Teil nicht aus den Augen lassen. Die Zutaten für großes Kino sind nämlich immer noch vorhanden.

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The Red Circle
The Red Circle

Bandrix vorgemerkt

Noah
Noah

Bandrix 8.0 "Ausgezeichnet"

Wenn „Noah“ eines ist, dann wohl ein heißes Eisen. Es gehört schon verdammt viel Mumm dazu, eine durch und durch christliche Geschichte an die Hand zu nehmen und diese in einem Multimillionendollar-Projekt zu verwerten. Regisseur Darren Aronofsky, der sowieso ein ziemlich ambitionierter Künstler ist, tut genau das. Dank seiner bisherigen Hits der Marke „The Wrestler“ und „Black Swan“ scheint ihm der Durchbruch bei den Massen gelungen zu sein und die Studios Hollywoods vertrauen ihm. Satte 130 Millionen Dollar verschlang sein neuestes Werk, das sich vor Schauwerten kaum zu retten vermag.
Zunächst einmal muss eine Sache geklärt werden: „Noah“ mag zwar im Großen und Ganzen die biblische Geschichte des Erbauers der Arche erzählen, basiert aber eher auf der gleichnamigen Graphic Novel des Regisseurs Aronofskys. Dieser scheut sich nicht, dort wie im Film jede Menge Fantasy-Elemente mit einzubauen, was Fundamentalisten wohl eher ungern sehen wollen. Nicht umsonst gab es im Vorfeld Querelen seitens einiger christlicher Fernseh- und Radiosender. In den USA, versteht sich. Aber wie heißt es schön: Selbst schlechte Presse, ist gute Presse. Dabei hält sich der Film – mit ein paar Ausnahmen – erstaunlich genau an die in der Bibel und den Apokryphen beschriebenen Geschehnisse.
Glücklicherweise verkommt „Noah“ dabei nicht zu bloßem Missionars-Werbematerial. Dank der eingesprengten Fantasy-Elemente ist der Film stets ein wenig überhöht, wodurch sich wohl niemand genötigt fühlen wird, sofort der Kirche ein paar Euros zu spenden. Viel eher ist es die Geschichte eines Mannes, der vom Hass der Menschheit abgestoßen ist und Trost findet in seinem Glauben und seiner Familie. Natürlich wird seine Einstellung Gott gegenüber, als auch seiner Familie, auf den Prüfstand gestellt. Das sorgt für einige packende Szenen, fernab jeglicher Effekte-Orgien und Action-Elemente.
Wenn nämlich Darren Aronofsky bei einem Film das Ruder übernimmt, hat der Zuschauer gewisse Erwartungshaltungen. Kaum ein anderer Regisseur vermag es, seine Vision so adäquat auf die Leinwand zu bannen, wie er es tut. Ob bizarrer Drogentrip („Requiem for a dream“) oder Sinnsuche („The Fountain“) – bei Aronofsky bekommt das Publikum Bilder geboten, die es nicht mehr vergisst. Hierbei reiht sich „Noah“ auch halbwegs ein. Immer wieder scheint Aronofskys Gabe mit der Kamera mehr zu erzählen, als durch Dialoge, hindurch. Da gibt es Szenen von erhabener Schönheit, die sich spielend abwechseln mit der graphischen Darstellung der Sünde des Menschen.
Mit Russell Crowe hat Aronofsky auch gleich den perfekten Darsteller des Noah gefunden. Kraftvoll, entschlossen und zu allem bereit, stelllt er sich den Sündern entgegen und bringt gleichermaßen seine Familie durch allerlei Gefahren hindurch. In den Nebenrollen glänzen insbesondere Jennifer Connelly und Emma Watson, die Beide schon längere Zeit nicht mehr zeigen konnten, was sie darstellerisch eigentlich drauf haben. In 138 Minuten bekommen sie jedoch genügend Raum zur Entfaltung. Gerade im letzten Drittel des Films – das sich fast zu einem Kammerspiel entwickelt – darf die gesamte Riege zeigen, was sie wert ist. Nur Logan Lerman fällt da etwas ab, was aber angesichts seiner undankbaren Rolle auch nicht verwundert.
Allerdings ist nicht alles Gold, das glänzt. Tricktechnisch ist „Noah“ nämlich trotz des hohen Budgets hin und wieder etwas unausgegoren. Was die Tierwelt anbelangt, ist deren Ursprung im PC manchmal deutlich erkennbar. An die Leistung in „Planet der Affen“ kommt „Noah“ leider nicht heran. Außerdem sackt der Spannungsgrad in der letzten Viertelstunde ein wenig ab und das vorher perfekt ausbalancierte Gleichgewicht aus Fantasy und Religion verschwimmt etwas. Das ist jedoch Mäkeln auf hohem Niveau. „Noah“ ist vielleicht der konventionellste Film Aronofskys, in Sachen Spannung, interessanten Charakteren, sowie faszinierenden Bildern im Kino jedoch ein echtes Erlebnis. Seinem Stil bleibt das Ausnahmetalent nämlich auch im hochbudgetierten Bereich treu.

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Lone Survivor
Lone Survivor

Bandrix 6.0 "Ganz gut"

Rigor Mortis
Rigor Mortis

Bandrix 7.0 "Sehenswert"

Sein letztes Rennen
Sein letztes Rennen

Bandrix 7.0 "Sehenswert"

Diddi Hallervorden verbinden die meisten Menschen mit Klamauk der Marke „Nonstop Nonsens“ oder „Didi – Der Doppelgänger“. Wenige wissen, dass er durchaus auch fähiger Charakterdarsteller ist, wie beispielsweise schon in den 70ern in „Das Millionenspiel“. 2013 startete er mit „Sein letztes Rennen“ den Versuch eines Comebacks.
Hallervorden spielt hier den ehemaligen Weltstar im Marathonlauf Paul Averhoff. In seiner Jugend gewann er jeden Preis, den es zu gewinnen gab. Nun, in Rente, genießt er seinen Lebensabend mit seiner Frau Margot. Als sich Margots Zustand jedoch verschlechtert schickt sie ihre erwachsene Tochter Birgit in ein Altenheim. Zutiefst erschüttert über die Zustände dort, fängt Paul wieder an zu laufen. Er trainiert für den Berlin-Marathon, was in den Augen der restlichen Bewohner dort, sowie dem Personal reiner Irrsinn ist. Durch seine körperlichen Aktivitäten bringt er den Ablauf im Altenheim gehörig durcheinander, was vor allem den Pflegern gehörig gegen den Strich geht…
Regisseur Kilian Riedhof („Homevideo“) hat zweifelsfrei ein Talent, wenn es darum geht, seine Zuschauer auf den Protagonisten einzuschwören. Hallervorden macht es ihm allerdings auch sehr einfach. Ungemein kraftvoll, würdevoll und resolut mimt er den alternden Laufstar, der das Ende kommen sieht. Vor allem das Zusammenspiel zwischen ihm und seiner Filmfrau Tatja Seibt birgt so manch rührende Momente, die vor allem durch ihre Authentizität gefallen. Ein Umstand, den der Rest des Filmes nicht in gleichem Maße erfüllen kann. Die Zustände im Altenheim lassen wahrlich kein Klischee aus. Sei es die Einrichtung und ihre Angestellten selbst, oder ihre Bewohner. Nur selten bricht „Sein letztes Rennen“ aus der Klischeekiste aus, etwa wenn sich die Senioren zu einem nächtlichen Gelage treffen. Inwieweit es in Deutschlands Altenheimen wirklich zugeht, kann der Autor dieser Zeilen leider (oder glücklicherweise) nicht beurteilen, weshalb dies nicht in die Bewertung des Films einfließt. Der Ablauf des Films selbst kann dafür aber zur Rechenschaft gezogen werden. Hier haben wir wieder einmal eine sehr klare Rollenverteilung, die zwischen Gut und Böse wenige Abstufungen zulässt. Der weitere Verlauf ist von Anfang an mehr oder weniger klar, wodurch der Film leider ein wenig überraschungsarm daherkommt.
Glücklicherweise sind jedoch sämtliche Darsteller bestens aufgelegt, wodurch formale Schwächen wieder wett gemacht werden. Hallervorden und Seibt sind – wie schon gesagt – über jeden Zweifel erhaben. Aber auch Heike Makatsch als Filmtochter überzeugt ebenso, wie Frederik Lau in der Rolle des eigentlich herzensguten Pflegers. So entwickelt sich „Sein letztes Rennen“ doch noch zu einer sympathischen Angelegenheit, die gegen Ende sogar ziemlich mitreißt und noch dazu ansprechend gefilmt ist. Comeback geglückt, der Zuschauer gerührt – so kann’s gehen.

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Sven - Friedrich Wiese

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Palim-Palim, ich hätte gern ne Flasche Pommes frites. So wie dieser Film nach deiner Beurteilung nicht ohne Klischees auskommt, komm ich bei Didi auch nicht ohne Klischees aus. Aber Hallervorden macht seine Sache anscheinend sehr gut. Schöner Kommi - merci!


lieber_tee

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Das was Wiese sagt.


Resolution - Cabin of Death
Resolution - Cabin of Death

Bandrix vorgemerkt

The Walking Dead - Staffel 4
The Walking Dead - Staffel 4

Bandrix 6.0 "Ganz gut"

Gästebuch

Drax

Bei 88% und den Kommentaren lass ich mal ne Anfrage hier :)

kinogaengerin

Freut mich, was studierst du denn, wenn ich so neugierig sein darf? Alle Welt fängt an zu studieren, ich bin froh, dass es vorbei ist. :D Und wie kommst du zu einer Pressevorführung? Aber der Film interessiert mich auch, läuft nur hier (noch) nicht. :-\

Bei mir ist sonst alles gut, erste Woche war sehr anstrengend, nächste Woche wirds nicht besser, aber danach sollte ein wenig Ruhe einkehren. Aber dafür sind wir ja noch jung. :)

kinogaengerin

Hey, frohes neues Jahr wünsche ich dir! :) Wie gehts dir denn so?

mitcharts

Ich hab dir mal eine Anfrage geschickt. Habe schon oft deine Kommentare gesehen und gelesen und bei den Lieblingsserien ... :D

sushi97

Spätestens als ich dein Kommentar zu "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" gelesen habe, war mir klar, dass ich eine Anfrage hinterlegen muss. Mir gefallen auch deine übrigen Kommentare sehr gut und ich würde mich über eine Annahme sehr freuen. :)

Schöne Grüße
Sushi

VisitorQ

Pappa ante Portas 5,5 Punkte? Ich habe eben mal die Geschmackspolizei verständigt. :D

Jenny von T

Klar doch! :-)

moviee

Bin auf dich und deine Kommentare schon wahnsinnig oft getroffen. Würde die gerne weiterhin im Auge behalten. Deswegen gibt's jetzt die Anfrage. Also, Freunde? :D

nasenschleuder

Danke für die Anfrage, freue mich auf weitere interessante Diskussionen :)

FilmFan92

Bei solch einem ausführlich und schön geschriebenem Reisetagebuch und sonst sehr sympathischer Kommentierung lass ich mal 'ne Anfrage da :)


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