dbeutner
dbeutner aus Eppstein-bremthal heißt Detlev Beutner, ist 42 Jahre alt. Er hat sich 2008/08/08 11:31:16 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1002 Filme bewertet und legendäre 664 Kommentare geschrieben. Anders als Andere Mehr
| Name | Detlev Beutner |
|---|---|
| Alter | 42 |
| Stadt | Eppstein-Bremthal |
| Geschlecht | männlich |
| Meine Lieblingsfilmfigur | Wyatt (Peter Fonda) in Easy Rider |
| Meine Lieblingsschauspieler: | Charlotte Gainsbourg, Uma Thurman, Mads Mikkelsen, John Turturro, Edward Norton, Brad Pitt, Tim Roth, Jean Reno, Gary Oldman, Steve Buscemi, Al Pacino, Anthony Hopkins, Christopher Walken, Harvey Keitel, Samuel L. Jackson, Bruce Willis, Sean Penn, Elijah Wood, Armin Müller-Stahl, Kevin Spacey, Dustin Hoffman |
| Ich bin Fan von: | |
| Meine Lieblingsregisseure: | Lars von Trier, Michel Gondry, Terry Gilliam, David Lynch, Ethan & Joel Coen, Peter Greenaway, Quentin Tarantino |
| Mein Lieblingsfilmzitat: | "Scheiße!" - "Was?" - "Die Bullen!" - "Nein?!" - "Doch!" - "Scheiße! |
| Über mich | Anders als Andere |
Murder in the First
dbeutner 8.0 "Ausgezeichnet" 2012/02/07 18:44:41
Inhaltlich sehr überraschungsfreies Knast-/Justizdrama, das politisch freundlich ist, dabei aber sehr grob einen "realen Hintergrund" nutzt, der sich nur in der Realität vollkommen anders abgespielt hat (dass die Darstellung bei http://www.alcatrazhistory.com/hyoung.htm wiederum sehr reaktionär ist, ist ne andere Geschichte). Das ist nicht unbedingt ein Zeichen von großer Redlichkeit,…
Inhaltlich sehr überraschungsfreies Knast-/Justizdrama, das politisch freundlich ist, dabei aber sehr grob einen "realen Hintergrund" nutzt, der sich nur in der Realität vollkommen anders abgespielt hat (dass die Darstellung bei http://www.alcatrazhistory.com/hyoung.htm wiederum sehr reaktionär ist, ist ne andere Geschichte). Das ist nicht unbedingt ein Zeichen von großer Redlichkeit, was deswegen etwas aufstößt, da sich der Film doch eben so hoch moralisch gibt. Sei's drum.
Eigentlich wären das für mich "nur" 7.5 Punkte, aber die Darstellungsriege, selbstredend angeführt von Kevin Bacon, macht halt auf ihre Art Spaß. Gary Oldman ist stark, aber aus seiner Rolle heraus nicht so überwältigend, das man die ganze Zeit staunen müsste. Christian Slater wiederum treibt die Geschichte voran und ist prächtig besetzt.
Alles in allem eine handwerkliche Top-Umsetzung bekannter Stoffe, wobei allerdings die bekannten "Konkurrenten" jeweils selten schlechter besetzt und umgesetzt sind. Durch die pseudo-historische Darstellung fesselt dieser Film noch etwas mehr, wenn auch die historische Unehrlichkeit dabei einen etwas faden Beigeschmack hinterlässt.
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Eric im Streß
dbeutner 9.0 "Herausragend" 2012/02/03 17:13:32
"Caramba Caracho!" - Bewertung Nummer 1000 - ich habe es ja kommen sehen und dachte, hoffentlich wird das nicht irgendwas ganz uninteressantes. Und dann sehe ich: "Stressed Eric" - habe ich nicht bewertet - ist aber gelistet (wenn auch fälschlicherweise als Film) - und hat noch niemand anders bewertet. Ja, DAS ist ein würdiger Kandidat :-)
Also, Stressed Eric ist eine…
"Caramba Caracho!" - Bewertung Nummer 1000 - ich habe es ja kommen sehen und dachte, hoffentlich wird das nicht irgendwas ganz uninteressantes. Und dann sehe ich: "Stressed Eric" - habe ich nicht bewertet - ist aber gelistet (wenn auch fälschlicherweise als Film) - und hat noch niemand anders bewertet. Ja, DAS ist ein würdiger Kandidat :-)
Also, Stressed Eric ist eine britische ZeichentrickSERIE (zwei Staffeln à 6 bzw. 7 Folgen) über Eric, geschieden, alleinerziehend, zwei Kinder. Der Sohn: Frisst alles, was er zwischen die Zähne bekommt, sagt aber keinen Ton, ist also, hm, etwas schlicht ;-). Die Tochter brabbelt, ist aber höchst allergisch, was mitunter zu entsprechenden Körperreaktionen führt, wenn doch mal was Verbotenes schnabuliert wird. Eric hat einen Scheiß-Job mit einem Scheiß-Chef. Das Leben ist also - ziemlich stressig. Und wenn dann die Ex auf esoterischem Trip noch auftaucht, ist eh alles vorbei.
Ganz großer britischer Kult-Spaß, der allen sehr gefallen dürfte, die auf britischen Humor stehen. Die englischen DVDs gibt es mit englischen Untertiteln; der Humor ist im Englischen besser, wenn auch die Synchro zu den eher geglückten Werken gehört - aber die deutsche Version gab es eh nur auf VHS. Reinschnuppern kann man auf YouTube.
"Caramba Caracho!" :-)
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Bronson
dbeutner 8.0 "Ausgezeichnet" 2012/02/01 17:49:18
Eigentlich zu abstoßend und auch zu wenig Entwicklung, um als Film begeistern zu können. Refn hat aber aus dem "Biopic-Basismaterial" eine ganz eigene Show gemacht, und von einem "Biopic" bleibt dabei nicht mehr viel übrig.
Gerade der Rahmen - Bronson steht auf der Bühne eines leicht surrealen Theaters und stellt dabei sich und sein Leben nicht weniger surreal vor…
Eigentlich zu abstoßend und auch zu wenig Entwicklung, um als Film begeistern zu können. Refn hat aber aus dem "Biopic-Basismaterial" eine ganz eigene Show gemacht, und von einem "Biopic" bleibt dabei nicht mehr viel übrig.
Gerade der Rahmen - Bronson steht auf der Bühne eines leicht surrealen Theaters und stellt dabei sich und sein Leben nicht weniger surreal vor - macht deutlich, dass hier mehr reine Filmkunst als dokumentarischer Ansatz angestrebt wird.
Und in Ansätzen wird das auch eingelöst: Die Darsteller(Innen gibt es wenige) sind durch die Bank stark, und die Figur des Bronson bekommt einen sehr eigenen Charakterzug aufgedrückt, den Tom Hardy sehr hübsch inszeniert und durch den Film aufrecht erhält.
"Facettenreich" ist das allerdings nicht - aber das ist wohl auch das reale Vorbild nicht so sehr. Es sind mehr die Konstellationen, die faszinieren, das Aufeinandertreffen von roher Gewalt und einer Welt, die damit nicht zurecht kommt (kommen kann).
Da der Film weder Doku noch reales Porträt ist und auch offensichtlichst nicht sein will, sehe ich auch die Vorwürfe einer zu positiven Darstellung sehr relativiert.
Ganz sicher nicht Refn's bestes Werk, aber zumindest mal wieder etwas sehr Besonderes, wenn auch ganz sicher nicht jedermanns Geschmack, keine Frage; auch ich kann mich nur mit Mühe zu 8 Punkten hinreißen lassen, und das eigentlich auch nur vor dem Hintergrund des Refn'schen Gesamtwerks, bei dem ich weiß - hier hat er eine einfach mal ne brutale Vorlage genommen und überstilisiert. Why not. Wem's "Spaß" macht ;-)
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The Ides of March - Tage des Verrats
dbeutner 8.0 "Ausgezeichnet" 2012/01/31 14:24:47
Sehr starkes Schauspielerkino mit regelmäßigen Drehbuchschwächen - daher wäre der Film als solcher wirklich ein verkorkster Kandidat für den Oscar. Aber sieht man über die diversen Unstimmigkeiten hinweg - macht's erstmal Spaß, Profis bei der Arbeit zuzusehen. "Duffy" bringt das auf den Punkt - und nachfolgender Monolog-Ausschnitt bezieht sich auf der Metaebene sicherlich auch auf…
Sehr starkes Schauspielerkino mit regelmäßigen Drehbuchschwächen - daher wäre der Film als solcher wirklich ein verkorkster Kandidat für den Oscar. Aber sieht man über die diversen Unstimmigkeiten hinweg - macht's erstmal Spaß, Profis bei der Arbeit zuzusehen. "Duffy" bringt das auf den Punkt - und nachfolgender Monolog-Ausschnitt bezieht sich auf der Metaebene sicherlich auch auf das Schauspiel der Haupt- und Nebendarsteller:
"You make it look effortless. We both know how much work it takes, constantly being on guard, weighing every word so carefully, every move. But from the outside, you make it look easy. People are scared of you because they don't understand how you do it, and they love you for it."
/Das/ ist Schauspielerkino! Und man spielt mit dem Stoff... Etwas die Einführung, als Gosling die Akustikprobe der ersten Rede Clooneys macht, später Clooney mit gleichem Text, aber unvergleichlichem Auftritt. Oder Thompson: In den Verhandlungen ein wenige Worte raus pressender Muffel, der dann eine Südstaatenrede hält, dass einem die Ohren klingeln. Oder: Auftritt zweier riesiger Nebengrößen (Hoffman & Giamatti) innerhalb einer Sekunde. Schauspielschulen werden dankbar sein.
Inhaltlich dürften vor allem die enttäuscht seien, die die ganz neue Erkenntnis erwartet haben. Sogar ich gehörte da ein bisschen dazu. Aber seien wir mal realistisch: Clooney dreht Politthriller mit Avantgarde-Ensemble - bei aller persönlichen Empörung, die ich Clooney abnehme, er ist nun mal politisch "kritischer Mainstream", wirklich tief gehende Analyse darf man da nicht erwarten. Trotzdem gibt es ein paar politische Kurzreden, die schön sind, etwa die Ausführungen zur Todesstrafe (im Original-Skript ist dieses Interview in Verbindung mit Abtreibungsfragen auch noch etwas länger als im Film).
Insgesamt ein bisschen wie "Moneyball" (der mir noch nen Ticken besser gefällt und weniger Patzer hat) - sauber gemachtes Profikino, insgesamt etwas geleckt, aber sehr solide.
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Die Summe meiner einzelnen Teile
dbeutner 2012/01/31 13:14:57
Also also, da habe ich eine Vorhersage von 10 Punkten und wundere mich etwas, und dann lese ich drei User-Kommentare, die beginnen mit "Bin gerade beruflich für 2 Monate in London und habe den Film da letzten Sonntag auf dem BFI Filmfestival gesehen", "Ich war letzte Woche 'ne Freundin in London besuchen." und "Ich habe vor einigen Wochen mit meiner Freundin, die derzeit in Moskau studiert". Alle drei User sind seit max. drei Monaten auf MP angemeldet und haben jeweils exakt einen Kommentar - den hier zu lesenden - geschrieben.
Ich mag Weingartner ja, aber verarschen kann ich mich auch selbst. Ich gehe mal die Kommentare melden, so.
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Mein Leben ohne mich
dbeutner 6.5 "Ganz gut" 2012/01/30 18:30:29
Sehr doll Isabel Coixet. Dramatisch erzählte Geschichten am Küchentisch (wahlweise auf der Krankenstation wie im Geheimen Leben der Worte), eine Sarah Polley, die natürlich zu überzeugen weiß, aber Drehbuchschwächen, wohin das Auge blickt. Viel mehr gibt es da nicht zu sagen (ich könnte natürlich ein ganzes Buch über die Drehbuchpatzer (völlig unrealistische Dialogszenen im Krankenhaus,…
Sehr doll Isabel Coixet. Dramatisch erzählte Geschichten am Küchentisch (wahlweise auf der Krankenstation wie im Geheimen Leben der Worte), eine Sarah Polley, die natürlich zu überzeugen weiß, aber Drehbuchschwächen, wohin das Auge blickt. Viel mehr gibt es da nicht zu sagen (ich könnte natürlich ein ganzes Buch über die Drehbuchpatzer (völlig unrealistische Dialogszenen im Krankenhaus, im Gefängnis (ganz haarsträubend) etc) schreiben, aber dafür müsste ich mir den Film ein zweites Mal anschauen, und das möchte ich doch lieber nicht).
Vergebene Chance, da der Stoff als Ausgangsidee viel Potential hat und die DarstellerInnen-Crew nun auch keine Schwächen zeigt, von Maria de Medeiros abgesehen (klar, die Rolle sollte nervig sein, aber die Umsetzung war wirklich doppelt-grob-peinlich).
Und soeben sehe ich, was ich zu Elegy... geschrieben hatte, und das trifft immer wieder bei Coixet zu: "Gute SchauspielerInnen machen ein bestenfalls mittelmäßiges Drehbuch bzw. eine solche Regie nicht wett." Auch bei "Eine Karte der Klänge..." und "Das Geheime Leben..." habe ich jeweils mangelnden Realismus vermerkt, wenn auch jeweils verziehen, da ich die Filme als zu parabelhaft empfunden hatte, um hier Wert auf Realismus zu legen. Das trifft auf "Mein Leben ohne mich" aber nicht zu, daher kann ich die Schwächen hier auch nicht verzeihen. Und wundere mich, wie sehr die ganzen Punktwerfer an diesem Film drüber hinweg gehen (es nicht sehen?).
Achja, fast vergessen: Die Kamera! "Oh ich mach auch mal Handkamera, auch wenn ich keine Ahnung davon habe."
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Once Upon a Time in Anatolia
dbeutner 7.5 "Sehenswert" 2012/01/27 18:28:07
Ein lakonisches Road-Movie von Nuri Bilge Ceylan, dem Aki Kaurismäki der Türkei.
Formal geht es um das Auffinden einer vergrabenen Leiche, beteiligt sind Polizisten, Staatsanwalt, Arzt und ein paar weitere Personen. Aber nein, am Ende geht es (fast) gar nicht um diesen Plot, sondern vielmehr um die Personen, ihre Hintergründe und ihr Aufeinandertreffen.
Die Dialoge sind in ihrer…
Ein lakonisches Road-Movie von Nuri Bilge Ceylan, dem Aki Kaurismäki der Türkei.
Formal geht es um das Auffinden einer vergrabenen Leiche, beteiligt sind Polizisten, Staatsanwalt, Arzt und ein paar weitere Personen. Aber nein, am Ende geht es (fast) gar nicht um diesen Plot, sondern vielmehr um die Personen, ihre Hintergründe und ihr Aufeinandertreffen.
Die Dialoge sind in ihrer mitunter herben Schroffheit dennoch herzlich; der trockene Humor Ceylans ist sehr großartig, und dass er sich für komische Situationen viel Zeit nimmt (und diese Szenen dann auch auskostet), sollte unbedingt auf der Haben-Seite des Films verbucht werden.
Das Ende kommt etwas schwerer daher, und auch das Road-Movie ist dann dahin. Wäre das gestrafft worden und etwas weniger aufdringlich inszeniert, hätte es bei mir für lockere acht Punkte gereicht, so aber war ich etwas enttäuscht, dass es - ganz leicht - stilbrüchig wird zum Schluss - und 163 Minuten Spielzeit hätten ja Raum gelassen für Optimierungen.
Dennoch: Wer Kaurismäki mag, sollte sich Ceylan hier auf keinen Fall entgehen lassen.
Weiterer Pluspunkt: Es gibt keine Synchronisation, was dem Flair auch einmal mehr radikal geschadet hätte.
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TT3D: Closer to the Edge
dbeutner 7.0 "Sehenswert" 2012/01/25 18:35:33
Eventuell wäre meine Wertung etwas besser ausgefallen, wenn ich den Film in 3D gesehen hätte, zumindest der "Achterbahneffekt" wäre sicherlich deutlich größer ausgefallen. Allerdings geht es im Kern ja schon um die Porträtierung von Guy Martin und anderen FahrerInnen, also nicht um eine reine 3D-Belustigungsdoku.
Ich liebe ja grundsätzlich Dokus, die mir das Brennen der Seele…
Eventuell wäre meine Wertung etwas besser ausgefallen, wenn ich den Film in 3D gesehen hätte, zumindest der "Achterbahneffekt" wäre sicherlich deutlich größer ausgefallen. Allerdings geht es im Kern ja schon um die Porträtierung von Guy Martin und anderen FahrerInnen, also nicht um eine reine 3D-Belustigungsdoku.
Ich liebe ja grundsätzlich Dokus, die mir das Brennen der Seele der ProtagonistInnen für irgendetwas näher bringen. Hier fiel es mir aber sehr schwer, Empathie zu entwickeln. Der Kitzel, an dem TT-Rennen genau dann Chancen zu haben, wenn man bereit ist, die Nähe zum Tod auf Null zu reduzieren, steht zu konkret fassbar im Vordergrund; wenn andere begeistert schreiben, "dass es sich bei den Racern eben NICHT um Selbstmörder, sondern um reinrassige Motorsportler mit „Big Balls“ handelt" (http://www.gaskrank.tv/magazin/allgemein/tt3d-closer-to-the-edge-doumentarfilm-isle-of-man/), so will ich zwar nicht das Gegenteil behaupten, aber diese Aussage selbst zumindest stark relativieren. Nein, nicht jede Extremsportart spielt so sehr mit dem eigenen Leben, bei weitem nicht! (Vgl. nur die wirklich großartige Doku "Kanalschwimmer"...)
Vielleicht kommt auch meine Befangenheit zum Thema hinzu; als Reiseendurofahrer habe ich zwar eine große Nähe zu Motorrädern, keineswegs aber zu Rennmaschinen und ihren FahrerInnen - eher im Gegenteil, deren Art ist mir durch mein eigenes Motorradfahren besonders fremd geworden.
Wer selbst "Heizer" ist und so etwas leidenschaftlich fährt, dem mag der Film richtig nahe gehen. Alle anderen dürften eher einen schwierigen Zugang bekommen.
Meine Kritik geht also mehr gegen das, was porträtiert wurde, als gegen das, wie das technisch getan wurde. Hier habe ich nicht viel auszusetzen, in der zweiten Hälfte war ich sogar etwas gespannt auf den Fortgang. Ein paar Längen waren sicherlich vorhanden, aber gerade das Porträtieren von Guy Martin war als solches schon nicht uninteressant. Insgesamt hatte mir die Doku allerdings zu wenig Abstand zum Thema; auch wenn ein paar kritische Gedanken Erwähnung finden - kritische Stimmen von außen kommen zB nicht vor.
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A Very British Gangster
dbeutner 8.0 "Ausgezeichnet" 2012/01/25 18:21:32
Eine Mischung aus Manchester-spezifischen Doku-Versionen von 'Animal Kingdom' und 'Sopranos'.
Die Doku gehört auf der einen Seite sicherlich nicht zu den größten Doku-Werken überhaupt, was Erzähltechnik und Rhythmus etc betrifft. Auf der anderen Seite ist sie einmalig (es gibt inzwischen einen zweiten Teil, also "beinahe einmalig"), was die Nähe eines Filmteams zum organisierten…
Eine Mischung aus Manchester-spezifischen Doku-Versionen von 'Animal Kingdom' und 'Sopranos'.
Die Doku gehört auf der einen Seite sicherlich nicht zu den größten Doku-Werken überhaupt, was Erzähltechnik und Rhythmus etc betrifft. Auf der anderen Seite ist sie einmalig (es gibt inzwischen einen zweiten Teil, also "beinahe einmalig"), was die Nähe eines Filmteams zum organisierten Verbrechen betrifft. Ja, es ist also vieles so, wie man es aus entsprechenden Filmen und Serien kennt; nein, die "Hauptdarsteller" sind nicht ganz so hübsch und besitzen nicht die gleiche Ausstrahlung wie die Darsteller in den entsprechenden Filmen und Serien... Mitunter wundert man sich, wie geistig dermaßen beschränkte Charaktere so viel Raum nicht nur im kriminellen Milieu, sondern eben auch als "anerkannte Größen" im sozialen Umfeld erreichen. Am Ende sagt der Film auch viel über das Scheitern "ordentlicher" sozialer Strukturen aus.
MacIntyre ist sicherlich vorzuwerfen, dass er etwas zu viel Nähe entwickelt und dabei sich vor allem auch selbst mitunter inszeniert - offenbar ist auch er dem "Charme der Verbrechens" teilweise erlegen (in zweiten Teil in der Tendenz noch schlimmer). Auf der anderen Seite gibt es keineswegs eine Idealisierung oder Verharmlosung der Porträtierten; zwar fehlen die Bilder zu Mord und Folter, aber es wird ausreichend deutlich, mit welchen Kalibern man es im Hintergrund zu tun hat. Wer auch nur etwas in der Lage ist, über das explizit Gezeigte selbständig hinaus zu denken, wird ganz sicher nicht im Anschluss sagen: Ist doch alles nur halb so schlimm.
So wenig die Doku handwerklich zur Spitze gehört (auch wenn der Soundtrack zumindest Akzente setzt, die einen wach bleiben lassen ;-)), so intensiv ist doch das Nachhallen dessen, was man da ungewöhnlicherweise zu sehen bekommt.
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Da der zweite Teil hier noch nicht gelistet ist ("Sins of the Father"), eine kurzer Eindruck hier: Nachgeschobenes Werk mit 75 Spieldauer unter häufiger Wiederholung von Szenen des ersten Teils. Der Wert des zweiten Teils ist, dass er auf die "Unmöglichkeit" schaut, wie Bugsy, der Sohn, sich weg vom kriminellen Milieu entwickelt. Leider ist auch dieser Teil zu wenig ziellos, obwohl ja eigentlich ein inhaltliches Ziel existiert. Wirkt aber handwerklich einfach wie "nachgeworfen" - 7 Punkte.
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Die Kunst zu gewinnen - Moneyball
dbeutner 8.0 "Ausgezeichnet" 2012/01/23 19:57:25
Moneyball hat mich (positiv) überrascht. Ich weiß ja inzwischen, dass mich (gute) Sportfilme auch dann packen können, wenn ich mit dem Sport eigentlich nichts anzufangen weiß, aber eine gewisse Distanz bleibt im Vorfeld doch immer. Brad Pitt und Philip Seymour Hoffman waren hier also die Zugpferde, die mich meine Grundskepsis überwinden ließen. Und das war gut so.
Zunächst einmal ist…
Moneyball hat mich (positiv) überrascht. Ich weiß ja inzwischen, dass mich (gute) Sportfilme auch dann packen können, wenn ich mit dem Sport eigentlich nichts anzufangen weiß, aber eine gewisse Distanz bleibt im Vorfeld doch immer. Brad Pitt und Philip Seymour Hoffman waren hier also die Zugpferde, die mich meine Grundskepsis überwinden ließen. Und das war gut so.
Zunächst einmal ist ja im Wesentlichen unter den Kritiken geklärt, dass es überhaupt keiner Kenntnisse oder eines Interesses an Baseball bedarf, um dem Film folgen (und ihn interessant bis begeisternd finden) zu können. Die (wenigen) kritischen Stimmen, die das eher in Frage stellen, haben sich offenbar viel zu sehr auf den Sport konzentriert und übersehen, dass der ganze Film sehr viel mehr eine Metapher ist (als ein Sportfilm). Im Kern geht es um den Glauben an das Richtige einer Sache, auch wenn (fast) alle anderen die Erkenntnis über die Wahrheit nicht teilen - und darum, sich davon dennoch nicht abschrecken zu lassen und sein Ding durchzuziehen; aber auch darum, dass man mitunter alle Beteiligten auf seine Seite ziehen muss, weil "halbe Sachen" nicht taugen.
Ganz nebenbei wird auch noch der Menschenhandel im Sport kritisiert, was ja nun alle Deutschen auch ganz schnell z.B. auf den Fußball übertragen können sollten, die Kritik ist dabei ausreichend universell. Wenn heute Sechsjährige von Talentscouts großer Vereine angeheuert werden, so dass Schule schon zum Problemfaktor werden kann, sollten Eltern sich diesen Streifen vielleicht antun, um etwas Abstand zu den Lobeshymnen auf das Kid zu bekommen...
Der Inhalt also: stark, aber selbst das Mitfiebern mit dem Erfolg des Systems, abgebildet als Erfolg des Teams, kommt spannend rüber. Längen, die ich sonst häufiger kritisiere, gab es für mich keine, was dem Film ja sonst eher vorgworfen wird. Dazu trägt natürlich ein Cast bei, der es in sich hat. Nicht nur mit den großen Namen oder auch einem Jonah Hill als Peter Brand, der wirklich grandios spielt, unglaublich stimmig in Figur, Sprache, Gestik & Mimik. Viele Nebenrollen, etwa die Scout-Runde der Alteingesessenen, sind mit Gesichts- und Sprachcharakteren besetzt, so dass das Zuschauen einfach immer weiter und weiter Spaß bereitet.
Das ganze bekommt einen Wermutstropfen eigentlich nur dadurch, dass die Story sich in Summe schon wieder etwas zu weich gespült anfühlt. Dazu trägt sicherlich die nicht unbedingt zur Handlung zwingend gehörende Tochter-Geschichte bei, die eben auf Gefühl drückt. Manch einer umschreibt das - nicht zu Unrecht - mit "auf Oskar frisiert". Ursprünglich wollte und sollte Steven Soderbergh Moneyball inszenieren, der einen halbdokumentarischen Ansatz u.a. mit Realinterviews im Sinn hatte - also eher experimentell als auf Masse getrimmt. Leider wollten die Produzenten wohl eher die Kasse klingeln hören - Soderbergh hätte meinen Geschmack vermutlich noch besser bedient, aber ich will nicht meckern: Starker Film mit etwas viel Hollywood, aber unter der glänzenden Oberfläche durchaus mit Substanz.
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Secretary
dbeutner 7.0 "Sehenswert" 2012/01/23 19:21:26
Maggie Gyllenhall spielt großartig und ist eh toll, ihre Figur verleiht dem Thema auch eine gewisse Tiefe und Ernsthaftigkeit. Auf der anderen Seite James Spader, dessen Spiel sicher auch nicht groß zu kritisieren ist, allerdings hier schon eher die vom Drehbuch angelegte Rolle; es wurde ja hier auch schon mehrfach erwähnt, dass die Figur des Edward Grey sprunghaft, ziellos und mitunter widersprüchlich ist. Ebenso die Nebenfiguren, die teilweise fast der Bedeutungslosigkeit geopfert werden. Insofern leider eine etwas vergebene Chance; da der Stoff zumindest außergewöhnlich ist und einige Stärken hat, zumindest gut schaubar.
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Die Muppets
dbeutner 6.5 "Ganz gut" 2012/01/22 18:08:12
Kaum kommen die Muppets, kreischen alle los und vergessen jeden Maßstab. Traurig.
Zunächst: Mein Vater mochte die Muppets und wollte die immer am späten Sonntagnachmittag mit mir sehen, vermutlich weil er dachte: Da tue ich auch dem Jungen noch was Gutes. Ich fand das als Kind so lala, die freakigen Puppen waren schon nett, die Stargäste kannte ich nur in den seltensten Fällen, Gesangseinlagen…
Kaum kommen die Muppets, kreischen alle los und vergessen jeden Maßstab. Traurig.
Zunächst: Mein Vater mochte die Muppets und wollte die immer am späten Sonntagnachmittag mit mir sehen, vermutlich weil er dachte: Da tue ich auch dem Jungen noch was Gutes. Ich fand das als Kind so lala, die freakigen Puppen waren schon nett, die Stargäste kannte ich nur in den seltensten Fällen, Gesangseinlagen war damals auch nicht so mein Ding. Später bin ich mehr den Figuren solo und den entsprechenden Erinnerungen begegnet, aber auch das ist natürlich schon wieder etwas her.
2011, die Muppets, mit meiner Tochter - also mal wieder eine Synchro. Naja, dazu kann man nur sagen, der Film hat mir immerhin wieder gezeigt, warum ich O-Ton mehr als bevorzuge, auch wenn ich die Synchronstimme von Chris Cooper (Jan Spitzer) wirklich gerne mag.
Aber nein, es war nicht nur die Synchro, die mich zweifeln ließ. Die Rahmenstory war schon peinlich, auch in der konkreten Inszenierung - Jason Segel (auch: Drehbuch) hat auch noch eine reaktionär-peinliche Liebesgeschichte für das amerikanische Breitpublikum drumrum gestrickt, ansonsten den Hauptplot bei den Blues Brothers geklaut, aber dabei Charme und jedwede Tiefgründigkeit vergessen (wäre dann ja auch nicht der amerikanische Kassenschlager, als der das Teil konzipiert wurde).
Musicaleinlagen, das hat mir mein Alter (nein, nicht mein Vater, sondern schon meine Jahre) beigebracht, können sehr sehr stimmig sein (Blues Brothers! Hair!); hier gibt es die übliche Fremdschämmischung - eine Choreographie, wie sie auch Dee auf RTL2 nicht nerviger hinbekommen hätte. Tanzen und Trällern (ich weigere mich, zumindest die deutsche Version mit "Singen" in Verbindung zu bringen) ohne Esprit, das nervt, ausschließlich.
Das Gute - die Muppets. Einen Bezug hatte ich ja, nicht den allerallerpositivsten, aber eine Geschichte, die mich mit den Figuren verbindet. Und natürlich haben die älteren ZuschauerInnen vor allem dort angesetzt, bei "längt vergessenen Dingen". Meine Bewertung sehe ich als sehr sehr wohlwollend an, aber solange meine Tochter glücklich neben mir sitzt, ist auch der peinlichste Film noch irgendwo "gefühlt in Ordnung".
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50/50 - Freunde fürs (Über)Leben
dbeutner 6.5 "Ganz gut" 2012/01/18 19:13:14
Das gute an dem Film: ich mag ja Seth Rogen irgendwie, auch wenn er ausschließlich in der Lage ist, Seth Rogen zu spielen.
Joseph Gordon-Levitt bleibt mir weiterhin zu jung und bübchenhaft und charismafrei, als dass ich mit ihm anfreunden könnte. Habe bei jedem Film mit ihm die Hoffnung, dass er mal "groß" wird, aber bisher... eher Fehlanzeige.
Wo wir schon bei den DarstellerInnen…
Das gute an dem Film: ich mag ja Seth Rogen irgendwie, auch wenn er ausschließlich in der Lage ist, Seth Rogen zu spielen.
Joseph Gordon-Levitt bleibt mir weiterhin zu jung und bübchenhaft und charismafrei, als dass ich mit ihm anfreunden könnte. Habe bei jedem Film mit ihm die Hoffnung, dass er mal "groß" wird, aber bisher... eher Fehlanzeige.
Wo wir schon bei den DarstellerInnen sind: Bryce Dallas Howard war schrecklich, sollte aber auch schrecklich sein, insofern geht das irgendwo eventuell noch in Ordnung. Richtig peinlich wird es aber, wenn Anna Kendrick ihr unsicheres Gesicht (und wohlgemerkt: "ihr unsicheres", nicht "das unsichere Gesicht ihrer Rolle") in die Kamera hält. Schüttelschüttel, das tut so weh, dass alleine deshalb eigentlich keine 7 Punkte mehr gerechtfertigt sind.
Zum Inhalt komme ich als letztes, und auch das sagt ja evtl. schon etwas aus: Das Drehbuch versucht sich in lockerer Komik und zum Ende doch auch in entsprechender Tragik - aber weder die eine noch die andere Seite zündet richtig. Die komische Seite noch etwas wegen Seth, aber bei der tragischen tappt man doch eher auf üblichen Pfaden und schafft es nicht, subtil die Gefühlslage des Protagonisten auszuloten, sondern es werden eher grobe Akzente, eben auch mal lautes Rumbrüllen, gesetzt. Mir klar zu wenig.
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All.I.Can.
dbeutner 7.5 "Sehenswert" 2012/01/18 14:19:53
Der "Koyaanisqatsi des Skifahrens". Grandiose Bilder zu Musik - ob letztere einem gefällt, ist jeweils starke Geschmacksfrage, da auch sehr unterschiedliche Stücke verwendet werden. Aber zu den Bildern schon grob passend.
Die Ski-Aufnahmen sind schlicht atemberaubend, allerdings zu wenig abwechslungsreich. Da die Macher in den Naturaufnahmen zeigen, was sie für Freaks sind, ist…
Der "Koyaanisqatsi des Skifahrens". Grandiose Bilder zu Musik - ob letztere einem gefällt, ist jeweils starke Geschmacksfrage, da auch sehr unterschiedliche Stücke verwendet werden. Aber zu den Bildern schon grob passend.
Die Ski-Aufnahmen sind schlicht atemberaubend, allerdings zu wenig abwechslungsreich. Da die Macher in den Naturaufnahmen zeigen, was sie für Freaks sind, ist es etwas schade, dass bei den Sportaufnahmen zwar tolle, aber immer wieder gleichartige Bilder präsentiert werden.
Die fragmentarischen Kommentare zur Umwelt sind schlicht überflüssig, weil ihnen auch jeder intellektuelle Tiefgang fehlt; mitunter hat man es mit Möchtegern-Pseudo-Ökos zu tun. Viel spannender wäre eigentlich gewesen, die Skifahrer als solche zumindest in Ansätzen zu porträtieren, oder das Abenteuer des Aufstiegs (und der Abfahrt) mehr im Detail. Oder was auch immer. Der Themenmix geht jedenfalls deutlich nach hinten los. Insofern auch leider ein paar Längen.
Großer Bildschirm / Leinwand sehr zu empfehlen... Großes Kino wäre optimal.
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Jakobs Bruder
dbeutner 5.0 "Geht so" 2012/01/16 12:45:03
Einfach: meiden. Christoph Maria Herbst macht zwar gute Mine zum bösen Spiel, aber der Film bleibt nichts anderes als die ganz große Frage: Warum spielen die DarstellerInnen mit Rang und Namen in einem Film mit, dessen Drehbuch sie doch vermutlich vorher gelesen haben, und das vor Fehlern und Überkonstruktionen nur so platzt?
Allerdings spielt Klaus J. Behrendt sogar auf der Ebene des…
Einfach: meiden. Christoph Maria Herbst macht zwar gute Mine zum bösen Spiel, aber der Film bleibt nichts anderes als die ganz große Frage: Warum spielen die DarstellerInnen mit Rang und Namen in einem Film mit, dessen Drehbuch sie doch vermutlich vorher gelesen haben, und das vor Fehlern und Überkonstruktionen nur so platzt?
Allerdings spielt Klaus J. Behrendt sogar auf der Ebene des Drehbuchs, also tendenziell unterirdisch. Nichts von der Erinnerung, dass der gleiche Darsteller im Tatort vor 20 Jahren eigentlich mehr als passabel war.
Achja, und wer sich dafür interessiert, wie die uneheliche Tochter von Angela Merkel aussieht (das dürfte die passendste Umschreibung für Sophie Rogall sein), der mag sich als Masochist auch durch das Werk wühlen. Alle anderen, wie gesagt, lieber die Hände weg.
Egal. Am Ende gibt es immerhin einen Erkenntnisgewinn: Daniel Walta (Buch und Regie) kommt auf die Blacklist. Hoffentlich nicht nur bei mir - immerhin blieb es bisher sein einziger Spielfilm (Wikipedia: "Aktuell arbeitet er als Werbefilmer." - dabei soll er's mal lieber auch belassen).
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Das Mädchen und das Foto
dbeutner 6.5 "Ganz gut" 2012/01/15 18:14:51
Ein thematisch wichtiger Dokumentarfilm, der leider leider Schwächen und Lücken hat und im Universum der Dokumentarfilme nicht gerade "an vorderster Front" spielt - man verzeihe mir meine Kriegssprache, aber es passt ja gerade so schön ;-)
Nein, aber eigentlich ist hier gar keine Witzigkeit angebracht. Das Thema ist mehr als ernst, und egal, wieviel Kritik man an der konkreten…
Ein thematisch wichtiger Dokumentarfilm, der leider leider Schwächen und Lücken hat und im Universum der Dokumentarfilme nicht gerade "an vorderster Front" spielt - man verzeihe mir meine Kriegssprache, aber es passt ja gerade so schön ;-)
Nein, aber eigentlich ist hier gar keine Witzigkeit angebracht. Das Thema ist mehr als ernst, und egal, wieviel Kritik man an der konkreten Doku auszusetzen hat, würde ich dennoch - wegen des Inhalts, nicht wegen seiner Umsetzung - jedem dringend ans Herz legen, diesen Film zu sehen.
Meine Kritik am Werk richtet sich zum einen auf die etwas überbordende Darstellung des Photographen, die mitunter das Thema verlässt. Dass derselbe Photograph exakt 35 Jahre später ein berühmtes Paris-Hilton-Bild schießt - gut, das mag wegen des Datums Erwähnung finden, aber anderthalb Minuten? Zudem nimmt der Photograph insgesamt sehr viel Raum ein, aber es gibt keinerlei Reflektion über Kriegsphotographie. Auch der Missbrauch von Kim in Nordkorea wird sehr kurz und stichwortartig angerissen, eine Doku über das weitere Leben des Mädchens ist der Film ganz sicher nicht.
Insgesamt ist die Doku sich offensichtlich etwas unsicher, welches Thema sie eigentlich dokumentiert. Und versteht es daher auch nicht, eine runde Geschichte mit irgendeinem Standpunkt oder Ziel zu vermitteln, auch entgleiten dem Film die Zusammenhänge.
Dennoch ist das "nur" eine lediglich mittelmäßige Doku, keine so schlechte, dass der Inhalt darunter heftig leiden würde. Und daher bedenkenlos zu sehen, wenn man sich für die Hintergründe des Bildes interessiert und nicht eines der vielen Bücher zum Thema lesen möchte - 44 Minuten dauert die Fernsehfassung, die in der ARD ausgestrahlt wurde.
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M - Eine Stadt sucht einen Mörder
dbeutner 8.0 "Ausgezeichnet" 2012/01/12 18:55:47
"M" ist schon inhaltlich ein sehr prophetisches Stück. Dass ausgerechnet Gründgens den Schränker spielt, ist dabei von zynischer Ironie. Das Thema der Massenhysterie und der Neigung zur Lynchjustiz, insbesondere, wenn der "Feind" nur ausreichend Projektionsfläche für Wut und Hass bietet - "Kindermörder" - ist auch heute noch in gewisser Weise seiner Zeit voraus,…
"M" ist schon inhaltlich ein sehr prophetisches Stück. Dass ausgerechnet Gründgens den Schränker spielt, ist dabei von zynischer Ironie. Das Thema der Massenhysterie und der Neigung zur Lynchjustiz, insbesondere, wenn der "Feind" nur ausreichend Projektionsfläche für Wut und Hass bietet - "Kindermörder" - ist auch heute noch in gewisser Weise seiner Zeit voraus, denn zum Allgemeingut haben sich die Ausführungen für die Rechte des Angeklagten noch lange nicht entwickelt; wie sehr muss dies erst 1931 gegolten haben...
Schon vor dem historischen Hintergrund also ultraspannend, und dann kommt das Filmische noch hinzu. Der partielle Verzicht auf Ton im neuen Tonfilm entwickelt eine ganz eigene Wirkung. Darstellerisch gibt es einige Glanzlichter, dann Peter Lorre in seinem abschließenden Monolog, das kann man kaum beschreiben, und dann gibt es allerdings auch einige DarstellerInnen, die am Rande des Unaushaltbaren spielen.
Die Inszenierung erinnert mitunter extrem an Theater, was für die Zeit nicht so überraschend ist, aber hier doch noch einmal besonders markant ins Auge sticht; insbesondere einige Dialoge sind in ihrer Länge und Art sehr künstlich; da entwickeln sich Antworten in Telefonaten in Umfang und Diktion zu einer Art Politikeransprache. Solche Momente - wie auch etwa die Ausführung des Graphologen - entwickeln dabei eine gewisse unfreiwillige Komik, wo ich mich zwar köstlich amüsiert habe, wo aber auch klar ist, das Fritz Lang mein breites Grinsen nicht beabsichtigt hatte.
Alles in allem: Gehört definitiv zum Filmkanon, ein Must-Must-Must-See, beeindruckt mich auch nachhaltig, haut mich aber rein filmisch nicht komplett aus den Socken.
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Dame König As Spion
dbeutner 8.0 "Ausgezeichnet" 2012/01/10 17:24:25
Edel, ausreichend spannend und mit hochkarätigen Darstellern versehen, die allerdings nicht die Glanzleistung ihres Lebens aus sich heraus spielen, sondern eher dazu verdonnert sind, ihre Gesichtsmuskeln möglichst bewegungsfrei zu halten. Allerdings passt das schon in diesen Streifen, der die Männer im Dunkeln, die man normalerweise nicht sieht, etwas näher beleuchtet. Inbesondere Gary Oldman…
Edel, ausreichend spannend und mit hochkarätigen Darstellern versehen, die allerdings nicht die Glanzleistung ihres Lebens aus sich heraus spielen, sondern eher dazu verdonnert sind, ihre Gesichtsmuskeln möglichst bewegungsfrei zu halten. Allerdings passt das schon in diesen Streifen, der die Männer im Dunkeln, die man normalerweise nicht sieht, etwas näher beleuchtet. Inbesondere Gary Oldman ist sehr gegen sein Image besetzt und zieht seine stoische Art sehr gekonnt durch.
Richtig ist, dass die Anzahl an Namen und Verbindungen relativ reichhaltig ist und man seine Zeit braucht, sich im Universum des Films zurecht zu finden. Grundsätzlich liebe ich Komplexität und will das dem Film daher auch nicht ankreiden, allerdings kann ein Film es den BetrachterInnen auch leichter oder schwerer machen - TTSS macht es zumindest nicht leichter (und dreimal nicht im O-Ton mit englischen Untertiteln).
Ebenso ist die Auflösung für meinen Geschmack nicht mit dem richtigen Schwung inszeniert; während es 45 Minuten braucht, um überhaupt einen richtigen Handlungsfaden aufzubauen, werden zum Ende hin wieder mehrmals Orte und Personen rel. schnell gewechselt, so dass vor allem keine "Erkenntnisidentifizierung" mit Smiley erfolgt, sondern der Film den ZuschauerInnen Brocken vorwirft, die das Ende etwas unrund zurücklassen.
Das alles sind aber Kritikpunkte, die mich lediglich davon abhalten, dem Film mehr als 8 Punkte zu geben. Durch die ruhige Art, die immer wieder aufkommende (mitunter aber zu wenig gehaltene) Spannung, die schicke 70'er-Inszenierung und die Darsteller habe ich mich im Grund großartig unterhalten gefühlt, manche Minuten transportierten sogar richtige große Freude. Für das ganz große Meisterwerk aber in der Erzählung mit zu vielen Schwächen versehen.
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Gästebuch
Joeyjoejoe17 2012/01/18 12:22:49
Mir gefallen deine Kommentare sehr und würde sie gerne auf meinem Dashboard haben :>
bobo-lemon 2011/10/19 12:54:34
Nach dem sehr schönen RED STATE Review musste ich dir jetzt mal 'ne Freundschaftsanfrage rüberschicken. Auch wenn 45 % an geschmacklicher Übereinstimmung nach oben hin noch etwas Luft lassen, so zählt bei mir hier eher die gemeinsame Weltanschauung!
m.laterne 2011/06/15 07:37:06
Gut zu lesende Kommentare. Ich stimme nicht immer überein aber gut zu lesen.
Jack_Torrance 2011/03/12 16:38:28
Deine treffenden Kommentare gefallen mir sehr. Würde mich sehr freuen, wenn du meine Freundschaftsanfrage annimmst !
Mr Lee 2010/05/10 16:31:49
Ja viel Spass bei "happiness" du wirst es nicht bereuen, Ich hatte mir den auch damals auf Englisch besorgt. Eigentlich versteht man die Story gut. Und auf Deutsch isser, wie bei den meisten anderen Syncros eh Mist kann ich mir vorstellen. Once, läuft ja die Tage, mal sehn wie der wird... Grüße
Mr Lee 2010/05/07 17:29:32
... das war jetzt auch mal Zeit das ich dich zu meinen Freunden hinzufüge. Hast ja schließlich n guten Geschmack und schreibst gute Komentare! :)
Sonse 2010/04/14 20:12:14
Ich wollte dir übrigens schon länger mal für deinen heldenhaften Einsatz für OVs in Capitol und Palatin danken! Dankeschön. :)
Filmsuechtiger 2009/11/28 19:30:41
Danke für die wunderbar nachvollziehbaren Kritiken - lese ich immer wieder gerne.
Grohacke 2009/07/06 16:08:54
Detlev!
Wir driften auseinander!
Es waren mal 89%, jetzt sind es nur noch 83% Übereinstimmung. Aber, sag mal, wer ist denn diese Raissa? Deine Frau? Jedenfalls aus'm gleichen Kaff... Und mit der habe ich 90% Übereinstimmung...hmmm...und jetzt?
Gruß, Karsten
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Leider leider zu sehr ins Extreme gezielt: Der Sohn zu extrem, die Naivität des Vaters zu extrem, die Reaktionen des Drumherums (vor dem Hintergrund der /ganzen/ Geschichte) zu extrem.
Das alles sind also Drehbuchschwächen, wobei ich die Zeitsprünge, die einfach vor allem zu Beginn in ihrer Häufigkeit mitunter motivationslos erscheinen, auch eher auf die Soll-Seite stellen möchte. Darstellerisch…