Matrix Reloaded - Kritik

The Matrix Reloaded

US · 2003 · Laufzeit 138 Minuten · FSK 16 · Science Fiction-Film, Actionfilm · Kinostart
Du
  • 8 .5
    VinniVega73 06.09.2018, 23:52 Geändert 06.09.2018, 23:53

    Was für ein Drama…

    Woher kommt eigentlich dieser Absturz in den Wertungen?
    Damals wie heute, scheint man nicht allzu begeistert, über das was Teil 1 folgte.
    Visuell gesehen, gibt es keine zwei Meinungen, Reloaded steht deutlich vor dem ersten Teil. Man merkt allerdings auch, die Technik muss wieder einen Sprung gemacht haben. Dazu kann man durch die Einführung von Zion auch visuell mehr Punkten.
    Die Action kann sich auch heute noch sehen lassen, was sich auf dem Highway abspielt, geht selbst für heutige Verhältnisse noch gut durch.
    Was alleine das bedeutet, scheinen nicht viele zu ak-und respektieren.

    Dann heißt es öfter, der zweite Teil hätte es einfacher, er müsse die Figuren nicht einführen. Richtig aber ebenso falsch. Er führt dafür völlig neue Figuren ein, durchaus auch mehr als im ersten.

    Das Grundproblem : Die Geschichte.
    Na klar…haben wir hier mehr Action und visuelle Effekte, dann MUSS ja die Story leiden. Ist das so ?

    Das Grundproblem der Matrix Trilogie, ist seine Geschichte, vor allem wie sie erzählt wurde.
    Der erste Teil wird völlig abstrakt vorgetragen, die Millionen von Menschen und derer Probleme, Regierungen, Konzernen alles wird eingedampft auf DIE MATRIX.
    Was bleibt in Teil 1 übrig an Geschichte?
    Wir haben einen Verrat in den eigenen Reihen, Neo’s Ausbildung, das Orakel und Agenten.
    Die Querverweise, die man durchaus anstellen kann, in unser reales Leben hier, werden überhaupt nicht angegangen. Na klar man möchte es eben abstrakt halten, hier geht aber Potential ohne Ende verloren. Wenn man es reduziert auf Mr. Anderson & Clique gegen Hugo’s Weaving, wie von den Wachowskis gemacht, dann bleibt nur…
    Nur der Kampf, von Team Neo gegen Team Idiot Sonnenbrille Maschine.
    Alles andere dichten wir durch unsere Phantasie hinzu…ist aber faktisch gar nicht da.
    Ein weiteres Problem, die Story ist im Grunde erzählt nach Teil 1.
    Sicher kann ich noch 100 weitere Teile drehen und Pseudomäßig noch 100 weitere Fässer aufmachen.
    Aber der Drops war gelutscht.
    Das kann man Teil 2 aber nicht anlasten. Nicht wirklich schlau gelöst von den Brüdern. Am Ende ist es ihnen aber natürlich völlig egal.
    Deswegen ist diese Diskussion damals wie heute, für mich inhaltloses bla bla.

    Teil 1 macht ein großes Universum auf, löst das alles aber eigentlich völlig banal auf. So banal das man eigentlich schon wieder…lassen wir das.
    Teil 2 zeigt eine technische Weiterentwicklung, baut sich dazu eine neue Welt mit Zion und Co. auf.
    Fügt mehr Action Sequenzen hinzu, die dann vom Publikum als Verlust an Geschichte gewertet wird. Sehe ich nicht so. Würde man das mal in Minuten umrechnen, würden da viele bestimmt staunen. Dürfte sich die Waage halten.

    Diskutabel sind die Länge der Szenen besonders der Fightchoroes.
    Wie es damals wirkte, kann ich nicht mehr sagen, jetzt wirken sie teilweise etwas ermüdend.

    Fazit : Die Story war hier bekannt, deswegen fehlte der Überraschungseffekt.
    Die Geschichte war erzählt, was man jetzt noch oben drauf setzen konnte, gefiel einigen nicht mehr wirklich.
    Kann man verstehen, aber dann auf die Argumentation achten.
    Mal schauen was das Remake bringt, die Erwartung ist gleich null. Gewinnt man am Ende mehr bei.
    Es ist nur meine Meinung, aber ich könnte ja Recht haben…

    4
    • 4

      Ewig nicht mehr gesehen und dann erschrocken, wie schlecht der doch mittlerweile (oder schon immer?) war. Belangloses Gequatsche (Orakel) , nervige Nebenhandlung (Schlüsselmacher) , nur die Freeway Actionszene rockt und Monica Belucci wertet ohnehin jeden Film auf. "Revolutions" werde ich mir vorerst doch nicht mehr antun .
      PS: Teil 1 ist immer noch ein Knaller !

      • 6

        Neo ist jetzt Superman-Jesus, Agent Smith gibt es jetzt im Supersparpaket, und insgesamt ist der Ton des Films irgendwo zwischen todernst und lächerlich überzeichnet.
        Insbesondere in der ersten Hälfte gibt es eigentlich nur zwei Arten von Dialogen: Seifenoper oder Programmiersprache. Beide sind kaum auszuhalten.
        Was im ersten Film noch teilweise ganz intelligent (für einen Blockbuster) war, weicht hier einem prätentiösen Wischiwaschi, von dem die Schreiberlinge wohl selbst nicht wussten, was er bedeuten soll. Dabei verrennt man sich so sehr im pseudointellektuellen Quark, dass viele Gespräche einfach mit Worthülsen beendet werden, weil man offensichtlich nicht mehr wusste, wie man sich sonst herausmanövrieren kann.
        Das fällt dann insbesondere im Gespräch mit dem Architekten auf. So schwierig ist er gar nicht zu verstehen, es ergibt halt leider trotzdem wenig Sinn. "Wir bringen die Menschen um." - "Könnt ihr nicht, wir sind eure Energiequelle." - "Es gibt Konditionen, zu denen wir weiterleben können."
        Ja, welche denn? Keine Zeit für Antworten, die es sowieso nicht gibt. Ab durch die Tür und hin zum Finale, welches dann beinahe schon enttäuschend ist nach der Barrage an völlig überdrehten Szenen, die es während des Films gab.
        Neo verprügelt zwei Millionen Smiths, die sich zwischendurch wie Ameisen auf Neo schmeißen und von denen einer einen Agenten infiziert; nicht aber ohne einen unfreiwillig komischen Dialog.
        Agent taucht auf. Smith steht neben ihm.
        "Sie!"
        "Ja, ich bin es."
        Hand in Agent.
        "Jetzt bin ich es auch." Und dann noch grundlos eine Tomate zertreten. Dieser Unmensch.
        Dann gibt es Plot Conveniences, die es so im ersten Film nicht gab. Urplötzlich taucht Smith im Flur auf, bevor der Schlüsselmeister die Tür öffnen kann. Smith ist seit dem letzten Mal übrigens Finanzbeamter geworden - oder Präsident des FC Bayern. "Können Sie uns nicht besiegen, kommen Sie zu uns!" Das ist das Beste, was der Agent in den Filmen je gesagt hat - abgesehen von "Cookies need love like everything does." Und dann kommen Dutzende Smiths aus jeder Tür. Ich glaube, wenn man in der Welt von Küchenschaben eine halb vergammelte Pizzaschachtel herumliegen lässt, kommen irgendwann die Smiths aus den Löchern und fressen den Käse. Und womit? Mit Recht? Nicht doch! Mit Bestimmung! Und Grund! Und was zu spielen!

        Das klingt natürlich alles nach üblem Verriss. Ist er eigentlich auch. Aber, ein kleines bis mittelschweres aber: Die Actionszenen sind von feinster Natur. Sei es die Szene im Schloss Neuschwanstein, die anschließende Verfolgungsjagd auf der Autobahn oder oder oder. Diese Szenen retten den Film vor der totalen Vernichtung durch sich selbst. Die machen auch heute noch richtig Spaß und halten somit den in sich selbst verliebten Film zusammen. Und irgendwie ist es ja auch sympathisch, wie sehr man sich an Dialogen aufgeilen kann.

        6/10

        PS: Grund! Bestimmung!

        1
        • 7 .5

          ENTHÄLT SPOILER

          Teil 2 meiner Aufholjagd der Matrix-Trilogie.
          Glücklicherweise kann ich sagen, dass ich mich nach Sichtung des viel gescholtenen Sequels der Fraktion anschließen kann, die "Reloaded" für eine gelungene Fortsetzung hält.
          Okay, manche Ideen waren dann doch etwas zu weit hergeholt und übertrieben. Wenn Neo fliegt oder mal eben so die Kugel aus Trinitys Körper entfernt. Gut gefallen hinegegen hat mir das Konzept, dass Smith sich jetzt "klonen" lassen kann, oder wie auch immer man seine neue Technik nennen möchte. Auch das war zwar etwas übertrieben, aber dafür war so eine mehr als beeindruckende Action-Sequenz möglich.
          Überhaupt, die Action! Es war wirklich eine Wohltat für das Auge, diese gut choreografierten und mit wenig Schnitten in Szene gesetzten Kämpfe zu verfolgen. Auch die Sequenz auf dem Highway war cool gemacht.
          Schade fand ich allerdings, dass der originelle Grundgedanke, der noch den ersten Teil der Trilogie durchzogen hat, kaum weitergededacht wurde. Stattdessen wurde das Augenmerk klar auf die (wie erwähnt großartige) Action gelegt. Dafür kam dann der philosophische Ansatz leider etwas kurz.
          Dennoch freue ich mich jetzt auf den Abschluss der Reihe. Selbst, wenn der mir noch weniger gut als "Reloaded" gefallen sollte, wäre ich doch zufrieden, und die Trilogie hätte einen neuen Fan dazu gewonnen.

          1
          • 8

            Dies Mittelstück der SF-Trilogie ist inhaltlich nicht so gut wie der erste Teil. Aber Action und Spezialeffekte sind irre, vor allem die 15-minütige Autoverfolgungsjagd.

            • 6 .5
              Babastars 12.05.2018, 04:47 Geändert 15.05.2018, 01:38

              Eine gute Fortsetzung aber auch nicht mehr. Nach so einem genialen 1.Teil darf man auch keine Steigerung erwarten. Storytechnisch und auch Effekttechnisch (natürlich) auf der gleichen Schiene aber ohne weiteren Wow Effekte, da man die ganzen Wow Effekte im 1.Teil schon (ausgeschöpft) hatte. Die unterirdische Stadt ist schon richtig gut gemacht und auch die Besetzung ist mit namhaften Darstellern erweitert worden. Für einen zweiten Teil eine gelungene Fortsetzung.

              • 6

                Ich bin der Meinung dass Matrix nicht unbedingt zwei Fortsetzungen gebraucht hätte, denn der Film steht für sich allein und ist auch rund erzählt worden. Man merkt Matrix Reloaded eine gewisse Ideenlosigkeit an, da die Macher nicht genau wussten wo der Film denn nun hin will. Durch den großen Erfolg des ersten Teils wurde sicher hauptsächlich des Profits wegen eine Fortsetzung gedreht und dieser fällt bei mir in allen Belangen weit von seinem Vorgänger ab. Einen gewissen Unterhaltungswert hat dieser auch aber ich war danach wirklich enttäuscht.

                1
                • 8

                  4 Jahre lang wartete man auf den zweiten „Matrix“-Film und im Laufe der Zeit sind die Erwartungen derart hochgeschossen, dass der zweite Film zwangsläufig nur enttäuschen konnte. Ganz so schlimm isses aber nicht. In Punkto Action und Effekte ist der Film ein revolutionäres Meisterwerk – rasantes Tempo, hammerharte Kampfeinlagen und das Ganze mit den „Matrix“-typischen Zeitlupen und Bullet-Time-Effekten – Wahnsinn! Nachteil: an einer Stelle bekommt es Neo mit unzähligen Exemplaren seines Widersachers Agent Smith zu tun und da wird über fünf Minuten gnadenlos gedroschen, das Ganze mit Techno Musik unterlegt – so als würde man einem Konsolenspiel auf der Leinwand zusehen und dieser Effekt trifft auf so einige Szenen zu.Allerdings will der Film keine reine Action-Sache sein, sondern versucht die Story des ersten Teils noch zu erweitern und zu vertiefen – das Resultat ist jedoch, dass die Handlung permanent komplizierter und verworrener wird, so dass selbst Experten erst nach mehrmaligem Gucken alle Zusammenhänge beieinander haben. Außerdem ärgerlich: das Cliffhanger-Ende.Fazit: Inhaltlich zu verworrene Geschichte, die aber einmalige revolutionäre Actionpassagen bereithält – Kino für Auge und Ohr!

                  1
                  • 6 .5

                    Für mich war Matrix Reloaded damals wahrscheinlich wie heute die Marvel Filme für die Kids - jetzt 15 Jahre später fand ich ihn nur noch halb so cool - im Grunde flasht nur noch die Autobahnszene! Agent Smith für mich hier der Beste von allen. Auch die LoveStory nervt irgendwann.

                    1
                    • 2

                      Mir hat ja der erste Matrixfilm schon nicht gefallen.Der Zweite ist aber noch ein ganzes Stück schlechter,als der Erste.Nach dem Erstling,hätte Schluss sein müssen.Die Fortsetzungen sind mehr als schlecht!

                      2
                      • 8

                        Wenn man Matrix für die Generation von Heute übersetzen möchte, würde ich folgende Filmbeschreibung wählen:
                        Facebook, Google und Apple haben sich als "FaGoAp" zusammengeschlossen und für die Menschen eine virtuelle Realität erschaffen, in die der Mensch von den Konzernen vollständig kontrolliert werden kann.
                        Einige Menschen haben die Machenschaften von "FaGoAp" allerdings durchschaut und konnten sich dieser Kontrolle entziehen und streben ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung an und revoltieren im Verborgenen gegen das System.
                        Die revoltierende Menschheit bekämpft "FaGoAp" außerhalb und insbesondere innerhalb der virtuellen Welt, um das System schließlich zum Zusammenbruch zu bringen.

                        Um die zunehmend abtrünnige Menschheit wiederum unter ihre Kontrolle zu bringen, entwickelt "FaGoAp" mörderische Suchmaschinen in- und außerhalb der virtuellen Welt, um die revoltierende Menschheit entweder wieder unter ihre Kontrolle zu bringen oder sich ihrer auch ganz zu entledigen.

                        Im Showdown muss der Mensch jedoch erkennen, das er sich mittlerweile so abhängig von seiner eigenen Technologie gemacht hat, das er ohne diese nicht überlebensfähig ist und auch nicht mehr in paradiesische Umstände von Frieden und Harmonie zurückkehren kann, bzw. dazu in seiner menschlichen Natur und den Drang zur Selbstzerstörung auch gar nicht fähig ist.

                        Als der Filmheld schließlich auf Gott trifft teilt dieser ihm schließlich mit, das er schon einmal für die Menschen eine perfekte Welt voller Harmonie und Frieden erschaffen hatte, den so genannten Garten Eden, es aber der Mensch war, der auf Grund seines Bestrebens zur Selbstbestimmung und Unzufriedenheit diesem Paradies selbstzerstörerisch entsagte und sich schlussendlich mit "FaGoAp" auf Basis seiner Technologien eine virtuelle Welt schuf in der er hoffte, den Garten Eden wiederzufinden !

                        -------
                        Im Grunde geht es in Matrix einzig um die Anomalie des (menschlichen) Seins !
                        Wie der "Architekt" schon sagte:" Die erste Matrix war natürlich perfekt"... und das noch größere Chaos musste unweigerlich seinen Lauf nehmen.
                        Gemeint ist damit die (hausgemachte) "Vertreibung des Menschen aus dem Paradies".

                        Wenn man diesen Ansatz verstanden hat, versteht man auch die vielen anderen Metaphern hinsichtlich der menschlichen Abhängigkeit seiner eigenen Technologien und unlängst Spiegel der realen Gegenwart, da der Mensch sich mittlerweile durch seine Technologie immer weiter abhängig macht und unlängst schon Teil dieser eigenen Technologie geworden ist, von der er sich nicht mehr loslösen kann und können wird (und folglich sein Untergang sein müsse).

                        Im Grunde ist z.B. die "menschliche Batterie" von der sich die Maschinen speisen absolut keine Absurdität, denn unsere Technologie ernährt sich schlussendlich ja tatsächlich von uns "Verbraucher" (und ja immer seltener zu unserem wirklichen Nutzen menschlicher Bedürfnisse) und im Grunde leben wir- unsere Umwelt ja kaum noch wirklich wahrnehmend und die Augen nur noch auf irgendwelche Displays und "sozialen Netzwerke" gerichtet, doch schon unlängst selbst in einer Art Matrix.

                        Daher ist die Story in Matrix längst nicht so verworren wie es den Anschein hat, sofern man dazu in der Lage ist, Analogien des Films in unsere tatsächliche Gegenwart zu transportieren ;-)

                        4
                        • 6

                          Für mich deutlich schwächer als der Vorgänger. Der Plot wird absolut undurchsichtig (Der Architekt) und verworren, die Absurdität nimmt stark zu.

                          Übrig bleiben geile Effekte, schön inszenierte Action und ein an sich interessante grundlegende Geschichte (die nun leider religiöse Züge annimmt).
                          Aus diesem Grund würde ich den ersten Teil jedermann empfehlen, den zweiten nur noch Science-Fiction fans. Für mich ein leicht überdurchschnittlicher Blockbuster.

                          1
                          • 6

                            >>> Achtung!!! Enthält Spoiler!!! <<<
                            Die logische Fortsetzung einer unvollendeten Geschichte. Dabei wurde die Handlung des Vorgängers in ein anderes Licht gerückt, die dessen Plot in seiner Gesamtheit als Plan der Maschinen ausgab, welcher wiederum in eine Art göttlicher Vorsehung mündete. Dabei wurden wieder Versatzstücke des neuen Testaments verwendet und als Gegenpol zur futuristischen und dystrophischen Handlung gesetzt. Dies sollte eine wohl konsequente Stringenz zum Erstling darstellen - die Parallelen waren jedenfalls auffällig und damit wurde auch gut an den Vorgänger angeschlossen. Leider wirkte der Nachfolger jedoch weniger inspiriert, da die Verweise dem Zuschauer offensichtlicher, dafür aber auch leichter verständlich präsentiert wurden. Wurden zum Teil sogar recht überdeutlich gezeigt, was im Gegensatz zur wesentlich subtileren Darstellung des Vorgängers bei mir eigentlich nicht so gut ankam.
                            Die stärkere Fokussierung auf die Action sollte dem entsprechenden Publikum wohl Tribut zollen, verwässerte die an sich gute Aufmachung aber leider etwas. Die scheinbar endlos dauernden Vorfolgungsjagden und martial-Arts-Kampfszenen verkamen mehr und mehr zum Selbstzweck und schufen damit Längen, die in dieser Form eigentlich nicht hätten sein müssen. Das Gesamterlebnis verflachte damit ein wenig.
                            Aber auch die Szenen in Zion bei der Feier eher unpassend, die Motivationsrede Morpheus´ (vgl. Lukas 2:10, NT) hatte nur wenig Charme, was sollte das nur sein? Damit konnte ich mich eigentlich nicht so richtig anfreunden und somit verlor mich der Streifen in diesen Szenen.
                            Jedoch konnte das dem Erstling nachempfundene Setting die gute Atmosphäre in fast jeder Szene wieder aufleben lassen, allein die Action-Szenen wie gesagt für meinen Geschmack überrepräsentiert, weniger wäre hier definitiv mehr gewesen.
                            Interessant jedenfalls der Hinweis auf die Wahlmöglichkeit jedes Menschen, in der Matrix zu bleiben oder aus dieser auszuscheiden. Dies stellt eine schöne Parabel auf die westliche Lebensart dar, auch hier hat der Mensch eine Wahlmöglichkeit auf ein selbstbestimmtes, aber mühsameres Leben oder eine behütete und umsorgte Existenz, die jedoch den Zwängen der Leistungsgesellschaft unterliegt. Wie in der Matrix entscheiden sich die meisten für Zweiteres, was ich persönlich jedoch für nicht verwerflich erachte - wenn man am Ende seines Lebens zurückblickt und seine Entscheidung als richtig und für sich selbst passend ansieht, hat man damit ja gewonnen.
                            Die vom Erstling wiederverpflichteten Darsteller knüpften an die guten Leistungen nahtlos an, wobei der Nachfolger aber deutlich weniger Entfaltungsmöglichkeiten bot. Andererseits – wozu hätte man die Charaktere neu erfinden müssen? Die hinzugekommenen Personen jedoch mehrheitlich bessere Stichwortgeber, allein Lambert Wilson und Helmut Bakaitis hatten hier gute Möglichkeiten und nutzten diese auch.
                            Conclusio: Obwohl das Reload an den Erstling nicht heranreicht, möchte ich dieses schon allein wegen der Handlungsumkehr und der immer noch guten und ansprechenden Optik als gelungen bezeichnen. Die überbordenden Action-Szenen schufen ein paar Längen und verkamen wie gesagt teilweise zum Selbstzweck, allein deswegen ziehe ich bei der Bewertung das ein oder andere Pünktchen ab. Unter dem Strich wirkte alles um eine Nuance blasser und schwächer als im ersten Teil, aber trotzdem immer noch auf hohem Niveau. Die schlechte Tonmischung wurde leider auch hier wiederholt, nahezu unverständlich leisen Dialogen folgte oft eine geradezu brüllende Musikuntermalung, die in dieser Form eigentlich nicht nötig wäre. Eine Empfehlung möchte ich trotzdem aussprechen, man sollte sich davor zum näheren Verständnis aber den ersten Teil unbedingt ansehen.

                            4
                            • 4
                              cycloo77 11.07.2017, 01:31 Geändert 11.07.2017, 11:17

                              14 Jahre nach dem Kinostart und einige Jahre nach dem für mich enttäuschenden und nichts abgewinnenden Erstling, habe ich es dann nun hinter mich gebracht und mir den zweiten Matrix Film angesehen.
                              Was soll ich sagen der zweite Run in Grünspan ist ebenfalls ganz und gar nichts für mich. Ein skurriles vollgequatschtes allerlei an aberwitzigen und langweiligen Einfällen.
                              Mein ganz persönliches Highlight war, die umwerfende Monica Bellucci.

                              4
                              • 3

                                4 Jahre nach „Matrix“ kam diese Fortsetzung in die Kinos, die jedoch auf ganzer Länge enttäuscht. Wurde im ersten Teil noch ein wirklich bahnbrechend neues Universum und Konzept vorgestellt, existieren hier eher skurrile Figuren wie der „Schlüsselmacher“, der natürlich Tausende von Türen öffnen kann, die sonstwo hinführen. Irgendwie weiß man schon 10 Minuten vorher, dass man gleich einen Raum und alten Mann mit tausenden Schlüsseln sehen wird, obwohl einem das keiner gesagt hat.

                                „Der Auserwählte“ fliegt hier mittlerweile wie Superman durch die Gegend, Agent Smith hat sich Dutzendweise dupliziert, die Kämpfe wirken fast comicartig und verlieren dadurch deutlich an Kraft. Man sieht, dass die Hüftgurt-Seile lediglich wegretouschiert wurden, wenn die Darsteller ihre Saltos schlagen. Das soll das Überwinden der Schwerkraft simulieren, führt aber in den Kämpfen nur zu einem digitalen Trickgewitter, das an schlechte KungFu-Filme aus den 70ern erinnert. Damals konnten die Meister ja auch mal eben auf ein Dach oder einen Berg springen. Der Unterschied hierzu ist jedoch, dass sich die Wachowskis in jeder Szene bierernst nehmen.

                                Das Orakel-Geschwätz ist dieses Mal nicht mehr zum Aushalten, am besten legt man an der Stelle eine längere Toilettenpause ein. Verpassen tut man eh nichts.
                                Leider leider leider erliegen die Wachowskis hier einer reinen Effekt-Materialschlacht. Visuell interessant, aber hohl wie ein Osterei. Es ist einfach nichts mehr drin. Mühsam versuchen sie ihr schwaches Drehbuch durch die unvermeidliche Lovestory zwischen Neo und Trinity zu retten, die aber auch nur simpel daherkommt wie von einem AZUBI geschrieben. Dabei hätten sie doch den enorm interessanten ersten Plot intelligent erweitern können. Statt dessen hat man offensichtlich das Budget in die Digitaleffekte gebuttert. Klar - die Erwartungen waren groß, da liegt die Versuchung nahe, sich um jeden Preis toppen zu wollen.

                                Schade, dass das schöne Universum, dass uns die Brüder 1999 gebaut hatten, hier mit Brachialgewalt eingerissen wird. Effekte um der Effekte willen reicht einfach nicht. Sinnfreie Autoverfolgungen plus Schusswechsel und Rumspringen auf den Dächern wie Comicfiguren wechseln sich ab mit Hohem Rat-Gequatsche wie im alten Rom oder bedeutungsschwangerem Philosophieren. Sogar Dracula-Anspielungen haben die anscheinend sturzbetrunkenen Wachowskis im Drehbuch verbaut. Wie kann man nur auf so einen hirnrissigen Unsinn kommen ? Das Orakel-Gelaber jedenfalls gibt’s in genau der Form auch kostenlos an jeder Tankstelle von betrunkenen Pennern.

                                Fazit: Latte erneut hoch gehängt, aber leider gerissen. Zurück auf Start, und mehrere Monate (wenn nicht Jahre) Nachsitzen.

                                • 4

                                  Ein Punkt für Monica, ein Punkt für die Highwayszene, ein Punkt für Ducati, ein Punkt für die schönen Klamotten.

                                  • 7

                                    [...] Die Wachowskis wissen sich selbst zu übertreffen, nur leidet der emotionale Draht zum Publikum unter dem chaotischen Figurennetz und übermächtigen Helden. „Matrix Reloaded“ ist eine imposante, etwas zerstreute Höher-Schneller-Weiter-Fortsetzung, die durchaus Spaß macht – nur mit weniger Charme und Frischebonus als das Original.

                                    • 5 .5

                                      Für mich eine unnötige Fortsetzung der erste wäre auch ohne Fortsetzungen gut dagestanden.
                                      Wenigstens sind die Actionszenen noch gut und sorgen für gute Unterhaltung.

                                      3
                                      • 8

                                        MATRIX RELOADED ist ein Film über die Natur des Glaubens, sowie über die Natur des Menschen.

                                        Wie der "Architekt" es selbst zu Neo sagt:

                                        "Hope is the quintessential human delusion, simultaneously the source of your greatest strength and your greatest weakness."

                                        MATRIX RELOADED soll nicht nur für die Charaktere eine Dekonstruktion dessen sein, woran sie geglaubt haben - der Zuschauer wird mit einbezogen. Ich möchte die negative Resonanz der Matrix Sequels nicht darauf reduzieren, aber Hauptfaktor für jene scheint die schwer greifbare und auch einfach unangenehme Thematik zu sein. Die Wachowskis sind natürlich weder die Ersten noch Letzten die solche Themen in ihren Filmen behandeln, aber kombiniert mit diesem Wert auf Coolness, Style und Kämpfen, zusammen mit teilweise sehr konfuser Story und Dialogen, machen sie es sich natürlich nicht unbedingt leichter verstanden zu (wollen) werden.

                                        Das Gespräch mit dem Architekten ist der Kern des Film, bzw. der Reihe. Denn hier sehen wir die Herangehensweise der Wachowskis an die Essenz von Cyberpunk: Dem Verstehen des Menschen durch die Gegenüberstellung dessen mit dem nicht Menschlichen, den Maschinen.

                                        Die erste Entwurf der Matrix, einer Kopie der Realität dienend als Simulation für die Menschen, hat nicht funktioniert, da man den Fehler machte, den Menschen eine perfekte Welt zu geben. Menschen sind perfekt, wenn nur, in ihrer Imperfektion, demnach ist ein Utopia kein funktionierendes Konzept für sie. Weitere Konzepte scheiterten ebenfalls, da sie ausschließlich auf dem Gesetzt von Cause & Effekt beruhten. Erst mit dem Einführen der für die Maschinen als Illusion angesehenen Idee von freiem Willen, Wahl, fühlten die Menschen sich in der Matrix wie zuhause, auch wenn diese dadurch "fehlerhaft" wurde.

                                        Denn hier liegt der Unterschied und das essenziellste Herausstellungsmerkmal des Menschen: Der freie Wille. Der freie Wille, an etwas zu glauben, einfach nur, weil es sich richtig anfühlt. Und damit vielleicht sogar am Ende richtig liegen.
                                        _________________________________________________________________________________
                                        Merovingian: You are here because you were sent here, you were told to come here and then you obeyed. It is of course the way of all things. You see, there is only one constant, one universal, it is the only real truth: causality. Action, reaction. Cause, effect.
                                        Morpheus: Everything begins with choice.
                                        __________________________________________________________________________________

                                        Morpheus ist natürlich des Glaubens größter Advokat im Film. Fast schon kindlich naiv in seinem Idealismus. Wobei Kinder ja schließlich als Erinnerung daran dienen, wie man richtig lebt. Wir sind schließlich immer noch Kinder, mit dem Unterschied, dass wir damals nicht viel wussten und wenig Verantwortung hatten. Heute wissen (oder meinen wir zumindest) deutlich mehr, haben deutlich mehr Erfahrung und wahrscheinlich auch mehr Verantwortung. Doch im Prinzip, liegt kein Unterschied vor.
                                        __________________________________________________________________________________
                                        Neo: But if that's true, that could mean you're a part of the system, another kind of control.
                                        The Oracle: Keep going.
                                        Neo: I suppose the most obvious question is: how can I trust you?
                                        The Oracle: Bingo. It is a pickle, no doubt about it. Bad news is there's no way you can really know if I'm here to help you or not, so it's really up to you. Just have to make up your own damn mind to either accept what I'm going to tell you, or reject it.
                                        _________________________________________________________________________________

                                        Wenn es nur eine Gewissheit im Leben gibt, dann die, dass wir nichts mit Gewissheit wissen. Das sagt uns der Verstand. Das Herz sagt uns garnichts, es fühlt nur. Wir müssen die Schlüsse daraus selber ziehen, dass kann keiner für uns tun, schließlich haben wir ja die Wahl.

                                        Es geht nicht darum, dass der Mensch nur glaubt, was er sieht. Es geht darum, dass er nicht sieht, was er nicht glaubt.

                                        MATRIX RELOADED will ein Manifest für das Glauben an das Leben und den Menschen sein. Denn das Gute kann nicht existieren, wenn man nicht daran glaubt.

                                        "But if we are to be prepared for it, we must first shed our fear of it. I stand here, before you now, truthfully unafraid. Why? Because I believe something you do not? No, I stand here without fear because I remember. I remember that I am here not because of the path that lies before me but because of the path that lies behind me. I remember that for 100 years we have fought these machines. I remember that for 100 years they have sent their armies to destroy us, and after a century of war I remember that which matters most... We are still here!"

                                        4
                                        • 7

                                          Schwächer als das Original.
                                          Hier wird mehr Wert auf Effekte, Action und Mumpitz gesetzt, als auf Story. Ich war ehrlich gesagt enttäuscht nach dem überragenden ersten Teil.
                                          Rein objektiv als Actionfilm betrachtet ist er aber Sehenswert.

                                          • 8 .5

                                            Ich wollte nie das Matrix fortgesetzt wird. Das Original war ein Meisterwerk und hätte am besten für sich allein gestanden, denn es hatte genau die Interpretationsspielräume gelassen, die man auch nicht zeigen musste

                                            Der Hype und das Einspielergebnis machten es dann leider unvermeidlich und so kam was kommen musste. Matrix Reloaded ist weit davon entfernt ein schlechter Film zu sein, auch wenn er viele typische Sequel-Fehler (mehr von allem was gut ankam, mehr Action, mehr Bullet-Time, mehr Agent Smiths, mehr ganz tiefgründiges Getexte), aber den Wow-Effekt von Teil 1 kann man einfach nicht wiederholen.

                                            Trotzdem ist es immer noch ein wahnsinnig guter Actioner mit tollen Kampfszenen und coolen Charakteren. Die Highway-Szene gehört ohne Zweifel zu den besten je gedrehten Actionsequenzen und allein für die Zwillinge hat es sich eigentlich ja schon gelohnt.

                                            1
                                            • 8

                                              Kommt zwar nicht an den ersten,ist aber dennoch ganz gut.

                                              1
                                              • 7 .5

                                                https://www.youtube.com/watch?v=gCyrKJg-1VM

                                                2
                                                • 8
                                                  Pexter 11.04.2016, 17:16 Geändert 11.04.2016, 17:17

                                                  Auch wenn Teil 2 mehr Blockbuster als Teil 1 ist und dadurch mMn an Tiefgang verliert, macht er mir trotzdem tierisch spaß!

                                                  1
                                                  • 9

                                                    Flasht mich heute immer noch. Super Fortsetzung!

                                                    1