100 Dinge - Florian David Fitz ist der McDreamy des deutschen Kinos

Florian David Fitz in 100 Dinge
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Florian David Fitz in 100 Dinge
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Wir leben in einer Konsumgesellschaft und eigentlich fehlt es uns im täglichen Leben an nichts. Doch brauchen wir all diese Dinge überhaupt, um wirklich glücklich zu sein? Oder kommen wir auch mit weniger Dingen zurecht? Diesen Fragen geht die deutsche Komödie 100 Dinge nach, die seit gestern, dem 06.12.2018, in den Kinos läuft. Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer spielen zwei Unternehmer, die sich auf eine Wette einlassen. 100 Tage lang sperren sie all ihren Besitz in eine Lagerhalle, jeden Tag dürfen sie sich eine weitere Sache herausholen. Ein Experiment, das im wirklichen Leben tatsächlich existiert. Bei der Komödie spielt Florian David Fitz nicht nur die Hauptrolle, er schrieb auch das Drehbuch und führte Regie. 100 Dinge ist damit bereits die dritte Regiearbeit des Stars, der aus dem deutschen Kino nicht mehr wegzudenken ist. Doch wie kam es eigentlich dazu?

Florian David Fitz ist der bessere McDreamy in Doctor's Diary

Alles fing an mit der Rolle eines arroganten Arztes in einer der besten deutschen Comedy-Serien, die es bis dato wohl gibt. Als Marc Meier machte Florian David Fitz in Doctor's Diary den McDreamys und McSexys dieser Welt Konkurrenz. In drei Staffeln erzählte die zwischen 2008 und 2011 ausgestrahlte Serie die Geschichte der Gretchen Haase (Diana Amft), die in einem Berliner Krankenhaus auf ihren ehemaligen Mitschüler sowie heimliche Jugendliebe Marc trifft und von ihm als Ärztin ausgebildet wird. Bora Dagtekin präsentierte uns bereits mit Türkisch für Anfänger eine äußerst gelungene Comedy-Serie. Mit Marc Meier schrieb er Florian David Fitz eine Paraderolle auf den Leib, für die der Schauspieler noch heute bekannt ist, und schafft es, dass die Serie irgendwo zwischen Komödie und Drama wandert.

Gerade Florian David Fitz trägt in Doctor's Diary wesentlich zum Unterhaltungspotential der Serie bei. Als eingebildeter Marc Meier ist er nicht nur McArschloch, sondern schafft es ebenfalls, auf dem schmalen Grat zwischen hart und soft zu balancieren. Dabei offenbart sich von Folge zu Folge mehr die eigentlich liebenswerte Seele eines Marc Meier, der seine schwierige Kindheit mit gemeinen Sprüchen und oberflächlichen Witzen verdrängt. Am Ende blieb es dennoch leider nur bei drei Staffeln. In Zeiten der vielen Serien-Revivals hätte es Doctor's Diary aber auf jeden Fall verdient, noch mal neu aufgerollt zu werden.

Mit Vincent will Meer erschafft Florian David Fitz eine gefühlvolle Dramödie

Noch während die letzte Staffel von Doctor's Diary im Fernsehen lief, widmete sich Florian David Fitz neuen Projekten und wagte erstmals etwas Neues: In Vincent will meer spielte er nicht nur die Hauptrolle des am Tourette-Syndrom leidenden Vincent, er schrieb auch das Drehbuch zum Film. Seine Mühe wurde ausgiebig belohnt. Die Geschichte über Vincent, der gemeinsam mit der magersüchtigen Marie (Karoline Herfurth) und dem zwangsneurotischen Alexander (Johannes Allmayer) ein Auto klaut, um endlich zum ersten Mal das Meer zu sehen, gewann 2010 den Bayerischen Filmpreis in den Kategorien Publikumspreis und Drehbuch. Florian David Fitz wurde außerdem mit dem Bambi ausgezeichnet.

Für Florian David Fitz, der schon während seiner Schulzeit mit dem Tourette-Syndrom in Verbindung gekommen ist, war Vincent will meer ein Herzensprojekt. Wie er in einem Interview mit dem Filmreporter erwähnt, hat er es als Schauspieler vermisst, etwas selbst zu kreieren. Dann sah er einen Bericht im Fernsehen über einen Menschen, der Tourette hat und doch im Frieden mit sich selbst lebt. In der rührenden Dramödie begibt sich auch Vincent nicht nur auf eine Reise zum Meer, sondern zu seinem inneren, friedlichen Geist. Bei solch einem sensiblen Thema hätte auch wahnsinnig viel schief gehen können. Fitz schafft es aber, dass die Zuschauer nicht über seine Figur, sondern mit ihr lachen.

In Jesus liebt mich wird Zweifler Florian David Fitz zum Messias

Nur zwei Jahre dauerte es, da reichte Florian David Fitz auch das Drehbuchschreiben nicht mehr. Für die Herausforderung, nun auch hinter der Kamera zu stehen, wählte er eine etwas unkonventionelle Geschichte, beruhend auf einem gleichnamigen Bestseller. Für Jesus liebt mich schlüpfte Fitz also nicht nur in die Rolle des Messias höchstpersönlich, er schrieb auch das Drehbuch und führte Regie. Eine Dreifach-Rolle, die er später auch in Der geilste Tag und eben 100 Dinge wiederholte. Als Jeshua lernt Florian David Fitz in Jesus liebt mich Marie (Jessica Schwarz) kennen und verliebt sich in sie. Dabei muss er sich auf den Weltuntergang vorbereiten und hat eigentlich gar keine Zeit für solch mondäne Dinge wie die Liebe.

Jesus liebt mich wurde zwar lang nicht so erfolgreich wie Vincent will meer, schaffte es aber dennoch, die deutschen Kinogänger zu bewegen. Auch wenn sich Florian David Fitz selbst als "Zweifler" bezeichnet, wollte er aus Jesus keinesfalls eine Lachnummer machen. Am Ende gelang Fitz mit seinem Regiedebüt eine charmante, witzige und selbstironische Romantik-Komödie. Letzten Endes haben alle drei Regiearneiten von Florian David Fitz etwas gemeinsam. Jesus liebt mich, Der geilste Tag und 100 Dinge sind nicht einfach nur klamaukige Komödien, sondern beinhalten stets kleine Weisheiten über das Leben, die uns Zuschauer zum Nachdenken anregen sollen.

Freut ihr euch auf Florian David Fitzs 3. Regiearbeit 100 Dinge?

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