Zum 55. Geburtstag

Baz Luhrmann und die bunte Welt seiner Red-Curtain-Trilogie

Baz Luhrmanns Red-Curtain-Trilogie steht im Zeichen der Liebe
© Winkler Film/20th Century Fox
Baz Luhrmanns Red-Curtain-Trilogie steht im Zeichen der Liebe
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"I love you. I forgive you. Forgive me. Thank you. Goodbye." (Danny Meyerowitz)

Baz Luhrmann erblickte am 17. September 1962 als Mark Anthony Luhrmann in Sydney das Licht der Welt. Seine Mutter Barbara war eine Turniertanzlehrerin und besaß ein Kleidungsgeschäft. Seinem Vater Leonard gehörten eine Tankstelle und ein Kino, wodurch schon früh Baz' Liebe zum Film entstand. Seinen Spitznamen erhielt Luhrmann übrigens ebenfalls von seinem Vater, 1979 wurde der neue Vorname dann offiziell. Heute feiert der australische Regisseur seinen 55. Geburtstag. In den letzten Jahren machte Luhrmann vor allem durch die Romanadaption The Great Gatsby und mit der Netflix-Serie The Get Down von sich reden. Aus Anlass seines Geburtstages werfen wir aber einen Blick zurück auf die drei Filme, mit denen er zum Star-Regisseur aufstieg, seine Red-Curtain-Trilogie, bestehend aus Strictly Ballroom, William Shakespeares Romeo + Julia und Moulin Rouge.

Rebellische Tanzeinlagen in Strictly Ballroom
Baz Luhrmanns erste Regiearbeit, Strictly Ballroom, eröffnete auch gleichermaßen seine unter dem Namen Red-Curtain-Trilogy bekannte Filmreihe. Im Zentrum des 1992 erschienenen Tanzfilms steht der junge Turniertänzer Scott Hastings (Paul Mercurio), der sich gegen die strikten Regeln des sogenannten Ballroom Dance stellt und seinen persönlichen Tanzstil mit einbringt.

Ohne eine Liebesgeschichte wäre Strictly Ballroom aber wohl kein typischer Baz Luhrmann, weshalb Scott in seinem Vorhaben von der Außenseiterin Fran (Tara Morice) unterstützt wird. Die beiden verlieben sich und kämpfen, allen Widrigkeiten zum Trotz, für die individuelle Entfaltung des Einzelnen, wobei der Film überwiegend durch Tanzszenen erzählt wird. Abgerundet wird das Ganze durch Luhrmanns typischen visuellen Stil, der sich hier durch glitzernde Kostüme, grelle Farben und schillerndes Licht auf dem Tanzboden auszeichnet, wenn Scott und Fran am Ende des Films beim Tanzwettbewerb ihre einzigartigen Bewegungen zum Besten geben, und nicht einmal die ausgestöpselte Musik sie aufhalten kann.

Mit Sicherheit ist Strictly Ballroom der am wenigsten bekannte Film von Baz Luhrmann. Schon 1984 hatte der Regisseur die Idee zu ihm und schrieb ein Bühnenstück, das er später in ein Drehbuch umwandelte. Für den Film besetzte Luhrmann hauptsächlich australische Schauspieler, die relativ unbekannt waren. Trotzdem zählt der Strictly Ballroom heute zu den erfolgreichsten australischen Filmen und ebnete den Weg für Baz Luhrmanns internationale Karriere.

Unsterbliche Liebe in William Shakespeares Romeo + Julia
Für seine zweite Regiearbeit, den vier Jahre später erschienenen William Shakespeares Romeo + Julia, wandte sich Baz Luhrmann bereits an bekanntere Schauspieler. Der aufstrebende Leonardo DiCaprio, der drei Jahre zuvor für seine Leistung in Gilbert Grape auf der Liste der Oscarnominierten stand und später mit Titanic zum Weltstar wurde, gab den Romeo. Auch Claire Danes, die Julia darstellte, hatte sich schon durch die Hauptrolle in der Serie Willkommen im Leben einen Namen gemacht. Luhrmanns Romeo + Julia spielte fast doppelt so viel ein wie Strictly Ballroom und ist bis heute wohl eine der gelungensten modernen Shakespeare-Adaptionen.

Wird Strictly Ballroom noch mittels dem Tanz erzählt, bedient sich Baz Luhrmann bei William Shakespeares Romeo + Julia der Poesie. Obwohl er die tragische Liebesgeschichte von Julia und ihrem Romeo in die Neuzeit versetzt, behält er den ursprünglichen Erzählstil von William Shakespeare bei. Bei den Kostümen und dem Setting bleibt Luhrmann seinem visuellen Stil aber treu, indem er die Montagues in bunte Hawaiihemden stopft und aus einem Maskenball eine ausgelassene Party mit moderner Musik und Drogenexzessen kreiert. Romeo und Julia verlieben sich in diesem farbenfrohen Verona und stellen sich, wie so viele Figuren in den Filmen des Australiers, für ihre Liebe gegen alle schlechten Chancen, auch wenn sie am Ende dafür ihr Leben lassen müssen.

Der Vorhang fällt mit Moulin Rouge
Mit Moulin Rouge konnte Baz Luhrmann seine Red-Curtain-Trilogie 2001 mit einem Knall abschließen. Für das Musical gewann er die Stars Nicole Kidman und Ewan McGregor und verprasste ein Budget von 52 Millionen Dollar für das aufwendige Setting und alles, was dazugehörte. Der Film wurde in acht Kategorien für den Oscar nominiert, darunter auch als Bester Film. Für Kostüme und Set-Design nahm das Musical die Trophäen schließlich mit nach Hause, und Baz Luhrmann etablierte sich als erfolgreicher und anerkannter Regisseur von Hollywood-Filmen.

Auch Moulin Rouge bedient sich einer bestimmten Erzählart, die sich wie ein roter Faden durch den Film zieht: der Musik. Das Musical wartet nicht nur mit einem Medley der bekanntesten Liebeslieder, sondern auch mit dem Nirvana-Klassiker Smells Like Teen Spirit, Roxeanne von The Police und schließlich dem extra für den Film geschriebenen Liebessong Come What May auf. Dazu kommen die bunten Kostüme, die größtenteils an die Zeit im Paris um 1900 erinnern. Poet Christian (Ewan McGregor) verliebt sich in die Kurtisane Satine (Nicole Kidman). Obwohl ihre Liebe keinerlei Chance hat, da Satine eigentlich dem Duke versprochen ist und zusätzlich an Tuberkulose leidet, entscheiden sie sich füreinander, wenn der Vorhang fällt.

Tanz, Poesie und Musik
Nicht umsonst rahmte Baz Luhrmann diese drei Filme in einer Trilogie ein. Auch wenn die Dramen inhaltlich nichts miteinander zu tun haben, folgen sie doch alle einer speziellen Machart. Jedes von ihnen wird mittels eines bestimmten Themas erzählt. In Strictly Ballroom ist es der Tanz, in Romeo + Julia die Sprache und Poesie, in Moulin Rouge die Songs. Zusätzlich verbindet natürlich die Liebe alle Filme, und der Fakt, dass die Paare darin alles tun, um für die Liebe zu kämpfen. Nach seiner Red-Curtain-Trilogie brachte Baz Luhrmann die Hollywood-Melodramen Australia und The Great Gatsby auf die Leinwand und widmete sich der Serie The Get Down beim Streaming-Anbieter Netflix. Wir freuen uns auf seine nächsten Arbeiten, die hoffentlich genauso bunt werden wie die Filme seiner Red-Curtain-Trilogie. Mit diesem Rückblick wünschen wir Baz Luhrmann auf jeden Fall alles Gute zu seinem 55. Geburtstag!

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