Die Unglaublichen 2 im Kino

Brad Bird und seine große Liebe zum Film

Brad Bird
© Pixar
Brad Bird
26.09.2018 - 10:00 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Lange mussten wir uns gedulden, doch endlich ist der deutsche Kinostart von Die Unglaublichen 2 in greifbarer Nähe. Grund genug, einen Blick auf Brad Bird, den Mann hinter dem Projekt, zu werfen.

Wow, ich fühle mich dieser Tage alt. Es sind tatsächlich 14 Jahre vergangen, seit der erste Die Unglaublichen in unseren Kinos für Furore sorgte und mein Herz eroberte. Als Fan von Superhelden-Geschichten traf der Film bei mir sofort einen Nerv. Doch heute soll es nicht um den Film und das am 27.09.2018 startende Sequel Die Unglaublichen 2 gehen, sondern um jenen Mann, der diese fantastische Welt zum Leben erweckt: Brad Bird.

Animationsfilme sind Brad Birds Leidenschaft seit Kindertagen

Heute gehört Brad Bird zu den renommiertesten Regisseuren im Animationsfilm-Bereich, nicht zuletzt seine beiden Oscar prämierten Filme Die Unglaublichen und Ratatouille belegen dies. Dabei begann auch Bird einmal ganz klein, genauer als Amateurfilmer, und bereits in jungen Jahren übten Cartoons eine ungeheure Faszination auf ihn aus, zogen ihn mit ihren magischen Welten in ihren Bann. Mit gerade einmal 14 Jahren fasste er sich ein Herz und schickte einen eigens angefertigten Animationsfilm an die Walt Disney Studios. Die Profis im sonnigen Los Angeles waren sehr angetan von der Arbeit ihres jungen Fans und luden Brad Bird zu sich ein, sollte er sich je in die Stadt der Engel verirren.

Cap und Capper

Gesagt getan: Einige Zeit später sollte Brad Bird tatsächlich durch Disneys heilige Hallen wandeln und von professionellen Animatoren lernen. Sogar Animationsfilm-Legende Milt Kahl, welcher bereits an Klassikern wie Bambi arbeitete, nahm sich Zeit für Bird. Von Kahl lernte er, niemals faul zu sein, sondern sich stets mit vollem Herzblut einer Sache zu verschreiben. Wie wir heute sagen können, sollte dieser Ratschlag Früchte tragen, schließlich machte Bird später seine Leidenschaft zu seinem Beruf und sein Weg sollte ihn sogar wieder zurück zu Disney führen. Als Animator arbeitete Bird unter anderem an der bewegenden Geschichte von Cap und Capper. Doch seine Zeit beim Mäuse-Konzern hatte ein Ablaufdatum.

Brad Birds Weg von Disney weg zu Disney hin

Brad Bird hielt mit seiner Meinung nicht hinterm Berg, weshalb er mehrfach mit seinen Vorgesetzten bei Disney aneinander geriet, was letztendlich in seiner Kündigung resultieren sollte. Anschließend zog es Bird in den TV-Sektor, wo er unter anderem an Die Simpsons und auch dem Nickelodeon-Cartoon Rugrats arbeitete. 1999 folgte schließlich seine erste Arbeit als Regisseur: Der Gigant aus dem All. Zwar war der Film ein finanzieller Flop, doch dafür fielen die Kritikerstimmen sehr positiv aus und heute genießt das Werk Kultstatus. Ein Jahr später heuerte Bird bei Pixar an, welches im Jahre 2006 ironischerweise von Disney aufgekauft wurde. Hier begann die erfolgreichste Zeit seiner Karriere mit den Arbeiten an Filmen wie Die Unglaublichen, Ratatouille und Oben.

Rémy in Ratatouille

Die Arbeiten an seinem Superhelden-Animationsfilm sollte Brad Bird übrigens in den Live-Action-Sektor führen, denn ein gewisser Tom Cruise ist ein ausgesprochener Fan von Die Unglaublichen. Er meinte zu Bird, sollte er jemals beabsichtigen, einen Mission: Impossible realisieren zu wollen, müsse er sich nur melden. 2011 startete Mission: Impossible 4: Phantom Protokoll in den Kinos und hauchte der Action-Reihe nicht nur neues Leben ein, sondern überzeugte darüber hinaus ebenfalls an den Kinokassen.

Brad Bird, der Perfektionist

All seine Werke, ganz gleich ob nun gezeichnet, animiert oder aus dem Live-Action-Bereich zeichnet dabei besonders eines aus: die Liebe fürs Detail. Diese macht sich speziell bei seinen Set Pieces bemerkbar, denen Bird stets besondere Aufmerksamkeit widmet. Hierbei geht es dem Filmemacher nicht um irgendwelche Schauwerte oder Spezialeffekte, sondern in erster Linie um die Charaktere. Den handelnden Figuren sollen wir uns verbunden fühlen, schreibt der Hollywood Reporter , und uns um sie sorgen, uns mit ihnen gemeinsam freuen und im Erreichen dieses Ziels ist Brad Bird wahrlich ein Meister seines Fachs.

Ethan Hunt

Egal ob nun die kleine Feinschmecker-Ratte Rémy, die unglaubliche Familie Parr oder MIF-Agent Ethan Hunt - Bird hat ein Händchen dafür, dass wir Zuschauer mit den Protagonisten seiner Filme mitfiebern. Exemplarisch sei hier Tom Cruises waghalsige Kletteraktion am Burj Khalifa in Dubai in Mission: Impossible 4 erwähnt. Während sich im Hintergrund eine gewaltige Wand aus Sand aufbaut und immer näher auf unseren Protagonisten zurast, versucht Ethan verzweifelt, sich in Sicherheit zu bringen - und dann versagt auch noch die Technik in seinen Handschuhen. Hinzu kommt ein gelungener Einsatz der neuen Charaktere, etwa Simon Peggs Benji Dunn, der eine gute Prise schwarzen Humor in die Szene einbringt.

Brad Bird, Cineast mit Leib und Seele

Seine Liebe zum Film entwickelte sich, wie eingangs erwähnt, schon in jungen Jahren. Auf die Frage  eines von Brad Birds Zukunftsplänen wenig angetanen Lehrers, was er tun würde, wenn es keine Filme geben würde, entgegnete der spätere Oscar-Gewinner: "Dann müsste ich sie erfinden." Wie wir heute wissen, sollten Birds Träume in Erfüllung gehen und seine Art des Geschichtenerzählens in Filmen begeistert Millionen Menschen auf der ganzen Welt.

Jack-Jack

Mit seinem neuen Werk Die Unglaublichen 2 beweist Brad Bird, wenn man den bisherigen Reaktionen auf das Sequel sowie den beeindruckenden Box Office-Zahlen Glauben schenken darf, dass er nichts von seinem feinen Händchen verloren hat. Zudem zeigt er einmal mehr, dass es nicht auf bildgewaltige Action oder kostspielige Extras ankommt, sondern auf die Charaktere, denn diese sind die wahren Spezialeffekte.

Werdet ihr euch Die Unglaublichen 2 ansehen?

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