Christopher Nolan hat für seine Batman-Filme die James Bond-Reihe geplündert

The Dark Knight
© Warner Bros.
The Dark Knight

Bevor die Avengers die internationalen Kinokassen stürmten, hinterließ ein bis dato vergleichsweise unbekannter Regisseur seine Spuren im Superhelden-Kino: Christopher Nolan, der zuvor vor allem mit seinen Thrillern Memento und Insomnia auf sich aufmerksam machte und heutzutage mit zum Teil euphorisch gefeierten Großproduktionen wie Inception, Interstellar und zuletzt Dunkirk auf der großen Leinwand vertreten ist. Sein bestechender Ruf als "intelligenter Blockbuster-Regisseur" gründet nicht zuletzt auf seiner zwischen 2005 und 2012 erschienen Batman-Trilogie.

Im Rahmen des laufenden Filmfestivals von Cannes kam Christopher Nolan während einer Gesprächsrunde zu Stanley Kubricks Weltraum-Opus 2001: Odyssee im Weltraum auf seine drei Batman-Werke Batman Begins, The Dark Knight und The Dark Knight Rises und somit auch auf die Figur des von Christian Bale gespielten Dunklen Ritters aka Bruce Wayne zu sprechen, wie Indiewire berichtet. Erfahrt außerdem, was James Bond mit der Reihe gemein hat und für was die Schurken in den drei Filmen laut des Filmemachers stehen.

Batman "ist einfach jemand, der eine Menge Liegestütze macht."

Insbesondere die menschliche, geerdete Seite der DC-Ikone Batman habe ihn angezogen, wie Christopher Nolan seine Ausführungen begann:

Bruce Wayne hat keinerlei Superkräfte außer außergewöhnlichen Reichtum. Aber wirklich, er ist einfach jemand, der eine Menge Liegestütze macht. In dieser Hinsicht ist er sehr beziehbar und menschlich. Ich denke, dass ich mich daher von Batman angezogen fühlte, denn diese Geschichten sind opernhaft und verlockend in ihrer überlebensgroßen Natur.

Dieser Larger-Than-Life-Aspekt würde allerdings nicht zu einer Entfremdung vom menschlichen Naturell führen, wie Christopher Nolan im Folgenden noch einmal deutlich machte. Denn die Geschichten um Batman "basieren auf sehr beziehbaren, menschlichen Wesen und es gibt eine faszinierende, sehr ursprüngliche Figur in ihrem Herzen."

Christopher Nolan über James Bond-Einflüsse und die Widersacher Batmans

Der Regisseur, der immer wieder mit der Inszenierung eines zukünftigten James Bond-Films in Verbindung gebracht wird und sich die Möglichkeit für einen späteren Zeitpunkt offenhält, kam im Folgenden auf die Einflüsse des langlebigen Agenten-Franchises auf seine Batman-Reihe zu sprechen. "Wir plünderten gnadenlos die James Bond-Filme für bestimmte Aspekte", erklärte Christopher Nolan. So sei der von Morgan Freeman verkörperte Erfinder Lucius Fox (Morgan Freeman) dem Tüftler Q ähnlich. Allerdings: "Aber ich denke, falls ich meine Version von James Bond mache, ist Inception weitaus schuldiger daran als The Dark Knight."

Christopher Nolans Batman sieht sich in allen drei Filmen kernigen Antagonisten gegenüber. Diese definierten seiner Ansicht nach das Genre der Filme. Da der Brite zu jener Zeit keine Sequels im Kopf hatte, sei die mythische Ursprungsgeschichte Batman Begins als alleinstehender Film entworfen worden, in dem sich der Mentor Ra’s al Ghul (Liam Neeson) zum Feind wandelt. Der drei Jahre später anno 2008 erschienene The Dark Knight mit Heath Ledgers berühmter Joker-Darstellung sei "ein Kriminaldrama vom gleichen Schlag eines Michael Mann-Films wie Heat. Der Joker war also der ideale Widersacher, ein Terrorist, ein freigelassener Agent des Chaos." Unterdessen habe man sich für The Dark Knight Rises mit Tom Hardy als Gegenspieler für "das Reich des historischen Epos, den Kriegsfilm, mit Bane als einen militärischen Gegner" ausgesucht.

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