Christopher Nolan & Steven Spielberg wettern gegen Samsungs LED-Kino-Fernseher

25.04.2018 - 15:00 UhrVor 2 Jahren aktualisiert
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Christopher Nolan und Steven Spielberg
© Warner Bros.
Christopher Nolan und Steven Spielberg
In dieser Woche stellte Samsung in den USA einen LED-Screen vor, der die klassische Kinoleinwand ersetzen soll. Einige namhafte Regisseure halten davon nicht besonders viel.

Das Kino steht möglicherweise vor seiner nächsten Revolution und die wird von dem koreanischen Konzern Samsung vorangetrieben. In dieser Woche nämlich präsentierte der Hersteller im US-amerikanischen Kalifornien den ersten Cinema-LED-Screen, welcher der traditionellen Kinoleinwand demnächst vielleicht den Rang abläuft und auch Projektoren überflüssig macht. Das Gerät könnt ihr euch wie einen gigantischen Fernsehbildschirm vorstellen, der seinen Weg in den Kinosaal gefunden hat. Der Screen ist nicht nur in der Lage, echtes Schwarz abzubilden, sondern begeisterte bei der Vorführung auch durch seine Darstellung farblicher Details.

In der Filmbranche regt sich Widerstand

Doch stößt die neueste technische Errungenschaft nicht bei allen Filmschaffenden auf Wohlwollen. So berichtete nun John Fithian - seines Zeichens Chef des Nationalverbandes der Kinobesitzer in den USA - im Rahmen der CinemaCon in Las Vegas, dass der Bildschirm von der Filmindustrie gemischt aufgenommen werde. Laut einem Artikel des Hollywood Reporter  halten viele Studios den Screen für "die beste Erfindung seit geschnittenem Brot", aber es gebe auch gewichtige Gegenstimmen. Hierzu zählen insbesondere etablierte Regisseure wie Christopher Nolan (Interstellar) und Steven Spielberg (Ready Player One). Konkret sagte Fithian:

Einige erfahrene Regisseure, darunter Steven Spielberg, Christopher Nolan und Michael Apted, haben es einfach auf uns abgesehen. [...] Stimmen von allen Seiten brechen über uns herein.

Christopher Nolan und Steven Spielberg gelten wie auch Quentin Tarantino oder Paul Thomas Anderson als Traditionalisten des Kinos und stehen der digitalen Revolution skeptisch gegenüber. Nolans Kriegsepos Dunkirk wurde beispielsweise auf 65mm-Kodak-Negativ gefilmt. Spielberg äußerte bereits 2010 in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung , die keimfreie digitale Kinowelt sei für ihn "zu perfekt". Umso mehr sind dem Regisseur die offenbar noch gestocheneren Bilder auf Samsungs neuem Bildschirm ein Dorn im Auge.

Dunkirk von Christopher Nolan

Wie John Fithian selbst einräumt, müsse der LED-Screen für das Publikum mehr sein als nur ein großer Fernseher, der in einem Zuschauerraum platziert wird. Schließlich wird Kino seit jeher mit dem Zusammenspiel von einem Projektor und der klassischen Leinwand in Verbindung gebracht. Durch Samsungs bahnbrechendes Gerät hingegen verschwimmen die Grenzen zwischen Kino und Heimkino mehr denn je.

Teilt ihr die Meinung von Steven Spielberg und Christopher Nolan über Samsungs Cinema-LED-Screen?

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