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A World Beyond heute im TV - Darauf basiert Disneys Zukunftsvision

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© Disney
A World Beyond
08.04.2018 - 12:40 Uhr
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Wie die Pirates of the Caribbean-Filme und Die Geistervilla ist auch A World Beyond, im Original Tomorrowland, von Disneys Freizeitparks inspiriert. Worum es sich bei dem echten Tomorrowland handelt, erfahrt ihr hier.

Update: Diesen Artikel vom 23.05.2015 haben wir anlässlich der TV-Ausstrahlung von A World Beyond für euch aktualisiert. Der Film läuft heute um 20.15 Uhr bei RTL in der Free-TV-Premiere.

Heute Abend könnt ihr A World Beyond, im Original Tomorrowland, mit George Clooney als Ex-Wunderkind und verbittertem Erfinder, erstmals im deutschen Free-TV sehen. Zusammen mit Britt Robertson sucht Clooney darin das mysteriöse titelgebende Morgen-Land auf. Wie schon die Fluch der Karibik-Reihe mit Johnny Depp und Die Geistervilla mit Eddie Murphy, entstammt auch die Idee für Tomorrowland den Disney-Freizeitparks. Doch was ist eigentlich dieses Tomorrowland?

Disneys Fortschrittsoptimismus

Keimzelle des ersten Tomorrowlands im kalifornischen Disneyland war Walt Disneys Fortschrittsoptimismus. Dass er ein Faible für moderne Technik hatte, zeigte sich bereits in seinen Zeichentrickfilmen, die stets neue Entwicklungen wie die Multiplan-Kamera (Pinocchio) oder Mehrkanalton (Fantasia) verwendeten. Zudem arbeitete Disney bis zu seinem Tode an Plänen für eine leibhaftige Modellstadt der Zukunft, EPCOT genannt.

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Auch der seit Ende der 1940er-Jahre geplante Vergnügungspark Disneyland verfügte bei seiner Eröffnung 1955 neben den Bereichen Main Street USA, Adventureland, Frontierland und Fantasyland schließlich über ein Tomorrowland, das seinen Besuchern die Welt der Zukunft nahebringen sollte. In Disneys Worten (via Wikipedia ):

Das Morgen kann ein wundervolles Zeitalter sein. Heute öffnen unsere Wissenschaftler die Türen des Weltraumzeitalters für Errungenschaften, die unseren Kindern und zukünftigen Generationen zugutekommen werden. Die Tomorrowland-Attraktionen wurden gestaltet, um Ihnen eine Möglichkeit zu geben, an Abenteuern teilzunehmen, die eine lebendige Blaupause für unsere Zukunft sind.

Die Anfänge

Zunächst war es das einstmals ferne Jahr 1986, dessen technische Wunder gezeigt werden sollten. Aufgrund von Geldknappheit wurden viele der Attraktionen im Tomorrowland aber von Firmen gesponsert und stellten vor allem diese in ein positives Licht. Das gefiel Disney zwar nicht, erlaubte aber in gewisser Weise auch einen prophetischen Blick in die Zukunft. Herzstück und weithin sichtbares Wahrzeichen des Ganzen war eine riesige Mondrakete, der TWA Moonliner. Am Fuße des 23 Meter hohen Flugkörpers befanden sich zwei Säle, die mit Rocket to the Moon einen simulierten Flug zum Mond boten, 1955 ein wahrhaft utopischer Gedanke. Schon beim Moonliner zeigte sich die enge Verbindung des Tomorrowlands mit der Industrie, wurde er doch von der Trans World Airlines des Milliardärs Howard Hughes gesponsert.

Zahlreiche der Tomorrowland-Attraktionen wurden noch deutlicher von Firmen dazu genutzt, sich in Szene zu setzen: So präsentierte der heutige Saatgut- und Unkrautbekämpfungsmittel-Riese Monsanto die Monsanto Hall of Chemistry, in der Besuchern die Grundlagen der modernen Chemie vorgestellt wurden. Zudem gab es Circarama, ein Kino mit zahlreichen Leinwänden, die einen Rundumblick auf den Film A Tour of the West gestatteten; eine Raumstation, von der aus Besucher auf die USA hinabblicken konnten; sowie einen Ausblick auf das noch in Planung befindliche Fernstraßennetz der USA.

Neubeginn

Da allerdings nichts so schnell altert wie die Zukunft, musste sich auch das Tomorrowland stets neu erfinden. Noch 1955 wurden weitere (gesponserte) Attraktionen eröffnet, auch in den folgenden Jahren kamen neue hinzu, während andere geschlossen wurden. 1957 präsentierte das Monsanto House of the Future Bildtelefone, Fernbedienungen und Mikrowellen, die damals allesamt geradewegs einem Science-Fiction-Film entsprungen zu sein scheinen. Mit einer Einschienenbahn, einer U-Boot-Reise und den Matterhorn-Achterbahnen kamen dann 1959 drei spektakuläre Attraktionen hinzu. Besonders die Einschienenbahn, die erste im täglichen Betrieb in der westlichen Hemisphäre, dürfte nach wie vor eines der Symbole für Zukunftstechnologie schlechthin sein.

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1967 eröffnete gar ein ganz neues Tomorrowland anstelle des alten: Das Carousel of Progress (unterstützt von General Electric) zeigte eine animatronische Familie zu vier Zeitpunkten des 20. Jahrhunderts, um den technischen Fortschritt zu verdeutlichen; in Adventure Thru Inner Space (abermals präsentiert von Monsanto) wurden Besucher scheinbar auf subatomare Größe geschrumpft; die PeopleMover-Hochbahn fuhr sie schließlich dank Reifenhersteller Goodyear einmal durchs Tomorrowland. Animatronisch war auch die Revue America Sings mit über 100 musizierenden mechanischen Tieren ab 1974, außerdem ging es statt zum Mond nun zum Mars. Später fand sich auch die Hallen-Achterbahn Space Mountain in Disneyland, nachdem sie zuvor schon im Ableger Disneyworld eröffnet wurde.

Zukunft und Popkultur

Auch eine Film-Anbindung gab es schon vor über 30 Jahren, denn 1986 hielten schließlich Zukunftsvisionen der Unterhaltungsindustrie Einzug ins Tomorrowland: Michael Jackson erlebte als Captain EO im gleichnamigen 4D-Kurzfilm ein Weltraumabenteuer inklusive zahlreicher physischer Effekte im Zuschauerbereich. Von Francis Ford Coppola inszeniert, war das 17-minütige Musikvideo mit über einer Million US-Dollar pro Minute relativ gesehen die bis dahin teuerste Produktion der Filmgeschichte.

Star Tours, die erste Zusammenarbeit von Disney und Lucasfilm, nahm die Besucher wiederum mit auf eine Reise zum Waldmond Endor aus Die Rückkehr der Jedi-Ritter, auf der natürlich so einiges schief ging. Dank eines hydraulisch bewegbaren Zuschauerraums wurden die Passagiere im Laufe der Vorstellung kräftig durchgerüttelt und erlebten einen Fast-Absturz, ein Kometenfeld und eine Begegnung mit einem Sternenzerstörer am eigenen Leib.

Natürlich war auch danach nicht Schluss mit Veränderungen, aber in der folgenden Zeit wurden zumeist bestehende Attraktionen überholt, statt gänzlich neue zu errichten: So bekam die U-Bootfahrt ein Findet Nemo-Thema, aus Star Tours wurde Star Tours - The Adventures Continue, wo die Zuschauer ein zufällig zusammengestelltes Abenteuer erwartet. Auch die seit den 1980er-Jahren rund um die Welt eröffneten Disneyland-Ableger bekamen ihre eigenen Tomorrowlands spendiert, und nun hat es die Zukunftsvision sogar ins Kino geschafft. Wer noch mehr über das echte Tomorrowland wissen will, findet bei Yesterland  jede Menge Informationen über seine vergangenen Attraktionen.

Wart ihr schon mal in Disneys Tomorrowland?

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