Der Lehrer - Darum läuft die Comedyserie bei RTL so gut

Hendrik Duryn und Jessica Ginkel in Der Lehrer.
© RTL/Frank Dicks
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Das neue Jahr ist gerade mal eine Woche alt, und schon gibt es einen heißen Kandidaten für den Gewinner des Jahres. Die RTL-Serie Der Lehrer startete Anfang Januar in die 6. Staffel und brach gleich einen Rekord. 1,8 Millionen Zuschauer der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen schalteten zur Staffelpremiere ein, was einem Marktanteil von 18,7 Prozent und dem besten Startwert der RTL-Produktion entspricht.

Die Quoten sind ein weiteres Indiz dafür, dass der Kölner Privatsender momentan ein glückliches Händchen bei seinen TV-Serien hat. Laut DWDL war Der Lehrer die erfolgreichste Serie des vergangenen Jahres (2 Millionen Zuschauer in der werberelevanten Zielgruppe) – vor der nächsten RTL-Produktion Magda macht das schon! (1,8) und der Erfolgsserie The Big Bang Theory (1,7).

Der Lehrer scheint also angekommen in der deutschen TV-Landschaft. Dabei ist er das eigentlich schon lange, musste aber immer wieder mit der RTL-Chefetage und etlichen Vorurteilen kämpfen. Denn genau genommen, befindet sich Der Lehrer bereits in seinem dritten Anlauf um die Gunst des Publikums.

Bereits 2007 produzierte RTL die Serie, damals noch im Sitcom-Format in neun 25-minütigen Episoden. Hendrik Duryn verkörperte hier den etwas anderen Lehrer Stefan Vollmer, der mit seinem Charme und seiner sympathischen Art und Weise nicht nur die Schüler für sich gewann. Für RTL aber war das Potenzial von Der Lehrer offenbar nicht groß genug. Denn die 1. Staffel verschwand zunächst in der Mottenkiste.

Erst 2009 entschied sich RTL für eine Ausstrahlung und landete damit einen großen Erfolg. Beim Deutschen Fernsehpreis gewann Der Lehrer in der Kategorie Beste Serie und wurde beim Deutschen Comedypreis in der Kategorie Beste Comedyserie nominiert. Durchschnittlich sahen 1,75 Millionen Menschen aus der werberelevanten Zielgruppe die Serie, was einem Marktanteil von 15,9 Prozent entspricht.

Der Erfolg von Der Lehrer schien RTL allerdings nicht überzeugt zu haben. Anders lässt es sich kaum erklären, dass der Sender weitere vier Jahre ins Land gehen ließ, ehe eine 2. Staffel produziert wurde. Im Dezember 2013 begann RTL mit der Ausstrahlung der acht Episoden, die durchschnittlich 1,66 Millionen Menschen der werberelevanten Zielgruppe (13,9 Prozent) sahen. Neu in der Besetzung war Jessica Ginkel als Lehrerin Karin Noske.

Von da an ging es erfolgreich weiter für Der Lehrer. Stetig steigende Marktanteile von 15 Prozent für die 3. Staffel bis 21,4 Prozent für die 5. Staffel deuten darauf hin, dass RTL mit seiner Dramedy einen Nerv beim deutschen Publikum getroffen hat.

Doch was ist das Erfolgsrezept von Der Lehrer? Messbar ist das Ganze freilich nur schwer. Trotzdem lassen sich einige Aspekte ausmachen.

Die Serie greift ein Thema auf, mit dem sich wohl fast Jeder identifizieren kann. Wir alle sind zur Schule gegangen und haben die in Der Lehrer dargestellten Situationen in irgendeiner Form sicherlich schon einmal erlebt. Schule war und ist immer Gesprächsstoff. Wenn wir in lockerer Runde zusammensitzen, unterhalten wir uns mit alten Schulfreunden über die berühmte Klassenfahrt, den unfassbar inkompetenten Lehrer, den etwas anderen Schüler oder das eine Mal auf der Schultoilette...

Dabei erfindet Der Lehrer das Rad nicht neu. Schließlich ist Schule ein beliebtes Thema in der Fernsehgeschichte. In Deutschland machte Die Lümmel von der ersten Bank mit sieben Filmen zwischen 1967 und 1972 den Anfang. Die ZDF-Serie Unser Lehrer Dr. Specht mit Robert Atzorn lief zwischen 1991 und 1999 und die Kassenschlager Fack ju Göhte 1 bis 3 mit Elyas M'Barek als sympathischen, etwas anderen Lehrer, greifen die Thematik auf.

Neu ist bei Der Lehrer vielmehr, dass die altbekannten Probleme und Ereignisse in der Schule an das aktuelle Zeitgeschehen gekoppelt sind. Es geht um Gleichberechtigung, Mobbing, Homosexualität, Drogenmissbrauch, Elternprobleme und vieles mehr, mit dem sich der ein oder andere identifizieren kann. Dabei handeln Stefan Vollmer und Karin Noske stets lösungsorientiert. Pro Episode wird meist ein Problem abgehandelt, im Hintergrund entwickelt sich der zugrundeliegende Plot.

Der sympathische Lehrer oder die sympathische Lehrerin, die für alles eine Lösung haben und die wir uns zu Schulzeiten immer irgendwie gewünscht haben, ist ein weiteres Motiv von Der Lehrer. Der nette Pauker, der 24 Stunden für seine Schüler zur Verfügung steht, sich für sie einsetzt, sie versteht. Wäre das nicht schön gewesen? Duryn als Stefan Vollmer, Ginkel als Karin Noske, M’Barek als Zeki Müller oder auch Robin Williams als John Keating in Der Club der toten Dichter sprechen die Wünsche an, die uns als ältere Generation (vermutlich) in der Schulzeit verwehrt blieben und die die heutige Schülergeneration wohl auch hat.

Die aktuelle laufende 6. Staffel von Der Lehrer bedient sich der genannten Aspekte und scheint damit weiterhin erfolgreich zu sein. Am 11.01.2018 geht es mit der 2. Folge weiter. Dann muss sich Der Lehrer auch gegen starke Konkurrenz behaupten. Zuletzt feierte ProSieben mit Young Sheldon den nach eigener Aussage besten Serienstart in diesem Jahrtausend.

Was ist für euch das Erfolgsrezept von Der Lehrer?

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