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TV-Kritik

Epochendrama ohne Zimperlichkeiten

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25.03.2010 - 07:00 Uhr
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Dr. Hope
© ZDF
Dr. Hope
Mit dem Aufkommen des 20. Jahrhunderts, den ersten Automobilen und dem Streit mit den garstigen Hebammen geriet der zweite Teil des Ärzte-Biopics Dr. Hope besser als sein Vorgänger.

Mit dem Aufkommen des 20. Jahrhunderts, den ersten Automobilen und dem Streit mit den garstigen Hebammen wurde auch Dr. Hope – Eine Frau gibt nicht auf nur wenig spannender. Heike Makatsch spielte weiterhin souverän ihre Rolle der ehrgeizigen Ärztin, konnte allerdings leider das ausufernde Drehbuch und die abgehackte Inszenierung auch nicht vor der Belanglosigkeit retten.

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Die Sozialdemokratie im deutschen Kaiserreich, eine große Liebe und der Ehrgeiz der ersten deutschen Ärztin Dr. Hope bildeten im zweiten Teil des Biopics Dr. Hope – Eine Frau gibt nicht auf die Grundthemen, mit denen sich die Macher leider übernahmen. In nur 90 Minuten wurden ganze Jahrzehnte im Leben einer Frau erzählt, die zu einer besonders spannenden Zeit in der deutschen Geschichte lebte. Mit dem Aufkommen der Industriegesellschaft und der verschiedenen Parteien war noch lange nicht sicher gestellt, dass auch Frauen die gleichen Rechte wie die Männer erhalten würden. Das ständige Aufbegehren der Ärztin Hope Bridges-Lehmann, wie sie in zweiter Heirat hieß, stellt sicherlich im Rückblick einen ernstzunehmenden Faktor im Kampf der Frauensache dar. Doch leider verflachte die Figur dadurch, dass ihr der Rahmen genommen wurde, um mehr aus ihr zu machen als nur eine engagierte Ärztin. Makatsch wirkte leider entgegen ihrem Talent wie die Viva-Moderatorin, die man in einen Historienfilm hineinpurzeln ließ.

Die Nebenhandlung der rebellischen Sozialdemokratie verlief so leider auch zu schnell im Sande, was gerade deshalb so schade erschien, da Inka Friedrich eine exzellente deutsche Schauspielerin ist. Auch der Charakter des Dr. Lehmanns (Martin Feifel) beschränkte sich abgesehen von einer Parteirede auf die des verliebten Ehemannes. Justus von Dohnányi, der den Exmann gab, durfte gar nur zwei kurze Momente ins Bild rücken. Die Überfrachtung der Story mit Nebenfiguren und Nebenhandlunloren ging.

Dr. Hope stellte zwar ein Epochendrama ohne Zimperlichkeiten dar, scheiterte letzlich jedoch daran, dass der Film zu viel zeigen wollte.

Und was meint: Konnte euch der zweite Teil von Dr. Hope – Eine Frau gibt nicht auf überzeugen?

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