Nerviger war Iron Man nie: Großer Marvel-Film wäre ohne den MCU-Vater besser dran

Iron Man in Spider-Man: Homecoming
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Iron Man in Spider-Man: Homecoming
17.03.2021 - 12:15 UhrVor 9 Monaten aktualisiert
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Spider-Man: Homecoming erzählt ein kurzweiliges MCU-Abenteuer. Ein Element stört jedoch gewaltig in dem Marvel-Blockbuster: Robert Downey Jr.s Iron Man.

Der extrem unterhaltsame Spider-Man: Homecoming ist der erste Spider-Man-Film, der offiziell Teil des Marvel Cinematic Universe ist. Nachdem Tom Holland als junger Peter Parker in Captain America: Civil War in den großen Superhelden-Kosmos eingeführt wurde, erlebt er hier sein erstes eigenes Kinoabenteuer - doch Moment, ganz so eigenständig ist dieses Abenteuer nicht.

Iron Man ist im MCU-Spider-Man ein Fremdkörper

Der von Robert Downey Jr. verkörperte Tony Stark taucht ebenfalls in Spider-Man: Homecoming auf. Als Iron Man ist er der Superheld, der das MCU vor über einer Dekade begründet hat. Anstatt den Staffelstab an die nächste Generation weiterzugeben, hält er diese an der kurzen Leine. In Spider-Man: Homecoming ist er ein unangenehmer, störender Fremdkörper.

Grundsätzlich ist die Integration von Iron Man nicht falsch: In der DNA eines jeden Spider-Man-Films sind erwachsene Bezugspersonen verankert. Sie fordern Peter Parker heraus, lassen ihn im Stich oder fungieren als heimliches Gewissen im Hintergrund. Onkel Ben, Norman Osborn, Doctor Octavius - die Liste ist lang. Warum also nicht auch Tony Stark in den Kreis der Menschen holen, die Spider-Mans Werdegang prägen?

Hier könnt ihr den Trailer zu Spider-Man: Homecoming schauen:

Spider-Man Homecoming - Trailer 2 (Deutsch) HD
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Gerade im Kontext des MCU ist das eine spannende Angelegenheit: Sonys Spider-Man wird nicht nur zum Gastspiel am Flughafen Leipzig/Halle ausgeliehen, sondern darf einen Teil des großen Universums zu sich nach Queens bringen. Das ist mehr Franchise-Hoheit, als jeder Marvel-Serie vor WandaVision jemals zugestanden wurde. Sprich: Iron Man besiegelt den Status von Spider-Man als vollwertiges MCU-Mitglied.

Iron Man schränkt Tom Hollands Spider-Man ein

Die Beziehung ist nicht einseitig. Sie geht in beide Richtungen. Wie so oft im MCU bleibt die Verbindung der einzelnen Filme aber weit hinter den Möglichkeiten zurück. Iron Mans Auftritt in Spider-Man: Homecoming ist eine ganz spezielle Art von Namedropping innerhalb des MCU: Zu viel für einen Cameo, zu wenig für ein ernstzunehmendes Cast-Mitglied - und absolut erstickend aufgrund der ausgestellten Popularität.

Der Name, das Kostüm, der Schauspieler: Sobald Robert Downey Jr. in der Iron Man-Rüstung durch die Gegend fliegt, zieht er sämtliche Aufmerksamkeit auf sich. Aus dem freundlichen, geradezu überschwänglichen MCU-Empfang wird ein unglückliches Abhängigkeitsverhältnis, das Tom Hollands Spidey einschränkt: Problemlos könnte dieser seinen eigenen Superhelden-Blockbuster stemmen.

Iron Man in Spider-Man: Homecoming

Immer wieder grätscht jedoch Iron Man dazwischen, ohne sich jemals organisch in Spider-Man: Homecoming einzufügen. Viel zu schematisch und zweckdienlich fallen seine Auftritte aus. Kaum nimmt der Film an Fahrt auf, schaltet sich Iron Man wie eine redundante Zwischensequenz in einem Videospiel dazwischen und liefert Exposition auf uneleganteste Art und Weise. Ein MCU-Link, der am besten gekappt worden wäre.

Spider-Man: Homecoming hat Iron Man gar nicht nötig

Iron Man stiehlt dadurch den wirklich interessanten erwachsenen Figuren wertvolle Screentime: Für jedes Tony Stark-Intermezzo muss Tante May (Marisa Tomei) kürzer treten. Ganz zu schweigen von Adrian Toomes aka Vulture (Michael Keaton): Als Bösewicht und Vaterfigur bringt dieser eine aufwühlende Dualität mit, die sehr geschickt die abgründigen und die unschuldigen Facetten des Coming-of-Age-Films vereint.

Geboren in den Trümmern, die das erste Avengers-Treffen hinterlassen hat, sucht Adrian Toomes seinen Platz in einer radikal veränderten Welt und schleicht sich bis in die Klassenräume von Peter Parker Highschool. Schlussendlich wird er jedoch nie so gefährlich, wie er sein könnte: Denn irgendwo lungert im Zweifelsfall ein Iron Man herum, der wie der Gott aus der Maschine kommt.

Ohne Iron Man wäre Spider-Man: Homecoming definitiv ein besserer Filme. Ziemlich witzig, kurzweilig und charmant ist Tom Hollands erster Spidey-Film trotzdem.

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