Heute läuft der beste Tatort für alle Tarantino-Fans

Ulrich Tukur in Tatort: Im Schmerz geboren
© HR/Philip Sichler
Ulrich Tukur in Tatort: Im Schmerz geboren

Heute Abend erwartet euch mit Im Schmerz geboren einer der ungewöhnlichsten, herausragenden und besten Tatorte der letzten Jahre. Bei seiner Erstausstrahlung im Jahr 2014 konnten es zahllose Zuschauer nicht fassen, dass es sich bei diesem Ausnahme-Film tatsächlich um einen Tatort handeln soll.

Im Schmerz geboren handelt von der Rückkehr eines alten Freundes und Kollegen von Kommisar Murot (Ulrich Tukur), gespielt von Ulrich Matthes. Der hat sich mittlerweile aber zum Supergangster gewandelt und ist auf Rache aus.

Wie Regisseur Florian Schwarz aus dieser Ausgangssituation einen einzigartigen Tatort formt, hat Jenny 2014 in ihrer Kritik beschreiben, von der ihr hier die wichtigsten Punkte lest. Sie machen klar, dass euch eine Mischung aus Tarantino, Shakespeare und noch einigem mehr erwartet.

Im Schmerz geboren ist nicht nur ein Fernsehfilm

Das Tatort-Label ist tatsächlich zu klein geraten für den neuen Film, bzw. Film, von Florian Schwarz (Tatort: Weil sie böse sind), den ich nach Erst- und Zweitsichtung am liebsten zusätzlich im Kino gesehen hätte.

Dieser Tatort bietet keine dröge Ermittlungsarbeit

Im Schmerz geboren - das verspricht Ehrgeiz, Blutbäder, Drama, Prätention, und von allem beinhaltet der neue Fall des tumorlosen Murots eine kräftige Dosis.

So etwas hätte man von der ARD nicht erwartet

[...] ein furioses Rachestück, in dem sich Pop- und Hochkultur zur Unterhaltung des Zuschauers überraschend harmonisch zu einem einzigartigen Stück Film vereinen, das - noch immer schwer zu glauben - auf Betreiben einer öffentlich-rechtlichen Anstalt produziert wurde.

Im Schmerz geboren punktet auch bei der Musik

Was anfängt wie ein 'Duell aus einem billigen Western' (aber ein guter!) entwickelt sich zu einer überlebensgroßen Tragödie. Das HR-Sinfonieorchester untermalt das Treiben der kleinen und großen Gauner mit einem himmlischen Tongewitter, als hätten wir es mit allmächtigen Göttern zu tun und nicht Ganoven, die ihr Firmenlogo auf die Kaffeetasse drucken.

Der Schurke überzeugt dank Ulrich Matthes auf ganzer Linie

Ohne Matthes' süffisante Art wären die theaterhaften Monologe wohl hölzern, das Genre-Getöse aufgesetzt und leer geraten. Aber wenn er als Prospero vor einer Bande Schläger steht, aus der Bibel zitiert und den roten Punkt eines Visiers aufs Herz des Gegenübers zaubert, vereint er in seiner Figur hochtrabende Tragödie und Pulp [...].

Auch die Kamera gibt alles

Entsprechend verspielt nehmen Regisseur und Kameramann Philipp Sichler das Drehbuch von Michael Proehl in Angriff, durchstreifen rasant die Räume, als hätten sie zu viele Dominik Graf-Filme gesehen (kann man zu viele Filme von Dominik Graf sehen?) oder frieren Ganoven und Kommissare im Moment des Sterbens oder Tötens ein.

Im Schmerz geboren läuft heute um 20:15 Uhr im BR.

Habt ihr Im Schmerz geboren schon gesehen und auch in euer Herz geschlossen?

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Hat (fast) alles, was er im Leben wirklich braucht, von Star Trek gelernt. Lässt sich am liebsten von Hitchcock thrillen und von alten Horrorfilmen gruseln.
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