Heute im TV: Diese 90 Sekunden machten mich zum Sci-Fi-Fan und ich schäme mich dafür

16.10.2026 - 07:00 Uhr
Das fünfte ElementTobis/Universum Film
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Heute läuft ein Sci-Fi-Fiebertraum und Kultfilm im TV, der mich in nur 90 Sekunden zum Fan des Genres machte. Damals war ich sieben Jahre alt. Und ein Waffennarr.

Das gefährlichste Waffenarsenal der Welt findet sich nicht in russischen oder amerikanischen Raketensilos, sondern in der Filmgeschichte. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass auf der Leinwand Menschen niedergemäht oder in die Luft gesprengt werden. Ich liebe Action, aber eigentlich ist das Massensterben im Kino absurd.

Kinder wachsen mit dem Anblick von tausenden Waffen auf und lernen damit Filme kennen. Ich weiß das, denn 90 Sekunden von Das fünfte Element haben mich vor 30 Jahren so umgehauen, dass ich Sci-Fi-Fan geworden bin. Heute läuft der Film um 20:15 Uhr auf ProSieben. Wiederholt wird er am 19.10. um 22:40 Uhr. Ihr könnt ihn außerdem auf Netflix streamen.

Sci-Fi-Kult Das fünfte Element im TV: Ich liebe diese Szene und schäme mich dafür

Das fünfte Element spielt im 22. Jahrhundert: Fliegende Autos durchkreuzen die Megastädte Amerikas, der Weltraum wurde bereits erobert. Und doch steht die Menschheit vor dem Aus: Ein riesiger, lebendiger Feuerball rast auf die Erde zu und droht alles Leben auszulöschen.

Dahinter steckt ein uraltes Böses, das alle 5000 Jahre wiederkehrt und mit dem skrupellosen Industriellen Zorg (Gary Oldman) einen Pakt geschlossen hat. Nur eine Waffe, bestehend aus fünf Elementen, kann die beiden aufhalten. Die Außerirdische Leeloo (Milla Jovovich) ist eines dieser Elemente – doch nach einem Überfall landet sie ausgerechnet im Taxi des abgehalfterten Ex-Soldaten Korben Dallas (Bruce Willis).

Schaut hier den Trailer zu Das fünfte Element:

Das fünfte Element - Trailer (Deutsch) HD
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Gemeinsam mit dem Kleriker Vito (Ian Holm) müssen die beiden versuchen, das Unheil abzuwenden und den skrupellosen Waffenhändler Zorg zu besiegen.

Meine erste Erinnerung an den Film und an Sci-Fi-Filme im Allgemeinen ist eine 90 Sekunden-Szene, in denen Zorg einer Alien-Söldnertruppe eine neue Waffe demonstriert.

In einem finsteren Tunnel beschießt der Bösewicht eine Polizistenattrappe, führt an ihr den Schnellfeuermodus, einen Speerwerfer, einen Flammenwerfer, einen Netzwerfer und eine Art Vereiser vor. "Ein Titan-Nachlader. Das 3000er Magazin feuert Salven von 3 bis 300 Schuss. Mit der Wiederholtaste, einer Zorg-Erfindung, geht es noch leichter." Es war ein Verkaufsgespräch, aber nicht nur für die Aliens, sondern auch für mich.

Schaut hier die Szene aus Das fünfte Element auf Englisch:

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Irgendwann zwischen der Power Rangers-Serie, den James Bond-Wiederholungen und den HÖRZU-Bildern von Krimiklamotten wie Miami Vice hatte ich angefangen, Waffen zu lieben. Egal ob Glock, Beretta, Maschinenpistolen von Heckler & Koch, M-16, Kalashnikov oder eine Panzerfaust, ich kannte die meisten Fabrikate mit Namen und verehrte sie als Zeichen der Macht.

Warum das so war, kann ich heute nur noch vermuten. Als Kind wird man mit Bildern bewaffneter Helden bombardiert und verbindet ihre Durchsetzungsfähigkeit mit den Waffen, die sie tragen: Dass Sylvester Stallone die Kriegsgefangen in Rambo II befreit, war für mich keine Folge starken Willens, sondern der kompetenten Nutzung seines Schnellfeuergewehrs.

Die 90 Sekunden ZF-1-Demonstration aus Das fünfte Element hatten für mich als Siebenjährigen genau diese Wirkung in extremis: Feuer, Eis, Netze, Kugeln, explodierende Pfeile, besser ging es nicht. Mit so einer Waffe ist man unbesiegbar! Meine Faszination für das Sci-Fi-Genre und seine Möglichkeiten war geboren.

Heute ist mir meine damalige kindliche Begeisterung für Mordinstrumente und Zerstörungswut ein bisschen peinlich. Es waren die simplen Vorstellungen eines jungen Menschen, der von allem die Oberflächen entdeckt und von nichts die Folgen kennt: Dass Waffen verletzen und töten, dass Kriege Millionen dahinschlachten, davon hatte ich natürlich keinen Begriff. Ich wollte nur sein wie Sylvester Stallone oder Bruce Willis. Unbesiegbar.

Aber zumindest lernte ich dank dieses anfänglichen Zündfunkens ein ganzes Genre kennen: Matrix war eine Erleuchtung für mich, Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt liebe ich bis heute über alles. Equilibrium halte ich mittlerweile für pubertären Quatsch, aber eine Weile konnte ich nicht genug davon bekommen.

In der Konsequenz eröffneten mir 90 Sekunden Waffennarrentum – deren satirischen Ton ich mittlerweile erkannt habe – eine ganze Welt an Meisterwerken, eine Faszination für Dystopien, eine Vorliebe für finstere Zukunftsvisionen. Und die brauchen keine Waffen mehr – als Symbol der Stärke haben sie ausgedient, sie haben nichts Bewundernswertes mehr für mich.

Wenn ich aber einige bekannte Sci-Fi-Filme Revue passieren lasse, darunter Matrix, Equilibrium, Alien, aber auch Men in Black oder Blade Runner, kann ich mich doch des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die Macher ihrer waffenstarrenden Optik sehr bewusst waren. Aller "Tränen im Regen"-Poesie oder transzendentalen Philosophie zum Trotz sind sie Argumente für tödliche Gewalt. Neue Kinder werden von neuen Waffen fasziniert. Ist das jetzt besorgniserregend oder harmlos?

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