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Texas Chainsaw 3D

In Texas brummt ein blöder Dildo

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© Lionsgate/moviepilot
Welcome to Texas, motherfucker!
11.03.2017 - 08:50 UhrVor 3 Jahren aktualisiert
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Gaaaaanz selten wird ein Remake mal gut, nein, vielleicht sogar besser als das Original. Ganz oft geht es aber auch in die Hose, und man wünschte sich, man hätte eine Kettensäge zur Hand. Oder andere Sachen, die brummen...

Immer wieder samstags kommt die Erinnerung... (keine Sorge, Musicals waren letzte Woche, heute wird nicht gesungen) an einen der besten Kommentare, die auf moviepilot je von euch verfasst wurden. Woher wir das wissen? Weil ihr sie uns vorgeschlagen habt, Dummerchen! Aber wie hat die Masse nur ihre Stimme gefunden, wie kann der beschwerliche Pfad zur Mitbestimmung beschritten werden? Indem ihr uns eine Nachricht schreibt, sobald ihr über einen würdigen Kommentar gestolpert seid! (Am liebsten mit Link, und nicht mit einer Anzeige, weil wir achtlos grandiose Kommentare haben rumliegen lassen, und ihr euch beim Drüberstolpern was gebrochen habt...)

Der Kommentar der Woche
Nebenan wählen wir grad die beste Disneyprinzessin - unsere im Kodewo ist zwar nicht so richtig Disney, und wird auch nicht von Vögeln und anderen Viechern trällernd eingekleidet, dafür macht SamRamJam sich mit Kettensäge und Dildo über eins der schlechtesten Remakes der letzten Jahre her, und das Einzige, was am Ende von Texas Chainsaw 3D übrigbleibt, ist ein Brummen in der Einöde...

Seit dem ersten Film durchzieht eine seltsame Prüderie der sexualisierten Lust die Chainsaw-Filme. Da hüpfen Brüste wegen mangelndem BH auf und ab, drücken sich steife Nippel durch verschwitzte Tops, wabern Silikoneuter durch viel zu eng geknöpfte Holzfällerhemden (und hier sogar in 3D), und einmal penetriert Leatherface sogar beinahe mit seiner phallusartigen Kettensäge eine breitbeinig vor ihm sitzende Dame... natürlich in Hot Pants, versteht sich von selbst. Aber, und nun kommen wir zu dem Aber, zu sehen bekommt man nichts! Schielt man herüber zur zweitdümmsten Endlosreihe im Teenslasher, Freitag der 13te, dann haben die da das Problem nicht, da es in jedem Freitag mindestens eine obligatorische Oben-Ohne-Szene zu sehen gibt. Ist narrativ unbedeutend, sieht aber hübsch aus.

Seiner eigenen verklemmten Impotenz bewusst, macht das TCM Franchise also das, was alle halbstarken Teenager mit erhöhtem Leistendruck unternehmen, sie fliehen sich in Gewalt, und titulieren es als Männlichkeit (nimmt man zu Grunde, dass die meisten jugendlichen Gewaltakte letztlich aus sexueller Frustration entstehen, ist der "Beweis der Männlichkeit" noch lächerlicher als er ohnehin schon ist).

Sumsarum bekommt man einen Film, der Aufgrund seiner Erektionsschwierigkeiten irgendwann einmal dazu einlädt, über seine stumpfe Story nachzudenken (was bei Freitag dem 13ten nie passiert, da gibt es schließlich Boobies... aber die Hände schön über der Decke behalten, da wo ich sie sehen kann), was dazu führt, dass ich mich über die immense Inkohärenz wundere. Klar, wie Jason es immer wieder schafft, von den Toten aufzuerstehen, ist auch nicht logisch, aber immerhin soll es in allen Filmen, bis eben dem Remake, auch wirklich der selbe Jason sein. Leatherface hingegen wurde einmalig 1986 fortgesetzt, allerdings so ironisch überspitzt, dass es mehr wie eine bösartige Parodie wirkt, soll ja aber immerhin tatsächlich so gewollt sein, und schlussendlich soll es sich ja um die selbe Sippe wie im Film vorher handeln. Teil 3 ist dann eigentlich gar kein dritter Teil, sondern eher ein Remake, da Leatherface einfach in einer neuen Familie (aber immer noch mit dem Namen Sawyer) unterwegs ist. Teil 4 ist dann tatsächlich von Henkel als Remake geplant gewesen, ist aber so daneben dass er wiedermal wie eine schlechte Parodie wirkt und trotzdem als vierter Teil angesehen wird, auch wenn Leatherface hier abermals in einer sichtlich neuen Familie umherhüpft. Das 2003er Remake ist dann endlich auch als solches tituliert und nicht als Teil 5. Das eigene Prequel ist dann auch die einzige Fortsetzung, die sich harmonisch mit ihrem Vorgängerfilm schauen lässt und sich tatsächlich wie eine zusammenhängende Geschichte anfühlt.

Tja, und dann kam dieser Film, der irgendwie als TCM 3 bezeichnet wird (und dessen Fortsetzung als Teil 4), aber eigentlich viel lieber Teil 2 vom eigentlichen Originalfilm sein möchte, dafür aber den echten Teil 2 ignorieren muss, und so zu... Teil 1.5 oder so wird. Keine Ahnung. Und so direkt am Anschluss zum Original- Blutgericht ist er auch nicht völlig stimmig, besonders am Anfang die vielen Sawyers. Wo kommen die alle her? Die gab es im ersten Film aber nicht alle. Aber da wir im marketingbewussten Zeitalter leben, in denen es immer eine Freude ist, die sexuell frustrierten TCM-Fans (nein, ehrlich. Die Freitag-Fans haben, wenn schon keine Freundin, so immerhin die bessere Wichsvorlage, sind damit also viel entspannter), ein paar alte Gesichter (jeder Schauspieler aus einem vorherigen Film, der gerade Zeit hatte, durfte rein) oder Storyelemente (selbst wenn sie völlig sinnlos sind, wie hier mit dem Anhalter - aber wir sind ja bei TCM, da muss es ja einen Anhalter geben, es gibt ja immer einen Anhalter... boah) vorzuwerfen, damit der Nerd seine (vermutlich ebenfalls männliche) Kinobegleitung mit allerlei unnötigem Nerdwissen zutexten kann. Und damit sich der Nicht-TCM-Fan, der nur aus Mitleid (oder als Abbau sozialer Strafarbeitsstunden) mit dem Ich-habe-Titten-noch-nicht-einmal-im-Fernsehen-gesehen-TCM-Fan ins Kino begibt, sich auch noch richtig doof fühlen kann, spoilert der Film gleich zu Beginn alle relevanten Szenen des Originals.

Ach, damn it, ich hätte mir einen weiteren Freitag-Teil ansehen sollen, wo ein überpotenter Sportler (hey, er trägt eine Hockeymaske und Hockey ist Sport) nackigen Weiber hinterhopst, und diese dann weg hopsen, und dadurch ihre Titties hopsen... hihi, hach, schön...
... Aber nein, ich schaue den Mist hier, wo ein arbeitsloser Metzger mit seinem Dildobrummen-erzeugenden Pimmelersatz Ausgleich für sein unerfülltes Liebesleben sucht.

Totally fail, einzig lustige Idee war die kurze Anspielung mit dem kleinen Jigsaw, aber eine nichtmal dreisekündige Einstellung reicht nicht, um diesen Film zu rechtfertigen.

P.S.: Und weil es keinen interessiert, der Film wurde gar nicht in Texas, sondern im viel hübscheren Louisiana gedreht... rettet den Film aber auch nicht.

Der Originalkommentar brummt übrigens hier.

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