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Ins Spätprogramm verbannt

Kölner Tatort zu hart für Prime Time

22.08.2013 - 19:06 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Die Kölner Ermittler Schenk und Ballauf
© ARD
Die Kölner Ermittler Schenk und Ballauf
Das gab es in über vierzig Jahren noch nie. Der neue Kölner Tatort wurde von der FSK als zu brutal eingestuft und darf nicht wie gewohnt Sonntags um 20 Uhr 15 ausgestrahlt werden. Jetzt ermitteln Freddy und Max an einem Freitag nach 22 Uhr.

Wie die Welt berichtet, kommt es nach über vierzig Jahren Fernsehgeschichte zu einem Novum beim Tatort. Eigentlich hätte der neue Fall der Kölner Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) bereits an einem Sonntag Abend im Juni zur gewohnten Sendezeit laufen sollen, doch die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) machte den Verantwortlichen bei der ARD einen Strich durch die Rechnung. Die Folge Tatort: Franziska wurde als zu brutal eingestuft und darf nun nicht zur Prime Time um 20 Uhr 15 ausgestrahlt werden.

Besonders ärgerlich ist die Entscheidung für Schauspielerin Tessa Mittelstaedt, die sich in der besagten Folge des Dauerbrenners nach über dreizehn Jahren von ihrer Rolle als Assistentin Franziska verabschiedet. Der gesamte Fall dreht sich folglich um die Ermittlerin aus der zweiten Reihe, die Opfer einer Entführung wird. Dabei sollen gerade ihre Szenen der Stein des Anstoßes sein. Die Umstände der Entführung seien so drastisch dargestellt, dass eine Freigabe ab 12 Jahren nicht möglich sei, so die Jugendschützer (Welt). Die umstrittene Folge soll nun im Dezember an einem Freitag Abend nach 22 Uhr ausgestrahlt werden.

Tatort: Franziska ist nicht der erste einheimische TV-Krimi, dem das Schicksal der Verbannung widerfahren ist. Vor zwei Jahren wurde Matthias Brandt alias Kommissar von Meuffels im Polizeiruf 110: Denn sie wissen nicht, was sie tun ebenfalls auf einen Freitag Abend um 22 Uhr verlegt. Die damalige Episode beschäftigte sich mit den Folgen eines unmittelbaren Terroranschlags.

Wir dürfen gespannt sein, was sich hinter Tatort: Franziska wirklich verbirgt. Immerhin lief vor einem Jahr mit Tatort: Kein Entkommen die Episode mit den meisten Leichen (15!) problemlos um 20 Uhr 15 über den Bildschirm und auch einige Folgen von Radio Bremen sind nicht gerade gemütliche Familienfilmchen. Der Amoklauf eines verstörten Bundeswehrsoldaten in Tatort: Abschaum mit Sabine Postel alias Kommissarin Inga Lürsen war 2004 ebenfalls keine leichte Kost. Da muss schon einiges im Kölner Tatort passieren, damit die Verbannung ins Nachtprogramm nicht als vermeintliche Werbemaßnahme missverstanden wird.

Was erwartet ihr vom neuen Tatort aus Köln?

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