Heute im TV

Liebevolle Außenseiter-Komödie mit Sonderling Ryan Gosling

Lars und die Frauen
© Central
Lars und die Frauen

Mit seinem Debütfilm hat Craig Gillespie einige Aufmerksamkeit erregt. Die schräge Komödie Lars und die Frauen wurde bei den Oscars 2008 für das Beste Drehbuch nominiert. Ryan Gosling erhielt zudem eine Nominierung als Bester Hauptdarsteller für einen Golden Globe. Leider kam der Film, der von den Kritikern sehr gelobt wurde, beim Kinopublikum nur mäßig an. Finanziell gesehen wurde er ein Flop; bei einem Budget von 12 Millionen Dollar spielte er weltweit nur 11,2 Millionen Dollar ein. Davon solltet ihr euch aber nicht abschrecken lassen: Der Film ist sehenswert.

Lars und die Frauen erzählt von Lars Lindstrom (Ryan Gosling). Der ist etwas anders, so anders, dass selbst sein Bruder Gus (Paul Schneider) und seine Schwägerin Karin (Emily Mortimer) kaum Kontakt zu ihm haben. Doch Lars’ Einsamkeit hat ein Ende, als Bianca in sein Leben tritt. Als er seine Verlobte seinem Bruder und dessen Frau vorstellt, staunen die nicht schlecht: Bianca ist eine lebensechte Puppe. Dass Lars seine Zukünftige als wunderschöne und vor allem lebendige Frau betrachtet, veranlasst Gus und Karin, die Ärztin Dr. Dagmar (Patricia Clarkson) zu konsultieren. Doch die hat eine kuriose Lösung für das Problem: Lars’ Umfeld soll Bianca als dessen Freundin akzeptieren und als neues, vollwertiges – und vor allem lebendiges – Gemeindemitglied behandeln. Die seltsame Methode führt zu außergewöhnlichen Begegnungen, die Lars’ Leben Stück für Stück verändern.

Glücklicherweise sind platte Lacher hier eine Ausnahme, meinte zum deutschen Kinostart Marcus Wessel auf critic.de: “Die Katharsis ist schmerzhafter und verläuft subtiler, als es uns Hollywood in ähnlich gelagerten Feel-Good-Movies gemeinhin Glauben lässt. Wie schon May zeichnet auch Lars und die Frauen aus, dass er eine Geschichte ohne Rücksicht auf Genregrenzen erzählt. Kam es in May noch zu einer Vermischung von Horror und Drama, ist es hier das komödiantische Element, über das Gillespies Studie in Einsamkeit eine Verbindung zum Zuschauer aufbaut. ‘Lache, wenn es nicht zum weinen reicht’ sang einst Herbert Grönemeyer. Nach diesem Film kann man sich vorstellen, was er damit gemeint haben könnte.”

Was: Lars und die Frauen
Wann: Tele 5
Wo: 20:15 Uhr

moviepilot Team
Ines W. Ines Walk
folgen
du folgst
entfolgen
"Was die Oberflächen zeigen ist nur ein Teil der Wahrheit. Darunter steckt das, was mich am Leben interessiert: die Dunkelheit, das Ungewisse, das Erschreckende, die Krankheiten." (David Lynch)
Deine Meinung zum Artikel Liebevolle Außenseiter-Komödie mit Sonderling Ryan Gosling