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Mein Herz für Serie

Magnum - In Hawaiihemd und Ferrari durchs Paradies

Magnum - Intro (English)
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© CBS
Magnum
10.11.2015 - 09:00 UhrVor 6 Jahren aktualisiert
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Magnum war wohl einer der lässigsten Seriencharaktere der 80er. Als Privatdetektiv löste der Vietnam-Veteran auf Hawaii ein Unmenge an Fällen. Im Ferrari nahm er den Zuschauer mit durch exotische Kulissen, mehr braucht es nicht für mein Herz für Serie.

Thomas Magnum (Tom Selleck) ist ein entspannter Typ. Er verbringt seine Zeit auf Hawaii. Dort soll er eigentlich für die Sicherheit des Anwesens Robin's Nest des berühmten Schriftstellers Robin Masters sorgen. Im Gegenzug gibt es Kost und Logis frei. Viel wichtiger aber noch: Magnum darf den knallroten Ferrari 308 des Schriftstellers fahren. Und wie soll man den fahren, wenn man eigentlich nur ein besserer Grundstückswächter ist? Also arbeitet er als Privatdetektiv. In Hawaiihemd und Shorts düst er in seinem Sportwagen vorbei an weißen Stränden, Tropenwäldern und Vulkanen über die Inseln des Archipels und löst Fall um Fall. Dazwischen führt er einen immerzu ausartenden und lächerlichen Kleinkrieg mit dem Verwalter des Anwesens, Higgins (John Hillerman). Das geht so weit, dass Higgins seine beiden Dobermänner Zeus und Apollo auf Magnum abgerichtet hat. Immer wieder jagen ihn die beiden quer über das Gelände. Bei seiner Detektivarbeit kann sich Magnum aber auch immer auf die Hilfe seiner Freunde T.C. (Roger E. Mosley) und Rick (Larry Manetti) verlassen. Die beiden kennt er aus seiner Zeit in Vietnam. Insbesondere T.C. muss sich Magnum immer wieder aufdrängen, denn der betreibt einen Helikopter-Shuttle-Service, der von Insel zu Insel fliegt.

Was ein Leben

Banalität in ihrer schönsten Form

Zugegebenermaßen bietet Magnum keine besonders tiefschürfende Serienkost. In einer Post-Sopranos-Ära, in der das serielle Erzählen mehr denn je auf glaubwürdige Charakterisierung und vielschichtige Figuren setzt, die dann wiederum komplexe Geschichten stemmen können, wirkt Magnum gelinde gesagt ein wenig altmodisch. Magnum ist weniger Charakter als vielmehr laufender Stereotyp. Es waren halt die 80er. Die Klamotten und Frisuren waren vielleicht furchtbar, aber so leger wie damals sind Charaktere wohl heute nicht mehr. Vielleicht liegt das am Koks (siehe Miami Vice). Von Zeit zu Zeit wird Magnum aber von seiner Vergangenheit eingeholt. Insbesondere seine Kriegserlebnisse scheinen ihn noch nicht ganz losgelassen zu haben. Die meiste Zeit ist er aber am Sprücheklopfen und seine Hawaiihemden und sein Pornstache lassen eigentlich nichts anderes als eine Sonnyboy-Attitüde zu. Das Ganze vor traumhafter Kulisse. Man könnte es ohne Weiteres als seichte Unterhaltung bezeichnen. Aber genau deshalb ist Magnum so großartig.

Ab und zu sprechen auch die Fäuste

Wenn man am Sonntag nichts zu tun hat oder es nur noch gerade so fertig bringt, verkatert zur Couch zu kriechen, dann gibt es nichts Besseres als ein oder zwei Folgen Magnum. Geradezu liebevoll widmet sich die Serie den Routinen ihrer Protagonisten. Zum Beispiel Auseinandersetzungen zwischen Higgins und Magnum, die immer wieder für ein Schmunzeln gut sind, insbesondere, wenn die Hunde Zeus und Apollo involviert sind. Oder wie der chronisch blanke Magnum versucht, sich bei seinem Kumpel T.C. einen Gratis-Flug mit dem Helikopter zu erschleichen. In diesem Muster geht der der Fall meistens unter. Aber bei der Kulisse ist das zu verschmerzen. Da kommt richtiges Urlaubsgefühl auf. Einen Moment lang beneiden wir Magnum. Um "sein" Haus, seinen Job, sein Auto und was da so dranhängt. Ihm über die Laufzeit zu folgen ist wie ein kleiner Urlaub auf einer Tropen-Insel. Den sollten wir uns von Zeit zu Zeit mal gönnen dürfen.

Die ganze Bande

Magnum macht einfach gute Laune und manchmal muss eine Serie auch nicht mehr als das. Da kann ich auch mal nur mit einem Auge zugucken oder mit den Gedanken woanders sein. Und wenn Magnum dann auch noch aus dem Off zusammenfasst, was gerade passiert ist, weiß ich, ich habe nichts verpasst. Immer wieder spricht er auch den Zuschauer direkt an. Wenn er dann zu seinem Leitsatz ansetzt: "Ich weiß genau, was Sie jetzt denken und sie haben Recht", möchte ich manchmal einfach antworten: "Magnum, ich habe gerade gar nichts gedacht, und das ist auch gut so."

Seid ihr auch Fans von Magnum?

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