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Melancholia - Lars von Triers düstere Vision der Zukunft

16.11.2014 - 08:50 UhrVor 6 Jahren aktualisiert
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Schaurig schön - Melancholia
© Concorde
Schaurig schön - Melancholia
In unserem heutigen TV-Tipp Melancholia entführt uns Regisseur Lars von Trier in eine graue Realität, in welcher die Erde kurz vor der endgültigen Zerstörung steht. Ein riesiger Planet rast unaufhaltsam auf uns zu und eine Zuflucht gibt es nicht.

Lars von Trier mag sich vielleicht in der Öffentlichkeit das ein oder andere Mal daneben verhalten haben, trotzdem bleibt er einer der kreativsten Regisseure Europas. Auch in unserem heutigen TV-Tipp Melancholia beweist der dänische Filmemacher erneut sein können und schickt Kirsten Dunst in eine dem Untergang geweihte Welt.

Von Trier teilt dabei das bedrückende Drama in zwei Teile auf. Den ersten Abschnitt seiner Erzählung beginnt er mit Justine. Diese ist als wunderschöne Braut in unschuldigem Weiß gekleidet und auch die zahlreichen Gäste haben sich schon auf dem schlossartigen Anwesen eingefunden. Es ist ihre Hochzeit und sollte eigentlich der schönste Tag im Leben der jungen Frau sein. Allerdings wird das Glück des Paares überschattet von zahlreichen Problemen, an denen die Braut nicht ganz unschuldig ist. Wie sich später rausstellt, steht aber nicht nur die Hochzeit unter einem schlechten Stern. Melancholia heißt der Planet, der mit rasender Geschwindigkeit auf unser Zuhause zu kommt und droht, alles Leben mit einem Schlag zu beenden. Justine scheint der Gedanke daran allerdings weniger zu beunruhigen, als dass sie Frieden am nahenden Ende findet. Denn trotz baldiger Eheschließung bleibt sie im Inneren traurig und deprimiert. Im Gegensatz dazu steht ihre Schwester Claire (Charlotte Gainsbourg), die es zunehmend mit der Angst zu tun bekommt. Ihre Geschichte wird im zweiten Teil der bedeutungsschweren Handlung erzählt.

Das Lexikon des Internationalen Films schreibt über Melancholia:

Der Film erzählt mit abstrakter Reduktion ausgerechnet anhand einer Hochzeitsfeier von existenzieller Leere und Verzweiflung, ohne eine Hoffnung auf Transzendenz oder Erlösung einzuräumen. Dabei gewinnt die kunstsinnig verrätselte Reflexion über den Tod erst mit der apokalyptischen Wendung dem Blick auf die Charaktere eine gewisse Zärtlichkeit ab.

Nach eigener Aussage hat sich Von Trier mit der Arbeit an Melancholia von einer schon lange anhaltenden Depression befreit, welche er bereits in seinem vorherigen Werk Antichrist thematisiert hatte. Ganz ohne die für ihn typischen Gewalt- und Sexszenen inszeniert der Däne einen Streifen, der gekonnt imposante Bilder und menschliche Abgründe komponiert und den Zuschauer mit einem beeindruckenden Ende verdutzt vor den Bildschirmen zurücklässt.

  • Was? Melancholia
  • Wo? Arte
  • Wann? 20.15 Uhr (136 Minuten Laufzeit)

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