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Organisierter Wahnsinn

Adam McKay - Schenkelklopfer und Auteur

MS
26.03.2015 - 09:00 UhrVor 5 Jahren aktualisiert
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(Stief)brüder im Geiste. John C. Reilly, Adam McKay und Will Ferrell (v.l.)
© Columbia Pictures
(Stief)brüder im Geiste. John C. Reilly, Adam McKay und Will Ferrell (v.l.)
Adam McKay gehört zu den talentiertesten und profiliertesten Komödienregisseuren Hollywoods. Er liefert mit jedem seiner Filme den Nachweis, dass dieses unterschätzten Genre große Kunst sein kann, und formal und inhaltlich viel mehr ist, als lediglich die oft kritisierte Kasperbühne für seinen kongenialen Partner Will Ferrell. Aber was hat das Ganze mit dem AVID-Videoschnittprogramm zu tun?

Erfolgreiche Menschen werden gerne nach ihrem Geheimnis gefragt. Oft wird in diesem Zusammenhang ganz bescheiden auf das intakte familiäre Umfeld, Ausdauer und eine ganze Menge Glück verwiesen. Der Komödienregisseur Adam McKay gab anlässlich seines Films Anchorman 2 - Die Legende kehrt zurück in einem Interview mit dem A.V. Club an, dass er seine Karriere dem AVID-Videoschnittprogramm zu verdanken habe.

Improvisierte Karriere

Wie bei jedem guten Witz steckt auch in diesem nicht ganz ernst gemeinten Statement McKays ein wahrer Kern. In diesem Fall sind es seine Wurzeln im Improvisationstheater. Bevor er sich als feste Größe bei Saturday Night Life  etablierte, gründete er in den 1990er-Jahren die Upright Citizens Brigade , und war –neben dem Scrubs-Hausmeister Neil Flynn- Teil der Improv Olympic  in Chicago. Das komödiantische Potenzial ausgedehnter Improvisationen brachte er später wie kein Hollywoodregisseur zuvor in seinen Arbeiten. Seitdem ist dieses Element gleichsam ein Markenzeichen und fester Bestandteil  seiner Filme, was bei klassisch arbeitenden Schauspielern wie Samuel L. Jackson oder Harrison Ford einiges Stirnrunzeln verursacht . Doch was hat das alles mit dem Videoschnittprogramm AVID zu tun? Ein Nebenprodukt ausgedehnter Improvisationen bei Dreharbeiten ist die Produktion von Unmengen an Filmmaterial, „and […] You can do two cuts in one night. You’re able to do it fast and facile. […] Crazy detailed timing you can do with the Avid that you couldn’t do with the old hand editing. That’s my secret theory on it. There’s always some boring reason like that creates these booms. It’s not some bubbling of the human spirit or something”, so McKay.

Weg zum Film

Nach nur einem Jahr Saturday Night Live (SNL) wurde er 1996 mit 28 Jahren zum Chefschreiber der amerikanischen Comedy-Dauerbrenner befördert „There's no other institution in the country that would let a 28-year-old fill one of its major positions with only a single year of experience, except maybe porn and the post-invasion Iraq reconstruction effort.”, analysiert McKay diese Entwicklung rückblickend  nur um lakonisch hinterherzuschieben: “So I was slightly more qualified than Paul Bremer, and slightly less qualified than Jenna Jameson.” In diese Zeit begann auch seine Freundschaft und kreative Zusammenarbeit mit Will Ferrell. "They have something that's very special that's almost unprecedented in comedy films," fasst der langjährige Weggefährte Judd Apatow ihre Beziehung zusammen. 2001 übergab McKay die kreative Leitung bei SNL Tina Fey, die er selbst eingestellt und gefördert hatte, um sich seiner Karriere als Regisseur zu widmen. Gemeinsam mit Ferrell entwickelte er das Drehbuch zu Anchorman - Die Legende von Ron Burgundy und legte damit nebenbei den Grundstein für die äußerst erfolgreichen Karrieren von Judd Apatow, Steve Carell und Paul Rudd. Gemeinsam mit Will Ferrell gründete er 2007 zudem die interaktive Comedy-Plattform Funny or die , auf der User selbst produzierte Filme hochladen können, die von der Community anschließend basisdemokratisch in funny oder die beurteilt werden.


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