Stranger Things: Elevens Entwicklung zur Schurkin ist (so gut wie) unvermeidlich

Eleven in Stranger Things
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Redakteur bei Moviepilot. Glaubt, dass Netflix sich irgendwann noch durchsetzen wird und schreibt deshalb hauptsächlich über VOD und Streaming. Schöner als Sport sind nur Filme darüber.

Vorsicht, Spoiler zu Stranger Things Staffel 3: In nunmehr 25 Folgen breiteten die Stranger Things-Schöpfer eine hübsche Mythologie um ihre Helden aus. Im unscheinbaren Hawkins mitten in Amerika ist eine komplexe Welt entstanden; unter Einkaufszentren errichten Russen Forschungsstationen, im Upside Down räkeln sich schwarze Nebelmonster und mittendrin steht Eleven mit ihren Kräften, zugleich Schlüsselhüterin und Wächterin über die Zwischenwelt.

Elevens Kräfte sind eine Gefahr - nicht nur für die Bösen

Das Wohl von Hawkins steht und fällt mit der meist etwas labilen Superheldin (Millie Bobby Brown). Eine der besten Fantheorien zur 4. Staffel von Stranger Things (und es gibt sogar welche mit Tschernobyl-Bezug) greift nun die Ambivalenz von Eleven auf, die jeden Superhelden begleitet: Die Angst, der Held könnte seine Kräfte gegen jene wenden, die er eigentlich beschützen soll.

Bei Reddit verbreitet sich diese Theorie, die Schwachpunkte aufweist, aber eine spannende Frage stellt: Welche Auswirkungen hatte Elevens auszehrender Kampf gegen den Mind Flayer im Finale Staffel 3? Schadete er ihrer Psyche, hat sich der Mind Flayer nun irgendwie bei ihr eingenistet?

Kern und Basis der Theorie ist ein sehr kurzer, deshalb aber nicht minder aussagekräftiger Bildschnippsel aus den letzten Minuten der Staffel.

Stranger Things - Das Bild, das Elevens bösartige "Infektion" ankündigt

Auf Elevens Stirn flirrt ein Schatten auf, der an die Form des Mind Flayers erinnert, wie wir ihn vor allem in Staffel 2 kennenlernten. Seht euch zum Beispiel diesen ikonischen Mind Flayer-Schnappschuss an.

Die Kinder nennen ihren Gegenspieler in Staffel 2 nicht umsonst "Schattenmonster", aber das ist nicht der einzige Grund, weshalb wir diesen Hinweis ernst nehmen sollten. Wollten die Macher uns subtil mitteilen, dass der Mind Flayer es auf Elevens starken Geist abgesehen hat, so würden sie wohl genau diesen Weg wählen.

Die Stranger Things-Macher um die Duffer-Brüder sind nämlich große Fans von Steven Spielberg. Und Steven Spielberg liebte optische Spiele mit Licht und Schatten. Er legte etwa einen Coder-Raster auf den Raptor in Jurassic Park, um die digitale Beschaffenheit des Wesens zu symbolisieren.

Warum Eleven das Zeug zur Bösewichtin in Stranger Things 4 hat

Das Bild ist also eher kein Zufall und es passt auch zu der Stranger Things-Geschichte, wobei der Theoretiker auf Reddit die falschen Schlüsse aus dem Bild zieht. Er geht davon aus, dass Eleven sich, wie Billy und Will, beim Mind Flayer "angesteckt" hat und seine neue Wirtin in der Oberwelt verkörpert.

Wie bei den Ex-Wirten Billy und Will krochen bei Eleven die ekligen Upside Down-Schnecken unter der Haut - sie entfernte sie jedoch. Außerdem gehört dann doch etwas mehr dazu, sich vom Mind Flayer besetzen zu lassen. In der 2. Staffel musste das Schattenmonster vollständig oral in Will einfließen, um Besitz von ihm zu ergreifen. Eleven blieb das erspart.

Eleven und der Mindflayer sind das perfekte Team

Gebannt ist die Gefahr des Mind Flayers nach dem siegreiche Finale aber noch lange nicht. Wie Eleven selber bemerkt, hat sie die Aufmerksamkeit des Wesens erregt, sie ist jetzt auf seinem Radar. Das mächtigste Wesen im Upside Down interessiert sich sehr für das mächtigste Geschöpf der Oberwelt. Hier könnte Eleven als eine Art Modem für den Mind Flayer dienen.

Das Monster will andere Dimension erobern, weil es sich als herrschende Rasse versteht.

Es besitzt ein kollektives Bewusstsein und benutzt Menschen als Boten, um sich zu verbreiten. Für diese Art der Ausbreitung ist Eleven das perfekte Werkzeug. Sie kann, wie etwa Charles Xavier aus den X-Men-Comics, über ihren Geist selbst weit entfernte Menschen aufspüren.

Überhaupt erinnert Elevens Figur an eine der berühmtesten Geschichten der X-Men: Dark Phoenix.

Wut führt zu Hass: Elevens Wechsel auf die dunkle Seite

Vielleicht ist der Einfluss des Mind Flayers auch gar nicht nötig, um Elevens Schurkenpotential freizulegen. Mit dem Alter wachsen auch Elevens Kräfte, in der 3. Staffel durchläuft sie einen enormen Entwicklungsschub. In Dark Phoenix wird Jean Grey vom Ausmaß ihrer Kräfte übermannt. Aus einem destabilisierten Geisteszustand heraus entwickelt sie eine gefährliche Hybris.

Nach dem (vermeintlichen) Tod ihres Adoptivvaters Jim Hopper ist auch Eleven geschwächt, und wie Jean Grey überblickt sie das gesamte Ausmaß ihrer Kräfte noch gar nicht, berauscht sich aber an ihnen.

Wenn wir etwas aus der häufig mit X-Men verglichenen (sehr umstrittenen) 7. Folge der 2. Staffel mitnehmen können, dann, dass Eleven zu irrationalen Handlungen fähig ist. In The Lost Sister zeigt sie ihren Machthunger und ihren Hang zur Eitelkeit.

Wut und Hass sind ihre größten Treibstoffe. Außerdem ist sie quasi Vollwaise, sie verlor zudem zwei Ziehväter. Ihre Identität ist höchst instabil. Sie sucht verzweifelt nach Bezugspersonen und Orientierung.

Fast alle bekannten Fantasycharaktere, die diese Merkmale erfüllen (Voldemort, Darth Vader und eben Jean Grey), wechselten früher oder später auf die dunkle Seite. Um Eleven eine Entwicklung zur Schurkin anzudichten, brauchen wir gar keine Schattenspiele.

Was glaubt ihr: Wird Eleven in der 4. Staffel von Stranger Things böse?

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