Tatort-Kritik

Tatort: Gesang der toten Dinge: Übersinnlich und albern

Tatort Der Gesang der toten Dinge
© ARD/BR
Tatort Der Gesang der toten Dinge

Die bayerischen Ermittler gehören zu Stars der Tatort-Serie, die auf eine treue Fangemeinde zählen können. Eine Narrenfreiheit, die bisweilen auch gern ausgekostet wird.

“Natürlich war das alles ungeheuer albern”, stellt Meine-Filmwelt-Kritiker Oliver Lysiak fest. “Die Story wurde um drei Ecken konstruiert, die Figuren wirkten wie Karikaturen, die von der illustren Besetzung bewusst überdreht dargestellt wurden und die Traumsequenz von Ivo Batic erinnerte an 80er Jahre Avantgarde-Musikvideoclips. So richtig ernst nahm das Spektakel wohl keiner der Beteiligten – und vielleicht war gerade dies das Erfolgsrezept des gestrigen Comedy-Krimis. Denn trotz trashiger Anklänge und hanebüchener Wendungen machte dieser Tatort enorm viel Spaß. Vorausgesetzt, der Zuschauer ließ sich darauf ein, statt spannender Täterhatz eine bisweilen satirische, oft unverschämt alberne Abrechnung mit der Szene der Traumdeuter, Kartenleger und Astralprojektionisten zu sehen.”

Im Tatort: Der Gesang der toten Dinge dominierten eindeutig komische Aspekt, wenn Batic und Leitmayr in ganz übersinnliche Gefilde vordrangen. In ihrer Nymphenburger Villa wurde die Fernseh-Astrologin Doro Pirol erschossen aufgefunden. Schon bald gab es Zweifel am Selbstmord und ihr Ehemann geriert ins Visier der Ermittlungen. Doch auch der zwielichtiger Stiefvater der Toten, Prof. K.D. Mosberg, die scheinbar übersinnlich begabte Fefi und die Haushälterin der Toten sorgten für Verwirrung. Am Ende war der schon als schuldig ausgemachte Ehemann unschuldig und das Ganze stellte sich doch als vertuschter Selbstmord heraus, orchestriert von Mosberg, der des Erbes wegen auch noch versuchte, die Oma von Doro Pirol umzubringen.

“Die schräge Story und die illustre Besetzung waren bemerkenswert. André Eisermann überzeugte als durchgeknallter TV-Mystiker mit direktem Draht zu den Erzengeln, Sabine Timoteo verstärkte mit ihrer drög-burschikosen Art als Schweizer Kollegin das Ermittlerteam und Fassbinder-Veteranin Irm Hermann durfte als ironisches Medium Fefi die Weltsicht der Kommissare auf den Kopf stellen. Das gekonnte Spiel mit der Veralberung und dem Reiz der esoterischen Welt machte den Charme dieses Krimis aus. Spannend war das Ganze dabei dann nur bedingt, unterhaltsam aber alle mal.”

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