Sundance-Festival

The Killer Inside Me schockiert mit Gewalt

Jessica Alba in The Killer Inside Me
© obsessedwithfilm.com
Jessica Alba in The Killer Inside Me

Im neuen Film The Killer Inside Me von Michael Winterbottom geht es brutal zu. Casey Affleck spielt einen scheinbar sympathischen Hilfssheriff, hinter dessen menschenfreundlicher Fassade ein schreckliches Geheimnis steckt: Sein Innerstes wird dominiert von Gewalt und Sadismus. Er führt, natürlich ohne das Wissen seiner Freundin (Kate Hudson) eine Beziehung zu einer Prostituierten (Jessica Alba), an der er seine Gewaltfantasien auslebt (wir berichteten). Im Film sieht das Publikum, wie Casey Affleck Jessica Alba fast zu Tode prügelt – für einige Zuschauer des Sundance Festival, auf dem der Film seine Premiere feierte, offenbar zu viel.

Als Michael Winterbottom sich nach der Vorführung den Fragen der Zuschauer stellen wollte, rief eine Frau in seine Richtung „Ekelhaft!“ und verließ daraufhin den Saal. Auch viele andere Zuschauer waren von der im Film explizit und realistisch dargestellten Gewalt schockiert und angewidert.

Ob die Gewalt in The Killer Inside Me, der auf dem gleichnamigen Roman von Jim Thompson basiert, reiner Selbstzweck ist oder als Element der Handlung oder Botschaft des Films notwendig ist, darüber gibt es verschiedene Meinungen:

Demetrious Matheou vom Guardian schreibt: „Zusammen mit Grifters vom ebenfalls britischen Stephen Frears ist dies eine der besten [Adaptionen eines Thompson-Romans]“ und lobt besonders den „überragend besetzten“ Casey Affleck. Für ihn hat Michael Winterbottom einen „stylischen“ Film gedreht, der „visuell anders ist, als alles, was er zuvor gemacht hat.“

Anders sieht es zum Beispiel Jay A. Fernandez von Reuters: „Funktioniert die Gewalt im Kontext der tiefgründigeren Erkundung der Psyche eines Charakters oder der gesamten Gesellschaft? Oder wird sie in einem Vakuum gezeigt, ohne einen Kontext, um dem Zuschauer eine Bedeutung zu vermitteln […]? Eher letzteres.“

Anne Thompson von indiewire.com erkennt in The Killer Inside Me durchaus Qualitäten: „Jessica Alba ist ziemlich gut in dem Film; dasselbe gilt für Casey Affleck als der verstörende Mann, der die Menschen, die er liebt, attackiert.“ Darüber hinaus sei The Killer Inside Me „elegant gemacht“. Sie sieht allerdings die Gefahr, dass die Reaktion des Sundance-Publikums die kommerziellen Aussichten für den Film verschlechtern könnte.

Michael Winterbottom selbst entschuldigt die im Film dargestellte Gewalt damit, dass der Film „nicht die reale Welt“ sei: „Es ist eher eine Parallel-Version der realen Welt…Ich war von dieser Welt eingenommen.“ Darüber hinaus gebe es, neben der Brutalität, in The Killer Inside Me auch „eine Menge Zärtlichkeit“.

Ob das deutsche Publikum ähnlich heftige Reaktionen zeigen wird, werden wir wohl im nächsten Monat erfahren: Seine Deutschland-Premiere feiert The Killer Inside Me im Rahmen der Berlinale. Ein regulärer Starttermin ist allerdings noch nicht bekannt.

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