The Nun setzt die Kritiker mit Jumpscares außer Gefecht

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The Nun
07.09.2018 - 09:00 UhrVor 2 Jahren aktualisiert
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Am gestrigen Donnerstag startete mit The Nun der neueste Ableger der Conjuring-Reihe in den deutschen Kinos. Wir schauen uns die Kritikerstimmen zum Dämonen-Horror an.

Das Conjuring-Franchise blüht und gedeiht. Nach zwei Teilen der Hauptreihe sowie zwei Spin-offs rund um die Horrorpuppe Annabelle wird nun einer weiteren Figur des Gruseluniversums mehr Aufmerksamkeit zuteil: Die satanische Nonne aus Conjuring 2 hat mit The Nun ihren eigenen Film spendiert bekommen. Die Geschichte des Kinoschockers entführt uns ins Jahr 1952, wo der katholischen Priester Pater Burke (Demián Bichir) und die Novizin Irene (Taissa Farmiga) den Tod einer jungen Nonne untersuchen. Zunächst deutet alles auf Selbstmord hin, dann aber bekommen unsere Ermittler es mit einem gefährlichen Dämon in Gestalt einer schauerlichen Nonne (Bonnie Aarons) zu tun.

Regie beim mittlerweile fünften Conjuring-Film führte Corin Hardy nach einem Drehbuch des Genre-erfahrenen Gary Dauberman (Es, Annabelle, Annabelle 2). Das Konzept zur Story stammt von niemand Geringerem als Saw-Mastermind James Wan. Nachdem der mit FSK 16 versehene The Nun seit gestern Angst und Schrecken in den deutschen Kinos verbreitet, werfen wir einen Blick auf die Meinungen der Kritiker. Hier zunächst einige Zahlen zum Spin-off:

Die harten Fakten zu The Nun

  • 11 Community-Bewertungen mit einem Durchschnitt von 6,8
  • 4 Kritikerbewertungen mit einem Durchschnitt von 4,6
  • 2 x Lieblingsfilm und 0 x Hassfilm
  • 194 haben sich den Film vorgemerkt, 7 sind nicht interessiert
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Das sagen die positiven Stimmen zu The Nun

Dana Schwartz von Entertainment Weekly  hat The Nun ganz schön zugesetzt:

Im Gegensatz zu den ersten beiden Conjuring-Filmen ist The Nun eindeutig greifbar. Dies zeigt sich am besten in einer Szene, in der ein Charakter durch den Wald läuft und - Jumpscare! - die Beine einer erhängten Nonne plötzlich vor ihm baumeln. Der Leichnam fällt runter, [...] brüllt wie ein Tier und versucht, sein Gesicht wegzubeißen. Gruselig? Sicher, aber auf eine derart andere Weise als der groteske Horror, einen barfüßigen Toten nur wenige Zentimeter vor dem eigenen Gesicht zu sehen, dass die Gegenüberstellung sich schludrig anfühlt.

Der Variety -Autor Andrew Barker sieht The Nun im Soll:

The Nun weiß genau, was er vorhat. Er wendet nahezu jeden Trick der Hammer-Filme an, verliert keine Zeit damit, Sinn zu ergeben und liefert taugliche 96 Minuten mit Standard-Jumpscares und übernatürlichem Hokuspokus. So bleibt das Franchise in den Köpfen der Zuschauer und räumt leichtes Geld ab. [...] Tatsächlich offenbaren sich die interessantesten Akzente, wenn die Macher des Films versuchen, dem gothischen, Phantombild-artigen Schauplatz anachronistisches Leben einzuhauchen.

Michael Gingold schreibt für Time Out  und glaubt, dass bei The Nun für jeden Genre-Fan etwas dabei ist:

Ohne viel Komplexität in Sachen Plot und Figurenzeichnung [...] suhlt sich Hardy in der Gelegenheit, eine Geschichte als Abfolge von unheimlichen Versatzstücken zu erzählen. Bis das Computer-unterstützte Finale aus dem Ganzen irgendwie die Luft rauslässt, generiert er Gänsehaut durch sorgfältig gestaltete Kameraarbeit, das Produktionsdesign, einfallsreiche Inszenierung sowie gruselige Drehorte [...], die zur Authentizität beitragen. Hardcore-Genre-Fans werden die visuellen Anleihen an Der Exorzist III und City of the Living Dead schätzen, während Conjuring-Verfechter den Aha-Moment einer abschließenden Rückerinnerung genießen, der den Kreis der Saga schließt.

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Diese Aspekte werden an The Nun kritisiert

Für Christy Lemire von der Kritikerseite Rogert Ebert  kann The Nun nicht mit den anderen Ablegern des Conjuring-Universums mithalten:

Die Conjuring-Filme [...] hoben sich mit ihren gutgeschriebenen Figuren, starken Darsteller-Leistungen und einem kraftvollen emotionalen Unterbau von vielen Dämonen-Horrorfilmen ab. Im Vergleich dazu mutet The Nun wie eine leere Achterbahnfahrt an. Sobald er anhält und du aussteigst, ist dir vielleicht ein wenig schwindelig, aber du wirst vergessen haben, warum.

Hugh Armitage sieht für Digital Spy  bei The Nun viel verschenktes Potenzial:

Nach einigen Auftritten in den schauerlichsten Szenen des Franchise schien ein gruseliges Spin-off [über die Nonne] ein Selbstläufer zu werden ... aber das Ergebnis besitzt nicht die Raffinesse von [James] Wans Hauptfilmen. [...] The Nun hat einige tolle Spielzeuge, [...] verschleudert sie aber an einen langweiligen Plot, dem es an den gespenstischen Qualitäten der Vorgänger fehlt.

Derek Smith zieht bei Slant  die Bilanz: Jumpscares sind nicht alles:

Hardy stellt den Jumpscare über alles, und das mit einer so ungeheuerlichen Hingabe, dass sich The Nun - im Wesentlichen eine Aneinanderreihung von zusammenhanglosen Ausrastern und falschen Fährten - weniger wie ein vollständiger Horrorfilm als vielmehr wie das filmische Äquivalent zu einem Conjuring-inspirierten Labyrinth bei den Halloween Horror Nights der Universal-Studios anfühlt. [...] Weil Hardy nicht viel in Sachen Hintergrundgeschichte liefert [...], fühlt sich The Nun an, als erhebe es Willkür zum regierenden Prinzip.

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Das Kritiker-Fazit zu The Nun

In einem Punkt sind sich die Kritiker einig: Die Handlung von The Nun ist nicht wirklich ernstzunehmen, womit wiederum einige Rezensenten mehr Probleme haben als andere. Der aktuelle Ableger der Conjuring-Reihe ist vollgestopft mit Jumpscares, die mitunter äußerst effektiv daherkommen und für euren Sitznachbarn im Kino eine potentielle Gefahr darstellen. Aus diesem Grund behandeln manche Kritiker den Film gnädig, gleichwohl er in zahlreichen Belangen (Drehbuch, Figurenzeichnung) nicht an die übrigen Beiträge der Conjuring-Reihe heranreicht. Fans des Horror-Franchise können mit dem Lösen eines Kinotickets trotzdem nicht viel falsch machen.

Werdet ihr euch The Nun im Kino anschauen?

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