The Wolf of Wall Street heute Abend im TV: Das ist wahr - und das erfunden

The Wolf of Wall Street
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The Wolf of Wall Street

Heute Abend um 22:30 Uhr strahlt das ZDF The Wolf of Wall Street aus. Mit der schrillen Satire rund um den Börsenmakler Jordan Belfort, der in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren durch betrügerische Geschäfte große Erfolge an der Börse einfuhr, schuf Regisseur Martin Scorsese einen wilden Rausch von Film, der sich ganz dem dekadenten, wahnwitzigen Lebensgefühl des Protagonisten verschreibt. Bei euch landet das Biopic auf Rang zwei der beliebtesten Scorsese-Filme. Dabei ist die typische Geschichte eines zweifelhaften Aufstiegs, der unweigerlich einen tiefen Fall nach sich zieht, nicht einfach aus der Luft gegriffen. Vielmehr soll The Wolf of Wall Street mit Leonardo DiCaprio in der Rolle von Belfort einer wahren Geschichte entsprechen. Er basiert auf der Autobiografie des korrupten Börsenmaklers.

Mithilfe eines Artikels von Slate erläutern wir euch nachfolgend, wie viel Wahrheit wirklich in The Wolf of Wall Street steckt und wie genau sich die reale Geschichte von Jordan Belfort im Vergleich zum Film zugetragen hat.

The Wolf of Wall Street bleibt der wahren Laufbahn von Jordan Belfort treu

Da Jordan Belforts Autobiografie Martin Scorseses Film als Vorlage diente, hält sich The Wolf of Wall Street sehr genau an die Lebensgeschichte und vor allem die unglaublichen Eskapaden des Börsenmaklers. Er war auch in Wirklichkeit zunächst ein talentierter Verkäufer aus Long Island, der sich nach oben durchschlagen musste. Er bekam einen Job bei der angesehen Investmentfirma L. F. Rothschild, dort wurde er nach dem großen Börsencrash am Schwarzen Montag 1987 allerdings entlassen. Als Nächstes arbeitete er für ein Penny-Stock-Haus und eröffnete ein Jahr später ein eigenes Börsengeschäft in einem Autohaus seines Freundes. Nachdem er und sein Freund genug Geld verdient hatten, kauften sie Stratton Securities und bildeten Stratton Oakomt, die zu einer der größten Maklerfirmen der USA wurde. Wie auch im Film stellte Belfort viele seiner Freunde als Angestellte ein.

The Wolf of Wall Street hat auch bei den Exzessen kaum übertrieben

Auch viele der dargestellten Exzesse, von denen The Wolf of Wall Street durchzogen wird, stammen originalgetreu aus Jordan Belforts Vorlage. Neben dem massiven Drogenkonsum und der ständigen Inanspruchnahme der Dienste von Prostituierten sollen sich viele der wahnwitzigen Aktionen aus dem Film tatsächlich auch so in der Realität zugetragen haben. So landete Belfort tatsächlich im zugedröhnten Zustand einen Helikopter auf seinem eigenen Grundstück und fuhr sein Auto unter dem starken Einfluss der chemischen Droge Methaqualon zu Schrott. Außerdem wies er den Kapitän seiner Yacht an, das Schiff durch starkes Unwetter zu lenken, bis die gesamte Besatzung vom italienischen Militär gerettet wurde.

Obwohl es sehr wahrscheinlich ist, dass sich Belfort beim Schreiben seiner eigenen Lebensgeschichte einige Fakten zurechtgebogen oder bewusst übertrieben hat, gab ein FBI-Agent, der den Börsenmakler 10 Jahre lang beschattete, zu Protokoll, dass alles wahr sei. Lediglich die Szenen in The Wolf of Wall Street, die Belfort und seine Belegschaft dabei zeigen, wie sie wilde Betriebsfeiern veranstalten und dabei neben verschiedenen Tieren auch kleinwüchsige Menschen ins Büro holen, um sie durch die Luft zu schießen, wurden von einem engen Mitarbeiter des realen Jordan Belfort als klare Fiktion bezeichnet.

Bei den Nebenfiguren nimmt es The Wolf of Wall Street nicht ganz so genau mit der Wahrheit

Jordan Belforts Geschäftspartner und guter Freund Donnie Azoff (Jonah Hill) heißt in Wirklichkeit Danny Porush, allerdings bestritt dieser den Wahrheitsgehalt einiger Stellen aus The Wolf of Wall Street. So soll es beispielsweise niemals zu einem Dreier zwischen ihm, Belfort und einer minderjährigen Angestellten gekommen sein. Im Gegensatz zum Film haben sich Porush und Belfort über Porushs Ehefrau kennengelernt, die in Wirklichkeit wie auch im Film seine Cousine war. Belforts Frau Nadine Caridi wurde für den Film in Naomi (Margot Robbie) umbenannt. Caridi hatte tatsächlich eine Großmutter in England, die über Belfort Geld in die Schweiz schmuggelte. Auch die Szene, in der Naomi die Überwachungskameras bemerkt, und die Gewalt, die Belfort ihr zufügt, wurden originalgetreu aus dem Buch übernommen.

Mark Hanna (Matthew McConaughey), der Jordan Belfort auf skurrile Weise in das Börsengeschäft einführt, ist eine reale Person, die auch in Wirklichkeit so heißt. Die berüchtigte Szene in The Wolf of Wall Street, in der sich Hanna auf die Brust klopft und dazu summt, hat so jedoch nie stattgefunden. Sie basierte vielmehr auf einer rhythmischen Atemübung von McConaughey, die spontan in den Film integriert wurde. Der Name des FBI-Agenten Patrick Denham (Kyle Chandler) ist frei erfunden, doch es gab einen realen FBI-Agenten namens Gregory Coleman, der Belfort jahrelang beschattet hat.

Die Folgen von Jordan Belforts Taten in The Wolf of Wall Street und in der Realität

Nachdem er festgenommen und angeklagt wurde, arbeitete Jordan Belfort mit dem FBI zusammen. Während er Donnie im Film eine Nachricht zukommen lässt, um ihm mitzuteilen, dass er sich nicht selbst belasten soll, ist diese Aktion im wahren Leben zwischen Belfort und Porush nie passiert. Schließlich wurde der korrupte Börsenmakler zu 22 Monaten Gefängnis verurteilt und dazu aufgefordert, mehr als 100 Millionen Dollar an seine Opfer zu bezahlen. Im Film wird er zum Motivationsredner, nachdem er aus dem Gefängnis entlassen wird.

Seht ihr euch The Wolf of Wall Street im Fernsehen an?

moviepilot Team
MrDepad Patrick Reinbott
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"I read about this guy, gets on the MTA here, dies. Six hours he's riding the subway before anybody notices his corpse doing laps around L.A., people on and off sitting next to him. Nobody notices."
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