10 Jahre How I Met Your Mother

Warum Ted & Robin schon immer zusammengehörten

How I Met Your Mother
© CBS
How I Met Your Mother
moviepilot Team
sciencefiction Andrea Wöger
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Ich mag How I Met Your Mother, auch wenn ich die letzten drei der neun Staffeln nur im Vorbeigehen geguckt habe, da sie mir absolut nichts Neues oder Spannendes mehr erzählten. Das Ende fand ich super, denn endlich machte all dieses Hin und Her der übrigen Serie wieder Sinn: Ted und Robin, die sich bereits in der ersten Folge ineinander verlieben, gehören zusammen. Und das war nicht nur von Anfang an klar, es war auch das Klassischste, beziehungsweise Konservativste, was die Drehbuchschreiber hätten machen können. Denn Ted trifft zu Beginn der Serie nicht die titelgebende Mutter der Kinder, worum die ganze Serie kreist. Er trifft ihre "Tante Robin". Und wer das Sitcom-1x1 kennt, der weiß, dass Ted & Robin auf ewig zusammengehören. Da hilft auch das alternative Ende nichts:


Have you met Ted?

Vor 10 Jahren, am 19. September 2005, lief der Pilot zum ersten Mal im amerikanischen Fernsehen, in welchem Ted Robin zum ersten Mal trifft, sich sofort verliebt und ein blaues Horn für sie stiehlt, und Ted romantisierte sich in die Herzen zahlloser Sitcom-Fans. Neun Staffeln später fand die Serie ein Ende und ein Großteil dieser Anhänger war enttäuscht vom Finale. Denn von Beginn an werden wir getrollt. Und das beginnt schon beim Titel. How I Met Your Mother ist nämlich nur bedingt die Geschichte davon, wie Ted die Mutter kennenlernt. Es ist in erster Linie der langwierige Prozess, wie Ted jene Frau an seine Seite bekommt, mit der er alt werden wird. Und, Achtung, das ist nicht die Mutter. Da diese erst am Ende der Serie offenbart wird und ihm nur ein paar Jahre schenkt, bevor sie verstirbt, ist es die gute Robin, welcher er im Staffelfinale einmal mehr das blaue Horn als Zeichen seiner ewigen Liebe darbietet.

Das ewige Auf und Ab einer Serien-Beziehung

Friends. Und Scrubs. Meine zwei liebsten 20-Minüter unter den Serien, die auch hierzulande äußerst populär sind. Gemeinsam mit How I Met Your Mother haben die drei bei moviepilot über 32.000 Bewertungen. (Achtung, Spoiler zu Friends und Scrubs.) Was zeichnet Friends wie Scrubs und auch How I Met Your Mother aus? Im Mittelpunkt steht ein Pärchen, deren On-Off-Beziehung sich über die gesamte Seriendauer hinzieht. Und was noch? Sehr vieles, aber vor allem, dass mir bei allen drei Serien genau dieser Handlungsstrang auf die Nerven geht. Es ist ein aufreibendes Hin und Her und wirklich allen - bis auf die beiden Torschlusspanischen - ist klar, dass es ein gutes Ende nehmen wird - zumindest bei Friends und Scrubs. Denn irgendwann werden sie erwachsen und merken, dass sich das ganze Drama nicht lohnt. In der Sitcom-Mutter Friends geben Ross und Rachel den Nerd-Blondine-Klassiker: Paläontologe bekommt seinen Jugendtraum zur Freundin, ein verzogenes Püppchen. In Scrubs wurde dies leicht abgewandelt. J.D., verspielter Tagträumer und Sentimentalist, bekommt das mit Komplexen überhäufte Mäuschen zur Freundin. Da die Dramedy Scrubs etwas mehr Spielraum zur Charakter-Entwicklung gibt, stehen sich hier am Ende immerhin zwei selbstsichere, erwachsene Personen gegenüber, während bei Friends das endgültige Zusammensein auf den letzten Drücker erledigt wird. How I Met Your Mother bedient sich an exakt demselben Muster, das auch weit über die klassische Sitcom hinausreicht. Hierbei wollten die Macher einen kleinen Kniff anwenden und es so aussehen lassen, als wäre diese Liebe von Robin und Ted eine unmögliche. Doch auch das kann die klassische Sitcom-On-Off-Beziehung am Ende nicht voneinander fern halten. Dann muss die Mutter halt sterben.


Das schöne Ende einer holprigen Straße

Versteht mich nicht falsch. Ich finde das Ende um Ted & Robin an sich ganz wundervoll und herzzerreißend. Es macht klar, wie wenig es in dieser Geschichte tatsächlich um die Mutter an sich geht, als viel mehr um Teds Sehnsucht nach der Richtigen. Und diese kann mehr als ein Gesicht haben. Was mich jedoch stört, ist das soapige Dauergeschluchze, das ständige Aufwärmen von Altbekanntem, das "We were on a break"-Geschreie eines Ross und "Ich will sie doch nicht mehr"-Gejammer eines J.D.s. Das Ende von How I Met Your Mother tröstet mich persönlich über die zahlreichen Folgen hinweg, in denen Ted wieder um Robin warb, Robin wieder verunsichert war, ob sie ihn nicht doch liebt, die beiden sich wieder geküsst haben, im Regen vermutlich, und es wieder ungewiss war, wie es denn weitergehen wird. Das Finale zeugt also nicht nur von der Beständigkeit der Sitcom- wie Serien-Elemente und des Geschichtenerzählens an sich. Niemand will ein glückliches Paar, das immer alles richtig macht, sondern Drama, Sehnsucht und Bauchgefühl. Der kleine Romantiker und die kleine Romantikerin in uns wünscht sich am Ende dann aber doch ein Happy End der beiden füreinander Bestimmten. Was ich bei How I Met Your Mother hierbei wundervoll finde, ist, dass sie Ted zwei große Lieben zugestehen, ohne eine davon nichtig oder kleiner als die andere erscheinen zu lassen.


Auch The Big Bang Theory ist zwar noch nicht am Ende angelangt, aber da Hauptcharakter Leonard den ewigen Romantikern Ross, J.D. und Ted sehr nahe steht, bin ich mir sicher, wie es mit ihm und Nachbars-Schwarm Penny enden wird.

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