Ruhe bewahren!

Warum Unternehmen Petticoat gerade das beste Krisenmanagement ist

Operation Petticoat Preview
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© Kinowelt
Cary Grant und Tony Curtis in Unternehmen Petticoat
15.11.2016 - 10:55 UhrVor 5 Jahren aktualisiert
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Heute stelle ich euch einen Film vor, der uns gerade in diesen chaotischen Zeiten mit viel Augenzwinkern zeigt, wie Krisenmanagement geht: Unternehmen Petticoat.

Es ist schon eine sehr verrückte Zeit gerade. Erst kommt der Brexit und nun fasst sich die Welt ob des Wahlergebnisses aus den USA an den schmerzenden Kopf. In all dem Chaos ist ein kleiner Ratgeber und ein Sonnenstrahl bitter nötig. Darum verschenke ich mein Herz für Klassiker heute an Unternehmen Petticoat. In dem zeigen uns Regisseur Blake Edwards und die Hauptdarsteller Cary Grant und Tony Curtis schon im Jahre 1959, wie wir mit Krisen umzugehen haben. Dabei fehlt es natürlich nicht an Humor, denn wenn wir ehrlich sind, wäre die Thematik des Films und unserer heutigen Nachrichten sonst eher zum Heulen.

Die Krise

Die USS Seetiger ist ein U-Boot im Zweiten Weltkrieg. Schwer beschädigt durch einen japanischen Angriff ist ein Heimweg zu einer sicheren Basis schier undenkbar. Für Kapitän Sherman (Cary Grant) und seine Crew sieht es übel aus. Wäre da nicht die ungebrochene Bestimmtheit Shermans und der neue Versorgungsoffizier Nick Holden (ein fantastisch versnobter Tony Curtis). Der ist zwar ein verzogenes, kampfunerfahrenes Bürschlein, beweist aber erstaunliches Talent beim "Organisieren" von Ersatzteilen, Proviant, ja sogar Toilettenpapier. So beginnt eine mehr als schräge Reise für die Seetiger. Für das letztendlich perfekte Chaos sorgen dabei fünf Damen von der Navy, die Holden kurzerhand zu ihrem Schutz mit an Bord holt. Doch was ein echter Seemann ist, der wird auch mit einer Bande Frauen fertig.

Das vielleicht größte Problem bei Unternehmen Petticoat

Auf der Seetiger wird keine Müdigkeit vorgeschützt

Kaum sind die Frauen an Bord, wird die Besatzung plötzlich furchtbar krank. Jeder will sich von den hübschen Schwestern bemuttern lassen. Denn eigentlich ist die Situation ja recht ausweglos und wer möchte da nicht krankmachen und den Kopf in den Sand stecken? Kapitän Sherman jedenfalls nicht, und seine Männer gefälligst auch nicht. Aufgeben ist keine Option. Er scheucht die Memmen zurück an die Arbeit, die plötzlich gar nicht mehr so krank sind. Hier zeigt sich Cary Grant übrigens von bester Seite, als ebenso sympathischer wie bestimmter Anführer. Seine Moral hält praktisch die ganze Crew lebendig und zeigt, was wahres Durchhaltevermögen ist. Durch Probleme schaffen wir es nur, wenn jeder mit anpackt.

Auf der Seetiger wird Kreativität großgeschrieben

Was tun, wenn alles schiefgeht und es an allen Ecken und Enden fehlt? Improvisation ist das Zauberwort. Über den Dienstweg geht ob des Krieges gar nichts mehr? Kein Problem, einfach die Einrichtung des Oberbefehlshabers an Land plündern und die Lagerhäuser leer räumen. Wir haben weder genug rote noch weiße Farbe für ein ganzes Schiff? Gut, kippen wir beides zusammen, ist unser Schiff eben rosa, immerhin haben wir neuen Lack. Wir können uns keinen Braten leisten, Plündern auf der Insel steht aber unter Todesstrafe? Egal, trotzdem plündern und das Schwein als "Funker Hornsby" verkleidet an den Straßenblockaden vorbeischleusen. Es gibt immer offene Optionen, manchmal müssen wir nur den Blickwinkel ändern.

Das rosarote U-Boot in Unternehmen Petticoat

Auf der Seetiger kriegen Großmäuler auf die Mütze

Wenn es zu Notsituationen und Problemen kommt, ist Zusammenhalt das A und O. Dabei ist es wichtig, dass jeder gleich gut oder gleich schlecht behandelt wird. Dementsprechend straft Sherman den verweichlichten Holden (und sei er noch so nützlich) auf urkomische Weise immer wieder für seine Extrawürste. Auch, dass er gerne aufschneidet und dabei einiges verschweigt, wird Nick Holden zum Verhängnis. Als er sich einer der Damen annähert und sie herausfindet, dass er verlobt ist, bekommt er seine gerechte Strafe. Menschen, die unnötig für Unruhe und Unmut sorgen, müssen eben gebremst werden.

Auf der Seetiger gibt es keinen Sexismus

Zwar sind die fünf Navy-Damen anfangs eine große Ablenkung, entweder als die Objekte der Begierde oder der Grund zur Sorge (bringen Frauen an Bord doch Unglück). Doch sehr schnell mausern sie sich zu wichtigen, hilfreichen und sympathischen Crewmitgliedern, die mehr können als nur Krankenschwester. Gut, Dolores (Joan O'Brien) ist ein wenig ungeschickt, aber immer um Hilfe bemüht. Barbara (Dina Merrill) ist ausgesprochen clever und lässt sich von Nick Holden nicht so einfach bezirzen, egal, wie hübsch und charmant er ist. Und ohne die Technikerin Edna (Virginia Gregg) hätten die Maschinen schon längst versagt. Als dann unerwartet noch Schwangere und Kinder an Bord landen, werden die Geschlechterrollen sogar vertauscht: Nick Holden taugt nämlich erstaunlicherweise besser als Babysitter als die Frauen. So zeigt der Film bereits in den 50ern(!), dass Talent völlig unabhängig vom Geschlecht ist und niemand aufgrund seines Geschlechts abgeschrieben werden darf.

Auf der Seetiger werden die guten Zeiten gefeiert

Das vielleicht wichtigste in Krisenzeiten ist Hoffnung. Die dürfen wir auf gar keinen Fall verlieren, und gemeinsames Feiern und familiäres Zusammensein schürt die Hoffnung wie nichts sonst. So auch auf der Seetiger: Das Neujahrsfest wird mit allen seltsamen Passagieren zusammen gefeiert, es wird gesungen und festlich gespeist. Kleine Freuden in dunklen Zeiten können eben Wunder bewirken. Der ganze Film ist in sich eine solche Freude, mit seinen positiven Botschaften, seinen sympathischen Figuren und seinem sprühenden Witz. Also, egal, wie schlimm es für die Welt aussieht: Kopf hoch, Funker Hornsby einpacken, raus aus dem Krankenbett und Kampfgeist beweisen.

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