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Beschissenheit der Dinge inspiriert unsere Jugend

20.05.2010 - 08:50 Uhr
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Die Kompromissbereitschaft der Jugend
© Favourite Films NV
Die Kompromissbereitschaft der Jugend
Die Beschissenheit der Dinge erzählt von einer saufenden, kotzenden und pöbelnden Jugend der 1980er – und ist dabei nicht unbedingt zum lachen. Moviepilot versucht zu erklären, warum der Film unter anderem in Cannes einen Preis erhielt und ab dem 20. Mai 2010 im Kino eure Beachtung verdient.

Die Beschissenheit der Dinge ist eine selten gute Übersetzung des belgischen Originaltitels De Helaasheid Der Dingen (“helaas” heisst soviel wie “schade”); ein Titel, der aufhorchen lässt und bei so manchem schnell Vermutungen über den Inhalt weckt. Der Film basiert auf dem gleichnamigen, autobiografischen Roman von Dimitri Verhulst. Regie führte Felix Van Groeningen, der zusammen mit Christophe Dirickx auch das Drehbuch schrieb.

In Die Beschissenheit der Dinge geht es um den erfolglosen Autor Gunther Strobe (Valentijn Dhaenens), der eine harte Kindheit hinter sich hat. Der Film erzählt in Rückblenden aus seiner verkommenen Jugend in den 1980ern und den Eskapaden seines Vaters, der mehr am Saufen als an einer Arbeitsstelle interessiert war.
Die Gegenwart, 20 Jahre später: Gunther hat eine Frau geschwängert, die er nicht liebt und erwartet ein Kind, das er am liebsten abgetrieben hätte. Die berechtigte Angst entsteht, dass er genau so wird wie sein Erzeuger.

Die Beschissenheit der Dinge ist ab dem 20. Mai 2010 in den deutschen Kinos zu sehen. Der Weg dahin war ein goldener: Der Film gewann auf dem Hamptons International Film Festival in New York drei Preise, beim Festival du Film Grolandais den Preis als Bester Film und beim Europees Filmfestival van Cinésonne in Paris gleich noch drei Trophäen, unter anderem den Publikumspreis. Die endgültige Krönung des Independent-Films erfolgte auf dem Cannes-Festival 2009 mit dem Prix Art et Essai.

Die Beschissenheit der Dinge erzählt direkt und ohne Selbstzensur von einer nackt Radrennen-fahrenden, wettsaufenden, sich bepissenden und morgens in eigener Kotze aufwachenden Jugend, von der sich so mancher Zuschauer wünscht, dass es sie nie wirklich gegeben hat. Das klingt auf den ersten Blick zwar nach hundertprozentiger, grenzdebiler Albernheit, allerdings stellen die bisherigen Kritiken klar, dass Die Beschissenheit der Dinge von einem pessimistischen Grundton unterlegt ist, der den Zuschauer zum kritischen Reflektieren dieses Verhaltens anregt. So heißt es etwa bei outnow.ch über Die Beschissenheit der Dinge ist “ein Drama mit einer guten Portion Humor, wobei Felix van Groeningen damit etwas anders umgeht, als man es erwartet. Sind wir uns normalerweise gewohnt, dass ernste oder traurige Episoden im Film mit Humor aufgelöst werden, ist es hier gerade umgekehrt: Gerade lacht man noch über eine Spinnerei der Strobbes, da schlägt die Stimmung um. So schnell, dass einem dieses Lachen im Hals stecken bleibt. Genau das macht das gewisse Etwas dieses Films aus und verleiht ihm den Tiefgang, dem man vielleicht nicht unbedingt erwartet hat.”

Interessant wird es wohl, wenn Die Beschissenheit der Dinge bei uns kommerziellen Erfolg hat: Eine neue Welle des betont-asigen Films könnte die Folge sein und unsere Jugend in ungeahnten Ausmaßen “inspirieren”. Aber Hey, immer noch besser als Bushido, oder was meint ihr?

Der abschliessende Clip verrät euch, in welcher Abendgarderobe die Macher ihr Werk würdig in Cannes repräsentierten. Nicht minder erotisches Bildmaterial vom Film könnt ihr euch hier ansehen.

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