Takiawase

Wir schauen Hannibal - Staffel 2, Folge 4

23.03.2014 - 08:50 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Takiawase
© NBC
Takiawase
Es ist wirklich bemerkenswert, wie Hannibal sich Woche für Woche steigert. Warum Takiawase womöglich die bislang stärkste Episode der gesamten Serie ist, erfahrt ihr in unserem Recap.

“[…] Ich schaue mir die ersten beiden Episoden an und denke ‘Oh mein Gott, irgendwie wärmen wir uns hier gerade auf und geben in der vierten Episode erst Vollgas’”, sagte Hannibal -Schöpfer Bryan Fuller in einem Interview mit den Kollegen vom A.V. Club und es ist kaum möglich, ihm in dieser Hinsicht zu widersprechen. Takiawase mag uns zwar nicht mit markerschütterndem Schrecken à la Eröffnungsszene von Episode 2 (ich hab es immer noch nicht ganz verarbeitet) bombardieren, weiß aber die Nervenschrauben schmerzhaft fester zu ziehen. Fuller selbst verspricht für die Zukunft noch Größeres (“Ich bin sehr auf die Reaktionen der Leute auf all das, was in Episode fünf geschieht, gespannt. Du musst Episode fünf sehen!”) und ich für meinen Teil glaube ihm ohne Einschränkungen.

Will (Hugh Dancy) macht zunächst weiterhin Fortschritte, da er mit Beverly (Hettienne Park) nun wohl endgültig eine Verbündete gefunden hat. Nach anfänglichen Zweifeln glaubt sie ihm bezüglich seiner Theorie um Hannibal (Mads Mikkelsen), doch da ist es leider schon zu spät. Sie ignoriert Wills Warnungen und schleicht sich in Hannibals Haus, wo sie wohl ihren Tod findet. Das dürfte ein herber Rückschlag für Will und den Versuch, seine Unschuld zu beweisen, sein. Währenddessen hat Jack (Laurence Fishburne) in erster Linie mit privaten Problemen zu kämpfen. Seine Ehefrau Bella (Gina Torres, übrigens auch im echten Leben mit Fishburne verheiratet) möchte nicht gegen ihren Krebs ankämpfen und sich stattdessen dem Freitod hingeben, was ihr schlussendlich jedoch durch Hannibal Lecter verwehrt wird.

Same thing, isn’t it? sind in der eröffnenden Traumsequenz Abigails (Kacey Rohl) Gedanken bezüglich Fischen und Jagen. Will erklärt daraufhin in simpelster Form, warum es eben nicht das selbe ist: One you catch, the other you shoot. Dass es da in der Tat einen signifikanten Unterschied gibt, muss in den darauffolgenden 40 Minuten Beverly auf die denkbar härteste Weise am eigenen Leib erfahren. Ihr wird bewusst, dass Will Recht hatte und Hannibal ein mordender Wahnsinniger ist und beschließt, auf die Jagd zu gehen. Nun stellt sich jedoch nicht nur heraus, dass Dr. Lecter kein geeignetes Objekt ist, um gejagt zu werden. Gleichzeitig scheint er sie auch von vornherein angelockt zu haben, um sie einzufangen. So könnte man zumindest seine rückblickend ziemlich eindeutigen Aussagen, sie müsse “unter die Haut gehen”, um den Killer zu verstehen und damit zu erwischen, auslegen. Dass Beverly aus diesem Szenario im Keller lebend herauskommt, ist ausgeschlossen, sie ist tot. Ein Umstand, den ich persönlich ziemlich bedauerlich finde, da sie als Wills Verbündete gerade erst eine enorm wichtige Position zugeschrieben bekam und Hettienne Park in ihrer Rolle wirklich herausragende Arbeit geleistet hat. So traurig die letzte Szene somit auch war, so muss doch mal kurz angemerkt werden, wie großartig sie inszeniert war. Natürlich war es von vornherein klar, dass ihr Kellertrip nicht gänzlich friedlich ablaufen wird, als sie jedoch das Licht einschaltete und Hannibal im Hintergrund auftauchte, machte mein Herz einen kurzen Aussetzer. Ganz großes Fernsehen. Beverlys Abwesenheit hinterlässt nun zweifellos eine Lücke in dieser Serie und wir dürfen gespannt sein, wie diese wieder gefüllt wird

Lücken füllen tut auch unser neuer Killer (ich entschuldige mich aufrichtig für diese drittklassige Überleitung): Als Katherine Pims (Amanda Plummer) das Gefühl hat, dass ihr Patient vollkommen gefühlslos besser dran ist als von Schmerz erfüllt, führt sie kurzerhand eine Lobotomie durch, entfernt seine Augen und lässt den Körper im Wald zurück, damit Bienen den freien Raum in seinem Kopf für ihre Honigproduktion nutzen können. Wie in einem früheren Recap angesprochen, verstehen die Macher es wieder, nicht bloß irgendeinen Mord geschehen zu lassen, um eine eventuelle Langatmigkeit im Plot auszumerzen; die Storyline wird ideal mit dem Hauptthema der Folge verknüpft. Wohnt dem Tod, bzw. dem Akt des Tötens nicht auch eine gewisse Gnade inne? Katherine Pims passt nicht so richtig in das Schema der bislang porträtierten Serienkiller hinein. Aus ihrer Sicht ist es ein reiner Hilfsdienst, wenn sie ihren Patienten umbringt, sie möchte sie von ihren Qualen erlösen und sie erstmals schmerzfrei sehen.

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